It’s Hot in the Desert

Es wird immer behauptet, dass die Temperaturen in der Wüste nach Sonnenuntergang rasch sinken. Das kann ich bestätigen! Denn als wir am frühen Morgen bei völliger Dunkelheit unseren Fury beladen, hat es gerade mal noch… ca. 30 Grad. Also doch schon bedeutend kühler als am Vortag!

Kurz nach 5 Uhr gebe ich unsere Schlüsselkarten zurück, und dann fahren wir los Richtung Süden. Erstes Ziel: Dante’s View zum Sonnenaufgang-Gucken. Die Straße führt uns an Furnace Creek (dem echten!) vorbei. Verkehr herrscht keiner, allerdings gibt es auch einfach nichts zu sehen. Stockdunkel ist es halt. Man sieht nur soweit die Scheinwerfer reichen. Wir hatten ja stillschweigend auf Kojoten oder auf eine Schlange auf der Straße gehofft, aber das einzige Wildtier, das wir entdecken, ist ein Kaninchen, das neben der Straße ins Gebüsch hoppelt.

Kurz vor dem Ziel noch ein kurzer Halt an einem Toilettenhäuschen (die – obwohl Plumpsklos – immer erstaunlich geruch- und fliegenfrei sind), dann kämpft sich Fury die letzten steilen Meter den Berg hoch zum Parkplatz.

Unsere Wüstendurchquerung…

Dante’s View befindet sich auf der östlichen Bergkette des Death Valley, den Black Mountains. Mit 1669 m Höhe überragt er das Badwater Basin mit dem tiefsten Punkt der USA. Er bietet eine grandiose Sicht auf das gesamte Tal.

Es sind nur wenige Frühaufsteher hier am Parkplatz, die gemeinsam mit uns warten. Mit Blick auf das Tal geht schließlich die Sonne hinter uns auf.

Blick ins Badwater Basin

Nächster Stopp auf unserer Wüstentour ist Zabrieski Point. Die Sonne wirft noch ein herrliches Licht auf die „Painted Desert“, die man von diesem Punkt aus sieht.

Inzwischen wird es Zeit für ein Frühstück. Aufgrund des frühen Aufstehens ist dieses ja erst einmal ausgefallen. Aber wir haben eines eingeplant, und zwar im „49er Cafe“ in Furnace Creek. Da wir von Dante’s View aus für unsere geplante Route wieder nach Norden fahren müssen, kommen wir hier sowieso vorbei.

Nach dem Frühstück steht als nächster Punkt der „Golden Canyon“ auf unserer to-do-Liste. Diese Schlucht erstrahlt je nach Lichteinfall in einem intensiven Gelbton.

Auf dem Weg zum Golden Canyon

Sie liegt inzwischen allerdings zum großen Teil im vollen Sonnenschein und heizt sich spürbar auf. Daher begehen und beklettern wir nur den vorderen Teil des Canyons, der noch schattig ist.

Weiter geht es zum „Artists‘ Drive“.

Es handelt sich um einen Loop-Drive, der nur in eine Richtung durchfahren werden darf.

Wir halten an zwei Vista Points, einem gleich zu Beginn des Drives und dann am bekannten Punkt „Artists‘ Palette“, die mit ihren verschiedenen, bunten Gesteinsflecken sehr interessant aussieht.

An unserem ersten Stopp

Unheimlich viel los hier….

Wir sind dort einige Zeit völlig alleine mit der Natur, es ist absolut still, keine Tiere, kein Geplapper, kein Fahrzeug.

Zurück auf der Hauptstraße geht es vorbei am Devil’s Golfcourse. Die Zugangsstraße zu dieser eigentlich interessanten Stelle im Death Valley ist aber sehr schlecht, so dass wir den Abzweig ignorieren und weiterfahren.

Am Badwater Basin können wir allerdings nicht vorbeifahren.

Wir halten und wagen uns mit vielen anderen Besuchern hinaus auf die Salzpfanne, in der sich mit 85,5 m unter Null der tiefste Punkt der USA befindet. Die Sonne knallt jetzt ganz schön und das kristallisierte Salz verstärkt die Wirkung der Strahlen noch. Unser mitgenommener Wasservorrat schrumpft beträchtlich und schnell.

Der kurze Spaziergang gibt uns einen kleinen Eindruck, wie sich die frühen Siedler hier gefühlt haben müssen, wenn sie das Tal durchquerten. Man muss den Mut dieser Menschen wirklich bewundern.

 

Wir verabschieden uns vom „Tal des Todes“ und fahren weiter durch eine zwar öde, aber doch im Verhältnis „lebendige“ Landschaft. Unser jetziges Ziel ist das völlige Kontrastprogramm zur stillen und eigentlich einsamen Wüste. Heute übernachten wir nämlich in Las Vegas.

In der Ferne liegt unser heutiges Ziel.

Unser Hotel ist das „The Linq“ direkt am Strip. Aufgrund unserer Recherchen wissen wir, dass wir das zugehörige Parkhaus am besten von der Rückseite her anfahren. Was die Recherchen nicht zeigten war, dass man vom Parkhaus zur Rezeption gefühlte Panorama-Trail-Kilometer durch die Shopping-Area und das Kasino marschieren darf…

Kaum geparkt, fängt Fury schon an zu flirten….

Für uns Hundehalter interessant: Auslaufzone im Hotel

Wir schleppen also unser gesamtes Gepäck erst zur Rezeption, entscheiden uns dann aber, per Automat einzuchecken. Das klappt auch recht gut und wir erhalten unsere Schlüsselkarten. Jetzt heißt es, den richtigen Hotelteil zu finden. Das dauert etwas, aber schließlich schaffen wir es, den richtigen Fahrstuhl zu finden, der uns in das richtige Stockwerk trägt. Dann heißt es, gaaaanz ans andere Ende des Flurs zu marschieren, denn wir haben einmal wieder das vorletzte Zimmer direkt gegenüber vom Notausgang „gewonnen“. Das Zimmer selbst ist modern und freundlich eingerichtet, und der Ausblick ist wie gewünscht auf den High Roller, das Riesenrad.

