Capital and Country

Wieder klingelt der Wecker um 6 Uhr. Aufstehen, nacheinander ins Bad, Taschen packen, Zimmer prüfen, Auto beladen – langsam wird das jetzt wieder zur Routine.

Beladen unseres Autos

Beladen unseres Autos

Nachdem wir die Schlüssel – ja, es waren Schlüssel, keine Schlüsselkarten – in die Drop-Box geworfen haben, verabschieden wir uns von unserem Spa-Hotel, um unsere Reise fortzusetzen.

On the road again...

On the road again…

Ich war ja schon etliche Male in Kalifornien unterwegs, aber irgendwie hatte ich es noch nie geschafft, in der Hauptstadt vorbeizuschauen.

Ballonfahren - würden wir auch gerne mal.

Ballonfahren – würden wir auch gerne mal.

Deshalb ist dieser Punkt ziemlich weit oben in meiner Liste gelandet. Und da wir ja praktisch direkt „dran vorbei“ fahren, machen wir diesen kleinen Sidestep ohne großen Umweg: Besuch der „Oldtown Sacramento“ und zumindest Vorbeifahrt am „White House“.

Leider führt uns Trulla einen anderen Weg als den, den ich auf der Karte ausgesucht hatte, so dass wir nicht über die goldene „Tower Bridge of Sacramento“ fahren.

Die "Tower Bridge" in Sacramento

Die „Tower Bridge“ in Sacramento

Aber das ausgesuchte Parkhaus ist vorhanden, auch wenn die Einlassanlage wohl defekt ist und wir mittels persönlicher Betreuung einfahren dürfen.

Auf der anderen Flussseite

Auf der anderen Flussseite

Dann machen wir uns zu Fuß auf in das historische Viertel.

Noch ist nicht viel Betrieb, es ist mitten in der Woche und die meisten Läden machen erst gegen 11 Uhr auf.

Ein paar allerdings sind bereits offen, kein Problem also, etwas Geld loszuwerden.

Ja ist denn heut schon Weihnachten?

Auch dieses Jahr wieder: das Fest der Toten/Halloween steht bevor…

Wunderschöne Fassaden

Denkmal

Denkmal für den Pony Express

Wir kommen am Denkmal für den Pony Express vorbei, der von 1860 bis 1861 für die Postzustellung zwischen St. Joseph/Missouri und Sacramento/California zuständig war. Auf schnellen Pferden schafften es die Pony Express Reiter, die Post innerhalb von 10 Tagen auf dieser Strecke zu transportieren, wobei sie alle 10 Meilen an einer Pony Express Station das Pferd wechselten. Eine wahnsinnige Leistung, die hier gewürdigt wird.

Ein kurzer Spaziergang an den Gleisen am Ufer des Sacramento River entlang führt uns an historischen Lokomotiven vorbei zurück zum Parkhaus. Das in Sacramento heimische Eisenbahnmuseum ignorieren wir – meine Firma wird es mir verzeihen.

Dann fahren wir mit der Tower Bridge im Rücken die Capitol Mall entlang auf das „White House“ zu, das heute das California State Capitol Museum beherbergt.

Das „Capitol“

Zurück auf dem Highway geht es weiter Richtung Nord-Ost. Zielort für heute ist South Lake Tahoe.

Unterwegs wird es endlich Zeit, etwas zu essen, und als wir an einem In-‘n-Out-Burger vorbekommen, fahren wir kurz entschlossen vom Highway ab und genehmigen uns einen Cheeseburger mit Pommes und Cola.

Endlich! Junk Food!

Dann geht es weiter Richtung Tahoe.

Wer früher als Kind „Bonanza“ geschaut hat, für den ist der Lake Tahoe ein alter Bekannter. Denn hier am See und in der Umgebung wurden die Außenaufnahmen für die Serie gedreht. Leider gibt es die gute alte Ponderosa nicht mehr; sie befand sich bei Incline Village im Norden des Sees, wurde aber vor ein paar Jahren von einem Investor gekauft und abgerissen.

Slogan von Lake Tahoe Tourism ist: „Keep Lake Tahoe blue“. Und das ist gut so. Denn Lake Tahoe ist wirklich ein See, der in allen Blau- und Türkistönen schimmert. Vorausgesetzt, es ist schönes Wetter…

Wir haben Glück, das Wetter ist schön, der Himmel ist blau und der See noch blauer. Gute Voraussetzung für schöne Bilder.

Lake Tahoe

Erster Blick auf Lake Tahoe

Eigentlich haben wir geplant, den See im Uhrzeigersinn zu umrunden, um dann im östlichen Teil am sogenannten Cave Rock den Sonnenuntergang mit Blick über den See abzuwarten. Allerdings wird dies durch Sperrungen aufgrund von Baustellen vereitelt, so dass wir gegen den Uhrzeigersinn fahren müssen, was bildertechnisch nicht so ideal ist. Aber was man nicht ändern kann…

Leider verpasse ich die Abfahrt zum Parkplatz über dem Cave Rock, schließlich kam ich bei Streetview immer von Norden und jetzt plötzlich von Süden und dazu noch Baustelle… Schade, daher gibt es hier nur Vorbeifahrfotos von Sandy.

