Grandeur and Helicopter

Rechtzeitig weckt uns das Handy, damit wir den Sonnenaufgang nicht verpassen. Erste Amtshandlung des Tages ist daher der Besuch am Rim, bewaffnet mit Handy, Kamera und Stativ. Es sind doch etliche Mitbesucher ebenfalls bereit, früh aufzustehen, aber es gibt kein Gedrängel, der Rand ist weit genug für alle.

Wir stehen vielleicht nicht am idealsten Punkt für einen Sonnenaufgang (hier wären Mather Point oder Hopi Point besser gewesen, aber dazu hätten wir ja unseren Fury bewegen müssen), aber trotzdem ist es wunderschön.

Zurück im Zimmer packen wir unsere Sachen und beladen Fury.

Dann gehen wir frühstücken, und zwar in die Bright Angel Lodge, da wir hier ja sowieso die Schlüsselkarten zurückgeben müssen. Wir bemerken, dass viele Besucher offensichtlich im El Tovar frühstücken wollen, denn irgendwie scheinen wir „gegen den (Besucher-)Strom“ zu schwimmen. Entsprechend wenig los ist im Restaurant der Bright Angel Lodge, und wir sind irgendwie gar nicht böse darum…

Noch ein Besuch im Souvenir Shop, dann machen wir uns auf den Weg. Das Wetter ist heute sosolala, in einem Moment scheint die Sonne, dann wieder zieht eine Regenwolke vorbei und es nieselt. Daher beschließen wir, es auch hier am Canyon mit Shuttlehopping zu versuchen. Also ein Stück an der Rim entlang zu laufen und ggf. den nächsten Shuttlebus zu nehmen, wenn das Wetter schlechter werden sollte. Mit Fury können wir nicht fahren – selbst wenn wir wollten -, denn Richtung Westen ist der Weg für Privat-PKW gesperrt.

Wir wählen den Weg Richtung Hermits Rest.

Vorbei am Trailhead des Bright Angel Trails, der sich deutlich erkennbar in den Canyon schlängelt, wandern wir auf dem Zeitpfad entlang der Rim.

Stopp, Sandy! Willst du wirklich runter an den Colorado River?

Das Wetter ist weiterhin sehr wechselhaft. Im einen Moment scheint die Sonne warm in den Nacken, im nächsten nieselt es. Generell weht ein stetiger Wind, ohne Jacke ist es zeitweise ziemlich unangenehm. Beim Laufen und teilweise Treppensteigen merkt man die Höhe, in der man sich befindet. Man hat zwar irgendwie den Eindruck, auf Meereshöhe zu sein (der Weg zum Canyon führt über eine flache Ebene, die so langsam ansteigt, dass man diesen Anstieg im Auto gar nicht bemerkt) und „in ein riesiges Loch“ zu schauen, aber in Wahrheit befindet man sich ja auf einem riesengroßen „Berg“ und der Canyon selbst ist noch etliche Meter über Meereshöhe. Jedenfalls kommt man schon außer Puste, wenn man nicht aufpasst.

Blick auf das Grand Canyon Village mit El Tovar Hotel (hinten links mit dem Turm) und den Lodges. Vorne das sog. Lookout Studio (das schwarze Gebäude am Abgrund)

Irgendwie muss man die Besucher bewundern, die sich auf den Weg nach unten in den Canyon machen. Runter geht ja noch, was die Atmung betrifft. Aber nach oben? Es geht ja praktisch stetig bergauf, und das über etliche Stunden. Dazu kommt die Wärme, sobald man über die Rimkante ist, lässt der Wind nach, dafür heizen sich die Felswände in der Sonne ziemlich auf. Kein Wunder, dass besonders im Sommer immer wieder Touristen, die ihre Fähigkeiten über- oder die Anstrengung unterschätzt haben, von den Rangern geholt werden müssen.

Bright Angel Trail

Man kann natürlich auch auf Maultieren ins Tal und wieder zurück reiten. Diese Tiere sind nicht nur sehr trittsicher, sondern auch sehr gut ausgebildet, so dass sie als recht sicheres Transportmittel gelten. Allerdings kann ich mir vorstellen, dass ein stundenlanger Abstieg im Sattel für ungeübte Reiter auch eine ziemliche Qual bedeuten kann (und für das Muli dürfte ein ungeübter Reiter auch nicht gerade ein Vernügen sein).

Ich hatte bei der Planung kurz überlegt, ob …, aber dann nicht nur aus Zeitgründen von einer Mule-Tour-Buchung Abstand genommen.

Es gibt zwar auf dem Angel Trail zwei Schutzhütten, aber bis zur Phantom Ranch am Boden des Grand Canyon keine Übernachtungsmöglichkeit. Wer also nicht im Freien am Wegrand campen will (was eigentlich verboten ist), ist gezwungen, bis zur Ranch zu kommen bis zum Abend. Oder sich halt gar nicht erst auf den Weg zu machen.

Die Hance Rapids aus anderer Perspektive

Wir bleiben bei unserem Shuttlehopping und erreichen schließlich Hermit’s Rest, den westlichsten Punkt der Zivilisation am Canyon South Rim. Von hier aus geht der Weg nur noch für absolute Abenteurer mit Permit weiter.

Neben einem Souvenirladen im Gebäude befindet sich hier ein kleiner Kiosk, bei dem man Hamburger & Co. kaufen kann.

Allerdings ist uns die Warteschlange zu lang, wir halten uns an die mitgenommenen Snacks und genießen lieber die Aussicht, bevor wir den Shuttlebus zurück nehmen.

Noch haben wir etwas Zeit bis zu unserer nächsten „Verabredung“, daher schnappen wir uns Fury und fahren zurück zum Aussichtspunkt „Mather Point“, hier befinden sich das Informationszentrum sowie ein kleines Lokal und ein Museum.

