Cold and Hot

Pünktlich um 5:30 klingelt der Handywecker, und um kurz vor 6 sind wir unten an der Rezeption zum Auschecken. Einerseits freuen wir uns auf die kommenden Abenteuer, andererseits werden wir San Francisco vermissen. Diese Stadt hat einfach ein gewisses Flair, eine gewisse Leichtigkeit des Seins, das uns fehlen wird.

Für den Weg zu unserem geplanten Aussichtspunkt nördlich der Bucht brauchen wir unsere Trulla gar nicht, die darf noch schlafen. Diese Strecke hatte ich so oft per Streetview abgefahren, die hätte ich im Schlaf fahren können. Na ja, Halbschlaf ist es dann nur…

Trotzdem es noch stockdunkel ist, haben wir beim Überqueren der Golden Gate einen guten Eindruck: kein Nebel, gute Sicht. Das lässt uns doch fröhlich auf den Sonnenaufgang hoffen.

Wie gedacht, ist der erste Vista Point schon fast voll besetzt. Wir finden trotzdem einen Parkplatz und schießen die ersten Bilder. Ja, der Blick ist frei. Im Moment noch, das kann sich jederzeit ändern.

Golden Gate Bridge

Wunderschön ist sie…

Da wir allerdings ins Auge gefasst haben, Brücke und Stadt von einem höheren Standpunkt als vom Vista Point zu fotografieren, fahren wir weiter zum Kreisverkehr an der Conzelman Road. Dort befindet sich ein kleiner Parkplatz für Hiker, den wir gerne in Anspruch nehmen. Kameras und Sandys Stativ geschnappt und dann geht es steil hoch auf den Slackers Hill. Doch je weiter wir steigen (gehen wäre geschmeichelt), desto dichter zieht sich die Hügelkuppe zu. Das sieht nicht gut aus…

Aus dem Augenwinkel heraus entdeckt Sandy am Hang unser erstes „richtiges“ Wildlife: eine Maultierhirschkuh/Mule Deer/Odocoileus hemionus,

Suchbild

Suchbild: wo ist die Maultierhirschkuh?

und versucht, sie trotz der schlechten Lichtverhältnisse mit der Kamera zu erwischen. In diesen 2 Minuten verhüllt sich die Kuppe des Slackers Hill vollständig. Völlig sinnlos, da jetzt noch hinaufzusteigen, bei Null Sicht und kurz vor dem Sonnenaufgang.

Also zurück marsch-marsch, umgedreht und runter an die Conzelman Road marschiert. Das ist nicht weit, und da noch kein Verkehr ist, kann man diese auch überall überqueren. Direkt hinter der Leitplanke befindet sich ein schmaler Trampelpfad. Diesen gehen wir entlang, um einen guten Platz mit Blick auf Brücke und Stadt zu finden. Im Osten wird es langsam heller, noch ist die Brücke völlig wolken-/nebelfrei. Doch man sieht, dass über der Stadt wieder eine Wolke hängt, die nach und nach nach unten sinkt. Und vom Pazifik ziehen die ersten diffusen Nebelschleier herein.

San Francisco und Golden Gate Bridge

Wir brechen ab mit einigen guten Fotos im Kasten. Eigentlich haben wir nicht viel Hoffnung, unser nächstes Ziel „nebelfrei“ vorzufinden, aber da der Weg nun meilenmäßig nicht so weit ist, satteln wir die Hühner – ähm unseren Fury – und los geht es Richtung Westen durch die Marin Headlands. Ziel: Point Bonita Lighthouse.

Eine tolle Einstellung: vorne die Golden Gate Bridge, dahinter die Oakland Bay Bridge und ganz im Hintergrund der Hafen von Oakland

Kurz vor dem Ziel treffen wir die nächsten Muledeer direkt neben der Straße. Vollbremsung ist mangels Verkehr überhaupt kein Problem, und Sandy hüpft aus dem Auto, die Kamera im Anschlag.

Nach diesem Erfolg folgt aber direkt die Enttäuschung: Point Bonita Lighthouse ist geschlossen, und zwar nicht nur wegen der morgendlichen Stunde, sondern wegen Bauarbeiten.

Trotzdem machen wir uns auf den kurzen Weg bis zum Eingangstunnel, in der Hoffnung, einen näheren Blick auf die Suspension Brücke werfen zu können. Wir hatten sie ja schon vom Boot aus gesehen.

Auf dem Weg zum Bonita Lighthouse.

Die Hoffnung stirbt zuletzt, heißt es. Als wir dann aber am Tunnel ankommen, ohne auch nur ein Blickchen erhascht zu haben, fällt die Hoffnung doch einfach so tot um.

