Bayaquarium, Big Sur und Pacific Coast Highway

<– 18. September 2014 – Auf nach Monterey!

Heute hatten wir eigentlich viel Zeit, denn unser Programmpunkt „Bayaquarium (Monterey Bay Aquarium)“ öffnete erst um 10:00 Uhr. Deshalb trödelten wir auch ohne schlechtes Gewissen herum. Aber endlich waren wir soweit, wir waren ausgecheckt, das Auto beladen und los ging es Richtung Cannery Row, an deren einem Ende sich das Bayaquarium befindet.. Dort wollten wir in der Nähe nach einem Tipp aus dem Internet erst mal frühstücken gehen.

So war der Plan.

Bis ich registrierte, dass ich mit der im Hotel zurückgelassenen – da nicht mehr benötigten –  Monterey-„Akte“ auch die beiden Eintrittstickets fürs Bayaquarium zurückgelassen hatte. Also umdrehen, zurück ins Hotel, an der Rezeption nochmal eine Keycard aktivieren lassen, und zurück ins Zimmer. War noch alles da im Abfalleimer *puh*.

Also das gleiche Spiel nochmal: Keycard abgeben, ins Auto und ab Richtung Cannery Row. Dieses Mal ohne Probleme! Nach besagtem Tipp aus dem Internet fanden wir einen kostenlosen Parkplatz, gar nicht soooo weit weg vom Aquarium.

Monterey

Monterey

Das Frühstückslokal „First Awakenings“ war auch auf dem gleichen Weg in einer alten Fabrik- oder Lagerhalle, die heute als Shoppingcenter ausgebaut ist. Und das Frühstück war wie erhofft lecker und reichlich – d.h. wie üblich ZU reichlich.

Leckereien

Auf dem Weg zum Frühstück kamen wir an diesem Leckereigeschäft vorbei.

Als wir schließlich rechtzeitig zur Öffnung am Aquarium ankamen, waren wir mal wieder froh, dass ich alle Tickets – soweit möglich – bereits vorab im Internet besorgt hatte, denn so konnten wir lächelnd an der wartenden „wir müssen noch ein Ticket kaufen“-Schlange vorbeiziehen und waren innerhalb kürzester Zeit im Gebäude.

Sandy Shore

Sandy besitzt sogar einen eigenen Strand…

Dort wurden wir von einer älteren uniformierten Dame angesprochen: „Habt ihr einen Lageplan? Benötigt ihr einen? Möchtet ihr Erläuterungen zum Aquarium haben?“ Überall standen solche hilfsbereiten Angestellten oder Freiwilligen und boten ihre Hilfe an. Wir verzichteten dankend und machten uns auf den Weg, das Aquarium auf eigene Faust zu erforschen.

Kelp-Becken

Das große Kelp-Becken

Mir persönlich gefiel das große Kelpbecken sehr gut, irgendwie lustig war das Schwarmfisch-Becken im Eingangsbereich der Quallenausstellung (man betritt einen runden Raum und das Becken ist in Übermannshöhe rundherum in die Wand eingelassen, die Fische schwimmen also immer im Kreis um einen rum, und da der Schwarm sehr groß ist, sieht man keinen Anfang und kein Ende.

Schwarmbecken

Dumdidelum – immer im Kreis herum

Man kann schwindelig werden beim Zuschauen.). Und die Quallenbecken bzw. die verschiedenen Quallen waren wirklich sehr schön – und sogar gut zu fotografieren.

Dazu die Petbassins – Becken, in denen man mit verschiedenen Fischen, Seesternen und Seeigeln direkten Kontakt haben konnte (immer mit Aufsicht, damit den Tieren nichts passiert), die natürlich im Besonderen für Kinder gedacht sind – was nicht bedeutet, dass es nicht auch für Erwachsene interessant ist.