Unterwegs treffen wir die Grand Canyon Railroad, die den Canyon mit dem Örtchen Williams verbindet.

Kaum haben wir einen Parkplatz gefunden, wandert unser Blick nach oben: eine große, fast schwarze Wolke hängt über dem Gebiet. Wir erreichen gerade noch das Zentrum, bevor der Himmel die Schleusen öffnet.

Kurz und heftig ist der Regenguss. Leider lässt er mich das Schlimmste für unser späteres Vorhaben befürchten.

Im Visitor Center

Der Regen ist vorbei und wir können uns endlich auf den Weg zur Aussichtsplattform machen. Bei schönstem Sonnenschein überblicken wir nun mit vielen anderen Besuchern den Canyon. Allerdings treibt der Wind weiterhin dunkle Wolken in unsere Richtung und über uns hinweg.

Da wir in dem kleinen Restaurant wieder eine ziemliche Schlange vor uns hätten, entscheiden wir, uns auf den Weg zu machen. Sicherlich werden wir unterwegs noch eine Burgerbude oder ähnliches finden.

Und wirklich, in Tusayan halten wir an einem großen M und gönnen uns einen Magenfüller. Dann geht es noch ungefähr 2 Meilen weiter, bis wir von der Straße abbiegen und unser Auto am Parkplatz des Flughafens abstellen.

Sandy möchte hier einen auf gemütlich machen, denn eigentlich wir haben noch viel Zeit, bevor wir uns anmelden müssen. Aber ich drängle. Schließlich wollen wir nicht nur einen Helikopterflug machen, sondern haben uns auch für die vorderen Plätze angemeldet. Und hier gilt: first come, first serve. Das sieht auch Sandy ein und wir gehen ins Aviationgebäude. Dort erhalten wir die Auskunft, dass unsere Gesellschaft im zweiten, älteren Flughafengebäude ist, das sich etwas weiter weg befindet. Mit dem angebotenen Shuttle ist der Weg aber schnell gefahren, und wir können uns am Counter melden.

Immer noch weht ein starker Wind, der mehr oder weniger dicke Wolken vor sich hertreibt.

Und tatsächlich werden meine Befürchtungen wahr: unser Flug ist abgesagt! Wir hatten die lange Tour gebucht, die ungefähr 1 Stunde geht und von Süden über den östlichen Teil des Canyons, an der Nordkante entlang und schließlich im westlichen Bereich zurück zum Flughafen gehen sollte. Aber die Flugsicherung hat alle Flüge über den östlichen Teil des Canyons wegen Gewitter und Sturm abgesagt.

Wir haben nun die Wahl:

  1. Wir kommen am nächsten Tag wieder (entfällt, da wir da schon ganz woanders sind),
  2. Wir hoffen auf Wetterbesserung und warten auf den nächsten, späteren Flug (sehr unsicher, ob sich wettertechnisch was ändert),
  3. Wir verzichten und lassen uns das Geld zurück überweisen (ist für uns keine bzw. die allerletzte Option),
  4. Wir buchen um auf die kürzere Tour, die nur über den westlichen Teil des Canyons führt, und erhalten den Differenzbetrag zur Grand Tour zurück oder
  5. Wir buchen um auf die kürzere Tour, erhalten die gewünschten Front Seat (die nochmal extra kosten) sicher und erhalten den noch übrigen kleinen Differenzbetrag zurück.

Wir entscheiden uns „natürlich“ für Option 5.

Es zahlt sich also aus, dass ich Sandy gedrängelt hatte. Denn wären wir nur 5 Minuten später dran gewesen, wären die Front Seat nicht mehr erhältlich gewesen. Denn die nächsten Besucher am Counter sind ebenfalls auf die Grand Tour eingebucht und erhalten daher die gleichen Auswahlmöglichkeiten – bis auf Option 5.

Wir nehmen im Wartebereich Platz und harren der Dinge, die da kommen. Unsere „Mitreisenden“ – so stellt sich heraus – sind ebenfalls Deutsche, mit einem jungen Pärchen kommen wir ins Gespräch. Sie sind im Wohnmobil unterwegs und fahren „unsere“ Strecke, nur in die andere Richtung. Sie sind zum ersten Mal in der Gegend und erst seit wenigen Tagen unterwegs. Der Grand Canyon ist ihr erster Nationalpark und sie haben ihn noch gar nicht gesehen. Wir plaudern also eine Weile, als dann eine deutsche Reiseleiterin dazukommt und uns erzählt, dass sie bestimmt schon 100 Mal hier war, den Canyon aber noch nie so klar gesehen hat. Durch das Unwetter ist die Luft so rein, dass man ewig weit gucken kann. Sandy bestätigt das, obwohl sie ja auch zum ersten Mal da ist. Aber sie hat schon recht, im TV sah alles immer sehr diesig aus. Wir haben also mal wieder Glück.

Dann wird ein Film mit Sicherheitsvorkehrungen abgespielt und wir müssen zugucken und erhalten dazu eine Schwimmweste bzw. irgendsowas in der Art. Ich zu Sandy: „Was glaubst du, jetzt mal so rein theoretisch, wie hoch ist wohl die Wahrscheinlichkeit, dass wenn wir über dem Grand Canyon abstürzen, wir ausgerechnet im Colorado River landen?“ Sie so: *pruuuust* Hmmm… 1:1.000.000???“

Dann geht es nach Draußen, wo wir unseren Piloten kennen lernen und einsteigen. Ich steige als erste ein und sitze daher vorne in der Mitte, Sandy hat den rechten Platz und der Pilot sitzt links von mir. Sandy hat somit das Frontfenster und das Seitenfenster, um Fotos zu machen.