Wir stehen vor verschlossenen Pforten.

Was man abwärts gelaufen ist, muss man auch wieder hochlaufen…

Es bleibt uns nichts übrig, als zurück zu marschieren. Unterwegs kommen uns weitere Besucher entgegen. Wir lassen sie weiterlaufen, ohne was zu sagen… Sind wir nicht böse Mädels?

Während wir noch einen der irre gewachsenen Bäume an der steilen Wand bewundern, treffen wir die dritten Maultierhirsche: eine Ricke mit ihrem Jungen.

 

Die Mama

Mama Maultierhirsch

Das Kind

Der Nachwuchs

Es ist bewundernswert, wie leichtfüßig diese Tiere die Steilhänge hinauf- und hinabspringen. Man kann nur vor Neid erblassen.

Diese Ohren…

Auf dem letzten Stück des Weges drehen wir uns noch einmal um. Ganz klein und nur ein Stückchen sehen wir nun doch die Brücke zum Lighthouse. Aber nur mit 600fachem Zoom kann man auf dem Foto überhaupt etwas erkennen.

Suspension Bridge

Suspension Bridge

Zurück führt uns der Weg Richtung Highway 101, und auf dem letzten Stück packen uns die Erinnerungen. Hier waren wir 2014 mit der Fire Engine Tour gefahren.

Bye bye San Francisco

Bye bye San Francisco

Weiter geht es auf der 101 Richtung Norden, als erstes durch den umbenannten Rainbow Tunnel, der jetzt Robin Williams Tunnel heißt.

Robbin-Williams-Tunnel

In Sausalito trennt sich die 101 vom alten Highway 1. Wir folgen diesem als Landstraße Richtung Westen an den Pazifik, dann immer Richtung Norden. Es ist eine gemütliche, aber abwechslungsreiche Fahrt auf dem „Shoreline Highway“ durch Ortschaften, Wälder und gelblich gefärbte Wiesenhügel, teils direkt an der Steilküste entlang, teils weiter im Landesinnern. Langweilig wird die Fahrerei jedenfalls nicht.

Das Wetter bleibt aber wie gehabt: sosolala. Grauer Himmel, keine Sonne, windig. Nicht wirklich kalt, aber auch nicht Californialike warm. In Olema müssen wir aufpassen, denn hier müssen wir auf die Bear Valley Road abbiegen, um zum Point Reyes Visitor Center zu kommen.

Point Reyes National Seashore

Dort angekommen, treffen wir erneut – ja, richtig – auf Maultierhirsche. Sie weiden sozusagen im Vorgarten des Centers, direkt neben der Straße. Langsam nähern wir uns vom Parkplatz aus. Sie zeigen keine Angst, aber Vorsicht, und ziehen sich äsend zurück, um jenseits der Straße im Gebüsch zu verschwinden. Wären wir 5 Minuten später vorbei gekommen, wären sie vielleicht schon weg gewesen.

Ein kurzer Besuch im Visitor Center bringt uns unseren ersten Stempel im „National Park Passport“. Wie in jedem Center gibt es eine kleine Ausstellung über das Gebiet, und man kann mit Rangern vor Ort sprechen und sich Informationen holen.

Im Visitor Center

Im Visitor Center

Weiter geht die Fahrt, nach Inverness. Nun, dieses hier liegt nicht in Schottland, sondern hier entlang der Tomales Bay. Einziger Anziehungspunkt ist das Wrack der „Point Reyes“, das dort seit vielen Jahren an Land liegt und vor sich hin rostet und modert.

Blick auf die Tomales Bay

Blick auf die Tomales Bay

Ein morbide-malerisches Bild, das leider vor einigen Monaten von ein paar Idioten beinahe zerstört worden wäre. Diese meinten nämlich, das Wrack mit Feuerwerk im Hintergrund fotografieren zu müssen, und setzten dabei das halbe Boot in Brand. Die Lichtstimmung bei unserem Besuch ist nicht so gut, aber ich finde unsere Fotos doch ganz gut gelungen.

Die „Point Reyes“

Wir machen uns auf den Weg, um im Point Reyes National Seashore auf Wildtierjagd zu gehen. Erster Halt: Abbott’s Lagoon. Wir hatten festgestellt, dass Sandy diese Lagune 2014 vom Flugzeug aus beim Überflug fotografiert hatte, was wir allerdings damals nicht zugeordnet hatten. Irgendwie lustig.

