Cold and Hot

Pünktlich um 5:30 klingelt der Handywecker, und um kurz vor 6 sind wir unten an der Rezeption zum Auschecken. Einerseits freuen wir uns auf die kommenden Abenteuer, andererseits werden wir San Francisco vermissen. Diese Stadt hat einfach ein gewisses Flair, eine gewisse Leichtigkeit des Seins, das uns fehlen wird.

Für den Weg zu unserem geplanten Aussichtspunkt nördlich der Bucht brauchen wir unsere Trulla gar nicht, die darf noch schlafen. Diese Strecke hatte ich so oft per Streetview abgefahren, die hätte ich im Schlaf fahren können. Na ja, Halbschlaf ist es dann nur…

Trotzdem es noch stockdunkel ist, haben wir beim Überqueren der Golden Gate einen guten Eindruck: kein Nebel, gute Sicht. Das lässt uns doch fröhlich auf den Sonnenaufgang hoffen.

Wie gedacht, ist der erste Vista Point schon fast voll besetzt. Wir finden trotzdem einen Parkplatz und schießen die ersten Bilder. Ja, der Blick ist frei. Im Moment noch, das kann sich jederzeit ändern.

Golden Gate Bridge

Wunderschön ist sie…

Da wir allerdings ins Auge gefasst haben, Brücke und Stadt von einem höheren Standpunkt als vom Vista Point zu fotografieren, fahren wir weiter zum Kreisverkehr an der Conzelman Road. Dort befindet sich ein kleiner Parkplatz für Hiker, den wir gerne in Anspruch nehmen. Kameras und Sandys Stativ geschnappt und dann geht es steil hoch auf den Slackers Hill. Doch je weiter wir steigen (gehen wäre geschmeichelt), desto dichter zieht sich die Hügelkuppe zu. Das sieht nicht gut aus…

Aus dem Augenwinkel heraus entdeckt Sandy am Hang unser erstes „richtiges“ Wildlife: eine Maultierhirschkuh/Mule Deer/Odocoileus hemionus,

Suchbild

Suchbild: wo ist die Maultierhirschkuh?

und versucht, sie trotz der schlechten Lichtverhältnisse mit der Kamera zu erwischen. In diesen 2 Minuten verhüllt sich die Kuppe des Slackers Hill vollständig. Völlig sinnlos, da jetzt noch hinaufzusteigen, bei Null Sicht und kurz vor dem Sonnenaufgang.

Also zurück marsch-marsch, umgedreht und runter an die Conzelman Road marschiert. Das ist nicht weit, und da noch kein Verkehr ist, kann man diese auch überall überqueren. Direkt hinter der Leitplanke befindet sich ein schmaler Trampelpfad. Diesen gehen wir entlang, um einen guten Platz mit Blick auf Brücke und Stadt zu finden. Im Osten wird es langsam heller, noch ist die Brücke völlig wolken-/nebelfrei. Doch man sieht, dass über der Stadt wieder eine Wolke hängt, die nach und nach nach unten sinkt. Und vom Pazifik ziehen die ersten diffusen Nebelschleier herein.

San Francisco und Golden Gate Bridge

Wir brechen ab mit einigen guten Fotos im Kasten. Eigentlich haben wir nicht viel Hoffnung, unser nächstes Ziel „nebelfrei“ vorzufinden, aber da der Weg nun meilenmäßig nicht so weit ist, satteln wir die Hühner – ähm unseren Fury – und los geht es Richtung Westen durch die Marin Headlands. Ziel: Point Bonita Lighthouse.

Eine tolle Einstellung: vorne die Golden Gate Bridge, dahinter die Oakland Bay Bridge und ganz im Hintergrund der Hafen von Oakland

Kurz vor dem Ziel treffen wir die nächsten Muledeer direkt neben der Straße. Vollbremsung ist mangels Verkehr überhaupt kein Problem, und Sandy hüpft aus dem Auto, die Kamera im Anschlag.

Nach diesem Erfolg folgt aber direkt die Enttäuschung: Point Bonita Lighthouse ist geschlossen, und zwar nicht nur wegen der morgendlichen Stunde, sondern wegen Bauarbeiten.

Trotzdem machen wir uns auf den kurzen Weg bis zum Eingangstunnel, in der Hoffnung, einen näheren Blick auf die Suspension Brücke werfen zu können. Wir hatten sie ja schon vom Boot aus gesehen.

Auf dem Weg zum Bonita Lighthouse.

Die Hoffnung stirbt zuletzt, heißt es. Als wir dann aber am Tunnel ankommen, ohne auch nur ein Blickchen erhascht zu haben, fällt die Hoffnung doch einfach so tot um.

Wir stehen vor verschlossenen Pforten.

Was man abwärts gelaufen ist, muss man auch wieder hochlaufen…

Es bleibt uns nichts übrig, als zurück zu marschieren. Unterwegs kommen uns weitere Besucher entgegen. Wir lassen sie weiterlaufen, ohne was zu sagen… Sind wir nicht böse Mädels?

Während wir noch einen der irre gewachsenen Bäume an der steilen Wand bewundern, treffen wir die dritten Maultierhirsche: eine Ricke mit ihrem Jungen.

 

Die Mama

Mama Maultierhirsch

Das Kind

Der Nachwuchs

Es ist bewundernswert, wie leichtfüßig diese Tiere die Steilhänge hinauf- und hinabspringen. Man kann nur vor Neid erblassen.

Diese Ohren…

Auf dem letzten Stück des Weges drehen wir uns noch einmal um. Ganz klein und nur ein Stückchen sehen wir nun doch die Brücke zum Lighthouse. Aber nur mit 600fachem Zoom kann man auf dem Foto überhaupt etwas erkennen.

Suspension Bridge

Suspension Bridge

Zurück führt uns der Weg Richtung Highway 101, und auf dem letzten Stück packen uns die Erinnerungen. Hier waren wir 2014 mit der Fire Engine Tour gefahren.

