Los Angeles, die Stadt der Engel

<– 23. September 2014 – San Diego Zoo und Balboa Park 

Jetzt lag es also vor uns: das flächenmäßig größte Stadtgebiet Kaliforniens, das „Dorf der Königin der Engel“ (El Pueblo de la Reina de Los Ángeles), das sich zu einem ausufernden und unübersichtlichen Moloch entwickelt hat, der nach und nach alle Gemeinden der Umgebung verschlingt. Wer noch nie dort war, kann sich kaum das Ausmaß vorstellen, mit dem dieses „Gebilde“ das Land beherrscht.

Strecke San Diego - Olvera StreetUnd selbst wenn man wie wir auf dem Weg nach San Diego die Stadt von Nordwest nach Süd durchquert hat, hat man von ihr eigentlich nix gesehen. Und da das so nicht gehen konnte, dass Sandy von diesem Moloch nur die Maße, aber kein kleines Stückchen des Inhalts erleben sollte, hatte ich mir im Vorfeld Gedanken gemacht, was wir denn hier so unternehmen könnten. Dass es nur ein klitzekleines Stückchen vom Kuchen sein konnte, war klar. Und dass die Größe dieses Stückchens vom Verkehr und der auf den Freeways verbrachten Zeit abhängen würde, war auch logisch.

Um es kurz zu machen: der Verkehr von San Diego kommend war erträglich, wir kamen überall gut durch und waren daher schon relativ früh am Vormittag (so gegen 11) am ersten Haltepunkt: Olvera Street, die älteste Straße von L.A., direkt an der Union Station in Downtown.

IMG_7276Olvera Street ist – wie der Name schon vermuten lässt – eine Straße. Allerdings eine ohne Autoverkehr, dafür ziehen sich in der Mitte Verkaufsbuden entlang. Eigentlich sieht es so ähnlich aus wie auf so manchem Weihnachtsmarkt… Im Trubel der Verkaufsbuden fallen die historischen Gebäude am Rand kaum auf, man muss schon aufpassen, um das eine oder andere Infoschild nicht zu übersehen.

Sandy stürzte sich wie üblich gleich auf den ersten Postkartenständer.

Nun, sooo groß ist Olvera Street nicht, daher waren wir recht schnell durchgeschlendert und wieder an der Plaza angekommen, von der wir aus die Straße betreten hatten.

Sandy meint: „Kurz um die Ecke gelatscht und das Mexiko-Feeling war dahin, denn man befand sich plötzlich mitten in den Vereinigten Staaten von Amerika.

City Hall

City Hall

Riesige Gebäude, Polizeisirenen, Menschen in allen Variationen – wer glaubt, dass es das „American Feeling“ aus typisch amerikanischen Filmen in Wirklichkeit gar nicht gibt, liegt völlig falsch. Es ist wirklich wie im Film. Logisch, die meisten werden ja auch dort vor Ort gedreht.“

Landstreicher

Direkt neben den Freeway: die Habseligkeiten der Bumms.

Wir kreuzten den Freeway 101, auf der anderen Seite befindet sich direkt das United States District Court Building (ein klein wenig *hüstel* größer als das Court House in Santa Barbara) und das Civic Center (City Hall). Leider kann man im Civic Center nicht mehr mit dem Fahrstuhl nach oben fahren zur Aussicht, früher ging das mal, aus Sicherheitsgründen ist dies heute nicht mehr möglich.

Gegenüber vom Court Building fanden wir eine kleine Schnellpizzeria, bei der wir unseren Mittagshunger stillten.

Strecke Olvera Street - Griffith Observatory - Walk of Fame - Santa Monica - HotelAufgefallen ist mir, dass hier überall trocken gelegte Brunnen sind. Das kenne ich noch aus anderen Zeiten, da war hier ein Wasserspiel neben dem nächsten. Aber aufgrund der starken Trockenheit und Wasserknappheit (und den damit entstehenden Wasserpreisen) verzichtet die Stadt inzwischen auf diesen Luxus – nicht ohne auf dieses besondere Umweltbewusstsein an jedem Brunnen schriftlich hinzuweisen.

Walt Disney Concert Hall

Walt Disney Concert Hall

Im Vergleich zu den Tagen vorher war es hier in Downtown nicht nur warm, sondern sehr warm, schon fast sommerlich heiß, in der Sonne war es kaum auszuhalten. Daher kürzten wir unseren geplanten Fußweg auch ab, drehten um und holten unser Pferdchen aus seiner Wartebox, um nun – wie echte Amerikaner – unser nächstes Ziel auf 4 Rädern anzufahren: Walt Disney Concert Hall. Ein total verrücktes, aber irgendwie doch beeindruckendes Gebäude, das Sandy vom Auto heraus fotografieren musste, denn ein Stopp war im laufenden Verkehr nicht möglich.

