San Diego, wir kommen!

21Inzwischen war es schon unser übliches Morgenritual: Koffer packen, Zimmer nachkontrollieren, Koffer ins Auto, an die Lobby fahren, Zimmerkarten abgeben und auschecken. Durch die hinterlegte Kreditkarte ging das immer sehr fix, das Zimmer selber war ja schon vorab bezahlt, es wurde nur noch jeweils der Parkplatz abgebucht.

Dann ging’s zu Denny’s zum Frühstück, anschließend zum Tanken und dann machten wir uns endgültig auf den Weg.

Strecke Santa Barbara - San Diego

Nach ca. 50 Meilen begann der „Großraum Los Angeles“, und eine Gemeinde ging in die nächste über. So ähnlich wie im Ruhrgebiet, nur größer. Für mich begann nun näher bekanntes Gebiet, die Freeway-Abfahrten weckten schon die eine oder andere Erinnerung. „Canoga Park“ – da hatte die ältere Schwester meiner Mutter gewohnt, „Westwood“ – dort die jüngere Schwester, „Anaheim“ – da befindet sich Disneyland, „Long Beach“ – da liegt die ‚Queen Mary‘, am Wilshire Boulevard hatten wir immer eingekauft, etc. Wobei man erklären muss, dass die Avenues und Boulevards quer durch ganz Los Angeles gehen. So gibt es den Wilshire Boulevard oben in San Fernando Valley genauso wie in Downtown L.A. Allerdings kann es sein, dass so eine Straße plötzlich aufhört (z.B. wegen der Berge zwischen dem Valley und dem südlichen [eigentlichen] Teil von L.A.) und nach der „Störung“ einfach verlängert wieder anfängt. Das kann sehr irritierend sein, und das bei uns normalerweise mögliche „Ich habe die Straße erreicht und fahr die jetzt einfach entlang bis zur richtigen Hausnummer“ klappt hier dann einfach nicht. Und selbst wenn das ginge, wäre es ggf. eine lange Fahrt, 18-20tausender Hausnummern sind nicht ungewöhnlich.

Auf dem Weg

Auf dem Weg

Seit meinem letzten Besuch in L.A. (der immerhin schon ein paar Jahre her war), hat sich freewaymäßig sehr viel getan. Aus der 3spurigen Verbindungsstrecke zum Valley ist inzwischen eine fünfspurige geworden, und auch weiter im Süden wurde zwangsweise erweitert. Die breiteste Strecke war achtspurig, also 16 Spuren, wenn man den Freeway überqueren möchte. (Viel Glück!)

Irgendwie hatte es heute mit unserem Zeitmanagement prima geklappt und wir gerieten in keinen Stau, noch nicht mal in wirklich dicken Verkehr. Es floss immer mehr oder weniger gut, weniger als 35 Meilen/h bin ich nie gefahren. So kamen wir gut voran. Als wir durch Carlsbad fuhren, wusste ich, dass wir nicht mehr weit von San Diego waren.

In San Diego fanden wir gleich unser Hotel, allerdings konnten wir heute nicht direkt einchecken, da ein early-check-in hier nicht möglich war. Immerhin konnten wir die Koffer deponieren, und dann ging es die ungefähr zwei Meilen über den Sports Arena Boulevard, die wir gerade gefahren waren, zurück, unter dem Freeway durch und direkt auf den Parkplatz von „Old Town San Diego“.

Old town San Diego

Old town San Diego

Hier an dieser Stelle ist angeblich San Diego gegründet worden, und hier wurde die ursprüngliche Siedlung wieder aufgebaut. Heute ist Old Town eine nette Touristenattraktion, auch wenn die Läden nicht unbedingt mit dem „alten Leben“ was zu tun haben.

Old town San Diego

Old town San Diego

Es war mal wieder strahlend blauer Himmel, die Sonne schien, es war warm, aber nicht zuuuu heiß. Wir schlenderten in Ruhe von Haus zu Haus erst die eine Seite von Old Town ab.

Old town San Diego

Old town San Diego

An einer Töpferei blieben wir eine Zeitlang hängen und bewunderten die dort ausgestellten und ausgehängten Sachen. Hier hingen hunderte von Windspielen und Klangelementen, man wurde regelrecht damit erschlagen, genauso wie von den vielen bunten Tierfiguren, die von Mexikanern gerne im Garten aufgestellt werden. Sogar Chihuahuas gab es. Ein bestimmtes Stück zu finden, erforderte schon etwas detektivischen Instinkt, einen Überblick konnte keiner haben bei der Masse.

Am Ende des Weges verließen wir Old Town, um ein klein wenig in die Umgebung „von heute“ zu kiebitzen, dann ging es auf der anderen Seite von Old Town zurück. Durch einen kleinen Hof, um den sich verschiedene Andenkenläden gruppierten und auf dem Musik gespielt wurde, ging es weiter, am Pferdestall vorbei, wo wir verschiedene alte Pferdewagen und Postkutschen ansehen konnten.

