If you’re going to San Francisco

<– 12. September 2014 – Mannheim

Samstag morgen ging es dann endgültig los. Die letzten Dinge in die Koffer gepackt, Handgepäck mehrfach kontrolliert – sind die Tickets und Pässe da, wo sind die Buchungsbestätigungen für die Shuttles etc. – und ca. 20 vor 7 Uhr die Gepäckstücke die Treppen runtergehievt.

Unser Gepäck

Unser Gepäck

Das Shuttletaxi kam pünktlich wie bestellt um 15 Minuten vor 7 Uhr, wir waren die einzigen Fahrgäste. Der Fahrer war sehr nett und gesprächig und so verlief die Fahrt recht kurzweilig und wir waren bereits um 7:30 Uhr am Frankfurter Flughafen.

Dort versuchten wir uns als erstes an den Self-check-in-Automaten, was auch alles ganz gut klappte. Unser Gepäck blieb lässig unter den möglichen 23 kg, das Handgepäck wurde gar nicht geprüft @Gewicht (auch nicht auf dem Rückflug), wir hätten da also wesentlich mehr mitnehmen können.

Anzeigetafel

LH454 – Das ist unser Flug

Das Gepäck war also erstmal weg und wir hatten noch viel Zeit, die wir mit einem Bummel durch die Ladenmeile verbrachten sowie auf der Empore, um ein paar Fotos „von oben runter“ zu schießen.

Am Flughafen

Flughafen Frankfurt

 

Dabei bemerkten wir eine (Menschen-)Schlange dort oben auf der Empore, was uns aber erstmal keinen Kopf machte. Schließlich schlug ich vor, doch schonmal zur Passkontrolle zu marschieren, rumsitzen könnten wir ja auch in der Wartehalle. Also runter von der Empore, den angezeigten Aufgang genommen und …. festgestellt, dass die genannte Menschenschlange alles Leute waren, die nach USA fliegen wollten mit diversen Maschinen. Wir hätten uns also direkt oben auf der Empore anstellen können, so mussten wir die komplette Schlange entlangmarschieren und landeten im Endeffekt noch weiter hinten, als wir vorher für die Fotos gestanden hatten.

Nun ja, es war zwar lästig, aber es ging doch erstaunlich gut voran. Schließlich kamen wir an die Pass- und Ticketkontrolle – alles problemfrei.

Dann ging es weiter zur Gepäckkontrolle – auch hier natürlich wieder anstehen, anstehen, anstehen. Sandy kam vor mir ans Band, packte ihren Rucksack in eine der Boxen, die sonstigen Kleinigkeiten wie Jacke etc. in eine zweite Box und ging dann zum Detektortor. Da ich selber grad meine Sachen umpackte, bekam ich nicht so recht mit, was da passierte. Ich passierte den Detektor problemfrei (mit Schuhen = Sketchers ohne Metall) und durfte gleich durchmarschieren, dabei sah ich, dass Sandy rausgewunken worden war. Bis meine Sachen durch den Scanner waren, sah ich Sandy mit etwas rotem Gesicht aus einer der „Abtastboxen“ rauskommen und Richtung Ende des Förderbandes gehen. In Strümpfen. Nun ja, ich bekam meine Sachen, räumte Jacke & Co wieder ein, steckte den Hausschlüssel weg und Kamera & Handy wieder in die Tasche und schaute dann nach Sandy.

Die war weg!

Ja, die war wirklich nicht zu sehen. Sie konnte doch nicht schon weitermarschiert sein? Ich wollte gerade den einen Fritzen vom Band fragen, bei dem Sandys Sachen ja rausgekommen waren, ob er wüsste, wo sie ist, da kam sie von hinten grinsend auf mich zu.

Sie war zur Sprengstoffkontrolle geschickt worden!

Dazu schreibt Sandy: „Dann stellten wir uns in die eeeeewig lange Schlange der USA-Reisenden. Erst wurden Pass und Ticket kontrolliert (der Typ am Schalter hat mir nen Smiley ins Ticket gemalt und Marika hat nix gekriegt, ääääätsch – na gut, Marika hatte auch ne Tussi am Schalter ), anschließend nochmal der Pass von der Bundespolizei begutachtet (sehr komplizierter Dialog: „Hi!“ – „Hi!“ – „Ok!“ – „Danke!“ ) und dann kam mein absoluter FAVORIT: die Sicherheitskontrolle!

