Bye bye Hollywood Hills!

<– 25. September 2014 – Wir gehen zum Film! Universal Studios

Da war er also, der gefürchtete „letzte Tag“. Das letzte Mal Kofferpacken, das letzte Mal Zimmer überprüfen, das letzte Mal auschecken, das letzte Mal unser Pferdchen beladen und fast das letzte Mal uns von Edeltraut hörtsen lassen.

Doch wir hatten noch einen Programmpunkt auf der Liste: Briefmarken für Sandys letzte Postkarten kaufen. Dazu befragten wir Edeltraut, die uns schlussendlich auch an das Postoffice von Marina del Rey lotste. Allerdings öffnete dieses erst um 10 Uhr, so dass wir noch gegenüber im Grocery Store einkaufen konnten. Erster Gedanke war, beim dortigen Starbucks was zu holen, aber dann entdeckten wir eine große Theke mit frischen Salaten, die sehr lecker aussahen. Und daher pickten wir uns dort etwas heraus, setzten uns in unser Auto und genossen ein leckeres Frühstück aus der Hand unter freiem Himmel, denn aufgrund des wunderschönen Wetters hatten wir natürlich ein letztes Mal das Dach geöffnet.

Kleine Begebenheit am Rande: als wir nach dem Einkauf auf unser Auto zuliefen, bemerkten wir eine Frau, die etwas irritiert herumlief und gerade in Hörweite eine andere Frau fragte, sie hätte gehört, hier sei irgendwo ein Starbucks? Die andere Dame wusste nun aber auch nicht, ob und wo. Aber wir! Also ganz lässig kurz eingemischt: „You’re looking for a Starbucks? It’s over there, at …“ . So, als würden wir hier jeden Tag einkaufen gehen und uns super auskennen.

Um 10 Uhr ging’s ins Postoffice, Sandy wurde ihre Karten los und ich damit das letzte Bargeld. 2 US-Dollarscheine waren noch in meiner Börse, das komplette Kleingeld hatten wir am Morgen mit in unseren Umschlag fürs Zimmermädchen deponiert.

Strecke Hotel - FlughafenWir waren zwar früh dran, aber es war zu wenig Zeit, um noch was anderes „richtiges“ zu unternehmen, deshalb fuhren wir nun schon zu Hertz. Ich erinnerte mich an meine letzte Automietung in USA, da dauerte das mit der Rückgabe ziemlich lange. Aber nicht hier bei Hertz Los Angeles. Reinfahren, einen Stellplatz angewiesen bekommen, Koffer ausgeladen. Parallel kam eine Hertz-Tante mit Tablet, tippte dort was ein, fragte, ob alles ok gewesen sei, und das war’s dann auch schon mit Formalitäten.

Jetzt hieß es für uns nur noch: rüber zum Hertz-Shuttlebus und damit ab zum Flughafen.

LAX

LAX

Dort suchten wir uns den passenden Schalter und wollten uns gerade brav in der Schlange anstellen, als wir zur Seite gewunken wurden und am Nebenschalter einchecken durften. So waren wir innerhalb von 5 Minuten unser Gepäck los und standen vor der Frage: was jetzt? Wir gingen hoch in einen Warteraum in der ersten Etage und guckten ein wenig aus dem Fenster. Allerdings war dort die Klimaanlage so kalt gestellt, dass es im Laufe der Zeit wirklich ungemütlich wurde, also zogen wir nach unten um und entschieden uns, bereits jetzt an unser Gate zu gehen.LAX

Nun war ich im neuen Tom Bradley International Airport noch nicht gewesen, bei meinem letzten L.A.-Besuch sah das alles noch ganz anders und mit viel Baustelle aus. Daher hatte ich keine Ahnung, wie es nun „hinter den Kulissen“ aussieht.

Kurz gesagt: problemfreie Pass-, Ticket- und Handgepäckkontrolle, mit Ganzkörperscanner, bei mir. Und auch Sandy wurde dieses Mal die Sprengstoffkontrolle erspart. Dafür wurde sie an einer der Bänke, wo man sich seine Schuhe wieder anziehen konnte, fündig und entdeckte ein verlorenes Ticket, das wir brav einem der Flughafenfritzen in die Hand drückten, damit er sich um den entsprechenden Passagier kümmern konnte.

LAXWir waren nun bereit für den inneren Flughafenbereich – und ehrlich, der hat es in sich. Sieht gar nicht schlecht aus, ist riesig, und irgendwie war gar nicht so viel Betrieb, hatte ich das Gefühl. In Frankfurt jedenfalls schien mir mehr los zu sein.

Wir wanderten einmal der Länge nach durch das Gebäude, auf dem Rückweg ließen wir uns vom Förderband tragen. Dann stand auch schon unser Flugzeug am Gate bereit, wobei noch etliche Zeit war bis Check-in.