Pioneers' waggon

Pioneers‘ waggom

In den Andenkenläden war schon überall das Halloween-Fieber ausgebrochen. Wobei man dazu erklären muss, dass für Mexikaner ja das Fest der Toten am 01.11. einer der wichtigsten Feiertage im Jahr ist. Daher gab es entsprechend viele Figuren fürs dieses Fest, alle mexikanisch fröhlich-bunt bemalt. Eine besonders schön-makabere Tiergruppe habe ich fotografiert.Old04

Inzwischen meldete sich Durst, und auch unsere Mägen vermeldeten eine gewisse Emptiness. Also versuchten wir es in einem mexikanischen Lokal, das sich in einer alten Hazienda im Innenhof befand, wurden dort aber auf mindestens 30 Minuten Wartezeit vertröstet. Daher verzichteten wir und fanden direkt im nächsten (ebenfalls mexikanischen) Lokal, das vielleicht nicht so edel im Innenhof lag, aber eine schöne Außenterrasse mit bepflanzten und überwucherten Holzarkaden besaß, einen gemütlichen Eckplatz.

Salsa und Taco-Chips

Salsa und Taco-Chips

Vor unserem georderten Essen gab es – wie beim Mexikaner üblich – Nachos mit Salsa, so dass wie immer die Gefahr bestand, sich bereits vor der eigentlichen Mahlzeit den Magen vollzuschlagen. Denn wenn man einmal angefangen hat, ist es wie bei „normalen“ Chips: man kann einfach nicht mehr aufhören, sich zu bedienen.

Schließlich waren wir gesättigt und zufrieden.

Sandy meint: „Es ging es zurück in den Sports Arena Boulevard, denn dort war nicht nur unser Hotel (Wyndham Garden near Seaworld), sondern auch noch ein riesiger PetCo. Ich hab dort direkt mal an der „Buy two for 5 $“-Aktion teilgenommen und für meine Hunde zwei Stofftiere gekauft. Ein riesiger Typ mit „dogtrainer“-Shirt war da auch zu Gange (im PetCo gibt es einen extra Trainingsbereich), denn eine Kundin mit Staff-Hündin (der Großteil der Hunde, die wir in den USA gesehen haben, waren Staffs und Pits) hatte ihn gebucht. Sie machten sehr seltsame Bleib-Übungen (einer hält den Hund und zieht regelmäßig seitlich an der Leine, während der andere sich entfernt ) und ich konnte mir meinen typisch kritischen Blick natürlich nicht verkneifen. Zu schade, dass die Dackel nicht dabei waren.

Halloween-Kostüme

Halloween- Kostüme für Hunde

Auch äußerst interessant im PetCo war das Regal mit den Halloween-Kostümen für Hunde. Marika und ich haben uns köstlich amüsiert!

Dann zogen wir aus, das Gaslamp Quarter ein paar Meilen entfernt zu erobern. Und diese Absicht erwies sich als etwas schwieriger zu realisieren. Erste Aufgabe war, vor Ort einen Parkplatz zu finden. Kostenlose gab’s gar nicht, also stellten wir unser Pferdchen an einem Public Parking ab und bezahlten den geforderten Obolus, der dieses Mal für 24 Stunden galt – witzlos für uns, aber was soll’s?

Dann ging es die Straße runter zu einer der „Hauptstraßen“ des Gaslamp Quarters. Unter diesem hatte ich mir was völlig anderes vorgestellt. Am einfachsten beschreibt man es vielleicht grob mit dem „Soft-Ballermann von San Diego“: Kneipe an Kneipe, überall gut gefüllt zur Happy Hour. Und auch auf den Gehwegen war gut Betrieb, sei es von Passanten, sei es dadurch, dass viele Pubs hier noch Tische stehen hatten.

Da die Sonne inzwischen recht tief stand und vor uns einige Hochhäuser zu sehen waren, kam Sandy auf die Idee, dass wir dort hin müssten, das gäbe sicherlich schöne Bilder mit Sonnenspiegelung in den Glasscheiben. Leider trafen zwei ungünstige Fakten aufeinander: 1. die Hochhäuser waren weiter weg als sie schienen = es dauerte „etwas“ länger, um auf die andere Seite zu gelangen, und 2. die Sonne geht Ende September schon etwas früher unter und hier im südlichen San Diego noch früher als z.B. in San Francisco. So kam es, wie es kommen musste: wir waren auf der anderen Seite der Hochhäuser, die Sonne zum fotografieren im Rücken, nur – die Sonne war weg! Nix mehr mit tollem Fotolicht und prima Effekten!

Hochhaus

Leider fehlen die gedachten Effekte.

Wir ließen uns die Stimmung aber deshalb nicht vermiesen, sondern liefen ein Stück die Straße am Bahnhof von San Diego entlang, an der ein paar *Ironiean* klitzekleine schnuckelige *Ironieaus* Hotels lagen.

Da wir auf Pub oder Bar so gar keine Lust hatten, verließen wir das Gaslamp Quarter nun recht schnell und fuhren zurück in unser Hotel am Sports Arena Boulevard. Am nächsten Tag stand Seaworld auf dem Programm.

 

 

 

–> 22. September 2014 – It’s an octopussy’s garden … Seaworld

Weitere Bilder zum Tag