Auf nach Monterey

<– 17. September 2014 – Yosemite National Park

Eigentlich hatte ich heute mal einen recht ruhigen Fahrtag geplant – ursprünglich. Aber das war schon lange her, irgendwie packten sich heimlich still und leise noch das eine und andere Zwischenziel in die Etappe, so dass wir schlussendlich doch ein ziemlich gestrafftes Programm hatten. Als erstes galt es, die Strecke Oakhurst – Monterey hinter uns zu bringen. Karte Strecke Oakhurst - MontereyWieder ging es also auf den Highway 41, dieses Mal allerdings Richtung Süden aus Oakhurst heraus und dann immer der Straße nach, bis wir an die passende Abzweigung – alles vorher im Netz bzw. Straßenkarte ausbaldowert – kamen und nach Westen abbogen.

Dann auf den Freeway 5, mal kurzfristig Richtung Nord, um schließlich einen Bogen von Ost nach West zu schlagen. In Gilroy stießen wir endlich auf den Highway 101, der uns zurück zur Pazifikküste brachte.

Am Strand

Endlich am Pazifik-Strand

Kurz vor Monterey machten wir einen Sidestep an den Pazifik. Unser erster Strandspaziergang! Am praktisch menschenleeren Strand konnten wir in aller Ruhe das Meer beobachten. Das sollte man nämlich nicht aus den Augen lassen.

Am Strand

Sandy, aufpassen!!!!

Sandy musste diese Erfahrung persönlich machen (Schild auf der Stirn: „Ich war noch nie am Pazifik und will alles mitnehmen.“???): Sie stand im trockenen Sand direkt an der Wasserkante, die deutlich zu erkennen war. Und filmte (oder fotografierte?). Und war so vertieft, dass sie nicht merkte, dass die anrollende Welle ein klitzekleines bisserl höher war als die ganzen vorherigen… Tja, was soll ich sagen: die Hosen waren etwas feuchter als vorher…

Am Strand

William C. Bear am Strand

Sandy erzählt: „Irgendwann konnten wir ihn dann wieder sehen: Den Ozean! Und am Marina State Beach, kurz vor Monterey, sind wir dann rausgefahren. Schuhe aus und rein in die Fluten, wenigstens einmal die Füße in den Pazifik stecken. Jo… bei mir waren es dann die Beine bis zum Oberschenkel, denn irgendwie waren die Wellen doch stärker als auf Fehmarn.“

Unser Hotel in Monterey war leicht zu finden, es lag direkt an der Freeway-Ausfahrt, war aber trotzdem erstaunlich ruhig – wir erhielten nämlich ein Zimmer zum Innenhof hin, mit Blick auf den Pool (wenn man sich ein wenig streckte und verrenkte auf dem Balkon).

Hotel

Unser Hotel in Monterey

Sandy: „Wir fuhren dann weiter nach Monterey ins Hotel, das Hilton Garden Inn. Es war schick, die Anlage war toll, das Bad fand ich sehr schön, aber das Zimmer war ganz schön klein für Leute, die „aus dem Koffer leben“ (vorzugsweise aufgeklappt auf dem Boden). Naja, war ja nur eine Nacht und ich hab eindeutig schon schlechter gewohnt.“

Aber im Augenblick war uns das mit dem Hotel relativ schnuppe, Hauptsache, wir waren die Koffer los und es konnte weitergehen. Allerdings war die passende Freewayauffahrt Richtung Süd etwas doof zu finden, wir sahen nur den Hinweis auf die Nordspur. Und im fließenden Verkehr ist das mit dem Umdrehen auch nicht so einfach. Deshalb änderten wir kurz entschlossen unseren Ablaufplan „Point Lobos, dann 17 Miles Drive“ in „17 Miles Drive, dann Point Lobos“. Noch war es sonnig und wunderschön.

17 Miles Drive

17 Miles Drive

Sandy schreibt: „Nach Ankunft in Monterey und Check-in im Hotel machten wir uns direkt wieder auf die Socken, denn wir hatten noch einiges vor und zwar idealerweise noch vor Sonnenuntergang. Erstmal ging es zum 17-Mile Drive, einer Straße in Monterey zwischen Pebble Beach (einem Viertel mit schicken Villen und Golfplätzen – wie pflegte Marika immer zu sagen „Guck mal, überall ganz arme Leute!“ ) und dem Del Monte Forest, einem genialen Zypressenwald. Auf dem 17-Mile Drive gibt es 21 Punkte mit Sehenswürdigkeiten an der Küste und dazugehörigen Vista Points (= Parkplätze mit Aussicht). Wenn man die Straße mit dem Auto befahren will, kostet das 10 $ [Stand 2014].

17 Miles Drive

17 Miles Drive

Ich hatte vorher ja schon im Internet recherchiert und diverse Reiseblogs durchgestöbert mit Meinungen zum 17-Mile Drive. 90% meinten, dass man sich das Geld sparen kann, denn die Aussichten wären halt ganz nett, aber mehr auch nicht. Ich weiß ja nicht, ob die alle einen Sehfehler hatten oder Tomaten auf den Augen. Ich fand den 17-Mile Drive wunderschön und absolut sehenswert.“

Surfer

Surfer am 17 Miles Drive

Wir fanden den nördlichen Zugang zum 17 Miles Drive, zahlten unseren Toll, und los ging es mit Vista Point-Hopping. Es war aber auch zu schön (obwohl uns überall Stalky begegnete), die verschiedenen Aussichten zu sehen. Und die Hütten und die armen Leutchen, die dort hausten, zu bedauern *hüstel*.

