Nippon and Beach

Heute stehen 4 Programmpunkte in unserer Liste: Japanese Tea Garden, Auto abholen, California Academy of Science sowie Baker Beach.

Nach einem netten Frühstück in Thad‘s Cozy Café

Thad's Café

Thad’s Cozy Café

gegenüber vom Hotel fahren wir mit dem Bus wieder in den Golden Gate Park. Da wir noch etwas Zeit haben, bevor der Japanese Tea Garden öffnet, haben wir Muße, die Wochenend-Frühsportler beim Zumba im Park zu beobachten.

Zumba

Zumba am Wochenende

Das Wetter ist mal wieder – man glaubt es kaum – sosolala. Aber wir lassen uns die Stimmung nicht vermiesen. Der Tea Garden öffnet pünktlich und wir sind bei den ersten Besuchern. Kaum ist man durch das Eingangstor gegangen, befindet man sich in einer völlig anderen Welt.

Japanese Tea Garden

Eingang in eine andere Welt

Dieser Garten ist fantastisch angelegt, man fühlt sich nach Japan im 18. Jahrhundert versetzt. Fast erwartet man, einer trippelnden, verlegen kichernden Geisha zu begegnen.

Japanese Tea Garden

Asien mitten in San Francisco

Japanese Tea Garden

Moon Bridge – ungewöhnlich und irgendwie… geil.

Japanese Tea Garden

Sandy on the Moon (Bridge)

Japanese Tea Garden

 

Japanese Tea Garden

Japanese Tea GardenDie Bilder zeigen, warum ich unbedingt noch einmal in diesen Teil des Golden Gate Parks gehen wollte. Leider hatte ich beim ersten Besuch vor vielen Jahren nur wenig Zeit und kaum Muße, den Garten richtig zu genießen. Heute Morgen nehmen wir uns diese Zeit, und es sind auch nur wenige Besucher anwesend, so dass genug Ruhe ist, die Eindrücke wirken zu lassen.

Ein Blick auf die Uhr zeigt, dass wir noch etwas Zeit haben, bevor wir zu unserer Autovermietung fahren müssen. Daher können wir noch den einzigen Wasserfall in San Francisco „direkt nebenan“ aufsuchen. Diese „Huntington Falls“ befinden sich auf der Insel mitten im Stow Lake, dem größten See im Golden Gate Park. Man kann sie bequem zu Fuß erreichen.

Chinesischer Pavillon

Die chinesische Pagode neben den Huntington Falls

 

 

 

 

Huntington Falls

Huntington Falls

Auf dem Weg zu dem kleinen Wasserfall treffen wir auf „Wildlife“, der Stow Lake ist ein bei Vögeln geschätztes Refugium, und auch die so häufig anzutreffenden Hörnchen lieben den Golden Gate Park und seine Möglichkeiten.

Hörnchen

Hast du eine Nuss für mich?

 

 

Tiefflieger

Tiefflieger

Langsam wird die Zahl der Parkbesucher höher, und es wird Zeit, zur Bushaltestelle zu gehen. Schließlich hat Alamo-City Station heute am Samstag nur bis 13 Uhr offen, und wir wollen doch unser Auto abholen.

Dank des öffentlichen Verkehrsnetzes schaffen wir das auch rechtzeitig. Inzwischen ist die Sonne herausgekommen und Downtown und der Hafen sind wieder im vollen Sonnenlicht. Es dauert etwas, bis der Papierkram erledigt ist, aber schließlich haben wir den Schlüssel für unser Fahrzeug und marschieren ins Parkhaus. Dort, in der dunkelsten Ecke, steht unser neuer Freund.

Unser Auto

Unser Auto

Wieder – wie vor 2 Jahren – ein Ford Mustang Convertible, allerdings dieses Mal in rabenschwarz. Da ist klar, dass er „Fury“ heißen würde. Wie wir feststellen müssen, ist unser Fury so neu, dass es ihn eigentlich noch gar nicht gibt. Im Handschuhfach finden wir jedenfalls ein Handbuch mit dem Titel „Manual 2017“.

Auto-HandbuchNach den üblichen Erstproblemen fährt sich Fury super, er schnurrt wie ein Kätzchen. Ein Raubkätzchen allerdings, er hat schon einige PS unter der Haube. Ein Blick auf die Mittelkonsole zeigt erstmal sehr viele Buttons und Regler.

