San Francisco (oder: Our epic fail)

<– 14. September 2014 – San Francisco

Wir waren sonntags relativ früh im Bett und entsprechend auch recht früh wieder auf den Beinen. Überhaupt sind wir im Schnitt so zwischen 7:00 und 7:30 Uhr aufgestanden – ok, wir hatten eigentlich etliche Sonnenaufgangsfotos geplant (SA war so zwischen 20 und 10 vor 7), aber da es um diese Zeit noch diesig war, haben wir uns das Aufstehen dann doch erspart.

Heute war eine Citytour mit Fahrrädern geplant. Ok, vielleicht nicht die beste Idee für uns Flachlandtiroler, das gebe ich im Nachhinein zu. Aber irgendwie war es dann doch lustig.

Mit dem Fahrrad unterwegs

On Tour an der Marina

Wir machten uns also zu Fuß auf Richtung Fahrradladen, und dazu hatte ich mir die Strecke auf der Karte ausgesucht, war aber (Morgenmüdigkeit?) nicht in der Lage, die Kartenstrecke in eine Realitätsstrecke umzumünzen. So dauerte es „etwas“, bis wir schließlich doch am Laden ankamen, immerhin nur mit wenig Verspätung. Wir wurden kurz eingeführt in die Technik der Räder, bekamen unsere Helme, etwas Anzeige an der Stadtkarte und los ging’s….. Zu Fuß…

Erstmal nur über die (Hauptverkehrs-)Straße in eine Seitenstraße, wo mir Sandy dann beschämt mitteilte, dass sie nicht gleich im Verkehr fahren könne, da sie schon so lange nicht mehr auf dem Rad gesessen hätte und außerdem noch nie Schaltrad gefahren war. Also schoben wir die Räder zu einem Parkplatz am Hafen, wo wir ein paar Kreise zogen, um ein Gefühl für die Dinger zu kriegen.

Dann ging’s zu Denny’s, den hatte ich am Tag vorher per Pedes schon gesehen und auf dem Weg zum Radshop wieder entdeckt. Frühstücken. Erstes „richtiges“ amerikanisches Frühstück. So mit allem Drum und Dran… Nun, irgendwie hat sich mein Magen verkleinert seit meinem letzten USA-Aufenthalt, oder die Portionen sind noch größer geworden, keine Ahnung.

Frühstück

Frühstück bei Denny’s

Jedenfalls hatte ich keine Chance, mein gewähltes Mahl völlig leer zu machen: 2 Eier, 2 Bacon, 2 Saussages, 2 Harshbrowns und 3 Chocolate-filled Pancakes with Peanutbutter und Chocolatesirup. Nach dem Verzehr des „deftigen“ Teils ging es ja noch. Bei der Hälfte des 1. Pancakes streikte dann allerdings mein Magen und machte mir deutlich, dass er jegliche weitere Nahrungsaufnahme strikt durch eine radikale Rückwärtsreinigungsaktion verweigern würde, falls ich es wagen sollte, auch nur einen weiteren Bissen zu probieren. Auch Sandy hatte ziemlich zu kämpfen, sie gab definitiv ihr Bestes. *bäuerchenmacht*.

Kamera-Spielereien

Kleine Kamera-Spielereien

Dann ging es ab Richtung Westen, Zielpunkt Palace of Fine Arts. Irgendwie hatte das auf der Karte anders ausgesehen (viel näher), und so dauerte es eine Weile, bis wir tatsächlich am Etappenziel ankamen. Dort die Räder angeschlossen, die Kameras bereitgemacht und ab ging’s.

Palace of the Fine Arts

Palace of Fine Arts

Bei strahlendem Sonnenschein und lauer Luft war es ein Vergnügen, durch die „Ruine“ zu schlendern und um den See rum. Man konnte gar nicht genug Bilder machen, so schön war es.

Palace of the Fine Arts

Palace of Fine Arts

Nächstes Etappenziel war der Golden Gate Park, da ich unbedingt noch einmal in den Japanese Tea Garden wollte. Also vorher auf der Karte geschaut: wenn wir die Lyon Street nach Süden nehmen, am Presidio vorbei, dann stoßen wir genau auf den Park.

Nun, was eine zweidimensionale Karte leider nicht zeigt, ist die dritte Dimension. Sprich: wo welcher Hügel wie steil verläuft. Wir also brav unsere Räder den ersten Hügel der Lyon Street hochgeschoben, den zweiten Hügel, den dritten…

Lyon Street

Lyon Street, unterhalb der berühmten Stufen, von denen wir damals noch nichts wussten.

