Bye bye Love

Der Wecker klingelt heute extrem früh, denn wir werden bereits kurz vor 6 Uhr von unserem Fahrdienst abgeholt.  Mit vollgepackten Koffern und Taschen machen wir uns auf den Weg in die Lobby, wo gerade geputzt wird und ansonsten nix los ist.

Der Check-out vom Hotel ist problemlos, und die Fahrt zum Flughafen ebenfalls. Er liegt ja nicht weit weg und am frühen Morgen ist selbst im geschäftigen Las Vegas etwas ruhiger.

Der Flughafen von Las Vegas wäre nicht der Flughafen von Las Vegas, wenn es hier keine Spielautomaten geben würde.

Jetzt, am frühen Morgen, ist hier noch nicht viel los.

Am Flughafen geben wir unser Gepäck noch draußen vor dem Eingang auf und gehen rein. Beim Check-in wird uns gesagt, dass wir die Schuhe anlassen dürfen (in den USA ist es sonst üblich, dass man sie bei der Sicherheitskontrolle immer auszieht), weil wir ein First Class-Ticket haben. Aber wir ziehen sie trotzdem aus. Da bricht man sich nun echt keinen Zacken aus der Krone, auch wenn man so verdammt cool ist wie wir. Die Kontrolle verläuft bei Sandy ausnahmsweise problemlos, aber dafür wird mein Handgepäckskoffer durchsucht und ich muss eine Creme wegen zu viel Inhalt abgeben, die ich am Bryce Canyon als Mitbringsel gekauft habe. Ich kann es mir nicht verkneifen, sie dem Sicherheitsmann anzubieten: „You can use it now!“ Leider darf er ja nichts entgegen nehmen, denn er scheint die Creme zu kennen. „That’s very good stuff!“ stellt er fest.

Das Flughafentransportsystem bringt uns zum Gate.

Was für ein Gedrängel….

Das Flugzeug der United Airlines wird uns nach San Francisco bringen, wo wir in unsere Lufthansa-Maschine umsteigen. Da der Hüpfer der UA keine Businessklasse bietet, werden wir in der ersten Sitzreihe, der sogenannten First Class, untergebracht. Nun ja, diese First Class entspricht noch nicht mal der einfachen Eco-Klasse im A380. Aber für die kurze Flugstrecke ist das schon ok. Immerhin bekommen wir Getränke angeboten ganz nach Wunsch.

Kurz nach dem Start

Über der Wüste

Das sieht ganz nach Death Valley aus.

Die Sierra Nevada

Über Yosemite

Und der Pilot machte die tolle Durchsage „Wenn Sie jetzt zwischen ihre Füße gucken, sehen Sie das Yosemite Valley!“ – Sehr witzig!

Die Bay Area

Bay Area

In San Francisco landen wir am Domestic Terminal. Eigentlich ist das gar nicht so weit zum International Terminal. Wenn man über die Parkplätze der Flugzeuge laufen würde. Der Flughafen ist nämlich wie ein Hufeisen geformt, und wir haben an der einen „Fersenspitze“ angedockt und müssen nun ganz an die andere „Fersenspitze“ marschieren.

Vorher müssen wir aber erst unsere Koffer abholen und diese dann durch das ganze Gebäude mitschleppen. Und die Strecke zieht sich. Irgendwie panoramatrailähnlich… Immer wieder liegt auf der Strecke Teppichboden, was natürlich gerade mit Rollkoffer sehr unangenehm und bremsend ist. Sandy flucht ganz schön, ihre Arme werden immer länger. Aber schließlich haben wir es geschafft, der Lufthansa-Schalter ist allerdings noch nicht besetzt. Also suchen wir eine Sitzgelegenheit und warten erst einmal ab.

Sandys Gepäck

Wir haben ja Zeit. Ich gehe  auf die Suche nach Kaffee und finde stattdessen Wandkalender.

Irgendwann öffnet der Schalter aber endlich und wir können die Koffer abgeben und uns zur Sicherheitskontrolle begeben. Eigentlich klappt auch hier alles recht gut, nur verpassen wir nach der Kontrolle den Eingang für die Lufthansa Business Lounge, die sich gleich hier befindet, während unser Gate ja ganz am Ende des Gebäudes ist.