Nachdem alle angeschnallt sind, heben wir ab. Es ist ein seltsames Gefühl, als der Helikopter nach vorne „kippt“ und Fahrt aufnimmt. Das Frontfenster reicht bis unter unsere Füße, wir können also – wenn wir wollen – fast senkrecht nach unten schauen (nicht unbedingt empfehlenswert). Ich hatte ja etwas Bedenken in Bezug auf mögliche Luftkrankheit, aber mein Magen zeigt sich erneut als doch recht stabil, und auch Sandy zeigt kein Zeichen von Übelkeit oder Unwohlsein.

Wir fliegen Richtung Nordwesten. Rundum Wolken, dazu Regen und heftiger Gegenwind. Aber unser Helikopter hält tapfer durch und kämpft sich weiter. Der prasselnde Regen auf der Frontscheibe erhöht nicht gerade den Durchblick und ich befürchte, dass es mit Bildern Essig sein kann, wenn es so weitergeht.

Die Sicht nach vorne hält sich sehr in Grenzen…

Unterdessen hat der Pilot ein Tonband eingelegt, und so hören wir über die Kopfhörer Informationen über die Gegend, die Historie und über den Canyon. Dazu gibt es eine Hintergrundmusik.

Wir nähern uns der Bruchkante, und in dem Moment, als wir sie überfliegen und der Helikopter nach unten sackt, erklingt die Eröffnungssequenz des bombastischen „Also sprach Zarathustra“. Ein irres Gefühl!

(Quelle: youtou.be)

Langsam nähern wir uns der Nordkante des Canyons, wo wir eine Schleife fliegen und parallel zur Hinfluglinie zurückkehren. Immer noch wechseln sich Regenschauer und kurzer Sonnenschein ab. Und wir erleben etwas, was man nur bei diesem Wechselwetter erleben kann: ein Regenbogen nach dem anderen erscheint!

Sandy bekommt mal wieder Krämpfe in ihren Auslösefinger, bei mir hält sich die Fotografierwut in Grenzen, da die beste Sicht für Fotos aus den Seitenfenstern ist und ich da entweder den Piloten oder aber Sandy im Bild habe. Das stört mich aber weniger – schließlich habe ich sie als Haus- und Hoffotografen mitgenommen, da darf sie sich austoben und ich in Ruhe genießen.

Nach 45 Minuten drehen wir eine letzte Schleife über dem Flughafen…

und setzen dann gefühlvoll am Parkplatz der Helikopter ab. Noch ein Posing am Heli nach dem Aussteigen (das Foto haben wir aber – mal wieder – nicht gekauft), dann dürfen wir die Sicherheitswesten ausziehen und sind fertig.

Das Erlebnis kurz zusammengefasst in einem Bild: Helikopter, Regenwolke, Sonnenschein und Regenbogen

Wir sind noch ganz geflasht. Ein supertolles Erlebnis, das ich nicht missen möchte und das ich jedem Grand Canyon-Besucher empfehlen kann. Es ist jeden Cent wert, den es kostet.

Wir warten auf das Shuttle, das uns abholen soll, das aber nicht kommt, weshalb ich am Counter nachfrage. Ein kurzer Anruf im Aviationgebäude, und kurz darauf steht unser Transporter bereit.

Auch unser Fury wartet immer noch brav auf seinem Stellplatz. Wir fahren weiter gen Süden, nächster Haltepunkt ist Williams, eine kleine Stadt mit Wildwest-Feeling, in der wir in einem Bed & Breakfast übernachten werden.

Auf dem Weg nach Williams

Das Sheridan House befindet sich ganz am Ende der Straße am Berg, das bedeutet wieder Koffer schleppen.

Das Sheridan House

Unsere Gastgeberin erwartet uns schon und zeigt uns unser Zimmer. Klein, aber fein, mit vielen kleinen Extras, die man gar nicht erwartet. Wer hat schon extra dunkle Handtücher im Bad liegen mit dem Vermerk „Zum Makeup-Entfernen“?

Nachdem wir uns eingerichtet haben, fragen wir Claire, unsere Gastgeberin, nach einem Restaurant-Tipp, worauf sie uns das „Red Raven“ in der Hauptstraße empfiehlt. Wir geben also die Adresse Historic Route 66 No. 135 ein in unser Navi und machen uns auf den Weg. Das Problem ist: unsere Tussi kennt mal wieder die Adresse nicht. Na ja, so schwer kann es ja nicht sein, schließlich gibt es nur eine Hauptstraße, die allerdings zweigeteilt ist (da jeweils Einbahnstraße). Was soll ich schreiben? Es ist stockfinster. Die Häuser haben keine Hausnummern. Und wir finden keine Reklame mit „Red Raven“. Dazu fängt es wieder an zu regnen ohne Ende. Kurz: wir finden dieses doofe Restaurant nicht!

Das Ende vom Lied ist, dass wir erneut das Lokal mit dem M aufsuchen und dort den schlechtesten und kältesten Burger unserer beiden US-Trips zu uns nehmen. Immerhin, wir haben etwas im Magen, und damit ist unsere Nachtruhe wenigstens gesichert.

Es herrscht himmlische Ruhe „zuhause“, wir scheinen völlig alleine im Haus zu sein – da allerdings drei Autos vor dem Gebäude parken, ist dies offensichtlich nicht der Fall. Müde und erschöpft fallen wir ins Bett. Gute Nacht!

zurück: 27. September 2016

weiter: 29. September 2016

Elephants, Indians and Dinosaurs

Wieder ein wunderschöner Sonnenaufgang.

Nach einem gemütlichen Frühstück im Restaurant geht es los, zurück via Kayenta nach Westen.

Die heutige Route

Die Abfahrt zu unserem ersten Tagesziel haben wir bereits auf dem Weg ins Monument Valley gesehen und bemerkt, dass sie viel besser ausgebaut ist als auf Streetview zu sehen. Daher besteht keine Gefahr, dass wir sie verpassen. Von der Kreuzung aus geht es einige Meilen ins Hinterland. Die Gegend scheint einsam und verlassen, eine Autopanne wäre sicherlich kein Vergnügen. Aber die Straße ist ganz ok, und wir erreichen unser Ziel problemlos.