Griffith Observatory

Griffith Observatory

Dann fuhren wir weiter in den Griffith Park, um vom Griffith Observatory (der Sternwarte) nicht nur einen Blick auf die Stadt, sondern auch einen auf DAS Zeichen von L.A. zu werfen: HOLLYWOOD, die großen weißen Buchstaben oberhalb der Stadt in den Hollywood Hills. Bei der Anfahrt schien es, als sei es oben recht ruhig im Hinblick auf Besucher, aber das täuschte gewaltig! Da der Parkplatz am Observatory auch nicht soooo groß ist, mussten wir ein wenig cruisen, bis dann endlich ein Plätzchen für unseren Mustang frei wurde.

Sandy berichtet: „Dann fuhren wir rauf zum Griffith Observatory und ich Trottel hatte so gaaaaar keinen Plan, WAS das bedeutete. Sternwarte – klar, logisch. Blick auf die Stadt – wenn’s auf nem Hügel liegt, auch klar und logisch. Marika erzählte auch einfach nix, sondern ließ mich ins Ungewissene rennen! Wir fuhren dann auf besagten Hügel und während der Parkplatzsuche schweifte mein Blick ab und ich sah ES: Das Hollywood Sign! Das hatte ich beim Begriff „Griffith Observatory“ irgendwie so gar nicht auf dem Schirm gehabt! Schon als Kind mit 10 oder 12 Jahren hatte ich davon geträumt, dieses Zeichen einmal live zu sehen. Foto war natürlich Pflicht!“

Hollywood Sign

Hollywood Sign

Leider hat man vom Griffith Park aus den Blick Richtung Süden, also gegen die Sonne.

Downtown

Downtown

Aber trotzdem ist es beeindruckend, das scheinbar endlose Häusermeer zu sehen, das nur an zwei Stellen durch Skyscrapers unterbrochen wird: in Downtown L.A. im Süden und in Century City im Nordwesten.

Nachdem wir einmal um das Observatory gegangen waren und auch ausgiebig das Hollywood-Sign abgeknipst hatten, machten wir uns auf ins Gewühl am Hollywood Boulevard. Dort nahmen wir das erste Mal Valet-Parking in Anspruch in einer Tiefgarage in einer Seitenstraße und erreichten von dort in wenigen Schritten das berühmte „Grauman’s Chinese Theater“ mit seinen weltbekannten Hand- und Fußabdrücken der Stars.

Sandy erzählt: „Dann ging es runter vom Hügel und ich verabschiedete mich mental schon vom Hollywood Sign, nichtsahnend dass ich es gleich wiedersehen würde. Mitten in Hollywood fuhren wir in ein Parkhaus und übergaben den Mustang an einen Mexikaner. Ich gebe „meine Sachen“ ja nicht gerne aus der Hand und so war ich völlig perplex! „Äh, wie jetzt? Was machen die mit unserem Auto?“ – „Die parken das halt!“ – „Ja, aber… warum? Wir können das auch alleine! Die sollen bloß nix kaputtmachen!“ Mein erstes Valet Parking Erlebnis – mittlerweile find ich das ganz praktisch.

Kaum das Parkhaus verlassen, liefen wir in eine Straße, ich blickte auf den Boden und erblickte Sterne! Ich war tatsächlich auf dem Hollywood Boulevard, genauer gesagt: Ich war auf dem Walk of Fame! Völlig verrückt und einfach nur genial.“

Walk of Fame

Walk of Fame

Das „Grauman’s“ ist ein MUSS bei einem Besuch von L.A.! Genauso wie das Schlendern – soweit Schlendern bei der Menschenmenge überhaupt möglich ist – über die im Boden eingelassenen Sterne der Stars.

Grauman's

Grauman’s Chinese Theater

Dazu muss man immer wieder irgendwelchen Actors ausweichen, die als Filmcharaktere verkleidet sind: wir trafen z.B. Spiderman sowie Chewbacca und Darth Vader. Ehrlich – bei den Temperaturen wollte ich nicht in den Kostümen stecken.

Hollywood & Highland Center

Hollywood & Highland Center

Das Chinese Theater ist heute integriert im Hollywood & Highland Center, einem neueren interessant gebauten Einkaufs- und Kinozentrum, das aus zwei Kreishälften besteht, die an einer Seite durch Fußgängerbrücken in den verschiedenen Etagen verbunden sind. Von diesen Brücken hat man einen direkten Blick aufs Hollywood Sign (das mal wieder näher aussieht, als es in der Realität tatsächlich ist).

Nachdem wir noch in einem Souvenir Shop vorbeigeschaut hatten, ließen wir uns unseren Mustang wieder vorfahren, programmierten die Edeltraut mit unserem nächsten Ziel, und los ging’s Richtung Santa Monica Pier.

Santa Monica Pier

Santa Monica Pier

Auch dieser Pier ist heute nicht mehr gewerblich genutzt. Oder eigentlich doch, halt souvenir- und touristisch-gewerblich, nicht mehr durch Fischer. Hier befindet sich ein ständiger Vergnügungspark mit Riesenrad, Karussell und Achterbahn, natürlich diversen Fressbuden und Souvenirshops und auch – in L.A. unvermeidbar – irgendwelchen Möchtegern-Künstlern. Wobei man sagen muss, die eine Sängerin, die auftrat und u.a. einen Song aus Cats zum Besten gab, die war wirklich gut.