Bye bye San Francisco

Bye bye San Francisco

Weiter geht es auf der 101 Richtung Norden, als erstes durch den umbenannten Rainbow Tunnel, der jetzt Robin Williams Tunnel heißt.

Robbin-Williams-Tunnel

In Sausalito trennt sich die 101 vom alten Highway 1. Wir folgen diesem als Landstraße Richtung Westen an den Pazifik, dann immer Richtung Norden. Es ist eine gemütliche, aber abwechslungsreiche Fahrt auf dem „Shoreline Highway“ durch Ortschaften, Wälder und gelblich gefärbte Wiesenhügel, teils direkt an der Steilküste entlang, teils weiter im Landesinnern. Langweilig wird die Fahrerei jedenfalls nicht.

Das Wetter bleibt aber wie gehabt: sosolala. Grauer Himmel, keine Sonne, windig. Nicht wirklich kalt, aber auch nicht Californialike warm. In Olema müssen wir aufpassen, denn hier müssen wir auf die Bear Valley Road abbiegen, um zum Point Reyes Visitor Center zu kommen.

Point Reyes National Seashore

Dort angekommen, treffen wir erneut – ja, richtig – auf Maultierhirsche. Sie weiden sozusagen im Vorgarten des Centers, direkt neben der Straße. Langsam nähern wir uns vom Parkplatz aus. Sie zeigen keine Angst, aber Vorsicht, und ziehen sich äsend zurück, um jenseits der Straße im Gebüsch zu verschwinden. Wären wir 5 Minuten später vorbei gekommen, wären sie vielleicht schon weg gewesen.

Ein kurzer Besuch im Visitor Center bringt uns unseren ersten Stempel im „National Park Passport“. Wie in jedem Center gibt es eine kleine Ausstellung über das Gebiet, und man kann mit Rangern vor Ort sprechen und sich Informationen holen.

Im Visitor Center

Im Visitor Center

Weiter geht die Fahrt, nach Inverness. Nun, dieses hier liegt nicht in Schottland, sondern hier entlang der Tomales Bay. Einziger Anziehungspunkt ist das Wrack der „Point Reyes“, das dort seit vielen Jahren an Land liegt und vor sich hin rostet und modert.

Blick auf die Tomales Bay

Blick auf die Tomales Bay

Ein morbide-malerisches Bild, das leider vor einigen Monaten von ein paar Idioten beinahe zerstört worden wäre. Diese meinten nämlich, das Wrack mit Feuerwerk im Hintergrund fotografieren zu müssen, und setzten dabei das halbe Boot in Brand. Die Lichtstimmung bei unserem Besuch ist nicht so gut, aber ich finde unsere Fotos doch ganz gut gelungen.

Die „Point Reyes“

Wir machen uns auf den Weg, um im Point Reyes National Seashore auf Wildtierjagd zu gehen. Erster Halt: Abbott’s Lagoon. Wir hatten festgestellt, dass Sandy diese Lagune 2014 vom Flugzeug aus beim Überflug fotografiert hatte, was wir allerdings damals nicht zugeordnet hatten. Irgendwie lustig.

Am Parkplatz am Trailhead angekommen, staunen wir nicht schlecht, dass doch etliche Autos geparkt sind. Allerdings verteilen sich die Menschen doch sehr in der Landschaft, so dass wir meist alleine auf dem Trail unterwegs sind.

Noch vor dem Aussteigen aus dem Auto entdecken wir unser nächstes Wildlife: ein Hahn der  Kalifornischen Schopfwachtel/California Quail/Callipepla californica hockt auf einem Zaunpfosten und – wie wir dann entdecken – bewacht seine Damen.

Kalifornische Schopfwachtel (männlich)

Kalifornische Schopfwachtel (männlich)

Während des ganzen letzten reinen California-Urlaubs haben wir nicht einmal ein Exemplar des Wappentiers des Staates gesehen, und hier hüpft uns gleich ein ganzer kleiner Schwarm vor die Linse.

Wenige Meter weiter sitzt eine der Hennen ziemlich frech ebenfalls auf einem Pfosten.  Von Schüchternheit oder gar Scheu nichts zu spüren.

Kalifornische Schopfwachtel (weiblich)

Kalifornische Schopfwachtel (weiblich)

Es ist eine verkrautete Heidelandschaft, durch die sich unser Weg schlängelt. Nichts, das Schatten werfen würde. So sind wir eigentlich gar nicht böse, dass sich die gute Sonne heute bedeckt hält, es ist doch angenehmer, ohne Sonnenbrandgefahr unterwegs zu sein.

Während wir uns noch umsehen, kommt eine ganze Truppe männlicher Quails aus dem Gebüsch. Offensichtlich eine Bachelorgruppe, d.h. Junghähne aus dem aktuellen Jahr, diese schließen sich zusammen bis ins nächste Frühjahr, wenn die Konkurrenz um die Damen der Gesellschaft beginnt. Es ist lustig anzusehen, wie uns die Truppe voranmarschiert, immer schön auf dem Weg bleibend. Erst, als wir zu nahe kommen, verschwinden die Kerlchen wieder im Gebüsch, und man hört nur mehr ein leises Rascheln hier und dort.

Ab und an hört man einen Vogel zwitschern, meist sind es kleine spatzenähnliche Piepmätze, die sich offensichtlich einen Spaß daraus machen, uns zu ärgern. Erst einmal ist es nicht einfach, sie zu entdecken, solange sie stillsitzen, hat man kaum eine Chance. Hat man sie entdeckt und will ein Foto machen, dann bleiben sie genau so lange sitzen, bis man den Zoom scharf hat. Und im Moment, in dem man abdrücken will oder gar abdrückt, schwirren sie davon.

Dachsammer/White Crowned Sparrow/Zonotrichia leucophrys

Andere Vögel machen einem das Leben schwer, indem sie erstaunlich schnell über einem hinwegfliegen. So sehen wir unterwegs immer wieder drei Truthahngeier, die entweder sehr weit weg auf einem Pfahl sitzen

Truthahngeier

Truthahngeier/Turkey vulture/Cathartes aura

oder über uns die Aufwinde nutzen. Gar nicht so einfach, sie mit der Kamera zu erwischen, vor allem Sandys Oschi erleichtert das mit seinem Gewicht nicht gerade.