Das „Navajo National Monument“ ist ein weniger bekanntes Besucherziel. Am Tsegi Overlook halten wir, um die erste Aussicht zu genießen.

Tsegi-OverlookDie Gegend ist geologisch etwas besonderes, wie uns eine Informationstafel erklärt.

Am Visitor Center wenige Meilen weiter stellen wir unser Auto ab.

Wir laufen auf dem

einem behindertengerecht ausgebauten Spazierweg entlang des südlichen Rim des Canyons bis zum Vista Point auf die alte Indianersiedlung Betatakin.

Gleich hinter dem Center entdecken wir eine nachgebaute Schwitzhütte, die man allerdings nicht betreten darf.

Hinweisschilder informieren über die Siedlung sowie über die Pflanzen- und Tierwelt der Umgebung. Betatakin ist ein Pueblo der Anasazi, der geheimnisvollen Indianergruppe, die Ende des 12./Anfang des 13. Jahrhunderts spurlos aus der Geschichte verschwand. Der Ort zählt zu den am besten erhaltenen Steinbauten dieses Volkes.

Insgesamt befinden sich hier im Park 3 Siedlungen, wovon 2 im Rahmen einer guided Tour besichtigt werden können (Betatakin und Keet Seel), der Zustand der dritten Siedlung ist kritisch, weshalb sie schon Ende der 60er Jahre für Besucher geschlossen wurde.

Selbst auf die Entfernung beeindruckt Betatakin durch seine schiere Größe.

Die Maße des Alkovens von Betatakin: 140 m hoch, 113 m breit und 41 m tief.

Eine genauere Besichtigung wäre sicherlich sehr interessant, allerdings dauern der Ab- und Wiederanstieg etliche Stunden, und diese Zeit ist heute nicht eingeplant.

Aber wir nehmen uns die Zeit und besichtigen wenigstens das Visitor Center etwas intensiver. Die dortige Ausstellung ist wirklich informativ und gefällt mir sehr. Es ist faszinierend, wie sich diese Menschen von dem scheinbar kargen Land ernähren konnten. Und das rätselhafte Verschwinden eines ganzen Volkes macht das alles noch interessanter…

Ein kleiner Sidestep in die Umgebung mit dem Auto wird leider durch eine Baustelle gestoppt. Trotzdem entdecken wir eine kleine Wasserstelle, die sicherlich von den Tieren der Umgebung gerne genutzt wird.

Wir fahren zurück auf den Highway 160, dem wir nach Westen folgen, vorbei an der Straße nach Page, die wir vorgestern in umgekehrter Richtung gefahren waren. Heute geht es einfach weiter gerade aus.

Wir warten auf unser nächstes Ziel, das direkt an der Straße liegen soll. Eigentlich müsste es längst aufgetaucht sein, oder? Aber es dauert noch ein paar Meilen, dann sehen wir sie: die beiden Felssäulen, die unter dem Namen „Elephant Feet“ bekannt sind.

Auf dem Parkplatz unterhalb der Füße stehen etliche Verkaufsstände der Indianer, wo wir Schmuck und andere handwerkliche Kunstgegenstände kaufen könnten. Aber uns interessieren nur die „Füße“, die wirklich gewaltig sind, viel größer, als wir gedacht hatten.

Erst mit einem Größenvergleich bekommt man ein Gefühl, wie hoch die Füße tatsächlich sind.

Auch hier in der Gegend hat es in den letzten Tagen geregnet, einige Stellen am Boden sind noch weich und feucht. Und neue Blumen sind aus der Erde gesprossen.

Der Highway 160 heißt auch „Navajo Trail“, denn wir befinden uns immer noch auf Indianerland. In Tuba City fahren wir zum Tanken, dann geht es weiter. Gespannt warten wir auf Hinweise auf unseren nächsten eingeplanten Halt. Schließlich entdecken wir ihn und Sandy macht aus dem fahrenden Auto ein Foto, denn dieser Hinweis ist wirklich sehenswert…

Allerdings sind die darauf gemachten Entfernungsangaben irreführend und irgendwie falsch gemessen, es dauert länger als gedacht, bis wir rechts den Weg zum Parkplatz entdecken.

Einige Verkaufsbuden kennzeichnen den Beginn des Geländes, auf dem man Dinosaurierspuren finden kann. Stolz weist ein Schild darauf hin, dass Parken kostenlos ist. Vom Internet wissen wir, dass kein Eintritt verlangt wird, sondern dass man von einem indianischen Führer abgeholt wird, der den Weg zu den Spuren kennt und die verschiedenen Abdrücke den diversen Dinos zuordnen kann.

Uns empfängt ein junger Bursche, so 14-16 Jahre alt, und bietet sich als Führer an. Großer Fehler! Groooooßer Fehler! Das Kerlchen ist zwar nett, hat es aber fürchterlich eilig und rennt fast von Spur zu Spur. Dabei wirft er uns die diversen Dinonamen an den Kopf, so schnell und hastig, dass man sich das gar nicht richtig merken kann. Von in-Ruhe-Foto-machen mal völlig abgesehen – aber Fotos werden sowieso total überbewertet.

Ein paar haben wir aber doch gemacht… Die kleineren Abdrücke werden mehr oder minder häufig mit Wasser gefüllt, damit man sie gut erkennen kann.

Bei den großen Abdrücken sind die Umrisse mit kleineren Steinen gekennzeichnet.

Vergleich mit Sandys Fuß

.Auch ein Dino-Nest mit Eiern ist zu finden, wenn man weiß, wo es sich befindet.