Wir haben aber keine Lust, nochmal zurück zu marschieren. Erst einmal genau orientieren, was sich wo befindet. Zeit haben wir immer noch ausreichend. Und inzwischen haben wir auch Hunger, Frühstück ist ja ausgefallen. So holen wir uns etwas in einer Snackbar direkt am Gate.

Weil ich Sandy ja den ganzen Urlaub damit aufgezogen habe, sie solle sich doch einen Caesars Salad bestellen, tut sie das dann auch endlich mal. Und das Getränk ist die amerikanische Fanta. Die ist nicht gelb, sondern orange und schmeckt ekelhaft, meint Sandy.

Danach bleibt Sandy bei unserem Handgepäck sitzen, während ich in einem Laden mit diversen Souvenirs aus San Francisco vorbeischaue. Aber bis auf zwei Califonia Bears und zwei Päckchen Hickies finde ich nichts Bemerkenswertes. Sandy besorgt sich noch etwas Lesestoff.

Schließlich ist es soweit und das Boarding beginnt. Sandy hat wieder den Fensterplatz, dieses Mal auf der rechten Seite des Flugzeugs.

Unser Flugzeug kommt.

Einigermaßen pünktlich hebt die A380 ab und macht sich auf den Rückweg.

Über der Stadt hält Sandy das Handy bereit, denn unverschämterweise liegt die Golden Gate Bridge heute nicht im Nebel und sie will sie unbedingt von oben fotografieren.

Downtown SF

Dann war sie zu sehen! Wir haben sie alle gesehen! Und als Sandy abdrückt, dreht der Pilot ganz leicht und sie erwischt nur die Hälfte. Es ist zum Ausflippen, aber das Foto wäre so oder so nicht sonderlich aussagekräftig gewesen. Eine Lupe braucht man sowieso. Gaaaaaanz links sieht man ein bisschen…

Egal, dafür hat sie die Bay Bridge und Treasure Island umso besser erwischt.

Dann geht wieder die Fresserei los!

Blick aus dem Fenster

Der Flug ist ruhig, und wir können tatsächlich einige Zeit schlafen. Den Rest der Zeit verbringe ich mit dem reichlichen Bordprogramm, bis wir in Frankfurt weich landen.

Die Skyline von Frankfurt

Unser Gepäck ist auch mitgekommen, leider hat mein Koffer einen Knacks abbekommen (Ecke eingedellt), aber es ist mir zu anstrengend, bei der Lufthansa zu reklamieren. Zollkontrolle entfällt, wir können genau wie 2014 einfach durchmarschieren.

Warum erinnert mich das Gepäckband nur an ein Roulette-Rad?

Kaum draußen, klingelt mein Handy, unser Fahrdienst meldet sich und wir verabreden, wo vor dem Flughafen wir uns treffen wollen. Auch das funktioniert ganz gut. Es ist der gleiche Fahrer wie auf der Hinfahrt, sozusagen gleich ein bekanntes Gesicht. Trotz der Baustellen auf der Autobahn kommen wir gut durch den Verkehr und sind wie geplant zuhause bei mir.

Fazit: Es war anstrengend. Es war wahnsinnig viel Input. Aber es hat alles so geklappt wie geplant, sogar besser als erhofft. Die intensive Vorbereitung und die Detailplanung haben nicht nur viel Spaß gemacht, sondern sich auch gelohnt, denn wir konnten so nach Lust und Laune kurzfristig umdisponieren, ohne groß vor Ort nach Ausweichmöglichkeiten suchen zu müssen. Unsere Hotels waren alle gut bis sehr gut, wir haben uns überall wohl gefühlt und sehr gut geschlafen (nachdem der Jetlag bei Sandy mal vorüber war). Ok, auf die Blasen bei Sandy hätten wir verzichten können, dann hätten wir noch das eine oder andere „mitgenommen“ bzw. unternommen, aber was soll’s.

Um es ganz kurz zu sagen: Es war einfach ein geiler, erlebnisreicher Urlaub, den wir nicht missen möchten…

zurück: 30. September 2016