Pet bassin

Pet bassin

Etwas enttäuschend waren die Seeotter. Weniger die Tiere, mehr das Becken: da die Scheiben stark verspritzt waren, war es mit dem Fotografieren gar nicht so einfach. Sicher ist: Seeotter sind sehr groß und imposant, allerdings nicht so lebhaft und agil wie kleinere Ottern – ich denke da besonders an die Zwergotter im Heidelberger Zoo.

Qualle

Quallen sind faszinierend schön.

Nach 3 Stunden hatten wir eigentlich alle Becken gesehen, Sandy hatte sich wieder die Finger blutig geknipst, und es wurde langsam aber sicher Zeit, uns auf den Weg gen Süden zu machen. Schließlich wusste ich, wie oft man auf der Strecke des Big Sur an Vista Points anhält und sich umschaut – und das alles kostet nun mal Zeit. Und eigentlich wollten wir zum Sonnenuntergang in unserem Hotelort Pismo Beach sein.

Tidentunnel

Der Tidentunnel

Wir verließen also das Aquarium – bei strahlendem Sonnenschein. Aber kaum waren wir losgefahren, zog vom Pazifik her die erste graue Wolke heran. Und so blieb es die ersten Meilen auch – diesig und grau.

Karte Strecke Monterey - Pismo BeachDas konnte ja lustig werden, die Strecke ist so schon nicht leicht zu fahren, und bei schlechtem Wetter und keiner bis kaum Sicht macht sie dazu auch noch keinen besonderen Spaß.

Wetterwechsel

Mal wolkig, mal sonnig…

Immerhin, bis Big Sur waren es ja erst einmal ein paar Meilen, und ich wusste ja, dass sich das Wetter nicht nur im negativen, sondern auch im positiven sehr schnell verändern kann.

Mal Nebel, mal klarer Himmel.

Mal Nebel, mal klarer Himmel.

Usschau nach Walen

Ausschau nach Walen halten

Und so war es auch. Eben waren wir noch in einer grauen Wolke, dann fuhren wir um die Kurve und die Sonne schien. Gerade hatten wir am Vista Point ein Bild im strahlenden Licht geknipst, 2 Minuten später zog ein Wolkenschwaden vom Wasser her die Berge hinauf.

Es war auf seine Art sehr spannend.

Genauso spannend war es, an jedem Haltepunkt nach Walen Ausschau zu halten. Leider sahen wir nur Wasser und vielleicht mal ein Boot in der Ferne.

So fuhren wir die schönste Strecke des Highway 1 entlang gen Süden. Am Julia Pfeiffer Burns State Park reihten wir uns in die am Straßenrand parkenden Autos ein und kraxelten einen Trampelpfad nach unten, um die wenigen Meter zum Aussichtspunkt zu laufen.

McWay Falls, Julia Pfeiffer Burns State Park

McWay Falls, Julia Pfeiffer Burns StatePark

 

Hier im Julia Pfeiffer Burns State Park gibt es nämlich den einzigen Wasserfall in Kalifornien, der direkt ins Meer stürzt: McWay Falls.
Und obwohl hier verhältnismäßig viele Leute unterwegs waren und die Sonne gerade sehr von oben stach, wir also ins Schwitzen gerieten, war der Ausblick wirklich sehr sehr schön und der Stopp hat sich gelohnt. Allerdings rätseln wir noch heute, wie es kommt, dass bei verbotenem Abstieg an den Strand auf diesem außerhalb der Wasserzone ein deutlich erkennbares Herz gezogen sein konnte. Die Seehunde, Möwen und anderen Vögel waren DAS bestimmt nicht.

Wir ließen das Herz-Rätsel Rätsel sein, bestiegen unser weißes Pferdchen und ließen uns von Edeltraut das xte Mal an diesem Tag hörtsen. Mit diesem Stopp war einer der Höhepunkte von Big Sur abgearbeitet.