The Lone Cypress

The Lone Cypress, 17 Miles Drive

Während wir uns dem Höhepunkt des Drives, der „Lone Cypress“ näherten, zog sich langsam, aber sicher der Himmel zu. Trotzdem entschieden wir, Point Lobos anzufahren. Dieses kleine Wildlife Resort liegt wenige Meilen hinter Carmel-by-the-sea, dem südlichen Nachbarort von Monterey, bekannt u.a. dadurch, dass dort Clint Eastwood mal Bürgermeister war.

Dazu Sandy: „Als nächstes fuhren wir rüber ins Point Lobos State Reserve, welches im Internet mehrfach für Tier- und Naturfreunde empfohlen wurde. Auch hier musste man 10 $ Eintritt zahlen. Point Lobos ist ein bisschen wie eine andere Welt. Völlig abgeschieden, man ist dort alleine mit der Natur. Einfach ein Traum.“

Am Point Lobos

Am Point Lobos

Am Point Lobos war es nun recht verhangen, windig und irgendwie passend zur Umgebung „herzhaft-rauh“. Entsprechend wenig Besucher waren dort. Wir konnten in relativer Ruhe unseren Weg bis zu den Aussichtsmöglichkeiten gehen. Das Meer brauste und recht „gute“ Wellen brachen sich an den Felsen. An anderer Stelle arbeitete die Brandung stetig an der weiteren Durchhöhlung der Felsen, etliche kleinere und größere Felsbögen hat sie schon geschaffen.

Steinbogen am Point Lobos

Steinbogen am Point Lobos

Und dazu passend hunderte von Kormoranen, die auf den vorgelagerten Felsen ruhten, Möwen, die uns umkreisten und kreischten, Pelikane, die an uns vorbeiflogen, sowie kleinere Singvögel, die um uns im Gebüsch herumhüpften. Und immer wieder die bellenden Rufe von Seelöwen. Trotz der deutlich von Menschenhand geschaffenen Wege irgendwie „Natur pur“.

Kormorane

Rastende Kormorane am Point Lobos

Allerdings kühlt auch „Natur pur“-Begeisterung bei norddeutscher Brise irgendwann runter. Kurz gesagt: wir froren. Deshalb ging’s dann doch flotten Schrittes zurück zum Pferdchen, wo wir von Edeltraut als erstes wieder ge“hörts“t wurden.

Aus dem Wind, aus der Kälte, und schon erwachten die Unternehmensgeister wieder: wir fahren an die Cannery Row zum Essen! Entschieden, getan, runter ging’s an die Marina. Wir stellten das Auto auf einem Parkplatz etwas von der Cannery entfernt ab und berappten unser ganzes Kleingeld, um ein zweistündiges Parkticket von der Parkuhr zu erhalten.

Humming Bird

Humming Bird in Monterey

Dort, am Rande des Parkplatzes, entdeckte Sandy im Halbdunkel ihre zweiten Humming Birds, die noch fleißig unterwegs waren.

Sandy meint dazu: „Wir hatten Hunger und wo kann man in Monterey besser essen gehen als in der Cannery Row?! Uns fiel zumindest nichts besseres ein, also fuhren wir los, suchten uns einen Parkplatz und prompt nach dem Aussteigen entdecke ich einen Humming Bird (Kolibri)! Also ratzfatz das Tele rausgeholt… und weg war er! Aber wenige Meter weiter entdeckte ich noch einen (oder es war derselbe?) und wir hielten die Luft an! Es klappte tatsächlich, wenn auch bei miserablem Licht.“

Dann ging es die „Straße der Ölsardinen“ entlang bis zum Cannery-Zentrum. Unterwegs schauten wir uns diverse Speisekarten an, allerdings schreckten uns die Preise schon etwas ab – Touristenzuschlag halt. Schlussendlich mussten wir aber was essen, zum Rumsuchen woanders hatten wir keine rechte Lust (es wurde nun auch wirklich dunkel), also blieben wir in einem Laden an der Steinbeck Plaza hängen, eigentlich ein Pub, namens „Sly McFly’s“. Erinnerte mich irgendwie an „Zurück in die Zukunft“, keine Ahnung warum… *grins*

Auch hier waren die Essensportionen wie üblich viel zu groß, wenn auch sehr lecker. Trotzdem mussten wir beide einen Teil des Essens zurückgehen lassen, weil wir einfach nicht mehr konnten…

Rechtzeitig vor Ablauf der Parkzeit holten wir unser Auto ab und ließen uns dieses Mal von Edeltraut „nach Hause“ leiten. Es war inzwischen stockdunkel, aber sie fand den Weg und lotste uns artig in die Tiefgarage unseres Hotels.

Noch duschen und dann ab ins Bett, es reichte für den Tag.

–> 19. September 2014 – Bayaquarium, Big Sur & Pacific Coast Highway

 

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