Truthahngeier

Anders ist es mit dem Graureiher, den wir unterwegs mitten in einer Rinderherde jagen sehen. Als Lauerjäger steht er geduldig im Gras und wartet auf eine verdächtige Bewegung auf dem Boden. Ideal für jeden Fotografen: ein ruhig stehendes „Opfer“ erleichtert die Sache doch ungemein.

Graureiher/Gray heron/Ardea cinerea

Rind

Rind

So vergeht die Zeit sehr abwechslungsreich mit mehr oder weniger erfolgreichen Fotoversuchen, bis wir schließlich am Lagunenbereich ankommen.

Lagune

Lagune von Abbott’s Bay

Ein riesiger Teppich aus Schwimmpflanzen gaukelt dem unbedarften Besucher eine saftige grüne Wiese vor. Am anderen Ufer befindet sich der Traum eines jeden Sonnenliebhabers: eine Sanddüne aus weichem feinen Flugsand lädt zum Sonnenbad ein – wenn diese sich denn blicken lässt.

Vogelflug

Vogelflug

Bis direkt ans Meer gehen wir nicht, das wird uns zeitlich doch etwas zu lang. Schließlich haben wir noch ein paar Punkte auf unserer Liste. Also drehen wir an der Brücke über die Lagune um und marschieren zurück.

Brücke an der Lagune

Brücke an der Lagune

Interessanterweise sehen wir nun auf dem Rückweg kaum eins der Tiere vom Herweg, nur die Geier kreisen weiterhin. Hoffentlich kein schlechtes Zeichen…

Wir fahren zurück auf den Sir Francis Drake Boulevard, der bis an die Südspitze des Südshores führt. Unterwegs halten wir für einen kurzen Schnappschuss an der Einfahrt zur KHP Radio Station, um den bekannten Cypress Tree Tunnel zu fotografieren. D.h. ich halte, Sandy springt raus und fotografiert, während ich im Auto warte.

Tree Tunnel

Tree Tunnel

Von meiner Warte aus sieht der Tree Tunnel nicht so malerisch aus wie auf den Bildern, die im Netz kursieren. Aber Sandys Foto (oben) überzeugt.

Kurz vor Ende des Sir Francis Drake Boulevard geht ein Weg nach Osten ab. Wir bleiben aber auf der Straße, schließlich möchten wir zum berühmten Point Reyes Lighthouse.

Aber irgendwie ist es verhext. Auch dieses Lighthouse wird auf unserer to-visit-Liste bleiben müssen. Denn es ist Sonntag, und es scheint hier am Leuchtturm vermutlich Freibier zu geben, denn es ist die Hölle los. Ein einsamer Ranger versucht, Ordnung ins Parkchaos zu bringen, und winkt einfach alle ankommenden Fahrzeuge weg. Kein auch noch so klitzekleines Parkplätzchen ist vorhanden, die Autos stehen bereits mehrere Hundert Meter weit die Straße entlang. Nein, das tun wir uns nicht an.

Kurzentschlossen fahren wir zurück bis zur Kreuzung und nehmen den Weg nach Osten, Richtung Chimney Rock. Vom dortigen Parkplatz aus machen wir uns als erstes auf den Weg zur Seeelefanten-Aussicht.

Hier bleiben wir eine Weile und beobachten und fotografieren die Tiere. Viel Action ist nicht los am Strand, von den Tieren, die da sind, schlafen oder ruhen die meisten.

So in etwa ist der Blick vom Overlook aus.

Oschi sei Dank!

Zurück am Parkplatz wollen wir eigentlich zum Chimney Rock laufen. Unterwegs kommen wir an einigen großen Bäumen vorbei – eine Seltenheit in dieser Gegend. Sandy zitiert das Internet: „Bei Bäumen immer in die Wipfel schauen, oft verstecken sich dort Eulen und andere Tiere.“

Immer in die Bäume schauen!

Etwas vor uns entdecken wir einen Herrn, der angestrengt durch ein Fernglas die Gegend absucht. Bestimmt ein Vogelfreund, der nach Vögeln Ausschau hält. Kaum gedacht, bleibt Sandy stehen und deutet in einen Baum neben dem Weg. „Guck mal, eine Eule!“ Ja, tatsächlich, da sitzt eine.

Virginia-Uhu/Great Horned Owl/Bubo virginianus

Virginia-Uhu/Great Horned Owl/Bubo virginianus

Es ist toll, so ein Tier mal ohne Gitter in absoluter Nähe zu sehen.

Der Vogelmensch hat inzwischen bemerkt, dass wir am Fotografieren sind, und kommt, um herauszufinden, was da vor unserer Linse sitzt. Hat er doch alles sorgfältig mit dem Fernglas abgesucht. Tja, das nennt man wohl „den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen“. Sandy jedenfalls brauchte kein Fernglas…

Nun ja, der Chimney Rock lockt irgendwie nicht so richtig, und so drehen wir um und gehen zum Parkplatz zurück.

Sandy hatte während der Anfahrt an den Parkplatz des Chimney Rock noch zweimal etwas entdeckt, aber ich konnte nicht gleich anhalten. Nun hoffen wir, dass wir auf dem Rückweg mehr Glück haben.

Und tatsächlich. An einem der Bauernhöfe halte ich an, denn dort sitzen mehrere Truthahngeier malerisch auf diversen Zaunpfosten.

Etwas weiter die Straße entlang sehen wir am rechten Straßenrand einen Wagen auf freier Strecke stehen. Scheinbar grundlos. Bis wir entdecken: einige der vor Jahren ausgesetzten Tule-Wapiti/Tule Elks/Cervus canadensis nannodes stehen recht malerisch in der Gegend rum. Was wieder bedeutet: ich halte an, Sandy hüpft raus und fotografiert. Arbeitsteilung halt: ich fahre, sie knipst.