Big Sur

Big Sur

Wir waren bereits außerhalb des Gebietes von Highway 1, das als Big Sur bezeichnet wird, als mir auffiel, dass die Leute an dem Vista Point, den wir gerade rechts liegen gelassen hatten, sich irgendwie seltsam verhielten. Auch beim nächsten Vista Point schienen sie alle fasziniert in eine Richtung zu sehen. Nachdem ich schließlich an einem vor uns liegenden Vista Points(die gibt es dort praktisch an jeder passenden Außenkurve) wieder Menschen in die gleiche Richtung schauen sah, fuhr ich entschlossen am nächsten Haltepunkt raus. Dort stand erst mal nur ein Auto, aber gleich nach uns hielt noch ein Pärchen an, dem das Verhalten der Menschen ebenfalls aufgefallen war.

Buckelwale

Buckelwale

Die fragten das ältere Paar, was denn los sei, und die Frau deutete ganz aufgeregt aufs Wasser: „The Whales! There are the Whales!“ Und tatsächlich, man konnte an unterschiedlicher Stelle Wasserfontänen spritzen sehen. Leider (oder GsD?) war unser Vista Point ziemlich hoch, so dass wir ziemlich weit weg vom Geschehen waren.

Buckelwale

Buckelwal – auf der Seite schwimmend mit aus dem Wasser ragender Brustflosse

Andererseits hatten wir einen guten Überblick und konnten im Laufe der Zeit sehen, dass es sich um 3 oder 4 Untergruppen handelte mit unterschiedlicher Zahl von 2 – 4 Tieren.

Schwierig war es für die Fotografen. Schließlich kann ein Wal sehr lange tauchen, sprich: man sieht ihn an einer Stelle blasen und kann nur schätzen, wo er eventuell und wann er eventuell wieder auftaucht. So kam es auch, dass Sandy viele Fontänenbilder oder auch nur „Brandungsbilder“ hat, schließlich brauchte sie Zeit, das Ziel anzupeilen, und die Kamera brauchte Zeit, sich scharf zu stellen. Aber mit etwas Glück hat sie zwei Fotos geschossen, auf denen einmal eine Schwanzflosse und einmal eine Brustflosse zu erkennen ist (allerdings hatte sie ein ganz anderes Tier angepeilt… *hihi*).

Auch wenn wir so weit weg waren, dass wir nur schätzen konnten, dass wir Buckelwale (Humpback whales) gesehen haben – es war ein unheimlich toller Moment (im Nachhinein hat die genannte fotografierte Bauchflosse dann bestätigt, dass es mit 99prozentiger Sicherheit Humpbacks waren.)

So fuhren wir auch in ziemlich guter Stimmung weiter. Allerdings zeigte mir die Uhr in Kombination mit den noch zu fahrenden Meilen, dass wir es wohl nicht bis zum Sonnenuntergang nach Pismo Beach schaffen würden. Dazu hatten wir an den Vista Points zu viel Zeit „vergeudet“. Aber das bereuten wir auch gar nicht.

Seeelefante

Seeelefanten

Irgendwann fiel Sandy dann noch ein, dass da doch auch irgendwo auf der Strecke ein Strandstück sein müsste, an dem es Seeelefanten gibt. Ja, ich erinnerte mich auch, davon gelesen zu haben. Und nur wenige Meilen später sahen wir tatsächlich ein Hinweisschild, dass die Seeelefanten-Kolonie in guten 2 Meilen Entfernung vor uns lag. Da war klar, dass wir diesen Abstecher auch noch machen mussten. Und da der Parkplatz direkt an der Straße lag und die Kolonie direkt neben dem Parkplatz, verlangte dieser Besuch auch keine übermäßig große körperliche Anstrengung.