Ich hatte scheinbar ein „Bin noch nie geflogen, möchte bitte alles testen!“-Banner auf der Stirn kleben. Ich latschte also durch den Metalldetektor und da piepte es selbstverständlich, obwohl ich extra eine Hose ohne Taschen anhatte, um ja nix zu vergessen. Dann wurde ich von einer… naja, ich sag mal… von einer pummeligen Plunschkuh in so eine Kabine gezogen. Ich musste mich hinstellen und sie fuchtelte mit ihrem Metalldetektorhandgerät an mir rum. Ich schaute halt zu und das passte ihr nicht, denn ich sollte meinen Kopf gerade halten und das tat ich nicht. Sie schnaufte entnervt und sagte mir, ich soll mich gerade hinstellen und nicht bewegen.

Jo, ich bewegte mich natürlich trotzdem wieder und sie wurde langsam etwas unentspannt, die Gute. Ich musste mich dann hinsetzen und die Schuhe ausziehen und ihr jeden Fuß einzeln hinhalten. Ein Glück hatte ich meine guten Socken an! Sie legte dann meine Schuhe aufs Band und ich latschte in Socken rüber zur Ausgabe, nahm Jacke, Pass, Ticket und Deo in Zipverschlusstüte entgegen, während mein Rucksack SELBSTVERSTÄNDLICH rausgezogen wurde. Typ: „Die Fotoausrüstung muss zur Sprengstoffkontrolle!“ – ich: „Äh… ok, aber kann ich vorher bitte meine Schuhe wiederhaben?“

Dann wurde ich von einer blonden Frau in ein Zimmer geführt, wo bereits Sprengstoffkontrollmän auf mich wartete. Ich packte mein ganzes Gerümpel aus – er staunte nicht schlecht – und er fuchtelte mit einem kleinen Plättchen darauf rum, welches er dann in so ein Mega-Hightech-CSI-Zeitmaschinen-Raumschiff-Gerät schob. Dann kam da scheinbar ein Ergebnis raus, er drehte sich zu mir um und fragte: „Wo fliegen Sie denn hin?“ – „San Francisco…“ – „Dann muss ich Ihnen leider sagen, dass Sie nicht mitkönnen!“ – „?????“ – „Ich flieg jetzt nämlich für Sie!“ – „????“ – „Quatsch, ich wünsch Ihnen viel Spaß!“ 

Ja, das war definitiv mein Highlight! Dann ging’s zum Boarding, d.h. erstmal gefühlt 5km durch den Flughafen marschieren…“

Nun ja, wir hatten die ersten Hürden also genommen und machten uns zum Boarding bereit, was schlussendlich auch recht flott verlief. Sandy bekam ihren gewünschten Fensterplatz, ich hockte in der unbeliebten Mitte der Dreiersitze und links von mir hockte ein Inder?/Pakistani? oder so, der sehr friedlich und freundlich war, obwohl er ja immer aufstehen musste, wenn einer von uns auf ein gewisses Örtchen wollte.

Snack

Erste kleine Mahlzeit

Dann ging’s endlich los, kaum waren wir in der Luft, gab’s schon was zu essen und zu trinken.

Der Flug selber war recht ruhig, das Unterhaltungsprogramm der LH ganz gut, nur die Touchcontrol-Bildschirme der letzte Schrott, weil nicht ordentlich reagierend, und die Flugangabe (wo sind wir gerade, welche technischen Werte haben wir aktuell?) ging gar nicht. Immerhin die Kameras waren abrufbar, was aber in oder über den Wolken auf Dauer nicht sehr interessant ist.

Der A380 an sich ist aber schon ein schickes „kleines“ Fliegerlein, sprich: ich bin schon schlechter in die USA geflogen.

SFO Airport

Auf dem Weg zum Zoll

Willkommen

Willkommen

SFO

Flughafenhalle

SFO

Flughafen San Francisco

Obwohl wir – wie üblich – etwas verspätet abgeflogen waren, kamen wir zur genannten Ankunftszeit auch tatsächlich an. Die erste Handlung von uns beiden nach dem Ausstieg war die Suche nach einem Restroom . Den fanden wir auch, durften danach aber auch noch gefühlt ewig laufen, bis wir schlussendlich zur Abschlusskontrolle und Immigration kamen. Schön brav zwischen den Seilen mäanderten wir hin und her und hin und her, bis wir an einem Endpunkt zum Halten kamen und auf unseren Aufruf zum Glaskasten mit Beamten warteten. Da auch andere in Trupps/Familien dort aufschlugen, gingen wir zu zweit hin. Ein Blick in den Ausweis, ein Hinweis, da stehen zu bleiben fürs Foto, dann die rechte, schließlich die linke Hand auf den Scanner legen. Alles klar. Dann Sandy. Auch alles klar. Frage, was wir in USA wollen, ob das unsere erste USA-Reise sei und was wir so beruflich machten. Brav geantwortet und den Beamten etwas irritiert, dass ein German German studiert .

