Elephants, Indians and Dinosaurs

Wieder ein wunderschöner Sonnenaufgang.

Nach einem gemütlichen Frühstück im Restaurant geht es los, zurück via Kayenta nach Westen.

Die heutige Route

Die Abfahrt zu unserem ersten Tagesziel haben wir bereits auf dem Weg ins Monument Valley gesehen und bemerkt, dass sie viel besser ausgebaut ist als auf Streetview zu sehen. Daher besteht keine Gefahr, dass wir sie verpassen. Von der Kreuzung aus geht es einige Meilen ins Hinterland. Die Gegend scheint einsam und verlassen, eine Autopanne wäre sicherlich kein Vergnügen. Aber die Straße ist ganz ok, und wir erreichen unser Ziel problemlos.

Das „Navajo National Monument“ ist ein weniger bekanntes Besucherziel. Am Tsegi Overlook halten wir, um die erste Aussicht zu genießen.

Tsegi-OverlookDie Gegend ist geologisch etwas besonderes, wie uns eine Informationstafel erklärt.

Am Visitor Center wenige Meilen weiter stellen wir unser Auto ab.

Wir laufen auf dem

einem behindertengerecht ausgebauten Spazierweg entlang des südlichen Rim des Canyons bis zum Vista Point auf die alte Indianersiedlung Betatakin.

Gleich hinter dem Center entdecken wir eine nachgebaute Schwitzhütte, die man allerdings nicht betreten darf.

Hinweisschilder informieren über die Siedlung sowie über die Pflanzen- und Tierwelt der Umgebung. Betatakin ist ein Pueblo der Anasazi, der geheimnisvollen Indianergruppe, die Ende des 12./Anfang des 13. Jahrhunderts spurlos aus der Geschichte verschwand. Der Ort zählt zu den am besten erhaltenen Steinbauten dieses Volkes.

Insgesamt befinden sich hier im Park 3 Siedlungen, wovon 2 im Rahmen einer guided Tour besichtigt werden können (Betatakin und Keet Seel), der Zustand der dritten Siedlung ist kritisch, weshalb sie schon Ende der 60er Jahre für Besucher geschlossen wurde.

Selbst auf die Entfernung beeindruckt Betatakin durch seine schiere Größe.

Die Maße des Alkovens von Betatakin: 140 m hoch, 113 m breit und 41 m tief.

Eine genauere Besichtigung wäre sicherlich sehr interessant, allerdings dauern der Ab- und Wiederanstieg etliche Stunden, und diese Zeit ist heute nicht eingeplant.

Aber wir nehmen uns die Zeit und besichtigen wenigstens das Visitor Center etwas intensiver. Die dortige Ausstellung ist wirklich informativ und gefällt mir sehr. Es ist faszinierend, wie sich diese Menschen von dem scheinbar kargen Land ernähren konnten. Und das rätselhafte Verschwinden eines ganzen Volkes macht das alles noch interessanter…

Ein kleiner Sidestep in die Umgebung mit dem Auto wird leider durch eine Baustelle gestoppt. Trotzdem entdecken wir eine kleine Wasserstelle, die sicherlich von den Tieren der Umgebung gerne genutzt wird.

Wir fahren zurück auf den Highway 160, dem wir nach Westen folgen, vorbei an der Straße nach Page, die wir vorgestern in umgekehrter Richtung gefahren waren. Heute geht es einfach weiter gerade aus.

Wir warten auf unser nächstes Ziel, das direkt an der Straße liegen soll. Eigentlich müsste es längst aufgetaucht sein, oder? Aber es dauert noch ein paar Meilen, dann sehen wir sie: die beiden Felssäulen, die unter dem Namen „Elephant Feet“ bekannt sind.

Auf dem Parkplatz unterhalb der Füße stehen etliche Verkaufsstände der Indianer, wo wir Schmuck und andere handwerkliche Kunstgegenstände kaufen könnten. Aber uns interessieren nur die „Füße“, die wirklich gewaltig sind, viel größer, als wir gedacht hatten.

Erst mit einem Größenvergleich bekommt man ein Gefühl, wie hoch die Füße tatsächlich sind.

Auch hier in der Gegend hat es in den letzten Tagen geregnet, einige Stellen am Boden sind noch weich und feucht. Und neue Blumen sind aus der Erde gesprossen.

