Waterfalls and Woods

Nach einem guten Frühstück im altbekannten Denny’s neben dem Hotel

Frühstück

fahren wir als erstes ins Shopping Center, wo Sandy in der Drogerieabteilung das Fach für Blasenpflaster leer kauft. Über Nacht haben sich ihre Blasen nämlich „herrlich“ entwickelt, ich habe den Eindruck, sie sei reif für das Guiness Buch der Rekorde als „Träger der größten jemals erlaufenen Blasen“. Laufen ist nur bedingt möglich, gut, dass wir heute keine großen Touren eingeplant haben.

(Erstaunlicherweise habe ich weder Muskelkater noch irgendwelche Fußprobleme. Die neu gekauften Zehensocken mit Silbernitratbeschichtung zur Verhinderung von Schweißbildung haben sich offensichtlich bezahlt gemacht. Kann ich daher nur empfehlen…)

Randbemerkung: Bisher haben wir immer bei Von’s oder im Safeway (gehören zu einem Konzern) eingekauft. Bei beiden kann man Mitglied werden und erhält dann etwas Rabatt beim Einkaufen – weshalb man sehr aufpassen muss bei den Preisschildern, die größer gedruckten und günstigeren Preise sind generell die für Mitglieder. Eine Mitgliedskarte zu erwerben schien mir für knappe 4 Wochen Urlaub etwas übertrieben. Tja, Sandy übernimmt heute den Part des Bezahlens, und irgendwie hat sie einen guten Draht zur Kassiererin, denn die stellt ihr ungebeten einen Mitgliedsausweis aus und zieht die Prozente von der Summe ab. Mit dem Ergebnis, dass wir den Rest des Urlaubs kein einziges Mal mehr bei Von’s oder Safeway einkaufen werden…

Über den Highway 41 fahren wir wie vor 2 Jahren nach Süden. Allerdings biegen wir dieses Mal in Fresno nach Osten ab Richtung Kings Canyon/Sequoia National Park.

Die Route

Diese beiden ursprünglich eigenständigen Parks sind heute in einer Verwaltung zusammengefasst. Wobei Sequoia der stärker besuchte Park ist, auch ich habe vor vielen Jahren den Kings Canyon nur „gestreift“. Heute aber haben wir den ganzen Tag nur für diesen Teil vorgesehen.

Kings Canyon erreicht man über den Highway 180, der bis zum Ende des ausgebauten Teils des Tals führt. Hier, in Kanawyers, muss man entweder drehen oder man lässt sein Auto stehen und geht zu Fuß weiter.

Es gibt verschiedene Sehenswürdigkeiten praktisch direkt an der Straße, und da wir ja sowieso die Strecke hin und zurück fahren müssen, haben wir überlegt, uns immer die an der rechten Straßenseite anzuschauen.

Bevor wir in den Park hineinfahren, füllen wir unseren Fury noch einmal voll. Die Tanke, an der wir das tun, ist eine ziemlich urige Trading Post alten Stils direkt an der Straße. Dann können wir guten Gewissens weiterfahren.

Tanken

Auch Fury braucht ab und zu mal Futter.

Schließlich kommen wir an die Kreuzung von Highway 180 und Highway 198. Erstere führt in den Kings Canyon, letztere in den Sequoia. Wir folgen also der Straße links, die hier durch einen Mischwald führt. Vorbei am Grant Grove Village und Visitor Center geht es etwas später in eine trockene Hügellandschaft.

Einfach ein schickes Auto, unser Fury

Dann werden die Hügel zu steilen Felsen, die immer enger beisammen stehen, bis man schließlich das Gefühl hat, die Straße führe in eine Sackgasse vor einer Felswand.

Aber sie windet sich wie eine Schlange durch einen engen Canyon, der sich schließlich in ein bewaldetes Tal öffnet.

Auch heute haben wir wunderschönes Wetter mit strahlend blauem Himmel. Die Straße ist frei, es ist kaum Verkehr, die Fahrt ist abwechslungsreich und interessant.

In Anbetracht von Sandys Blasen und aufgrund der Wegbeschreibung des Veranstalters haben wir entschieden, die Boyden Caverns, an deren Parkplatz wir jetzt vorbeikommen, nicht zu besuchen. Der Aufstieg zum Höhleneingang ist nämlich sehr steil und für Sandys Füße zu anstrengend. Die Blasenpflaster helfen zwar, aber von schmerzfrei ist sie noch weit entfernt.

So ist unser erster Halt am Parkplatz der Roaring River Falls. Der Weg an die Fälle ist nur kurz mit nur geringer Steigung, außerdem geteert. Und da wir Zeit haben, können wir gemütlich dorthin laufen.