Nun ja, wir sind die Strecke in ungefähr 10 Minuten „überflogen“, ich schätze mal, ein anderer Führer hätte mindestens die doppelte Zeit gebraucht. Trotzdem oder vielleicht auch genau deswegen gebe ich dem Kerl ein ansehnliches Trinkgeld.

Die Dinosaurier-Tracks bei Tuba City sind vielleicht kein „Must“, aber da man ja nicht gerade überall über solche Spuren stolpert, schon ein „Can see“. Und sie bieten eine nette Abwechslung für eine kurze Fahrpause.

Inzwischen ist die Mittagszeit vorbei und wir nähern uns endlich unserem heutigen großen Ziel.

Nach vielen Meilen Autofahrt passieren wir die Kassenhäuschen des „Grand Canyon National Park“, den wir mal wieder anhand unseres Nationalparkpasses bargeldlos betreten bzw. befahren dürfen. Diese Karte, für die wir ja nur den halben Preis bezahlt haben, hat sich ohne Frage bezahlt gemacht.

Erster Halt am „Großen Tal“ ist am Watchtower im Osten, von dem man den ersten Eindruck erhält. Hier am Watchtower befindet sich auch das Memorial für die in den 60er Jahren bei einem Flugzeugabsturz umgekommenen Passagiere.

The Watchtower

Im Turm, den man besteigen kann, befindet sich eine kleine Künstlerausstellung sowie eine “Zweigstelle” des Visitor Centers mit Souvenirs.

Erster Blick auf den Canyon (östlicher Teil) mit Colorado River
Links im Hintergrund das Kaibab Plateau (2.400 m), rechts vom Fluss die Marble Platform (ca. 1.800 m)

Wir arbeiten uns nun von Vista Point zu Vista Point vor. Aufgrund der Größe des Canyons werden wir morgen nur im westlichen Teil unterwegs sein, deshalb ist heute der östliche Teil „dran“.

Der östliche Canyonteil vom Watchtower bis zum Grand Canyon Village

Ausblick auf die Hance Rapids des Colorado, eine der wohl gefährlichsten Stromschnellen des Flusses.

Blick auf den Watchtower im Osten

 

Die Formationen haben zum Teil wieder Namen, aber mir merken und sofort erkennen kann ich nur zwei: Isis’ Tempel und Wotan’s Throne.

Über dem Canyon fliegen mehrere Truthahngeier, sie können hier in den Aufwinden durch die Luft schweben, ohne auch nur ein Federchen bewegen zu müssen. Sie landen schließlich auf einem Felsvorsprung nicht weit von unserem Standort, erst einer, dann zwei und schließlich sogar drei.

Leider sind wir nicht die einzigen, die das bemerken, weshalb ich Sandy mit ihrer Kamera den Vortritt lasse und beiseite trete, damit auch andere Besucher eine gute Schussposition erhalten. Nicht, dass noch einer im Graben landet…

So arbeiten wir uns von Punkt zu Punkt vor. Auch wenn die Aussicht sich dadurch nicht spektakulär ändert, ist sie einfach faszinierend. Während am Bryce Canyon die Masse der Hoodoos begeistert, ist es am Grand Canyon die pure Weite und Größe dieser Schlucht.

Ein Blick auf die Uhr sagt uns, dass es Zeit wird, zum Hotel zu fahren. Dieses befindet sich westlich des Visitor Center im Grand Canyon Village, das im Prinzip aus 4 Hotels mit Restaurants besteht.

Das Grand Canyon Village von oben (Quelle: Google Maps). Der rote Kreis zeigt etwa die Lage unseres Zimmers an.

Unser Hotel von der Rim-Seite aus fotografiert.

Die “Thunderbird Lodge” besitzt keine eigene Rezeption, sondern wird von der Bright Angel Lodge mitverwaltet. Leider ist bei allen Hotels die Parkplatzsituation sehr schlecht, und wir müssen einige Zeit im Kreis fahren, um uns dann doch direkt vor der Bright Angel Lodge eine nicht ganz regelkonforme Stelle zum Halten auszusuchen. Check-in ist wie üblich ohne Probleme, wir erhalten die Schlüsselkarten und den Rat, einen Tisch fürs Abendessen (egal in welchem Lokal) telefonisch vorzubestellen und nicht auf gut Glück ins Restaurant zu gehen. Das kann ich lächelnd beiseite schieben, denn ich habe bereits von Deutschland aus eine Reservierung im vornehmsten Hotel, dem „El Tovar“, reserviert.

Erneut machen wir uns auf Parkplatzsuche, was aufgrund der Einbahnstraßenregelung ein recht aufwändiges Unternehmen ist. Als wir zum 4. Mal an der Thunderbird Lodge vorbeicruisen, winkt uns ein junger Mann vom Straßenrand aus zu und bedeutet uns, das Fenster zu öffnen. Wie es sich herausstellt, gehört er zu einem Gärtnertrupp, der gerade um die Lodge herum tätig ist. Ihm sind wir offensichtlich aufgefallen und er fragt, ob wir einen Parkplatz suchen. Was wir natürlich eifrig bejahen. Worauf er uns den Parkplatz anbietet, auf dem das Gärtnerfahrzeug steht, denn „wir sind für heute fertig und fahren jetzt los, da könnt ihr euch hinstellen.“ Ich könnte ihn umarmen und abbusseln… Wie es sich herausstellt, liegt der Parkplatz auch noch ganz ideal direkt am Zugangsweg zur Lodge.

Einmal geparkt ist uns klar: unser Fury hat erst einmal Ruhepause, der wird nicht mehr bewegt, bis wir endgültig weiterfahren müssen…

Unser Zimmer befindet sich im 1. OG, leider hat die Lodge keinen Fahrstuhl und wir müssen das Gepäck mal wieder die Treppen hochschleppen. Unser Zimmer ist aber ganz ok, der Ausblick auf den Canyon ist vorhanden, wenn auch nicht so großartig wie erhofft, da wir über das Dach des Erdgeschosses sowie den Weg am Rim entlang hinwegsehen müssen. Aber immerhin, man sieht ihn.