Der Highway 160 heißt auch „Navajo Trail“, denn wir befinden uns immer noch auf Indianerland. In Tuba City fahren wir zum Tanken, dann geht es weiter. Gespannt warten wir auf Hinweise auf unseren nächsten eingeplanten Halt. Schließlich entdecken wir ihn und Sandy macht aus dem fahrenden Auto ein Foto, denn dieser Hinweis ist wirklich sehenswert…

Allerdings sind die darauf gemachten Entfernungsangaben irreführend und irgendwie falsch gemessen, es dauert länger als gedacht, bis wir rechts den Weg zum Parkplatz entdecken.

Einige Verkaufsbuden kennzeichnen den Beginn des Geländes, auf dem man Dinosaurierspuren finden kann. Stolz weist ein Schild darauf hin, dass Parken kostenlos ist. Vom Internet wissen wir, dass kein Eintritt verlangt wird, sondern dass man von einem indianischen Führer abgeholt wird, der den Weg zu den Spuren kennt und die verschiedenen Abdrücke den diversen Dinos zuordnen kann.

Uns empfängt ein junger Bursche, so 14-16 Jahre alt, und bietet sich als Führer an. Großer Fehler! Groooooßer Fehler! Das Kerlchen ist zwar nett, hat es aber fürchterlich eilig und rennt fast von Spur zu Spur. Dabei wirft er uns die diversen Dinonamen an den Kopf, so schnell und hastig, dass man sich das gar nicht richtig merken kann. Von in-Ruhe-Foto-machen mal völlig abgesehen – aber Fotos werden sowieso total überbewertet.

Ein paar haben wir aber doch gemacht… Die kleineren Abdrücke werden mehr oder minder häufig mit Wasser gefüllt, damit man sie gut erkennen kann.

Bei den großen Abdrücken sind die Umrisse mit kleineren Steinen gekennzeichnet.

Vergleich mit Sandys Fuß

.Auch ein Dino-Nest mit Eiern ist zu finden, wenn man weiß, wo es sich befindet.

Nun ja, wir sind die Strecke in ungefähr 10 Minuten „überflogen“, ich schätze mal, ein anderer Führer hätte mindestens die doppelte Zeit gebraucht. Trotzdem oder vielleicht auch genau deswegen gebe ich dem Kerl ein ansehnliches Trinkgeld.

Die Dinosaurier-Tracks bei Tuba City sind vielleicht kein „Must“, aber da man ja nicht gerade überall über solche Spuren stolpert, schon ein „Can see“. Und sie bieten eine nette Abwechslung für eine kurze Fahrpause.

Inzwischen ist die Mittagszeit vorbei und wir nähern uns endlich unserem heutigen großen Ziel.

Nach vielen Meilen Autofahrt passieren wir die Kassenhäuschen des „Grand Canyon National Park“, den wir mal wieder anhand unseres Nationalparkpasses bargeldlos betreten bzw. befahren dürfen. Diese Karte, für die wir ja nur den halben Preis bezahlt haben, hat sich ohne Frage bezahlt gemacht.

Erster Halt am „Großen Tal“ ist am Watchtower im Osten, von dem man den ersten Eindruck erhält. Hier am Watchtower befindet sich auch das Memorial für die in den 60er Jahren bei einem Flugzeugabsturz umgekommenen Passagiere.

The Watchtower

Im Turm, den man besteigen kann, befindet sich eine kleine Künstlerausstellung sowie eine “Zweigstelle” des Visitor Centers mit Souvenirs.

Erster Blick auf den Canyon (östlicher Teil) mit Colorado River
Links im Hintergrund das Kaibab Plateau (2.400 m), rechts vom Fluss die Marble Platform (ca. 1.800 m)

Wir arbeiten uns nun von Vista Point zu Vista Point vor. Aufgrund der Größe des Canyons werden wir morgen nur im westlichen Teil unterwegs sein, deshalb ist heute der östliche Teil „dran“.

Der östliche Canyonteil vom Watchtower bis zum Grand Canyon Village

Ausblick auf die Hance Rapids des Colorado, eine der wohl gefährlichsten Stromschnellen des Flusses.

Blick auf den Watchtower im Osten

 

Die Formationen haben zum Teil wieder Namen, aber mir merken und sofort erkennen kann ich nur zwei: Isis’ Tempel und Wotan’s Throne.