Der Rest des Weges ist nun doch recht langweilig, keine Tiere mehr zu entdecken. Wir verlassen das Seashore und machen uns auf den Weg zu unserem nächsten Ziel, dem Old Faithful of California Geysir in Calistoga.

Diesen Geysir hatte ich 1978 mit meiner Tante besucht, damals waren da einfach ein Kassenhäuschen und der Geysir und jemand, der was zu diesem Geysir berichtete. Heute ist hier ein kleiner Streichelzoo, der auch Nottiere aufnimmt und betreut. Der Eintritt ist nicht ohne, aber die Tiere sind soweit gut gehalten, von daher macht es uns nichts aus – die vielen Mäuler wollen ja gefüttert sein. Und viel Betrieb ist heute wirklich nicht.

Ein paar kleine Wildtiere entdecken wir aber auch:

Old Faithful ist ein recht zuverlässiger Geysir, der allerdings ein wenig jahreszeitabhängig spuckt, was Zeitraum und Höhe betrifft. Bei unserem Besuch spuckt er ungefähr alle 10 Minuten, die Höhe war ok, aber nicht spektakulär.

Inzwischen haben wir aber vollen Sonnenschein und herrlich warm, so dass wir hier endlich Fotos mit „California Feeling“ machen können.

Old Faithful of California

Old Faithful of California

Sandy: „Die Toilette war nur ein großes Dixi-Klo (die richtige Toilette war defekt oder so), allerdings das am besten „gepimpte“, auf dem ich je war.“

Nun ist es nicht mehr weit bis zu unserem Hotel, dem „Golden Haven Hot Springs Spa and Resort“. Check-in ist problemlos, und auch unser Termin wird bestätigt. Aber erst einmal suchen wir unser Zimmer auf in der 1. Etage direkt über der Lobby (woher kennen wir das nur?).

Hotel

Leider ohne Fahrstuhl, so dass Sandy ziemlich schleppen muss. Ich habe ja meinen Koffer offen im Kofferraum und entnehme nur das, was ich für den Abend bzw. den kommenden Tag benötige. In diesem Fall ist wichtig, dass ich den mitgebrachten Badeanzug nicht vergesse.

Pünktlich zu unserem Termin finden wir uns wieder in der Lobby ein, wo wir von einem lustigen jungen Mann namens Matt abgeholt werden. Es steht uns beiden unsere erste Spa-Erfahrung bevor: ein Mudbath. Ja, ein Schlammbad erwartet uns. Heilschlamm, angedünnt und erhitzt durch natürliche Mineralquellen.

Es ist eine ziemliche Prozedur, bis wir in unseren Badewannen liegen. Der Schlamm ist nicht nur zäh und widerspenstig, sondern auch heiß. Schließlich aber „schweben“ wir beide auf einer Schlammschicht und erhalten eine Gesichtsbehandlung sowie eine kalte Kompresse auf den Kopf. Jetzt heisst es entspannen. Gar nicht so einfach, wenn man über sich selber und den Anblick, den man bieten muss, dauernd kichert. Noch haben wir die Fotos, die unser Betreuer mit Sandys Handy geschossen hat, nicht gesehen…

Ein Mudbath macht schön… Hoffen wir jedenfalls.

Nach ungefähr 20 Minuten Entspannung werden wir zum Duschen geschickt, dann dürfen wir in die Jacuzzi und uns mit Gurkenwasser innerlich erfrischen. Nach weiteren 10 Minuten Wasserbad werden wir in einen anderen Raum geführt und dort in zwei große Handtücher gepackt. Mit gedämpftem Licht und esoterischer Musik sollen wir den letzten Stress herausschwitzen. Ok, das Kichern wird jetzt besser, aber die völlige Entspannung bleibt aus. Der auf der Homepage angedrohte Schlaf ebenfalls. Aber wir fühlen uns gut, als wir uns wieder anziehen.

Es war eine interessante Erfahrung für uns. Mir fehlt allerdings noch eine gute Massage, um hier 100 Punkte von 100 Punkten zu vergeben.

Inzwischen ist halb 9, und wir haben Hunger. Also fahren wir zur nächsten Pizzeria, um dort etwas zu essen. Tja, was soll ich schreiben. In Calistoga machen einige Lokale wohl schon um 9 Uhr dicht. Und zu diesen Lokalen gehört auch besagte Pizzeria. Mit Müh und Not erhalten wir noch Wraps, selbst der von einer jungen Dame georderte Iced Tea ist aus. Mit unseren Wraps in der Tüte fahren wir zurück zum Hotel, um Bilder von den Kameras herunter zu ziehen (für irgendwas muss ich mein Tablet ja schließlich auch mitgenommen haben), zu essen und Fb zu bedienen.

Morgen geht es weiter nach Tahoe.

 

zurück: 10. September 2016

weiter: 12. September 2016

Giants, Flowers and no Ladies

Der Wecker klingelt heute sehr früh (5:45 Uhr), was aber dank leichtem Jetlag überhaupt kein Problem ist. Kurz nach 6:30 Uhr sind wir auf dem Weg zur Bushaltestelle, wo wir die Buslinie 47 Richtung Marina/Pier 39 nehmen.

Endhaltestelle Powell-/Beach Street

Endhaltestelle Powell-/Beach Street

Alles klappt hervorragend, so dass wir am Pier selbst noch Zeit haben, bei den berühmten Seelöwen vorbeizuschauen. Nur ein paar vereinzelte Arbeiter und Jogger sind unterwegs, ein völlig neues Gefühl am sonst so lebhaften Touristenmagneten Pier 39.

Am Hafen

Am Hafen

 

Wobei es den Seelöwen offensichtlich völlig schnuppe ist, ob da Menschen rumstehen und gaffen oder nicht.

Seelöwen

Die berühmten Seelöwen

Seelöwen am Pier 39

Muss schon cool sein, wenn man zu seinem Boot will und dabei über Seelöwen steigen muss.