Ich hatte verzweifelt versucht, unsere letzten 2 Dollar los zu werden, aber da auf den ausgewiesenen Preis ja immer noch die Mehrwertsteuer aufzuaddieren ist, waren alle Sachen – selbst das kleinste Getränk – zu teuer. Immerhin stehen überall Trinkbrunnen, verdursten muss also niemand.

Und die zwei Dollar bilden jetzt den Grundstock für den nächsten Amerika-Urlaub.

Schließlich durften wir ins Flugzeug – dieses Mal eine Boeing 747, suchten unsere Plätze, die in der Mitte der Reihe waren, verstauten das Handgepäck, so gut es eben geht, und warteten auf den Start.

Den Flug kurz zusammengefasst: es war warm, die Luft war trocken und wir brauchten ständig was zu trinken, die Filme waren die gleichen wie auf dem Hinflug, dieses Mal funktionierte die Anzeige der „actual flight details“, das Essen war auch nicht besser oder schlechter, und obwohl der Flug um eine Stunde kürzer angesetzt war mit 9 ¾ Stunden, empfand ich ihn als wesentlich länger und anstrengender als den Hinflug.

Schließlich aber landeten wir wieder auf deutschem Boden. Erster Gang war wieder die Suche nach einer Toilette – es fiel gleich auf, dass die nicht so sauber wie in USA war. Dann ging’s zur Passkontrolle, wo wir problemfrei („Hi“ „Hi“ „Danke“ „Tschüss“) durchkamen, es folgte der obligatorische Weg quer durch den Flughafen zur Gepäckausgabe, wo mein Koffer auch gleich kam, kurze Zeit später gefolgt von Sandys. Nur hatte dieser seinen Schutzoverall nicht mehr an, und auch der Sicherheitsgurt war nicht mehr senkrecht, sondern waagrecht befestigt. Hups!?

Sandy prüfte gleich nach: der Koffer war aufgebrochen. Der Schutzoverall lag zusammengefaltet drin und dazu ein Zettel der amerikanischen Zollbehörde, dass dieser Koffer routinemäßig herausgepickt und untersucht worden war. Wir vermuten stark, dass der Beutel Santa-Monica-Beach-Sand, den Sandy eingepackt hatte, an dieser Kontrolle schuld war, obwohl der Beutel noch original wie von Sandy verpackt war. Vermutlich beim Röntgen aufgefallen und für Rauschgift gehalten worden… Tja, wie war das? „Ich bin noch nie geflogen, ich will alles mitnehmen?“ Immerhin: das Schloss war zwar aufgebrochen, aber nicht kaputt, und alle Sachen waren noch da.

Leider hatte es nicht wie geplant geklappt, dass eine Freundin uns abholte, so machten wir uns direkt auf zu den Zügen, und wir hatten das Glück, dass der von mir herausgesuchte Zug (auch wenn ich dafür keine Platzkarten gekauft hatte) direkt innerhalb weniger Minuten einfuhr. Obwohl wir in der 1. Klasse fuhren, hatte Sandy zu meckern („Ich hasse Bahnfahren.“), aber die halbe Stunde bis Mannheim hielt sie dann doch durch.

In Mannheim ging es weiter mit der Straßenbahn, die passende Linie hält Gott sei Dank direkt vor dem Bahnhof. Während wir auf die StraBa warteten, rief ich schnell bei meinen Freunden, die die Hunde versorgten, an und meldete mich zurück. Erst anschließend erreichte ich meine Eltern, so dass auch dieser Pflichtteil für den Moment erledigt war.

Endgültig zuhause hievten wir mühevoll das Gepäck nach oben. Kaum im Wohnzimmer, war mit Sandy nix mehr anzufangen, sie war fix und alle.

Ich dagegen fühlte mich noch einigermaßen fit, weshalb ich auch gleich noch zum Einkaufen fuhr, denn wir hatten nichts mehr zu trinken im Haus. Als ich zurückkam, schlief oder döste Sandy auf der Couch, daher zog ich mich ins Schlafzimmer zurück und haute mich auch für ungefähr 1 ½ Stunden aufs Ohr.

Dann kochte ich was – schließlich konnten wir nicht ganz ohne zu Bett gehen -, wir betrachteten noch meine alten Amerika-Fotoalben (da kam uns manches soooo bekannt vor), ich kopierte Sandys Bilder auf mein Tablet und meine Fotos auf einen Stick für sie. Gegen 22 Uhr überließ ich das Wohnzimmer endgültig Sandy und zog mich zum Schlafen zurück. Am nächsten Tag wollten wir morgens in den Luisenpark, den Sandy ja noch nie besucht hatte.

Tja, und damit war Amerika endgültig für uns abgeschlossen. Leider. Die zwei Wochen waren wie im Flug vergangen, wir haben wahnsinnig viel gesehen und erlebt, und es war – wenigstens für mich – ein sehr schöner Urlaub gewesen.

 

Ende – bis zum nächsten Trip!

 

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