Während Sandy im Augenblick eine Pause braucht, fahre ich wieder nach unten, um den Eingang zum Pool zu suchen. Die Fahrstühle im Linq sind sehr gewöhnungsbedürftig, denn der eine fährt nur bis Stockwerk x in die Höhe, der andere fährt dafür nicht ins Kasino. Ich glaube, ich müsste hier mehrere Tage wohnen, um vielleicht einen Überblick zu erhalten. Immerhin, ich finde den Eingang zum Pool und hoffe, ihn auch zusammen mit Sandy zu finden. Denn so ein kleines erfrischendes Bad wäre jetzt genau das richtige.

Also Badeklamotten gepackt und runter gefahren (im richtigen Lift!). Wir erhalten Handtücher und wagen uns nach draußen. Großer Fehler! Das Linq gilt als Partyhotel. Und ein Teil der Party findet hier am Pool statt. Da sich die Poollandschaft im Innenhof befindet, verstärkt sich der Lärm der Leute und der Musik noch zusätzlich. Dazu sind alle Becken dicht bevölkert von jungen Leuten. Das ist nichts für uns – zu laut und zu voll. Da gehen wir uns lieber den Strip anschauen. Wir drehen um, geben die Handtücher zurück und fahren wieder aufs Zimmer.

Nachdem wir unsere Handtaschen gepackt haben, geht es los. Auf dem Strip halten wir uns in Richtung Süden und marschieren auf der linken Seite. Noch ist es hell und daher wirkt Las Vegas nur wenig spektakulär, nur voller Menschen, Autos und laut (wenn auch anders laut als am Pool vom Linq). Und warm. Außer man geht gerade an einem Kasinoeingang vorbei. Dann ist es kalt. Denn die Klimaanlagen der Hotels und Kasinos laufen volle Pulle, und das bei geöffneten Türen.

Bei der Hitze wollten wir so kostümiert nicht rumlaufen.

So laufen wir über den Strip bis zum Eiffelturm. Kurz entschlossen fragen wir nach einem Tisch im Restaurant, und tatsächlich, wir erhalten einen kleinen Tisch mit Ausblick auf die Bellagio Fountains. Wir bestellen – huch, ist das vornehm hier, 3 Schwarzröcke schleichen mehr oder weniger um uns rum! – und genießen die Sicht. Langsam geht die Sonne unter hinter dem Bellagio.

Gruß aus der Küche

Blick aufs Bellagio

Je später es wird, desto „schöner“ wird die Stadt. Was hier an Strom verbraucht wird, übersteigt jegliche Vorstellungskraft. Aber irgendwie hat das Lichtergeflimmer was…

Nachdem es nun dunkel ist, steht unser nächster Programmpunkt bevor. Wir laufen zurück zu unserem Hotel und wenig später trudeln wir am Riesenrad ein. Da ich schon in Deutschland Tickets besorgt hatte, können wir die anstehende Schlange der Besucher hinter uns lassen. Nach ein wenig Verwirrung bei der Ticketkontrolle (ich hatte nur 1 Ticket erhalten, aber den Zahlungsbeleg für 2 dabei) dürfen wir eine der Gondeln betreten und uns auf die halbstündige Fahrt machen. Da in die Gondel maximal 10 – 12 Personen geladen werden, obwohl sie eine stärkere Kapazität hat, ist ausreichend Platz und man kann sich aussuchen, wo man stehen oder sitzen will.

Der High Roller befindet sich parallel zum Strip, allerdings um einen Block nach hinten versetzt. Auf seiner „Rückseite“ ist derzeit noch unbebautes Gelände, daher ist die Aussicht in diese Richtung recht mau. Aber der Blick auf den Strip und die Hotels und Kasinos ist atemberaubend.

Nach einer halben Stunde ist die Fahrt vorbei.

Zurück am Strip passieren wir erneut den Eiffelturm. Vorbei am Planet Hollywood und dem Hardrock Café laufen wir bis zur Tropicana Avenue. Hier überqueren wir den Strip, um auf der anderen Straßenseite zurück nach Norden zu marschieren. Wir bestaunen den Rollercoaster am New York, New York-Hotel, passieren das Mandarin Hotel und überlegen, was wir bei Louis Vuitton im Las Vegas City Center einkaufen könnten.

Überall gibt es was zu sehen und zu bestaunen, sei es die Bauweise der Gebäude, sei es die Lichterreklame für eine der vielen Shows oder für eines der großen Lokale.

Aber mit am meisten beeindrucken die Bellagio Fountains. Ab 18 Uhr bis nach Mitternacht sind diese ein Anziehungspunkt für alle Besucher. In regelmäßigen Abstand „tanzen“ die beleuchteten Fontänen regelrecht zur erklingenden Musik. Besonders beeindruckend sind natürlich die Riesenfontänen, die bis zu 45 m hoch sind und die mit einem sehr lauten Platschen zusammenfallen.

Jede Vorführung, die von einem Computer gesteuert ist, ist anders, so dass es nicht langweilig wird, hier zuzuschauen.

Gegen 23 Uhr erreichen wir wieder unser Zimmer. Eigentlich wollten wir morgen zum Sonnenaufgang im Valley of Fire, das ca. 1 h Fahrzeit von Vegas liegt, sein. Aber wir entscheiden, dass dieser für uns ausfällt und wir erst später aufstehen werden.

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