Birds and Lights

Good Morning, Vegas!

Was macht man, wenn man einen ganzen Tag in Vegas hat? Logisch, man geht Vögel fotografieren! Von früh bis spät am Strip zu bleiben ist nicht unser Ding. Wir müssen raus aus diesem verrückten Chaos, raus in die Natur und zu den Tieren, wo wir uns halt einfach am wohlsten fühlen. Und da bietet sich das Bird Viewing Preserve in Henderson an.

Nachdem wir am Morgen ausgiebig das riesige Badezimmer genutzt haben (Sandy meint, ihr Wohnzimmer sei kleiner als diese “Nasszelle”), lassen wir uns Fury vorfahren und machen uns also auf den Weg in den Nachbarort von Las Vegas.

Das Preserve hat täglich von 6-14 Uhr geöffnet und der Eintritt ist kostenlos. Eigentlich wollten wir ja um 6 Uhr dort sein, um Roadrunner und Kojoten zu sehen. Aber irgendwie… hatten wir keine Lust.

Das Preserve sind mehrere flache künstliche Seen, die von hunderten von Vögeln als Rastplatz genutzt werden. Je nach Jahres- und Tageszeit kann man hier also die verschiedensten Wasser- und Zugvögel beobachten.

Das Preserve wird von ehrenamtlichen Mitarbeitern betreut, der Besuch ist kostenlos. Natürlich hindert einem niemand, eine kleine Spende zu hinterlassen…

Als wir am Parkplatz eintreffen, stehen nur zwei weitere Fahrzeuge dort. Als erstes gehen wir ins Verwaltungsgebäude, wo wir einige Informationen bekommen können und uns in Besucherlisten eintragen müssen. Diese Listen benötigt das Preserve als Nachweis für seine Daseinsberechtigung als Besuchermagnet, daher tragen wir uns natürlich gerne ein. Außerdem nutze ich noch die Gelegenheit zum Besuch eines bestimmten Örtchens.

Dann geht es nach draußen. Als erstes entdecken wir einige Futterstationen für Kolibris und Sandy versucht sich gleich an ein paar Fotos.

Kolibri im Gegenlicht

Etwas weiter den Weg entlang huschen ein paar California Quails durchs Gebüsch. Während Sandy die „Verfolgung“ aufnimmt, blicke ich den Weg entlang. In vielleicht 10 m Entfernung liegt ein seltsamer, weiß-schwarzer Stock auf dem Weg. Aber halt! Der Stock bewegt sich ja. Das ist gar kein Stock, das ist eine Schlange. Aufgeregt mache ich Sandy aufmerksam, und wir nähern uns dem Tier, das sich absolut nicht stören lässt, vorsichtig. Unsere erste (und einzige) Schlange ohne Glasschutz! Und noch nicht einmal eine kleine, sondern eine recht stattliche noch dazu. So 1,20 bis 1,50 m wird sie schon gehabt haben. Später erfahren wir, dass es sich um eine California King Snake/Kalifornische Königsnatter/Lampropeltis getula californiae handelt, eine ungiftige Kettennatterart.

Während wir gemütlich in praller Sonne über das Gelände schlendern, beobachten wir Echsen, Schmetterlinge, Libellen und die unterschiedlichsten Wasservögel, vor allem natürlich Enten, Sichler, Reiher und Tauchhühner. Auch eine Gruppe Pelikane schwimmt auf einem der Seen und etliche Rauchschwalben versammeln sich in den Bäumen.

An einer Aussichtsplattform entdecken wir einen kleinen Schwarm von wilden Wespen, die sich aber von uns nicht stören lassen. Etwas weiter hoppelt ein Kaninchen durchs Gebüsch.

Bei stärkerem Wind besteht die Gefahr, dass Hoppelchen abhebt….

Es ist ruhig und friedlich. Und sehr, sehr warm. Und sonnig. Kaum Schatten. Kurz: es ist zwar wunderschön, aber zu heiß.

Opuntie mit Sonnenbrand

Daher sehen wir uns gezwungen, den Besuch abzukürzen. Zurück am Verwaltungsgebäude setzen wir uns in der Nähe der Kolibri-Futterstationen in den Schatten, um ein wenig abzukühlen.