Sandy meint zu mir: „Bis du sicher, dass das Teil keinen Schleudersitz hat?“ Erste Umgewöhnung: Fury hat kein Zündschloss, sondern einen Zündknopf, dem es reicht, dass der „Schlüsselbund“ sich in der Nähe befindet. Denn einen Schlüssel haben wir erhalten. Allerdings – so sollte es sich noch herausstellen – ist dieser Schlüssel weder für die Zündung noch für den Tank zuständig. Nein, er verschließt das Handschuhfach…

Als Navigationssystem gibt es dieses Mal kein Einbausystem wie bei Hertz, sondern ein einfaches Garmin „in der Tüte“. Mit einer Art Beanbag als Standfuß, was sich aber als recht praktisch erweisen wird. Dieses Navi wird von uns „Trulla“ getauft, ein Name, der sich als passend herausstellen soll, denn Trulla hat so ihre kleinen Marotten.

Klarer Himmel am Ferry's Building

Klarer Himmel

Erst einmal fahren wir im schönsten Samstagnachmittagfeierabendverkehr Richtung Osten, um am Hafen einen Blick auf den „Cupid’s Span“ zu werfen. Dann „darf“ Sandy das erste Mal unsere Trulla um Rat fragen: wie kommen wir von hier zur California Academy of Science? Genauer gesagt, zur dazugehörenden Tiefgarage unter dem Golden Gate Park?

Ich hatte mir die Strecke per Streetview schon angeschaut, aber Theorie und Praxis sind halt zwei Paar Schuhe. Dank Trulla finden wir tatsächlich hin, und da die Tiefgarage direkt unter der Academy ist, ist das Parken dort wirklich ideal. Von den Kosten mal abgesehen, die sind San Francisco-üblich ziemlich unverschämt. Nach ein paar Schwierigkeiten haben wir auch raus, wie man unseren Fury abschließt.

Die Academy of Science ist überwältigend. Sie ist in verschiedene Fachgebiete und Ausstellungen aufgeteilt, so dass jeder Besucher sich sein Interessengebiet gezielt heraussuchen kann.

In der Eingangshalle wurde man direkt von T-Rex begrüßt. Sehr geil, wir lieben Dinosaurier!

T-Rex

Wir machen uns als erstes auf in den “Osher Rainforest“, Osher Forestsozusagen eine mehrstöckige Glaskugel mitten in der Academy, in der man durch eine umlaufende Rampe durch verschiedene Regenwälder bzw. durch die verschiedenen Ebenen dieser Wälder laufen kann.

Ara

Überall fliegen bunte Schmetterlinge, dazu Vögel aller Größen und Farben. Der Waldboden ist kein Boden, sondern ein Gewässer mit riesigen Fischen. Lianen hängen von den Bäumen, Bromelien blühen in den Astgabeln. Dazu gibt es in den verschiedenen Stockwerken Terrarien und Aquarien mit Tieren, die in Natur hier leben: Geckos, Schlangen, Fische, Frösche.

Bevor wir den Rainforest betreten dürfen, müssen wir noch durch eine Prüfung. Und zwar müssen wir vor einer grünen Wand posieren, um fotografiert zu werden. Diese Fotos kann man später für horrendes Geld erwerben. Am Fotografieren kommen wir leider nicht vorbei, aber am späteren Kaufen.

Nach dem Regenwald zieht es uns ins Steinhart-Aquarium, das natürlich nicht so groß ist wie das Aquarium in Monterey, aber doch viel zu bieten hat.

Steinhart Aquarium

Aquarien-Tunnel

 

 

 

Über die Terrarienabteilung mit dem weißen Alligator Claude gelangen wir wieder in den Zentralbereich.

Claude, ein weißer Alligator

Der weiße Alligator Claude

Seepferdchen-Geländer

Liebevolle kleine Details

Leider ist die „Sternenabteilung“ geschlossen, sie wird renoviert. Also besuchen wir den Earthquake-Bereich, verzichten aber dankend auf die körperliche Erfahrung eines (nachgestellten) Erdbebens. Ein Muss ist dagegen natürlich der Besuch der Giftshops. Allerdings kommen wir ohne große Tüten wieder heraus.

Selbstverständlich erklimmen wir auch das „lebende“ Dach der Academy. Ein riesiger Dachgarten mit genügsamen Pflanzen, die hier wundervoll gedeihen und blühen, ohne große Pflege vom Personal.

Schließlich haben wir genug, es wird Zeit, die Academy wieder zu verlassen. Nur: wie kommen wir nun an den Baker Beach? Bzw. zu den Moraga Steps? Die entsprechende Adressen hatte ich zuhause per Streetview herausgesucht.