Nun ist es Zeit, an den Rim zu gehen, denn der Sonnenuntergang steht bevor.

Zurück im Zimmer machen wir uns ausgehfertig, denn in unseren Tagesklamotten möchten wir nicht gerade im „El Tovar Restaurant“ aufschlagen. Am Rim entlang laufen wir die wenigen Meter dorthin und werden auch gleich an unseren Tisch geführt.

Platzteller im El Tovar Restaurant

Unser Essen ist lecker und wir sind wirklich zufrieden mit dem Ausklang des Tages.

Abendessen

Nachtisch

zurück: 26. September 2016

weiter: 28. September 2016

On the Road again

Es scheint kühl gewesen zu sein in der Nacht.

Heute verlassen wir Bryce leider schon.

Als erstes Tagesziel steht „Mossy Cave“ auf der Liste, dazu fahren wir einen kurzen Abstecher nach Osten.

Erstes Tagesziel: Mossy Cave

Bei Mossy Cave handelt es sich um einen Felsüberhang, dessen Wasserfall im Winter gefriert. Es dauert bis zur Mitte des Jahres, bis dieser Eisfall aufgetaut ist. Jetzt im September ist es natürlich entweder zu spät für den Eisfall oder zu früh – je nachdem, wie man es sehen mag. Trotzdem ist der kleine Spaziergang mit dem steilen Aufstieg zur Höhle ganz nett. Er führt am Wasser des Tropic Ditch entlang, der nicht weit von der Höhle als kleiner Wasserfall eine Stufe im Canyon überwindet.

Wasserfall des Tropic Ditch

Der Felsüberhang des Mossy Cave

Schließlich drehen wir aber um und fahren zurück zum Red Canyon, wo wir noch unsere Nationalparkpassports abstempeln wollen. Dann geht es durch die Torbogen des Canyons den Weg zurück, den wir vor 2 Tagen in anderer Richtung gefahren waren.

Eigentlich hatten wir ursprünglich vom Mossy Cave aus weiter nach Südosten fahren wollen, um das Grand Staircase Escalante National Monument zu durchqueren. Allerdings handelt es sich bei dieser Straße um eine Gravel Road, also eine Schotterstraße, deren aktuelle Beschaffenheit allein der liebe Gott kennt. Da die drei Meilen Schotterstraße nach Bodie schon sehr anstrengend zu fahren war, stelle ich mir die 46 Meilen-Strecke durch die Staircase als mittlere Hölle für den Fahrer und für die Stoßdämpfer des Autos vor. Außerdem steht in den Mietverträgen der Autoverleiher generell, dass die Versicherung nicht mehr greift, wenn man geteerte Wege verlässt. Sprich: sollte etwas passieren – und ein Ford Mustang Sportwagen ist nun mal kein wirklicher Geländewagen -, dann stehen wir nicht nur irgendwo in der Pampa, sondern müssen auch die anfallenden Kosten fürs Abschleppen und Reparatur selber bezahlen. Daher fahren wir lieber die zwar längere, aber „normale“ Autostraße nach Süden und dann erst südlich der Staircase nach Osten.

Außerdem kommen wir auf diesem Weg auch wieder nach Orderville, wo wir erneut ein deutsches Frühstück bei Forscher’s genießen.

Kurz nachdem die Straße nach Osten abgebogen ist, verlassen wir den Highway, um zu einem unbekannteren State Park zu kommen. Der “Coral Pink Sand Dunes State Park“ hat uns vom Namen her interessiert, und da der Besuch keinen großen Umweg bedeutet, steht er auf unserer Liste. Die Fahrt dorthin zieht sich, aber der Weg lohnt sich auch.

Wir bezahlen unseren Obolus und parken Fury, dann geht es zu Fuß weiter. Die Dünen sind je nach Lichteinfall wirklich rosa gefärbt, der Sand ist weich und „fluffig“. Die Besucher verteilen sich auf der Fläche, und selbst die Buggy- und Quadfahrer stören kaum.

Nach einem kurzen Besuch im Visitor Center, das eine interessante Sammlung von Fläschchen mit Sand aus aller Welt zeigt, fahren wir zurück auf den Highway, dem wir etliche Meilen folgen.

Wir wissen, dass unser nächstes Ziel nur schlecht ausgeschildert ist, und trotz aller Aufmerksamkeit verpassen wir das Hinweisschild auch fast. Gut, dass nicht so viel Verkehr ist im Moment, so dass die Vollbremsung mit dem schwungvollen Abbiegen über die Gegenfahrbahn keine negativen Folgen hat.

Fury muss nun in der Sonne auf uns warten, wir machen uns auf den Weg zu den „Paria Rimrocks Toadstool Hoodoos“, von denen wir im Internet gelesen haben.

Wir folgen dem ausgetrockneten Bachbett.

Die Felsen erinnern irgendwie an Indianertipis.

Hier ist der Weg scheinbar zu Ende…

… aber nach einer mittleren Kletteraktion erreichen wir die höher gelegene Ebene, auf der es weiter geht.

Wie so häufig, werden wir bei unserer Wanderung fündig und entdecken einen kleinen Bewohner.

Auch seltsame Spuren finden wir. Wolf? Hund? Koyote? Man weiß es nicht.

Wir biegen um eine Felsecke und die Farbe der Felsen ändert sich. Und wir entdecken den unsere erste Hoodoos.

Noch ein wenig Gekraxel, und wir haben die Gruppe der „Steinmännchen“ erreicht.

Die Gegend wirkt auf den ersten Blick öde. Faszinierend durch die Felsformationen, aber irgendwie tot. Und doch finden sich zarte Pflänzchen und Blümchen zwischen dem Gestein.