Über dem Canyon fliegen mehrere Truthahngeier, sie können hier in den Aufwinden durch die Luft schweben, ohne auch nur ein Federchen bewegen zu müssen. Sie landen schließlich auf einem Felsvorsprung nicht weit von unserem Standort, erst einer, dann zwei und schließlich sogar drei.

Leider sind wir nicht die einzigen, die das bemerken, weshalb ich Sandy mit ihrer Kamera den Vortritt lasse und beiseite trete, damit auch andere Besucher eine gute Schussposition erhalten. Nicht, dass noch einer im Graben landet…

So arbeiten wir uns von Punkt zu Punkt vor. Auch wenn die Aussicht sich dadurch nicht spektakulär ändert, ist sie einfach faszinierend. Während am Bryce Canyon die Masse der Hoodoos begeistert, ist es am Grand Canyon die pure Weite und Größe dieser Schlucht.

Ein Blick auf die Uhr sagt uns, dass es Zeit wird, zum Hotel zu fahren. Dieses befindet sich westlich des Visitor Center im Grand Canyon Village, das im Prinzip aus 4 Hotels mit Restaurants besteht.

Das Grand Canyon Village von oben (Quelle: Google Maps). Der rote Kreis zeigt etwa die Lage unseres Zimmers an.

Unser Hotel von der Rim-Seite aus fotografiert.

Die “Thunderbird Lodge” besitzt keine eigene Rezeption, sondern wird von der Bright Angel Lodge mitverwaltet. Leider ist bei allen Hotels die Parkplatzsituation sehr schlecht, und wir müssen einige Zeit im Kreis fahren, um uns dann doch direkt vor der Bright Angel Lodge eine nicht ganz regelkonforme Stelle zum Halten auszusuchen. Check-in ist wie üblich ohne Probleme, wir erhalten die Schlüsselkarten und den Rat, einen Tisch fürs Abendessen (egal in welchem Lokal) telefonisch vorzubestellen und nicht auf gut Glück ins Restaurant zu gehen. Das kann ich lächelnd beiseite schieben, denn ich habe bereits von Deutschland aus eine Reservierung im vornehmsten Hotel, dem „El Tovar“, reserviert.

Erneut machen wir uns auf Parkplatzsuche, was aufgrund der Einbahnstraßenregelung ein recht aufwändiges Unternehmen ist. Als wir zum 4. Mal an der Thunderbird Lodge vorbeicruisen, winkt uns ein junger Mann vom Straßenrand aus zu und bedeutet uns, das Fenster zu öffnen. Wie es sich herausstellt, gehört er zu einem Gärtnertrupp, der gerade um die Lodge herum tätig ist. Ihm sind wir offensichtlich aufgefallen und er fragt, ob wir einen Parkplatz suchen. Was wir natürlich eifrig bejahen. Worauf er uns den Parkplatz anbietet, auf dem das Gärtnerfahrzeug steht, denn „wir sind für heute fertig und fahren jetzt los, da könnt ihr euch hinstellen.“ Ich könnte ihn umarmen und abbusseln… Wie es sich herausstellt, liegt der Parkplatz auch noch ganz ideal direkt am Zugangsweg zur Lodge.

Einmal geparkt ist uns klar: unser Fury hat erst einmal Ruhepause, der wird nicht mehr bewegt, bis wir endgültig weiterfahren müssen…

Unser Zimmer befindet sich im 1. OG, leider hat die Lodge keinen Fahrstuhl und wir müssen das Gepäck mal wieder die Treppen hochschleppen. Unser Zimmer ist aber ganz ok, der Ausblick auf den Canyon ist vorhanden, wenn auch nicht so großartig wie erhofft, da wir über das Dach des Erdgeschosses sowie den Weg am Rim entlang hinwegsehen müssen. Aber immerhin, man sieht ihn.

Nun ist es Zeit, an den Rim zu gehen, denn der Sonnenuntergang steht bevor.

Zurück im Zimmer machen wir uns ausgehfertig, denn in unseren Tagesklamotten möchten wir nicht gerade im „El Tovar Restaurant“ aufschlagen. Am Rim entlang laufen wir die wenigen Meter dorthin und werden auch gleich an unseren Tisch geführt.

Platzteller im El Tovar Restaurant

Unser Essen ist lecker und wir sind wirklich zufrieden mit dem Ausklang des Tages.

Abendessen

Nachtisch

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