Sandy meint dazu: „Ich wusste, dass es irgendwo südlich am Big Sur einen Strand mit See-Elefanten geben soll und kaum hatte ich es ausgesprochen, kam auch schon rechts ein Straßenschild mit dem passenden Vista Point. Wir befanden uns also im Hearst San Simeon State Park und waren umzingelt von See-Elefanten. Durch eine Absperrung konnte man nicht zum Strand, aber die Tiere störten sich nicht an den Zuschauern oberhalb ihrer Liegeplätze hinterm Zaun. Es war richtig toll, sie zu beobachten, besonders die kleinen Kabbeleien zwischen den Tieren.“

Ich muss sagen, dass es wirklich beeindruckend ist, diese Tiere sozusagen in Berührungsentfernung zu sehen. Dabei waren diese noch nicht mal die wirklichen „großen“ ihrer Klasse, sondern nur Jugendliche und junge Bullen. Da war ein munteres Treiben. Hier ruhten die Tiere ruhig am Strand und genossen die Abendsonne, da schleppte sich einer aus dem Wasser und kletterte rücksichtslos über die bereits am Strand vorhandenen, die entsprechend lautstark protestierten, hier probten zwei Jungbullen den Aufstand und pöbelten sich an, während dort einer sich im Wasser in Sicherheit brachte. Wäre es nicht so windig gewesen, hätte man stundenlang zugucken können.

Allerdings war mir nach kurzer Zeit dieser Wind viel zu eisig und ich zog mich lieber ins warme Auto zurück. Sandy trotzte tapfer Wind und Wellen und schoss Foto um Foto. Sandy halt…

Aber schließlich hatte selbst Sandy genug, und wir konnten weiter Richtung Süden fahren. So war es noch nicht ganz dunkel, als wir in Morro Bay ankamen. Hier gibt es einen sehr großen Felsen im Meer, der zeitweise bei Ebbe zu Fuß zu erreichen ist und der – mal wieder – ein riesiger Bird Rock ist. Den wollten wir im letzten Licht so „mitnehmen“ und fuhren an einer der angezeigten Ausfahrten vom Freeway ab Richtung Strand. Auf dem (kostenlosen) Parkplatz vor einem Campingplatz geparkt und über den Sand Richtung Morro Rock gestapft.

Morro Rock

Morro Rock

Allerdings wurde es uns dann doch zu dunkel und zu kalt, um bis ganz an den Rock zu laufen. Außerdem war ja Flut und man hätte sowieso nicht rüber gekonnt (rüber darf man, nur rauf darf man nicht). Aber für ein paar Bilder reichte das Licht gerade so noch. Besonders schön muss der Rock im Morgenlicht aussehen, da er aber nördlich von unserem Zielpunkt lag – also entgegengesetzt zu unserer nächsten Etappe -, und das nicht nur 2 Meilen, mussten wir mit dem letzten Abendlicht zufrieden sein.

Surfer am Morro Rock

Einen engagierten Surfer schreckt auch die drohende Dunkelheit nicht.

Weiter ging es. Bis wir von Edeltraut an unser Hotel (Spyglass Inn) geleitet wurden, war es stockdunkle Nacht. Dadurch entschieden wir, nach dem Einchecken im Hotelrestaurant zu essen. Von der lt. Internet vorhandenen tollen Aussicht aufs Meer haben wir allerdings nichts mitgekriegt. Sandy aß übrigens mal wieder Caesar’s Salad *hihi* mit Chicken, ich futterte mexikanisch (mit doppelter Portion Sour Creme). Nach dem Essen machten wir noch einen kleinen Abstecher über die Straße zu der dort vorhandenen Tanke, um unseren Trinkvorrat aufzufüllen. Und dann waren wir mal wieder bettreif.

Hotel

Unser Hotelzimmer in Pismo Beach

Abendessen

Sandys Abendessen

Sandy: „Das Zimmer war riesig und hatte so diesen Charme von einem Motel aus einem amerikanischen Film. Irgendwie war es cool. Außer dass im Bad eine Ameise wohnte, welche uns unseren restlichen Urlaub begleiten sollte.“

—> 20. September 2014 – Solvang und Santa Barbara

 

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