Warum erinnert mich diese Formationen nur irgendwie an den Film „7 Zwerge – Männer allein im Wald“?

Wir versuchen, um die Felswand herum zu laufen/klettern/kraxeln. Das ist gar nicht so einfach, obwohl es hier scheinbar noch einen Weg durch ein ganzes Rudel von Hoodoos gibt.

Sandy gibt irgendwann auf und geht zurück, ich quäle mich noch ein Stückchen weiter. Und entdecke zwischen den Felsen ein Wasserloch…

… und einen weiteren großen dicken Hoodoo.

Es gibt auch kleine Hoodoos.

Eindeutig KEIN Hoodoo!

Zurück im Auto genießen wir erneut die Qualität der Klimaanlage und der Sitzkühlung. Jetzt ist es nicht mehr weit bis zu unserem Übernachtungsort. Aber bevor wir dort ankommen, haben wir noch einen kleinen Zwischenstopp vor uns: der „Glen Canyon Dam“.

Die technischen Daten dieses Damms über den Colorado River lesen sich wie folgt: „Die Staumauer wurde vom Bureau of Reclamation geplant und von 1956 bis 1964 erbaut; die Kosten betrugen 187 Millionen US-Dollar. Mit 216 Meter Konstruktionshöhe (über dem gewachsenen Fels) ist sie die fünfthöchste Talsperre der USA. Die Höhe über dem ehemaligen Flussbett beträgt 178 m. Die Mauerkrone ist 475 m lang bei einer Breite von 7,6 m. Die Mauer ist am tiefsten Konstruktionspunkt 91 m breit, die größte Breite wird am rechten Widerlager mit 106 m erreicht. Die Mauer umfasst ein Betonvolumen von 3.750.000 m³. Aufgrund dieser Dicke kann man sie nicht mehr als reine Bogenstaumauer bezeichnen. Einen Teil der Wasserlast trägt sie auch als Gewichtsstaumauer ab; deshalb handelt es sich wie auch bei der Hoover-Staumauer um eine ‚Bogengewichts(stau)mauer‘. Während der Bauarbeiten mussten 4.212.551 m³ Sand und Gestein bewegt werden.“ (Quelle: Wikipedia)

Um in den 50er Jahren dieses Bauwerk zu errichten, mussten für die Arbeiter entsprechende Unterkünfte zur Verfügung gestellt werden, so entstand die Stadt Page. Aufgrund der Lage entwickelte sich Page nach Bauende zu einer Station für Touristen auf der Durchreise und für Bootsbesitzer, die den Lake Powell unsicher machen. – Es ist schon irgendwie „freaky“, wenn einem in der Halbwüste mitten im Nichts ein Auto mit Bootsanhänger oder mit Surfbrettern auf dem Dach entgegenkommt…

DIe heutige Fahrstrecke

Auch wir nutzen Page als Übernachtungsstation. Eingebucht sind wir in einem kleinen Motel in der „Altstadt“, wo wir statt des gebuchten Zimmers eine richtiggehende kleine Suite zugewiesen bekommen. Und das zu einem für Page mehr als günstigen Preis – die Stadt im Nirgendwo lässt sich ihre Hotelzimmer nämlich teuer bezahlen. Das Red Rock Motel bietet keinen Luxus, aber saubere Zimmer mit guten Betten in einer ruhigen Umgebung bei sehr netten Vermietern. Wir sind zufrieden.

Das Hotel – die Rezeption

Unser Fury vor unserem „Zimmer“.

Zimmer 1

Zimmer 2

Bad

Interessante Sitzmöglichkeit

Für heute stehen noch drei Punkte auf unserer to-do-Liste: Shopping,

Shopping

Essen und der Sonnenuntergang am Horseshoe Bend. Bei diesem handelt es sich um die wohl bekannteste Flußschleife des Colorado Rivers, die man einfach und kostenfrei besichtigen kann. Was vor ein paar Jahren noch ein Geheimtipp war, ist dank Internet inzwischen ein sehr beliebtes Ausflugsziel.

Das müssen wir spätestens bei der Anfahrt bemerken. Denn der ursprüngliche „wilde Parkplatz“ an der Straße wurde inzwischen ausgebaut und erweitert und – ist trotzdem zu klein. Neben den vielen PKWs, die dort stehen, halten inzwischen auch ganze Ausflugsbusse hier an. Wir ahnen „schlimmes“.

Und es sollte unsere schlimmsten Befürchtungen noch übertreffen. Um an den Bend zu kommen, muss man erst einen kleinen Hügel überqueren. Selbst oben vom Hügel aus sieht man die Schleife noch nicht, man kann nur erahnen, dass da irgendetwas ist. Allerdings betrifft das wirklich nur die natürlichen Begebenheiten. Anhand der Menschenmassen auf dem Weg und an der Rim ist eindeutig, dass es „da was Sehenswertes gibt“.

Es ist so viel los, dass man sich echt wundern muss, dass hier nicht öfter mal jemand „versehentlich“ in der Schlucht landet. Massen an Fotografen mit Kameras aller technischen Couleurs stehen aufgereiht am Felsrand, Stativ steht an Stativ.

Irgendwie stellen wir uns dazu und versuchen, auch ein Foto zu machen. Gar nicht so einfach, wenn der Nachbar einem den Ellenbogen in die Seite drückt oder seinen Dickschädel vor die Linse schiebt, um selber ein Bild zu knipsen.

Besonders unverschämt sind hier die chinesischen Besucher. Man kann sie eindeutig von den Japanern unterscheiden, denn diese sind höflich und bitten ggf. um ein Plätzchen. Für die Chinesen scheint aber jeder Quadratmeter, auf dem sie stehen, zum Reich der Mitte zu gehören. Und das Reich der Mitte ist ja bekanntermaßen der Nabel der Welt, um den sich alles dreht.