Rechtzeitig zur gewünschten Uhrzeit finden wir uns am Kassenhäuschen der „Whale Tours“ ein.

Whale Tours

Es ist nur eine kleine Gruppe, vielleicht ein Dutzend Leute, die inkl. uns darauf warten, dass etwas passiert. Als erstes erscheint eine junge Dame, die als Meeres-Spezialistin die Gruppe betreuen soll. Gemeinsam warten wir, dass sich unser Kapitän meldet, dass das Schiff startklar ist. Es tut sich erstmal nichts. Schließlich geht es zum eigentlichen Anlegeort des Bootes, wo wir erstmal… erneut darauf warten, dass etwas passiert. Trotz mehrfachen Nachfragens unserer Führerin dauert es und dauert und dauert. Schlussendlich kommt ein junger Mann vorbei und führt uns zu unserem Boot, das gleich darauf ablegt und losdampft.

Es ist kalt. Es ist neblig. Es ist windig. Über San Francisco hängt eine dicke graue Wolke.

Nebel

Nebel über der Stadt

Den „Palace of Fine Arts“ erkennt man nur durch sein Dach.

Madame Golden Gate ist wieder verhüllt bis auf „die Füße“.

Golden Gate Bridge

Also supertolles freundliches Whale-watching-Wetter…

Kalt, feucht, neblig und windig…

Wir fahren Richtung Farallone Islands. Vorbei geht es an Alcatraz Island, dann unterfahren wir „die“ Brücke. Point Bonita Lighthouse lassen wir rechts liegen und schippern hinaus auf das offene Meer.

Alcatraz

Alcatraz Island

Wir nähern uns der Brücke.

Point Bonita

Point Bonita Lighthouse

Eigentlich hatten Sandy und ich die sechsstündige Tour gebucht, die rund um diese Inseln führen sollte. Allerdings erhielten wir bereits in Deutschland die Information, dass diese Tour ausfallen würde und wir auf die kürzere Route eingebucht wären (mit entsprechender Rückvergütung des Ticketpreises). Im Hinblick auf das Wetter bin ich – ehrlich gesagt – gar nicht mehr böse, dass es „nur“ die kurze Tour sein soll.

Während der Fahrt halten wir fleißig Ausschau nach „Seeungeheuern“. Ein paar Schweinswale/Harbor porpoise/Phocoenidae springen kurz in der Ferne, fast zu schnell, um ein Foto zu machen. Kaum hatte man sie gesichtet, sind sie schon wieder untergetaucht.

Schweinswal

Seevögel gibt es en masse: verschiedene Taucher-Arten, Möwen, Braune Pelikane und andere können wir erkennen.

Brauner Pelikan/Brown Pelican/Pelecanus occidentalis

Schließlich erklingt der ersehnte Ruf: „Er bläst! Da! Er bläst!“ Alles stürmt in die Richtung des Rufenden, und tatsächlich: in der Ferne sieht man kurz den dunklen Rücken eines Wals aus dem Wasser hervorkommen. Mit „Kamera ans Auge, scharf einstellen und abdrücken“ hat unsere Aktivität nun gar nichts mehr zu tun, hier heißt es, das Beste hoffen, Kamera drauf und auf Dauerfeuer abdrücken. In der Hoffnung, dass bei den vielen entstehenden Bildern tatsächlich ein oder zwei dabei sein würden, die man verwenden kann.

Es ist überraschend windstill und man kann sehr weit sehen. Es wirkt alles total friedlich. Wir orientieren uns an den Vogelgruppen, die sich in der Ferne auf dem Wasser niedergelassen haben.

Wir sind in einem relativ flachen Meeresgebiet, so dass die Riesen hier nicht wirklich „in die Tiefe“ abtauchen können, sondern eher in flachem Bogen schwimmen. Daher gibt es weder Fluken- noch Kopfaufnahmen. Und auch keine „springenden“ Wale, dazu fehlt den Tieren die Tiefe, um Anlauf zu nehmen.

Trotz dieser Widrigkeiten ist die ganze Sache sehr spannend: wo würde das nächste Tier auftauchen? Schließlich kann so ein Buckelwal seinen Atem sehr lange anhalten, wenn er will. Aufgrund der Umstände (Wetter/Fotolicht – schwankendes Boot) sind wir recht stolz, doch das eine oder andere annehmbare Foto geknipst zu haben.

Schließlich stören wir die Tiere nicht weiter beim Fressen und drehen. Während wir langsam dem Land entgegen tuckern, gibt es nun auch für uns endlich etwas zu essen. Wir folgen dem Rat aus dem Internet, bei Seefahrten nur etwas Leichtes zu uns zu nehmen, um den Magen nicht zu belasten, und halten uns heute erst einmal nur an frisches Obst.

Frühstück

Frühstück

Endlich nähern wir uns dem „Golden Gate“. Allerdings müssen wir feststellen, dass sich die Sicht und Aussicht noch nicht wesentlich verbessert haben. Von der Brücke ist aus der Ferne noch weniger zu sehen als bei der Ausfahrt.

Pünktlich landen wir um die Mittagszeit wieder an.

Jetzt heißt es zu entscheiden: was tun? Gleich weiter oder erst essen oder shopping oder überhaupt? Wir entscheiden uns, ein wenig zu shoppen und dann etwas essen zu gehen.

Am Pier ist inzwischen mehr Betrieb als bei unserer Abfahrt, und er kommt uns nun doch „bekannter“ vor.

Pier 39

Blick auf Pier 39

Jetzt auf festem Boden beginnen doch unsere Mägen, sich lautstark bemerkbar zu machen. Weshalb wir uns auf den Weg in „unser“ Mango’s machten, wo wir bereits 2014 lecker gegessen hatten.

Mittagessen

Quesadillas bei „Mango’s“

Inzwischen ist es hier am Pier doch etwas heller geworden, die Sonne kämpft, um die Wolken zu vertreiben.

Kurzfristig gelingt ihr das auch, zumindest am Hafen und in Downtown.

Aussicht auf die Marina

Es gibt schlechtere Aussichten.