Dann kam noch die Frage, warum wir Deutsche immer so ernst gucken würden für die Fotos… Tja, gut erzogen halt @Paßfotos.

Er hat dann noch erzählt, dass er eigentlich Polizist werden wollte, aber irgendwie nicht dahin passte, weil er so ein fröhlicher positiver Mensch sei, also nicht ernst genug für diesen Beruf; deshalb ist er schließlich bei der Immigration gelandet. Vor lauter Erzählen hat er dann doch tatsächlich vergessen, bei Sandy im Pass das Datum der spätesten Ausreise einzutragen (was wir aber erst vor dem Rückflug gemerkt haben).

Tja, damit war die größte Hürde lässig übersprungen worden und wir konnten uns frohen Mutes auf den Weg zum Baggageclaim machen, wo auch einer unserer Koffer bereits vom Band gehoben worden war und der andere brav seine Kreise auf dem Band fuhr.

Oben in der Flughalle schnauften wir erstmal durch. Der Flughafen von San Francisco ist sehr freundlich und irgendwie …. ruhig im Vergleich zu Frankfurt (oder später zu L.A.). Und die Architektur ist auch gar nicht schlecht.  Wo war jetzt unser Shuttlebus? Ach ja, wir wollten ja noch Muni-Tickets besorgen, damit wir gleich losfahren können. Also schnell an die Information. Aha, nur cash, keine Kreditkarte. Na ja, nicht schlimm. Tickets bezahlt und erhalten, dann raus, wo die Shuttles abfuhren.

Fuhr uns doch glatt einer „unserer“ Linie direkt vor der Nase weg! Hmmm. Ich fragte dann einen der Flughafenleute, die da rumstanden, ob wir richtig seien – waren wir natürlich nicht, wir mussten noch ein Stockwerk höher, dort fanden wir dann aber gleich den entsprechenden Bussteig und es dauerte nicht lange, bis wir einladen konnten. Gut, dass ich das alles schon von Deutschland aus organisiert und bezahlt hatte.

Auf dem Weg

Auf dem Weg in die Stadt

Skyline

Skyline San Francisco

Mit dem Shuttle ging es in die Stadt – sind ja ein paar Meilchen von SFO Airport bis Downtown San Francisco. Mit zwei Stopps, um die anderen Passagiere rauszulassen, gelangten wir schlussendlich im geplanten Zeitrahmen in unserem Hotel, der „Travelodge by the Bay“ in der Lombardstreet, genau 3 Blocks westlich von „DER“ Lombardstreet, die JEDER Tourist wenigstens gesehen und in der Regel auch „befahren“ haben muss.

Einchecken verlief auch problemfrei, war ja alles bezahlt und mit Voucher reserviert, ich musste nur noch anmelden, dass wir von Montag auf Dienstag eine Parkmöglichkeit für unser Mietauto benötigten.

Zimmer

Unser Zimmer in der Travelodge

Bad

Das Badezimmer

Dann ging’s in unser Zimmer – na ja, es war nicht das größte der Reise, das Badezimmer war eher ein kleiner Wandschrank, aber zum Schlafen reichte es. Außerdem hatte ich dieses Hotel weniger wegen der Schönheit, sondern mehr wegen der Lage und des Preises wegen gebucht (der Preis war für die Lage nämlich unschlagbar!), und außerdem wollten wir ja sowieso nur in unserem Zimmer schlafen und ansonsten unterwegs sein.

Das setzten wir auch gleich um, indem wir uns auf den Weg zur Busstation machten, um nach Lands End zu fahren. Kleiner Hinweis für Leser, die möglicherweise auch mal so was machen wollen: Der ÖPNV in San Francisco ist insofern gut, dass man praktisch überall hinkommt und mit dem Muni-Ticket (gibt’s für 3 Tage für 26 Dollar [Stand 2014]) auch alles fahren kann, allerdings darf man hier KEINERLEI Luxus erwarten. Polster auf den Sitzen? Unbekannt. In SF fährt man generell Holz- bzw. Plastikklasse. Als Ausgleich dafür war der Bus zu Beginn sehr voll, so dass man mehr oder minder freiwillig etwas in Kontakt mit dem amerikanischen Normalo kam. Kurz vor unserem Ziel jedoch waren wir fast die einzigen Fahrgäste.