Dort erhalten wir Besuch von einer der freiwilligen Helferinnen, von der wir dann auch erfahren, um was für eine Schlange es sich gehandelt hat. Wie üblich werden wir gefragt, woher wir kommen, was wir gemacht haben während unseres Urlaubs, wo wir gewesen sind und wie es uns gefallen hat. Als die Lady erfährt, dass wir in Yosemite gewesen waren, ist sie ganz begeistert, denn dort möchte sie auch unbedingt einmal hin. Worauf wir ihr dann – innerlich grinsend, äußerlich ernst und gemessen – den Panorama Trail ans Herz legen, weil „den muss man einfach mal gelaufen sein“.

Inzwischen ist es fast Zeit, an den Flughafen zu fahren. Die halbe Stunde Mietdauer, die wir der Autovermietung schenken, ist nicht schlimm.

Auf dem Weg kommen wir am Cowabunga Water Park vorbei.

Hier scheint im Moment aber noch nicht viel los zu sein.

An der Mietwagenstation am Flughafen geht die Rückgabe unseres Autos schnell und schmerzlos, ein kurzer Kratzercheck (wir haben keine gemacht), ein kurzes „alles ok? – Ja, alles super!“, und schon sind wir entlassen. Ach ja, Fury… Es tut uns leid, dich so allein zurücklassen zu müssen. Mach’s gut! Ford Mustang CV forever!

Wir verlassen das Gebäude und nehmen uns ein Taxi, das uns ins Bellagio zurückfährt.

Noch einmal raffen wir uns auf und begeben uns auf den Strip. Dabei besuchen wir endlich das Hotel/Casino „Caesar’s Palace“, an dem wir bisher nur vorbeigelaufen sind.

Hier darf man erst ab einem bestimmten Kreditlimit rein.

Trevibrunnen für Arme

Dann überqueren wir die Straße und halten nach etwas zu essen Ausschau.

Wo isst man, wenn man im Bellagio wohnt? Ganz klar: im Panda Express.

Das Essen ist lecker und die „mittlere“ Cola wird uns ewig in Erinnerung bleiben.

Anschließend besuchen das Venetian am Tag.

Auf dem Markusplatz gönnen wir uns ein echt italienisches Eis und schlendern dann am Kanal entlang, betrachten die Schaufenster und lassen es uns gut gehen.

Die Preise sind sehr gewöhnungsbedürftig.

Wir überlegen, ob der Leuchter noch in unser Gepäck passt…

Das Casino

Der Fußboden kann einem kirre machen…

… aber der Deckenhimmel ist klasse.

Gemütlich gehen wir zurück zum Hotel und machen dabei noch einen kleinen Abstecher zu den Flamingos und Pelikanen im Flamingo Hilton.

Dann versuchen wir in unserem Zimmer, die vielen Sachen in unserem Fluggepäck unterzubringen. Das ist gar nicht so einfach, und irgendwie haben wir auch gar keine Lust dazu. Aber was sein muss, muss sein…

Sandy stellt fest: Ich brauch noch einen Koffer! Offenbar hat sie doch zu viel eingekauft und zu viel Sand eingesackt.  Wir ziehen also los in den großen Giftshop beim Linq, sie sucht einen Koffer (ganz toll: schwarz mit goldener Aufschrift „LAS VEGAS“ ) und kauft ihn von unseren (fast) letzten Dollars.

Wieder im Hotelzimmer flippen wir dann vollkommen aus und bestellen uns ein fettes Abendessen per Roomservice. Das Essen kommt schnell und schmeckt sehr lecker, leider packen wir nur einen Teil.

Oben im Bild: Sandys unauffällige Neuerwerbung

Jetzt ist endgültig die Luft raus. Eigentlich hatten wir überlegt, eine der vielen Shows zu besuchen, so als Abschluss der Reise. Aber wir können uns nicht aufraffen.

Wir genießen noch ein wenig die Aussicht, und dann gehen wir das letzte Mal auf amerikanischen Boden ins Bett.

zurück: 29. September 2016

weiter: 01. Oktober 2016