Am Parkplatz am Trailhead angekommen, staunen wir nicht schlecht, dass doch etliche Autos geparkt sind. Allerdings verteilen sich die Menschen doch sehr in der Landschaft, so dass wir meist alleine auf dem Trail unterwegs sind.

Noch vor dem Aussteigen aus dem Auto entdecken wir unser nächstes Wildlife: ein Hahn der  Kalifornischen Schopfwachtel/California Quail/Callipepla californica hockt auf einem Zaunpfosten und – wie wir dann entdecken – bewacht seine Damen.

Kalifornische Schopfwachtel (männlich)

Kalifornische Schopfwachtel (männlich)

Während des ganzen letzten reinen California-Urlaubs haben wir nicht einmal ein Exemplar des Wappentiers des Staates gesehen, und hier hüpft uns gleich ein ganzer kleiner Schwarm vor die Linse.

Wenige Meter weiter sitzt eine der Hennen ziemlich frech ebenfalls auf einem Pfosten.  Von Schüchternheit oder gar Scheu nichts zu spüren.

Kalifornische Schopfwachtel (weiblich)

Kalifornische Schopfwachtel (weiblich)

Es ist eine verkrautete Heidelandschaft, durch die sich unser Weg schlängelt. Nichts, das Schatten werfen würde. So sind wir eigentlich gar nicht böse, dass sich die gute Sonne heute bedeckt hält, es ist doch angenehmer, ohne Sonnenbrandgefahr unterwegs zu sein.

Während wir uns noch umsehen, kommt eine ganze Truppe männlicher Quails aus dem Gebüsch. Offensichtlich eine Bachelorgruppe, d.h. Junghähne aus dem aktuellen Jahr, diese schließen sich zusammen bis ins nächste Frühjahr, wenn die Konkurrenz um die Damen der Gesellschaft beginnt. Es ist lustig anzusehen, wie uns die Truppe voranmarschiert, immer schön auf dem Weg bleibend. Erst, als wir zu nahe kommen, verschwinden die Kerlchen wieder im Gebüsch, und man hört nur mehr ein leises Rascheln hier und dort.

Ab und an hört man einen Vogel zwitschern, meist sind es kleine spatzenähnliche Piepmätze, die sich offensichtlich einen Spaß daraus machen, uns zu ärgern. Erst einmal ist es nicht einfach, sie zu entdecken, solange sie stillsitzen, hat man kaum eine Chance. Hat man sie entdeckt und will ein Foto machen, dann bleiben sie genau so lange sitzen, bis man den Zoom scharf hat. Und im Moment, in dem man abdrücken will oder gar abdrückt, schwirren sie davon.

Dachsammer/White Crowned Sparrow/Zonotrichia leucophrys

Andere Vögel machen einem das Leben schwer, indem sie erstaunlich schnell über einem hinwegfliegen. So sehen wir unterwegs immer wieder drei Truthahngeier, die entweder sehr weit weg auf einem Pfahl sitzen

Truthahngeier

Truthahngeier/Turkey vulture/Cathartes aura

oder über uns die Aufwinde nutzen. Gar nicht so einfach, sie mit der Kamera zu erwischen, vor allem Sandys Oschi erleichtert das mit seinem Gewicht nicht gerade.

Truthahngeier

Anders ist es mit dem Graureiher, den wir unterwegs mitten in einer Rinderherde jagen sehen. Als Lauerjäger steht er geduldig im Gras und wartet auf eine verdächtige Bewegung auf dem Boden. Ideal für jeden Fotografen: ein ruhig stehendes „Opfer“ erleichtert die Sache doch ungemein.

Graureiher/Gray heron/Ardea cinerea

Rind

Rind

So vergeht die Zeit sehr abwechslungsreich mit mehr oder weniger erfolgreichen Fotoversuchen, bis wir schließlich am Lagunenbereich ankommen.

Lagune

Lagune von Abbott’s Bay

Ein riesiger Teppich aus Schwimmpflanzen gaukelt dem unbedarften Besucher eine saftige grüne Wiese vor. Am anderen Ufer befindet sich der Traum eines jeden Sonnenliebhabers: eine Sanddüne aus weichem feinen Flugsand lädt zum Sonnenbad ein – wenn diese sich denn blicken lässt.

Vogelflug

Vogelflug

Bis direkt ans Meer gehen wir nicht, das wird uns zeitlich doch etwas zu lang. Schließlich haben wir noch ein paar Punkte auf unserer Liste. Also drehen wir an der Brücke über die Lagune um und marschieren zurück.