Trotzdem wollen wir natürlich unser Programm durchziehen. Also geht es nach dem Essen weiter zuerst einmal „nach Hause“ ins Hotel, damit Sandy ihre Einkäufe und ihren „Oschi“ (Objektiv) ablegen kann. Dann fahren wir mit dem Bus zur Golden Gate Bridge, Sandys „Ich will die mal anfassen!“-Wunsch erfüllen.

Foto-Planung…

Und es ist, wie es ist: die Golden Gate Bridge sieht bei jedem Wetter und jedem Licht irgendwie gut aus.

… und Foto-Ergebnis. Sie ist einfach schön…

Auf der Brücke

Die Golden Gate Bridge steht auf Platz 2 der Brücken weltweit, welche am häufigsten für Selbstmorde benutzt werden. Deswegen sind dort alle paar Meter diese Schilder angebracht. Außerdem ist die Brücke nachts für Fußgänger gesperrt.

Noch ein kurzer Besuch im Visitor Center – ui, die haben ganz schöne Preise -, dann kommt der nächste Bus, der uns in den Golden Gate Park bringen soll. An der passenden Haltestelle steigen wir aus und durchqueren einen Tunnel.

Tunnel zum Golden Gate Park

Nachdem wir den Park beim letzten Mal ausfallen lassen mussten, haben wir ihn diesmal gleich mehrfach eingeplant. Der Park ist riesig, sogar größer als der Central Park in New York, und es gibt jede Menge zu sehen. Als erstes steht ein Besuch im Conservatory of Flowers an, welches wir allerdings erst nach leicht verwirrter Suche finden. Es gibt zwar einen Parkplan, aber leider unterwegs so gut wie gar keine Schilder.

Der Parkplan hilft uns nur bedingt bei der Zielsuche.

Und da auch mehrere Straßen durch den Park führen, fragt man sich schon öfter mal, ob man überhaupt noch richtig ist.

Völlig unbedarft treffen wir unverhofft dann sogar auf Landsmänner, die uns aber auch nicht weiterhelfen. Es ist irgendwie schon ätzend. Man ist über 9000 km entfernt von Zuhause und trifft überall Deutsche. Einfach ÜBERALL!

Das de Young-Museum (und Leute, die genauso verwirrt die Karte studieren wie wir)

Aber schließlich finden wir es doch: das Conservatory of Flowers mit seiner unverkennbaren Gebäudeform.

Conservatory of Flowers

Das Gebäude ist ein Traum. Bei blauem Himmel hätte es noch besser ausgeschaut, aber was soll’s…

Wunderschöne Orchideen gibt es hier.

Drinnen ist es tropisch und man kann lässig im T-Shirt rumlaufen, während es draußen gerade richtig ungemütlich wird.

Gefährliches Ungeheuer

Inzwischen ist es später Nachmittag, und unsere Kondition lässt langsam aber sicher nach. Wir sind ja schon lange genug unterwegs.

Das Gewächshaus ist nicht spektakulär, aber gerade bei tristem oder schlechtem Wetter ideal, um da mal ein Stündchen durchzulaufen.

Eigentlich hatten wir geplant, zum Sonnenuntergang an die Painted Ladies zu fahren, aber aufgrund des absolut grauen Wetters und der Tatsache, dass der Alamo Square (der Park, von dem aus man auf die Painted Ladies und die Skyline schaut) bis zum Frühjahr 2017 komplett eingezäunt ist, da der Rasen neu gemacht wird, entscheiden wir uns dagegen. Wir wissen zwar, dass es dort ein Loch im Zaun gibt, durch das respektlose Touristen gerne steigen, um ihr Foto zu kriegen, aber ganz ehrlich: Sowas machen wir halt nicht. Außerdem: Man braucht ja immer einen Grund, um nochmal nach San Francisco zu fliegen.

Wir fahren also ins Hotel und lassen den Tag ganz entspannt ausklingen. Am nächsten Tag ist schließlich wieder genug geplant…

zurück:  8. September 2016

weiter: 10. September 2016

Ei, wo isse denn?

oder auch: Finally back in the most beautiful city of the World

Land of dreams, land of dreams
Come and find your land of dreams
And it’s closer than it seems
Come and find your land of dreams
(Rosanne Cash)

Lange haben wir auf diese Reise gewartet, geplant und gespart. Bei über 500 Tagen haben wir den Countdown gestartet. Jetzt geht es endlich los.
Die Hunde sind gut untergebracht, auch sie machen Urlaub. Bei ihrer „Tante“ werden sie sich verwöhnen lassen. Gestern wurden sie abgeholt. Sandys Mädels sind bei „Oma“ und „Opa“ in Betreuung, da müssen wir uns auch keine Gedanken machen.

Unsere Koffer sind gepackt, das Handgepäck bereit.

Unser Gepäck

Unser Gepäck

Wie immer besteht die Gefahr, dass wir trotz aller Vorbereitung etwas vergessen haben. Eigentlich sollten wir alles Wichtige eingepackt haben – haben wir uns doch schon vor Wochen eine Packliste zusammengestellt. Schluss mit den Überlegungen, was jetzt fehlt, fehlt halt. Das Wichtigste: Esta, Pass, Flugtickets, Buchungsbestätigungen, Geld, Kreditkarte und Führerschein, der Laptop sowie Sandys Kameras, Objektive und Speicherkarten sind eingepackt. Alles andere kann vor Ort nachgekauft werden.

Also los, lass uns das Gepäck runterbringen. Eine muss noch über die Straße „hüpfen“ und die beim Bäcker vorbestellten belegten Frühstücksbrötchen abholen. Dann können wir auf den Shuttleservice warten.

Unser Shuttleservice ist pünktlich und bringt uns trotz der Baustellen problemlos nach Frankfurt an den Flughafen, wo wir als geübte Lufthansagäste gleich am Check-in-Automaten einchecken und unser Gepäck losschicken.