Außerdem endet auf dem Pier der berühmte Highway 66, worauf ein extra aufgestelltes Straßenzeichen deutlich hinweist.End of Route 66

Sandy: „Nächste Station war der Pier in Santa Monica. Tja, was soll ich sagen… Sonne, Strand, Palmen an jeder Ecke… es war einfach Kalifornien wie im Bilderbuch!“

Am Strand

Baywatch-Feeling pur

Von Santa Monica aus wollte ich eigentlich am Meer entlang über Venice Beach Richtung Unterkunft fahren, aber aufgrund einer Straßensperrung gerieten wir hier etwas auf Abwege, so dass wir uns schließlich auf Edeltraut verließen, die uns tapfer den Weg nach Marina del Rey wies, wo sich unser letztes, teuerstes und schönstes Hotel befand.

Sandy meinte: „Dann ging es nach Marina del Rey ins Jamaica Bay Inn, dem letzten und schönsten Hotel. Wieder Valet Parking und auch sonst war es einfach nur cool. „

Dieses Hotel (das Jamaica Bay Inn) ist erst 2013 fertig gebaut worden, entsprechend neuwertig waren die Räumlichkeiten und die gesamte Anlage. Unser Zimmer lag im Erdgeschoss am Ende des Flures, direkt am Notausgang, der den kürzesten Weg zum direkt vor unserem Balkon liegenden Pool und zur Jaccuzzi öffnete. Ich fand’s toll.

Mother's Beach

Blick auf Mother‘ Beach von unserem Zimmer aus.

Ein Blick aus dem Fenster bzw. vom Balkon zeigte hinter dem Pool den flachen weißen Sandstrand von „Mother’s Beach“, auf der anderen Seite der Marina liegen die kleinen Schifflein der armen mittellosen *hust* Menschen der Umgebung.

Inzwischen war es fast dunkel geworden, und heute taten wir das, was wir schon öfter vorhatten, aber dann doch nicht wahr gemacht hatten: wir zogen uns um und hüpften in den Pool. Genauer gesagt, erst mal in die Jaccuzzi, bis wir so richtig köchelnd aufgewärmt waren, und dann schnell rüber ins Schwimmbecken zum Wieder-Abkühlen.

Es war herrlich! Und endlich hatten wir Gelegenheit, den vom Hundeforum geforderten Fotowunsch wenigstens zum Teil zu erfüllen. d-bunny1

Sandy meinte dazu: „Hinterher ging es dann noch in den Jacuzzi. Es war einfach nur HERRLICH. Soooo warm und entspannend und lustig (beim Making-of des Bunny-Fotos hättet ihr dabei sein müssen – ich hab mir fast in die Hosen gemacht). Ich glaube, Marika und ich hätten so an sich locker noch ne Woche im Jamaica Bay Inn bleiben können. Dieses Hotel als krönenden Abschluss auszuwählen, war echt eine geniale Idee!“

Schließlich waren wir aber gründlich durchgekocht, also ging’s zurück ins Zimmer, und dann entschieden wir, im hoteleigenen Restaurant zu essen.

Wir wurden dort von der Empfangsdame an einen kleinen Tisch geleitet – wir saßen draußen -, und dann kam unser Kellner, um uns nach unseren Wünschen zu fragen. Hach, unser kleiner Duracellhase *soifz*. So haben wir ihn später getauft. Ein junger Mann Mitte 20, asiatischer Herkunft, sehr freundlich, sehr aufmerksam, und ständig in Bewegung. Dazu kam seine Begeisterung über unsere Essenswahl, das war schon urkomisch. Ich glaube, wenn ich eine Ladung „Fresh cow poo“ bestellt hätte, wäre er auch begeistert gewesen („excellent choice“!).

Sandy beschreibt das so: „Abendessen gab es im Beachside Restaurant, welches direkt im Hotel liegt. Von unserem Duracell-Häschen hat Marika ja schon berichtet. Das war ein junger, asiatischer Kellner, bei welchem man den Eindruck hatte, dass er einem jeden Moment um den Hals fällt, weil er sich so freut, einen bedienen zu dürfen. Herzallerliebst, das Bürschchen. Und von unserer Essenswahl war er auch so begeistert, dass es schon fast was von einer Musicaleinlage hatte. „

Ich hatte – im Hinblick auf die bisherigen Hauptgerichtsmengen – mir nur einen Appetizer bestellt (Ahi-Thunfischtatar), was sich dann entsprechend der Warnung vom Duracellhäschen als „quite small“ entpuppte – aber so was von lecker, dass ich glatt noch eine Portion bestellte. Auch Sandy schien mit ihrer Wahl zufrieden zu sein. Und gemütlich sitzen konnte man auch.

Also eigentlich ein rundum gelungener Tagesabschluss.

 

–> 25. September 2014 – Wir gehen zum Film! Universal Studios

 

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