Brücke an der Lagune

Brücke an der Lagune

Interessanterweise sehen wir nun auf dem Rückweg kaum eins der Tiere vom Herweg, nur die Geier kreisen weiterhin. Hoffentlich kein schlechtes Zeichen…

Wir fahren zurück auf den Sir Francis Drake Boulevard, der bis an die Südspitze des Südshores führt. Unterwegs halten wir für einen kurzen Schnappschuss an der Einfahrt zur KHP Radio Station, um den bekannten Cypress Tree Tunnel zu fotografieren. D.h. ich halte, Sandy springt raus und fotografiert, während ich im Auto warte.

Tree Tunnel

Tree Tunnel

Von meiner Warte aus sieht der Tree Tunnel nicht so malerisch aus wie auf den Bildern, die im Netz kursieren. Aber Sandys Foto (oben) überzeugt.

Kurz vor Ende des Sir Francis Drake Boulevard geht ein Weg nach Osten ab. Wir bleiben aber auf der Straße, schließlich möchten wir zum berühmten Point Reyes Lighthouse.

Aber irgendwie ist es verhext. Auch dieses Lighthouse wird auf unserer to-visit-Liste bleiben müssen. Denn es ist Sonntag, und es scheint hier am Leuchtturm vermutlich Freibier zu geben, denn es ist die Hölle los. Ein einsamer Ranger versucht, Ordnung ins Parkchaos zu bringen, und winkt einfach alle ankommenden Fahrzeuge weg. Kein auch noch so klitzekleines Parkplätzchen ist vorhanden, die Autos stehen bereits mehrere Hundert Meter weit die Straße entlang. Nein, das tun wir uns nicht an.

Kurzentschlossen fahren wir zurück bis zur Kreuzung und nehmen den Weg nach Osten, Richtung Chimney Rock. Vom dortigen Parkplatz aus machen wir uns als erstes auf den Weg zur Seeelefanten-Aussicht.

Hier bleiben wir eine Weile und beobachten und fotografieren die Tiere. Viel Action ist nicht los am Strand, von den Tieren, die da sind, schlafen oder ruhen die meisten.

So in etwa ist der Blick vom Overlook aus.

Oschi sei Dank!

Zurück am Parkplatz wollen wir eigentlich zum Chimney Rock laufen. Unterwegs kommen wir an einigen großen Bäumen vorbei – eine Seltenheit in dieser Gegend. Sandy zitiert das Internet: „Bei Bäumen immer in die Wipfel schauen, oft verstecken sich dort Eulen und andere Tiere.“

Immer in die Bäume schauen!

Etwas vor uns entdecken wir einen Herrn, der angestrengt durch ein Fernglas die Gegend absucht. Bestimmt ein Vogelfreund, der nach Vögeln Ausschau hält. Kaum gedacht, bleibt Sandy stehen und deutet in einen Baum neben dem Weg. „Guck mal, eine Eule!“ Ja, tatsächlich, da sitzt eine.

Virginia-Uhu/Great Horned Owl/Bubo virginianus

Virginia-Uhu/Great Horned Owl/Bubo virginianus

Es ist toll, so ein Tier mal ohne Gitter in absoluter Nähe zu sehen.

Der Vogelmensch hat inzwischen bemerkt, dass wir am Fotografieren sind, und kommt, um herauszufinden, was da vor unserer Linse sitzt. Hat er doch alles sorgfältig mit dem Fernglas abgesucht. Tja, das nennt man wohl „den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen“. Sandy jedenfalls brauchte kein Fernglas…

Nun ja, der Chimney Rock lockt irgendwie nicht so richtig, und so drehen wir um und gehen zum Parkplatz zurück.

Sandy hatte während der Anfahrt an den Parkplatz des Chimney Rock noch zweimal etwas entdeckt, aber ich konnte nicht gleich anhalten. Nun hoffen wir, dass wir auf dem Rückweg mehr Glück haben.

Und tatsächlich. An einem der Bauernhöfe halte ich an, denn dort sitzen mehrere Truthahngeier malerisch auf diversen Zaunpfosten.

Etwas weiter die Straße entlang sehen wir am rechten Straßenrand einen Wagen auf freier Strecke stehen. Scheinbar grundlos. Bis wir entdecken: einige der vor Jahren ausgesetzten Tule-Wapiti/Tule Elks/Cervus canadensis nannodes stehen recht malerisch in der Gegend rum. Was wieder bedeutet: ich halte an, Sandy hüpft raus und fotografiert. Arbeitsteilung halt: ich fahre, sie knipst.

Der Rest des Weges ist nun doch recht langweilig, keine Tiere mehr zu entdecken. Wir verlassen das Seashore und machen uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel, dem Old Faithful of California Geysir in Calistoga.