Check-in

Check-in

Jetzt haben wir nur noch unser Handgepäck, also Sandy ihren Fotorucksack und eine Tasche und ich einen Trolley und eine Tasche. Da es nichts Besonderes zu sehen gibt, bringen wir auch den Rest der Formalitäten hinter uns und suchen uns anschließend ein gemütliches Plätzchen in der Lufthansa-Lounge, wo wir uns mit Kaffee und Wasser versorgen und erst einmal frühstücken.

Warten

In der Lufthansa-Lounge

Unser Frühstück

Frühstück

Zeit haben wir noch genug. Ja, so ein Flug mit Businessklasse hat schon seine Vorteile.

Auf dem Weg zum Gate

Der Nachteil an den riesigen Fliegern ist halt immer, dass die irgendwo gaaaaanz am hintersten Ende geparkt werden und man dann 8 km laufen muss. Oder sich halt fahren lässt.

"Unsere" A380

Und da ist sie: „unsere“ A380

DIe Vorteile merken wir dann auch gleich beim Boarding.

Boarding

Boarding hat begonnen.

Nicht nur, dass die Sitze breiter sind und einen im Verhältnis zur Economy-Klasse riesigen Fußraum bieten,

Business-Class in der A380

Die Business-Class in der A380

man wird auch gleich persönlich mit Namen nach seinen Wünschen gefragt. Nur, dass Sandy und ich die Plätze getauscht haben, damit sie am Fenster sitzen kann, und sie somit als „Frau Frank“ angesprochen wird.

Nach dem Start erhalten wir die Menükarte und dürfen unser Essen aussuchen, das uns dann elegant auf Porzellan auf unseren mit Tischdecke abgedeckten Tabletts serviert wird.

„Darf es ein Gläschen Sekt oder Wein dazu sein?“ Nun, man will ja niemanden enttäuschen, wobei Sandy sich an Orangensaft hält, während ich mir ein Gläschen Sekt genehmige. So zum Einstimmen auf den Urlaub… Man gönnt sich ja sonst nichts.

Fußraum in der Businessklasse - paßt!

Fußraum in der Businessklasse – paßt!

Da durch den größeren Fußraum eine Bedienung der Bildschirme per Touch-Control nicht möglich ist, ohne sich jeweils abzuschnallen und nach vorne zu beugen, gibt es in der Business-Klasse die gute alte Kabelfernbedienung in der Armstütze. Was bedeutet, dass die Bedienung hier auch prima funktioniert und man nicht dutzendfach antippen muss, bis sich was tut. So zappen wir durch die Kanäle, bis jeder eine passende Sendung findet, und los geht das Vergnügen.

Zuviel Fernsehen macht müde, also werden irgendwann die Sitze nach hinten gelassen. Allerdings ist unsere 380 hier noch nicht überarbeitet, so dass die Sitze zwar ausgestreckt werden, aber so in ca. 10°-Winkel stehen bleiben. Man kann so schlafen, aber ganz ideal ist es nicht. Trotzdem herrscht eine längere Zeit Ruhe im Schiff – ähm Flugzeug -, bis wir schon längst über amerikanischem Boden unser Frühstück gereicht bekommen.

Dieses Mal fragen wir unseren Flight-Attendant, was denn mit den (von uns nicht benutzten) Super-Mini-Salz-und-Pfeffer-Streuern passieren würde, ob diese wiederverwertet würden. Seines Wissens nach nicht, worauf wir entscheiden, die Dingelchen einzupacken. Kann man immer brauchen…

Champagner kurz vor der Landung

Auf einen schönen Urlaub!

Zum krönenden Abschluss kommt unser Flugbegleiter wieder angeschwebt und fragt, ob es denn ein Gläschen Champagner für uns sein darf. Tja, da können wir dann nicht widerstehen.

Und schon befinden wir uns im Landeanflug. Was bedeutet, dass sich links von uns die Küstenlinie Kaliforniens an den Pazifik befindet und wir also direkt an der Golden Gate Bridge vorbeifliegen werden. Sandy klebt am Fenster, aber es ist weit und breit keine Brücke zu sehen. Irgendwie ist sie heute sehr schüchtern und hat sich (mal wieder) in Nebelwolken gehüllt. Nördlich von ihr ist Sausalito zu sehen, und auch Downtown San Francisco liegt einigermaßen klar. Nur unsere liebe Golden Gate ist nicht zu entdecken, noch nicht mal ein Zipfelchen von einem der beiden Brückenpfeiler… Das ist irgendwie schon eine kleine Enttäuschung, haben wir doch extra die Sitze links im Flugzeug gebucht.

(Kein) Ausblick auf die GGB.

Links unten die Brücke (unter der Wolke) – eigentlich…, rechts San Francisco (wolkenlos).

San Francisco & Bay Bridge

Hier sieht man Downtown San Francisco und die Bay Bridge.

Egal, wir landen einigermaßen pünktlich und ohne unnötiges Kreisen in der Luft in San Francisco.

Willkommen in San Francisco

Willkommen in San Francisco

Der ewig lange Weg zur Immigration ist in den 2 Jahren seit unserem letzten Besuch leider auch nicht kürzer geworden, und die Schlange vor den Schaltern sieht auch wieder nach langer Wartezeit aus.

Nun, unsere „alte“ Esta (Einreisegenehmigung) ist noch 4 Tage gültig. Da ich im Netz keine Info gefunden hatte, ob sie ausreichen würde (oder ob die Genehmigung über den Reisezeitraum komplett gültig sein muss), habe ich eine neue für uns beantragt.

Esta Antrag

Esta-Antrag. Man beachte Frage 4…

Ok, unnötige Geldausgabe, es stellt sich heraus, dass die alte ausreichend war. Und uns sogar die Wartezeit verkürzt, denn eine Mitarbeiterin der Immigration taucht plötzlich auf und fängt an, bestimmte Personen nach Prüfung des Passes auf die Seite zu nehmen, wo man per Automat immigrieren kann. Als wir bei ihr vorbei kommen, probieren wir es einfach und halten unsere Pässe hin und – schwupps – schon können wir auch die verkürzte Immi machen. Spart uns bestimmt eine halbe bis dreiviertel Stunde Zeit und ist eigentlich ganz einfach.