Baustelle am Cave Rock

Baustelle am Cave Rock

In Sand Harbor im nördlichen Bereich des Sees fahren wir an den Strand – was wieder eine horrende Summe an Parkgebühren bedeutet. Schließlich sind wir hier in Nevada, unser Auto ist aber Kalifornier. Und Non-residents „dürfen“ mehr blechen. Frechheit! Aber der Strand und die Ausblicke entschädigen.

Sand Harbor

Sand Harbor

Sand Harbor

Sand Harbor

Und während wir noch so den Weg entlang schlendern, treffen wir erneut auf Wildlife.

Streifenhörnchen

Diademhäher/Cyanocitta stelleri/Steller’s Jay

Grauhörnchen

Kein Wildlife

Kein Wildlife, nur Sandy… ;-D

Mal kurz aufräumen…

… damit Sandy Platz hat.

Am liebsten würden wir den Rest des Nachmittags hier verbringen, andererseits wollen wir die Emerald Bay und die Eagle Falls im Südwesten des Sees noch bei Tageslicht erleben. Da beides im Schatten der westlichen Hügelkette des Sees liegt, wird es hier schon relativ früh dunkel.

Vorher aber biegen wir noch in den D.L.Bliss State Park ab. Wieder muss der Geldbeutel zum Parken ein paar Dollar ausspucken. Der Weg an den Strand, der auf der Karte so kurz aussieht, zieht sich. Schließlich aber erreichen wir den Parkplatz am Rubicon Point. Fragt mich jetzt nicht, woher der Punkt seinen Namen hat, ich weiss es nicht.

Am Rubicon Point

Am Rubicon Point

Es ist wunderschön dort, doch sobald der Schatten der Hügel aufzieht, wird es kühl. Weiter geht’s.

What came down, must go up… Oder so.

Emerald Bay mit der Insel Fannette ist selbst im Schatten sehenswert. Für einen Ausflug den Berg hinab ans Ufer ist es uns zu spät, daher müssen Bilder vom Vista Point aus reichen.

Man kann die Aussicht auf der normalen Plattform anschauen oder auf den Hügel klettern. Oder beides, so wie wir.

Ein wenig Risiko ist immer dabei.

Ein klitzekleines Stückchen die Straße entlang kommen wir zum Parkplatz der Eagle Falls, der inzwischen fast leer ist. Wir finden einen Abstieg nach unten, um die Falls näher in Augenschein nehmen zu können. Später entdecken wir, dass es einen viel einfacheren Zugang gibt. Aber erst einmal sind wir schräg oberhalb der Fälle, und Sandy macht ihre Ausrüstung schussbereit.

Eagle Falls

Eagle Falls

Ich versuche derweil, weitere erreichbare Stellen zu finden, von denen man die Fälle sehen kann. Aber dazu müsste ich zurück auf die Straße und an den Hügelkamm gegenüber. Zum Fotografieren ist es für mich – so frei aus der Hand – sowieso zu schlechtes Licht (Stativ liegt wie so oft im Kofferraum), aber Sandy macht das schon.

Schließlich wird es selbst Sandy zu kühl und zu dunkel, und wir gehen zurück zum Auto. Innerhalb weniger Minuten ist es fast stockdunkel, und wir haben noch ein Stück Weg zu fahren.

Und wie wir im Zwielicht so dahin fahren und gerade an ein Stoppschild kommen, hüpft ein mittelgroßer Schwarzbär von rechts nach links über die Straße. So schnell kann man gar nicht gucken, ist er wieder verschwunden. Was für ein Ärger. Wie in 2014: Bär auf Straße und kein Beweisfoto. Das fuchst uns immer noch.

Unser Hotel heute heißt „Postmarc Hotel and Spa Suites“ und liegt direkt an der Hauptstraße, nur wenige Meter vom See. Check-in ist etwas schwierig, unsere Buchung scheint nicht angekommen zu sein. Aber mit ein wenig Nachforschung stellt sich heraus, dass die Buchung von der Hotelplattform nicht unter meinem, sondern unter Sandys Namen erfolgte. Puh. Glück gehabt, alles in Ordnung. So können wir uns einen Parkplatz suchen, die erste Ladung Gepäck ausladen und unser Zimmer begutachten. Es ist etwas ganz besonderes…

Zimmer

Zimmer

 

 

 

 

 

 

Inzwischen haben wir wieder Hunger, eine Mahlzeit am Tag ist einfach nicht ausreichend. Da direkt neben dem Hotel ein IHOP liegt, beschließen wir, diese Kette mal auszuprobieren. Und das Essen ist gut. Wir werden nicht enttäuscht. Leider macht das Lokal erst nach 7 Uhr am Morgen auf, und da wollen wir bereits unterwegs sein. Sonst hätten wir glatt dort auch gefrühstückt.

Zurück im Hotel gönnen wir uns den Luxus des Tages. Wozu hat man einen Whirlpool im Zimmer?

Ein wenig Wellness darf sein.

Morgen geht es weiter nach Mammoth Lakes.

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