Erstes Ergebnis: Trulla kennt die Adresse der Moraga Steps nicht. Na toll. Immerhin findet Trulla den Lebensmittelladen, den ich dort in der Nähe (Googlemaps sei Dank) herausgesucht hatte. Also gehen wir erst einmal einkaufen, hauptsächlich Getränke für unsere Fahrt am nächsten Morgen.

Die Qual der Wahl

Qual der Wahl

Dann geben wir Trulla eine zweite Chance und wollen uns von ihr an den Baker Beach lotsen lassen. Tja. Trulla kennt auch diese Adresse aus Google Streetview nicht. Aber Sandy schafft es irgendwie, ihr doch eine Route zu entlocken, und tatsächlich landen wir schlussendlich am gewünschten Parkplatz. Leider ist vom Sonnenschein im Hafen hier am Pazifik nicht sehr viel zu sehen. Viel Zeit haben wir auch nicht, Baker Beach wird um 19 Uhr geschlossen, was bedeutet, dass Schlagbäume über die Straße gelassen werden. Äußerst schlecht, sollte man da noch mit dem Auto auf dem Parkplatz stehen.

Am Baker Beach

Sandy mit Fury am Baker Beach. Da ist er noch schön sauber. Das soll sich bald ändern…

Obwohl das Wetter alles andere als freundlich für sonnenuntergangshungrige deutsche Touristen ist, stapfen wir über den Sand Richtung Golden Gate Bridge, Sandy voll ausgerüstet mit Fotorucksack, Handy (auf dem sie sich diverse Berechnungstabellen für die Fotoeinstellung gespeichert hat) und Stativ, ich eher in unbelasteter Manier nur mit Kamera und Handy.

Was mich nicht davon abhält, Sandy bei ihrer professionell anmutenden Fotografiererei abzulichten…

Am Baker Beach

„Mach schön sitz… und bleeeiib!“ (Als Tierfotograf gewöhnt man sich seltsame Haltungen an…)

Am Baker Beach

Nachdem wir noch erfolgreich Fotograf für ein paar Jugendliche gespielt haben, geht es zurück ans Auto, ein Weg, der irgendwie immer länger zu werden scheint. Lockerer Sand ist herrlich – solange man nicht voll bepackt darüber laufen muss.

Wir sind sozusagen schon startbereit, als Sandy einfällt, dass sie ja noch unbedingt ihren ersten Urlaubssand einpacken muss. Nun ja, Tüten werden völlig überbewertet, die liegen nämlich im Hotelzimmer. Aber als fixe Mädels finden wir eine Notlösung, und Sandy kann ihren Sand tatsächlich mitnehmen.

Nachdem wir nun sowieso mit dem Auto unterwegs sind, fahren wir noch einmal runter an den Hafen. Denny’s zieht uns mächtig an. Geparkt wird für (teuer) Geld in der Nähe im Parkhaus, die paar Meter dazwischen schaffen wir lässig. Es ist ziemlicher Betrieb und Verkehr da unten an der Marina, aber in Denny’s selber ist es eigentlich recht ruhig. Wir bestellen uns „Spaghetti with Meatballs“, die hatten Sandy das letzte Mal in Oakhurst sehr gut geschmeckt. Schlucken müssen wir allerdings über den Preis. Sooo teuer haben wir die gar nicht in Erinnerung. Nun ja, was soll man sagen: die Portion ist groß (USA-üblich halt), aber die Meatballs sind leider „pretty spicy“. Vornehm ausgedrückt. In klarer Sprache benannt: die Dinger sind definitiv in den Pfeffereimer gefallen. Heiliges Kanonenrohr, so pfeffrig-scharf hab ich schon lange nicht mehr gegessen. Dazu etwas zu weich gekochte Spaghetti… Selbst das Cola hat einen seltsamen Nachgeschmack. Zusammengefasst: das Essen ist ein Reinfall.

Abendessen

Sieht lecker aus – war es aber nicht wirklich.

Nun ja, der Hunger treibt’s rein. Aber irgendwie hat uns das erstmal die Lust auf weitere Denny’s Kulinarien verdorben. Dabei sind wir 2014 gern dort essen gegangen.

Trullchen leitet uns – ja, tatsächlich, sie findet die Adresse! – im Dunklen zurück zu unserem Hotel, wo wir gerne das Valet Parking in Anspruch nehmen.

Allerdings bestellen wir unser Autolein gleich für den nächsten Morgen kurz vor 6 Uhr. Trotz unserer bisherigen Erfahrungen hoffen wir immer noch, die Golden Gate Bridge im Ganzen zu sehen, idealerweise beim Sonnenaufgang. Wenn es schon keinen Sonnenuntergang gegeben hat für uns.

zurück: 9. September 2016

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