Unser Gepäck ist auch mitgekommen und kann ohne größere Wartezeit von uns entgegen genommen werden. Zoll ist zackzack erledigt. Jetzt heißt es, unseren Shuttledienst zu finden. Auch das ist überhaupt kein Problem, der Fahrer steht mit leuchtendem Tablet mit meinem Namen drauf direkt hinter den Customs. Also ab zum Auto, einladen, einsteigen, und los geht es, wunschgemäß auf der 101 entlang der Bay nach Norden, zu unserem Hotel mitten in der Stadt.

Wer den Film „Vertigo“ von Alfred Hitchcock kennt, der kennt auch unser Hotel. Denn wir waren in dem Hotel eingebucht, in dem der Film teilweise spielt. Allerdings ist das Hotel inzwischen mehrfach erneuert und umgebaut worden.

Das Vertigo

Eingang unseres Hotels

Die berühmte Treppenaussicht gibt es aber immer noch.

Treppenhaus im "Vertigo"

Man kann schwindelig werden bei diesem Anblick.

Nachdem wir direkt vor der Tür abgesetzt wurden, erhalten wir unser Zimmer zugeteilt. Zimmer 301.

Ein so besonderes Zimmer, dass es einen eigenen Hinweis im Flur hatte.

Hinweisschild

Unser Zimmer ist etwas besonderes.

 

Vertigo

Die Hotelfassade des Vertigo

Unser Zimmer

Unser Zimmer

Unsere Zimmerfenster sind die im 1. hellen Stockwerk rechts im obigen Bild. Zwei Queensize-Betten, ausreichend Fläche drum herum, ausreichendes schönes Bad, Kühlschrank, Fernseher (den wir zwar in allen Zimmern hatten, aber praktisch nie an).

Unser Zimmer
Unser Zimmer

Dusche

Die Dusche hätten wir gerne behalten.

Kurzer Quercheck, und schon machen wir uns auf den Weg ins direkte Umfeld. Da ich Ende August noch in Deutschland mir die App der Muni San Francisco runtergeladen hatte und gleich zwei Dreitagetickets online bereitstellen ließ, die ich schon am Flughafen aktiviert hatte, können wir ab sofort jeden Bus und jede Bahn inkl. Cable Car benutzen, so lange mein Handy am Laufen ist. Weshalb ich immer einen externen Akku dabei habe – sicherheitshalber.

Wir marschieren also ein wenig durch die Gegend, schauen unter anderem, wo genau die Bushaltestelle ist, von der wir am nächsten Morgen an den Hafen fahren wollen/sollen, und gehen zu Trader Joe’s (amerikanischer Aldi), um ein paar Kleinigkeiten zu trinken und zu essen einzukaufen.

Außerdem nehmen wir an der Endstation der California Street das Cable Car Richtung Financial District.

Haltestelle California Street

Warten auf das Cable Car

Unterwegs zum Financial District.

Unterwegs zum Financial District

Eines von Sandys Wunschbildern.

Erfüllung eines Wunsches: Genau DIESES Foto wollte Sandy unbedingt machen.

Wir schlendern etwas zwischen den Hochhäusern herum. Ein Blick nach oben zeigt interessante Spiegelbilder.

An der America Pyramid suchen wir die Plakette, von der wir bei Wikipedia gelesen hatten.

The Pyramid

Blick auf die Pyramide

The Pyramid

Von unten wirkt sie irgendwie noch höher…

Nach ein wenig Verwirrung werden wir auch fündig.

Bummer and Lazarus

Sequoia umarmen

Sandy kann sich nun gleich am ersten Tag noch einen Wunsch erfüllen.

Da an der Pyramid ein kleiner Park mit Sequoias angelegt ist, kann Sandy ihren ersten Mammutbaum umarmen (was ja in den Nationalparks meist nicht gestattet ist).

 

In Chinatown

Chinatown

Noch ein kurzer Besuch in Chinatown mit den ersten Touristen-Einkäufen, dann geht es noch hoch zum Top of the Marks, um die Aussicht zu geniessen.

Aussicht über die Stadt

Aussicht vom „Top of the Mark“ aus.

Direkt gegenüber vom „The Marks“ befindet sich Grace Cathedral, die wir leider nicht von innen besichtigen können, da geschlossen. Aber ein Blick auf die wunderschöne Eingangstür ist uns vergönnt.

Grace Cathedral

Grace Cathedral

Eingang zur Grace Cathedral

Eingangstür

 

 

Irgendwann waren wir aber bereit, ins Hotel zurück zu kehren.

Jones Street

Auf dem Weg zurück ins Hotel. Für Flip-Flop-Träger nicht zu empfehlen…

Jones Street

Wenn man die Straße gerade rückt…

Kleiner Laden in der Sutter Street

Kleiner Markt in der Sutter Street

Morgen heißt es wieder früh aufzustehen, denn wir wollen ja zum Wale-Beobachten fahren.

Unser Weg

 

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San Francisco

<– 13. September 2014 – If you’re going to San Francisco

Es war früher Sonntag Morgen, als wir unser Zimmer Richtung Downtown San Francisco verließen. Eigentlich erstmal auf der Suche nach einem Coffeeshop oder so, zum Frühstücken halt. Nun ja, Sonntagmorgen ist in SF nicht soooooo ideal, um einen offenen und ansprechenden Coffeeshop zu finden. Von daher waren wir da auch relativ erfolglos. Weiterlesen

If you’re going to San Francisco

<– 12. September 2014 – Mannheim

Samstag morgen ging es dann endgültig los. Die letzten Dinge in die Koffer gepackt, Handgepäck mehrfach kontrolliert – sind die Tickets und Pässe da, wo sind die Buchungsbestätigungen für die Shuttles etc. – und ca. 20 vor 7 Uhr die Gepäckstücke die Treppen runtergehievt. Weiterlesen