Diesen Geysir hatte ich 1978 mit meiner Tante besucht, damals waren da einfach ein Kassenhäuschen und der Geysir und jemand, der was zu diesem Geysir berichtete. Heute ist hier ein kleiner Streichelzoo, der auch Nottiere aufnimmt und betreut. Der Eintritt ist nicht ohne, aber die Tiere sind soweit gut gehalten, von daher macht es uns nichts aus – die vielen Mäuler wollen ja gefüttert sein. Und viel Betrieb ist heute wirklich nicht.

Ein paar kleine Wildtiere entdecken wir aber auch:

Old Faithful ist ein recht zuverlässiger Geysir, der allerdings ein wenig jahreszeitabhängig spuckt, was Zeitraum und Höhe betrifft. Bei unserem Besuch spuckt er ungefähr alle 10 Minuten, die Höhe war ok, aber nicht spektakulär.

Inzwischen haben wir aber vollen Sonnenschein und herrlich warm, so dass wir hier endlich Fotos mit „California Feeling“ machen können.

Old Faithful of California

Old Faithful of California

Sandy: „Die Toilette war nur ein großes Dixi-Klo (die richtige Toilette war defekt oder so), allerdings das am besten „gepimpte“, auf dem ich je war.“

Nun ist es nicht mehr weit bis zu unserem Hotel, dem „Golden Haven Hot Springs Spa and Resort“. Check-in ist problemlos, und auch unser Termin wird bestätigt. Aber erst einmal suchen wir unser Zimmer auf in der 1. Etage direkt über der Lobby (woher kennen wir das nur?).

Hotel

Leider ohne Fahrstuhl, so dass Sandy ziemlich schleppen muss. Ich habe ja meinen Koffer offen im Kofferraum und entnehme nur das, was ich für den Abend bzw. den kommenden Tag benötige. In diesem Fall ist wichtig, dass ich den mitgebrachten Badeanzug nicht vergesse.

Pünktlich zu unserem Termin finden wir uns wieder in der Lobby ein, wo wir von einem lustigen jungen Mann namens Matt abgeholt werden. Es steht uns beiden unsere erste Spa-Erfahrung bevor: ein Mudbath. Ja, ein Schlammbad erwartet uns. Heilschlamm, angedünnt und erhitzt durch natürliche Mineralquellen.

Es ist eine ziemliche Prozedur, bis wir in unseren Badewannen liegen. Der Schlamm ist nicht nur zäh und widerspenstig, sondern auch heiß. Schließlich aber „schweben“ wir beide auf einer Schlammschicht und erhalten eine Gesichtsbehandlung sowie eine kalte Kompresse auf den Kopf. Jetzt heisst es entspannen. Gar nicht so einfach, wenn man über sich selber und den Anblick, den man bieten muss, dauernd kichert. Noch haben wir die Fotos, die unser Betreuer mit Sandys Handy geschossen hat, nicht gesehen…

Ein Mudbath macht schön… Hoffen wir jedenfalls.

Nach ungefähr 20 Minuten Entspannung werden wir zum Duschen geschickt, dann dürfen wir in die Jacuzzi und uns mit Gurkenwasser innerlich erfrischen. Nach weiteren 10 Minuten Wasserbad werden wir in einen anderen Raum geführt und dort in zwei große Handtücher gepackt. Mit gedämpftem Licht und esoterischer Musik sollen wir den letzten Stress herausschwitzen. Ok, das Kichern wird jetzt besser, aber die völlige Entspannung bleibt aus. Der auf der Homepage angedrohte Schlaf ebenfalls. Aber wir fühlen uns gut, als wir uns wieder anziehen.

Es war eine interessante Erfahrung für uns. Mir fehlt allerdings noch eine gute Massage, um hier 100 Punkte von 100 Punkten zu vergeben.

Inzwischen ist halb 9, und wir haben Hunger. Also fahren wir zur nächsten Pizzeria, um dort etwas zu essen. Tja, was soll ich schreiben. In Calistoga machen einige Lokale wohl schon um 9 Uhr dicht. Und zu diesen Lokalen gehört auch besagte Pizzeria. Mit Müh und Not erhalten wir noch Wraps, selbst der von einer jungen Dame georderte Iced Tea ist aus. Mit unseren Wraps in der Tüte fahren wir zurück zum Hotel, um Bilder von den Kameras herunter zu ziehen (für irgendwas muss ich mein Tablet ja schließlich auch mitgenommen haben), zu essen und Fb zu bedienen.

Morgen geht es weiter nach Tahoe.

 

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