In der Mitte des dritten Hügels sehe ich plötzlich, dass die scheinbare Allee weiter oben gar keine Allee ist. Und dass die Street plötzlich auch keine Street im eigentlichen Sinne mehr ist, sondern nur….. gaaaaanz viele, gaaaaaanz steile Stufen.

Der Versuch, diesen „Berg“ (Hügel wäre geschmeichelt) an anderer Stelle zu überwinden, scheiterte kläglich.

Stufen

Der Versuch, an anderer Stelle aufwärts zu kommen, scheiterte…

Schließlich entschieden wir, den Park Park sein zu lassen und wieder runter an die Marina zu gehen. Nun hieß es nicht mehr schieben, sondern bremsen. Fahren? Näää, das war selbst mir zu kritisch. An jeder Ecke 4-Way-Stopps und die steile Abfahrt in Etappen, das widersprach sich irgendwie. Also brav gelaufen, bis wir wieder auf einigermaßen ebener Strecke am Strand waren.

Wir brachten daher unsere Fahrräder relativ unbenutzt wieder in den Fahrradladen und waren irgendwie froh, sie los zu sein. Stattdessen schnappten wir uns das nächste Cablecar Richtung Financial District, wo wir gegen 17 Uhr unser Auto abholen sollten.

Cable Car

Cable Car

Allerdings machten wir erst noch einen Abstecher nach Chinatown, um endlich Sandys Wunschshirt zu holen, das sich dort in ein dickes Sweatshirt verwandelte.

Dann ging’s weiter zu Hertz. Ok, wir waren etwas früher da, aber das war überhaupt kein Problem, das Wägelchen, ein weißer Ford Mustang Convertible, stand startbereit in seiner Parkbucht. Denn ein Cabrio „musste“ es sein. Wenn schon California Feeling, dann aber richtig!

Unser Auto

Unser Auto, ein weisser Ford Mustang Convertible

Eine Einweisung? Wer braucht schon eine Einweisung? Schlüssel genommen, reingesetzt und losgefahren. Ging eigentlich ganz gut, bis auf die Tatsache, dass ich seit meiner Fahrschule keinen Automatikwagen mehr gefahren hatte und am Anfang immer versuchte, mit der Bremse zu kuppeln. Das legte sich aber recht schnell und dann ging es erst einmal durch den Feierabendverkehr Richtung Alamo Square zu den berühmten Painted Ladies.

Strecke Hertz - Alamo - Twin PeaksLeider war meine Befürchtung, dass wir keinen Parkplatz finden würden in einigermaßen Nähe zu den Ladies, nicht an den Haaren herbeigezogen, trotz mehrfacher „Umkreisung“ des Squares in verschiedener Entfernung war nix zu kriegen, weshalb wir uns von den Damen mit einem freundlichen Winken verabschiedeten und uns lieber wie geplant Richtung Südwest auf den Weg machten, um die Twin Peaks zu „besteigen“, von denen wir eine wundervolle Aussicht auf die Stadt hatten. Hier warteten wir den Sonnenuntergang ab – mit vielen anderen Touristen.

Sandy schreibt: „Wir sind dann zu den Painted Ladies gefahren, mangels Parkplatz gibt es aber leider kein Foto (next time!). Aber ich hab sie gesehen im Abendlicht und sie sind wunderschön und top gepflegt! Dann ging’s rauf auf die Twin Peaks und wir haben uns den Sonnenuntergang über der Stadt angesehen. Ich glaube, die Fotos bedürfen keiner Beschreibungen, sondern sprechen für sich. Es war traumhaft schön und die Aussicht ist gigantisch!“

Aussicht auf die Stadt

Ausblick auf den Stadt von den Twin Peaks aus.

Ich probierte ein paar Kameraeinstellungen aus und das Ergebnis war gar nicht so schlecht. Schließlich hatten wir zwei Stative von Deutschland aus mitgeschleppt, ein großes für Sandys schwere Kamera und ein kleines leichtes von meinem Vater für meine kleine Knipse. Verwackelgefahr bei längerer Belichtung war also stark reduziert, und der Wind hielt sich auch in Grenzen und ohne Einfluss auf die Fotoergebnisse.