Im Bus

Auf dem Weg nach Land’s End.

Sandy schreibt dazu: „Im Bus war es erstmal rappelvoll, aber letztendlich saßen wir fast nur noch alleine drin und ich konnte dieses Bild machen. Solche Busse fuhren vor 15 Jahren in Polen rum. An dem Seil muss man ziehen, wenn der Bus an der nächsten Haltestelle halten soll. Die Fahrt war echt, öhm, interessant. In einem Mordstempo rast man da die steilen und oftmals von Erdbeben zersprengten Straßen hoch und runter. Der einzige Luxus ist, dass man nicht laufen muss, und dafür ist man in SF wirklich schon dankbar. „

Sutro Baths

Sandy an den Sutro Baths

Wir fuhren also rüber an den westlichsten Zipfel von San Francisco, der amerikanisch-intelligent als „Lands End“ betitelt wird.

Dort beginnt bei den Sutro Baths-Ruinen ein sogenannter „Wanderweg“ bis zur Golden Gate Bridge, die wir im Sonnenuntergangslicht zu sehen erhofften.

Treppen

Die ersten Treppenstufen

Der Wanderweg bot viele schöne Ausblicke auf den Pazifik und die Brücke, allerdings hatte es sich eine doofe Wolke zur Aufgabe gemacht, den Sonnenuntergang zu stören. Etwas störte zusätzlich am Weg: er ging – San Francisco-typisch halt – auf und ab. Mit und ohne Treppen, aber immer so, dass man gut zum Schnaufen kam. Sportliches Training sozusagen, ein kleiner Vorgeschmack auf die nächsten beiden Tage.

Dazu meint Sandy: „Und dann hab ich SIE gesehen. Zum allerersten Mal. Das werd ich sicher nie vergessen!

Golden Gate Bridge

Erster Blick auf DIE Brücke

Treppen

Treppen, Treppen

Treppen

Treppen, Treppen

Treppen

und weil es so schön war, noch ein paar Treppen

Nun ja, wir hatten im Hotel etwas getrödelt, auf den Bus warten müssen und vielleicht ein paar zu viele Fotopausen eingelegt, jedenfalls waren wir noch lange nicht an der Brücke und es war dunkel. Entsprechend schwierig wurde es, die Karte zu lesen, und wir haben uns auch etwas verlaufen. Schlussendlich kamen wir dann bei absoluter Dunkelheit wieder an die Straße zur GGB und tappten diese auf einem Fußgängerstreifen direkt hinter der Leitplanke entlang. Sandy fühlte sich sichtbar unwohl, sie hätte sich am liebsten an den Zielpunkt gebeamt, es war ihr wohl etwas unheimlich zumute, außerdem war sie hundemüde.

Night-01Schließlich kamen wir an der GGB an, und wir sahen unterwegs in einem Zipfel des Presidios noch zwei Waschbären, die dort rumliefen. Die ersten Wildtiere des Urlaubs! Nicht geplant, aber gerne „mitgenommen“.

Wir fanden unsere Haltestelle, der Bus kam auch recht schnell und brachte uns näher an unser Hotel. Allerdings nicht bis zur üblichen Endstation, sondern schon früher war Feierabend. Da wir inzwischen guten Hunger hatten, stoppten wir in Mel’s Diner in der Lombardstreet, einem echten alten Diner mit 50er Jahre Flair, der in einem meiner Reiseführer empfohlen worden war.

Im Diner

Mels Diner, Lombard Street

Dann ging’s nach „Hause“, denn am nächsten Morgen wollten wir ja nicht zu spät losgehen.

Sandy: „Im Hotel stieg ich noch ganz flott unter die Dusche und schrieb meiner Mutter per WhatsApp, jedoch unter erschwerten Bedingungen, denn bei jedem einzelnen Buchstaben, den ich eintippte, fielen mir die Augen zu. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich schon mal SOOO müde war. Aber ich war glücklich, denn ich war in San Francisco – und der nächste Tag sollte der Hammer werden!“

 

—> 14. September 2014 – San Francisco

 

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