Durch die Regenfälle führt auch der Roaring River aktuell erstaunlich viel Wasser für die Jahreszeit. Trotzdem wirkt er eigentlich harmlos, was auch Eltern dazu verleitet, ihren Kindern freie Hand zu lassen. So begegnen uns zwei Kinder in Badekleidung und mit Badehandtuch, die von einem Ranger wohl aus dem Wasser beordert wurden. Denn so harmlos, wie das Wasser anmutet, ist es nicht. Worauf auch diverse Schilder hinweisen – die man natürlich ignorieren kann.

Der Roaring River stürzt über mehrere Stufen aus einem höher gelegenen Seitental in den South Fork des Kings River. Im Frühjahr bei Schneeschmelze muss er sehr imposant sein.

Roaring River Falls

Wir fahren weiter das Tal entlang, bis wir zur Wendeschleife von Kanawyers kommen. Dort stellen wir unser Auto ab und machen erst einmal Obstpicknick an einem dort aufgestellten Campingtisch. Gestärkt laufen wir nun zum angeblich schönsten Meadow im Kings Canyon, dem Zumwalt Meadow. Dazu folgen wir dem South Fork erst einmal ein Stück durch den Wald,

Sandy kann’s nicht lassen.

dann geht es über eine Brücke und auf der anderen Seite des Flüsschens wieder zurück bis zum Meadow.

Die Aussicht ist wunderschön, ein Postkartenmotiv nach dem anderen tut sich auf: das Flüsschen, die Bäume, die Wiesen und die steilen Grantifelsen bilden zusammen eine herrliche Landschaft.

South Fork Kings River

Das eigentliche Meadow

Wir würden gerne länger bleiben, aber Sandys Füße reklamieren, dass der Weg zu weit ist. Daher kehren wir um und fahren zurück.

Am Parkplatz der Grizzly Falls halten wir an. Dieser Wasserfall liegt sozusagen direkt an der Straße, ein kleiner Picknickplatz ist eingerichtet, und es wäre wirklich der ideale Platz für ein Picknick – wenn die kleinen hässlichen nervigen Mückchen nicht wären… Da wir unser Auto als Cabrio nutzen und das Dach nicht schließen wollen, gehen wir getrennt zu den Fällen hoch. Denn als wir parken, ist noch kein Mensch außer uns zu sehen, aber kaum ausgestiegen, tauchen nach und nach immer mehr Autos auf. Wir scheinen Groupies zu haben…

Grizzly Falls

Zurück am Grant Grove Village biegen wir nach rechts ab, eben zur „Grant Grove“. Denn hier steht neben ein paar kleineren Kumpels der zweitgrößte lebende Baum der Welt, bekannt als General Grant Tree.

Rückseite des General Grant

The General Grant

Man beachte das Männlein im Stamm. Er steht ungefähr an der Hälfte des gefallenen Riesen.

Inzwischen steht die Sonne schon recht tief, daher wird es Zeit, in den Sequoia National Park weiterzufahren. Hier haben wir eine Buchung für die Wuksachi Lodge für eine Nacht.

Wobei sowohl Sandy als auch ich irgendwie von falschen Voraussetzungen ausgegangen sind, denn man sieht unter dem Begriff „Wuksachi Lodge“ eigentlich immer Bilder von einem bestimmten Gebäude. Hier handelt es sich aber nur um das Hauptgebäude mit Shop, Restaurant und Rezeption sowie in der 1. Etage ein paar Zimmern für die Angestellten. Die eigentliche Unterbringung erfolgt in einem von drei Wohngebäuden etwas von der Lodge entfernt.

Bereits am Parkplatz werden wir freundlich begrüßt.

Unser Zimmer befindet sich im mittleren Gebäude, da wir ein Superior Zimmer gebucht haben, handelt es sich um ein Eckzimmer mit 2 Betten und einem zusätzlich angeschlossenem Fernsehzimmer.

Unser Zimmer

mit gesondertem Fernsehzimmer

Das Bad

Am liebsten würden wir Roomservice ordern – Sandy wäre das sehr recht -, allerdings gibt es den nicht, so dass ich halt doch per Telefon einen Tisch im Restaurant bestelle. Es bleibt uns also nichts anderes übrig, als zu Fuß dorthin zu gehen, fahren rentiert sich wirklich nicht. Zwar sind die Wege mit Solarleuchten etwas gekennzeichnet, aber es ist ziemlich dunkel.

Im Lokal werden wir von einem netten, aber doch etwas schnell sprechenden jungen Mann bedient, was es an Tagesessen gibt, ist eher zu erraten denn zu verstehen. Egal, wir halten uns sowieso an die gereichte Karte.

Sandys Abendessen

Und anschließend noch ein kleiner Nachtisch…

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