Die Stadt am Abend

San Francisco am Abend

Schließlich war die Sonne weg, es wurde kalt und wir waren bereit, uns auf dem „Heimweg“ zu machen. Also ins Auto setzen, zünden, und von P auf D schalten….. wollen. Ging nicht. Irgendwie ging das nicht, trotz Drücken des Knopfes am Schalthebel. Verzweifelt griff ich mir einen gestandenen Mann aus dem Pulk der anderen Leute vor Ort, erklärte ihm auf Englisch, was mein Problem war, um dann mit einem „Hmmm, I think I can’t help, I am German…“ erstmal abgeschmettert zu werden. Worauf ich ihn mir nochmal zur Brust nahm in Deutsch…

Lichterspiele

Market Street und Bay Bridge am Abend

Er erklärte mir, er hätte auch einen Mustang gemietet gehabt, ihn aber nach einem Tag zurückgegeben, weil der so Mucken gemacht hätte, u.a. beim Schalten. Au weia, das konnte ja was werden. Irgendwie schafften wir es dann nach Schlüssel abziehen, wieder einstecken und nochmal probieren dann doch, den Gang reinzukriegen, und auch den D nach dem Zurücksetzen traf ich problemlos.

Strecke Twin Peaks - HotelAlso ging es zurück zum Hotel, wo wir das Glück hatten, den letzten Platz in der Gebäudegarage („Tiefgarage“ auf Straßenebene) zu erwischen. Hinter uns fuhr ein großer Minitruck rein (Inhalt: Familie mit 4 oder 5 Kindern), der hatte keinen Parkplatz mehr und musste schauen, wie er gewendet bekam.

Jedenfalls waren wir erstmal zufrieden „zuhause“, luden unsere Sachen ab und wollten anschließend eigentlich zum Ghiradelli Square runterlaufen, um ein Lokal zum Essen zu finden. Allerdings waren wir beide wohl nicht mehr so sehr daran interessiert, wieder Hügel zu laufen, weshalb wir gleich neben dem Hotel relativ freiwillig an einem kleinen Lokal stehen blieben und uns kurzfristig entschieden, dort was zu essen – bzw. was zu essen zu holen und im Zimmer zu essen.

Abendessen

Sandys Abendessen

Damit war unser zweiter und letzter Tag in San Francisco vorbei. Am nächsten Morgen sollte es ab ins Landesinnere nach Oakhurst und dem Yosemite National Park gehen.

Kleiner Sidestep am Rande: Wir hatten ein Auto mit Navigationshilfe geordert – sicher ist sicher. Nun ja, nichts gegen das Hertz Neverlost, aber so ein paar kleine Macken hatte das gute Teil, das wir Edeltraut tauften, dann doch:

  • Die Befestigung war mangelhaft bzw. nicht richtig angezogen, so dass der Bildschirm nicht richtig zu fixieren war. Sprich: man holte sich das Teil in die richtige Lage und beim ersten Autowackler verbeugte sich die Edeltraut und hielt ihren Bildschirm beschämt nach unten.
  • Bei jedem Drehen des Zündschlüssels in Richtung Aktiv – sei es ohne Zündung, um z.B. erst einmal das Dach zu öffnen oder den Kofferraum aufzuklappen, sei es mit tatsächlicher Zündung – fuhr Madame Edeltraut also ihr Programm hoch und begrüßte uns mit einem gleichbleibend tönenden „Hertz“. Das natürlich amerikanisch ausgesprochen, also „Hörts“. Und das war nicht abzustellen, auch wenn man Edeltraut gar nicht benutzte. Sie ließ sich auch nicht ausschalten, stummschalten oder sonst was, sogar der Stecker, den ich in meiner Hörts-Verzweiflung ziehen wollte – war unentstöpselbar. Man hätte mit nem Seitenschneider das Kabel durchknipsen müssen, was mangels Seitenschneider auch nicht so die rechte Alternative war (außerdem wäre dann das Auto nicht mehr angesprungen, sondern die Diebstahlsicherung aktiviert worden).

Also ließen wir uns mehrfach am Tag „hörts“en (Strecke Monterey – Pismo Beach mit ca. 30x angehalten und Fotos gemacht, also 30x gezündet und ge“hörts“t). Ich gestehe: es fehlte mir zuhause, als ich mein Carsharing-Auto abholte, doch etwas…

 

–> 16. September 2014 – Auf auf nach Yosemite!!

 

Weitere Bilder zum Tag