Eigentlich wollen wir noch – ein Tipp unseres Vermieters – zum örtlichen Golfplatz, denn dort soll man abends Kojoten und Roadrunners antreffen. Allerdings ist man gerade dabei, den Rasen zu mähen und zu wässern, so dass wir im Hinblick auf die anbrechende Nacht dann doch nicht Halt machen.

Für’s Abendessen suchen wir nach einem netten Lokal, das erste hat Wartefrist und ist voll, das zweite ist mehr ein Imbiss. Aber schließlich entdecken wir etwas abseits der Hauptstraße das “Strombolli’s“, das einen ganz netten Eindruck macht. Das Schöne ist: man kann hier draußen sitzen, was wir auch tun.

Das Essen ist ok, der Service ist flott. Satt und zufrieden fahren wir zurück ins Hotel.

zurück: 23. September 2016

weiter: 25. September 2016

Vorgeschichte Wild Southwest

Bereits direkt nach unserer California-Tour im September 2014 war uns klar, dass wir so eine Reise dringend noch einmal planen und durchführen mussten. Schließlich hatten wir nur einen Bruchteil unserer Wunschziele angesteuert und gesehen.

Kurz entschlossen legten wir den September 2016 als neuen Reisezeitpunkt fest, Reisedauer mindestens 3 Wochen.

Wie bereits vorher hatte ich die Ehre, die Grundroute der Reise zu entwickeln, schließlich bin ich diejenige, die die Strecke fahren muss. Erstmal ist folgende Route herausgekommen:

San Francisco – Calistoga – Lake Tahoe – Mammoth Lakes – Yosemite NP – Sequoia & King’s Canyon NP – Death Valley NP – Las Vegas – Zion Canyon NP – Bryce Canyon NP – Page – Grand Canyon NP – Las Vegas

wobei in dieser Liste/Karte nur die Hauptzielpunkte (z.T. Mehrfachübernachtungen) aufgeführt sind und es ganz viele Zwischenziele gibt.

Wir freuen uns schon sehr auf diese Reise, die ein klein wenig länger geworden ist als ursprünglich ins Auge gefasst (3 1/2 Wochen).

26.06.2015: Wir haben an unserer Route noch etwas gearbeitet, da mal ein Zwischenziel rein geschoben, da ein Ziel zeitlich etwas verschoben, da eine neue Idee entwickelt. Aber es scheint so, dass wir jetzt das Optimale für uns zusammengestellt haben. Die überarbeitete Version sieht nun so aus:

San Francisco – Calistoga – Lake Tahoe – Mammoth Lakes – Yosemite NP – Sequoia & King’s Canyon NP – Death Valley NP – Las Vegas – Zion Canyon NP – Bryce Canyon NP – Page – Monument Valley – Grand Canyon NP – Las Vegas

Oder für die eher optisch orientierten Leser:Reiseroute 2016

31.07.2015: Die ersten 5 Hotels mit 7 Übernachtungen sind gebucht. Wir liegen so einigermaßen im Budget.

28.09.2015: Inzwischen haben wir unsere Foto-Touren gebucht sowie alle Hotels bis auf eines.

29.09.2015: Ein kleines Engelchen flüsterte mir heute zu, nochmal nach den Heli-Flügen am Grand Canyon zu schauen. Schwups – und schon waren zwei Tickets gebucht.

07.10.2015: Geschafft! Heute habe ich unsere Flüge gebucht und sogar die gewünschten Sitze (Hinflug Fenster links, Rückflug Fenster rechts) buchen können. Den Inlandsflug von Las Vegas nach San Francisco kann ich laut Seite von United Airlines erst im November buchen. Macht nix, den „Brocken“ haben wir sicher! Und das letzte Hotel konnte ich am vergangenen Sonntag auch buchen. Damit sind alle Übernachtungen untergebracht.

Und im Budget sind wir auch noch!

23.12.2015: Kurz vor Jahresende. Der Countdown steht bevor! Am 01.01.2016 sind es genau 250 Tage bis zu Sandys Anreise nach Mannheim. Alle Vorbereitungen sind abgeschlossen. Es bleibt uns nur noch die Vorfreude…

11.01.2016: Noch 240 Tage bis zum Urlaub!

Heute habe ich unsere Reiseordner mit allen relevanten Unterlagen und Informationen gefüllt. 3 Ordner sind es geworden, nicht so breite Wälzer, aber doch recht „massiv“. Auf 3 Ordner verteilt sind die Infos besser unterzubringen im Koffer.

10.04.2016: Noch 150 Tage!

Da hatten wir doch in einem Bed&Breakfast in Coarsegold eingemietet. Bestätigung hatten wir natürlich erhalten. Darin stand, dass 50% des Aufenthaltspreises im März per Kreditkarte fällig sei. Nun, die Überprüfung der Kontoauszüge zeigte keine solche Abbuchung. Also rückgefragt und nach drei Tagen die Antwort erhalten, dass sie per 01.01.16 den Betrieb eingestellt hätten. Angeblich sei ihnen nicht bekannt gewesen, dass da Buchungen für September gelaufen seien. Komisch, ich hatte doch direkten Kontakt wegen der Kreditkartendaten…???

20.04.2016: Noch eine weitere Hotelbuchung wurde heute geändert. Per Zufall fand ich heute heraus, dass eines der Hotels, das mir bei der ursprünglichen Hotelsuche gefallen hatte, aktuell mit besonders guten Konditionen zu buchen war. Sprich: es war nicht teurer als das gebuchte Hotel, hat aber im Internet bedeutend bessere Kritiken. Also kurz entschlossen das gebuchte Hotel storniert und neu eingebucht. Ein kleines Extraschmankerl werden wir nun genießen können. Ich freu mich drauf.

19.05.2016: Wir haben das passende Motto für unsere Reise gefunden:
Life is short – do big things!

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