Birds and Lights

Good Morning, Vegas!

Was macht man, wenn man einen ganzen Tag in Vegas hat? Logisch, man geht Vögel fotografieren! Von früh bis spät am Strip zu bleiben ist nicht unser Ding. Wir müssen raus aus diesem verrückten Chaos, raus in die Natur und zu den Tieren, wo wir uns halt einfach am wohlsten fühlen. Und da bietet sich das Bird Viewing Preserve in Henderson an.

Nachdem wir am Morgen ausgiebig das riesige Badezimmer genutzt haben (Sandy meint, ihr Wohnzimmer sei kleiner als diese “Nasszelle”), lassen wir uns Fury vorfahren und machen uns also auf den Weg in den Nachbarort von Las Vegas.

Das Preserve hat täglich von 6-14 Uhr geöffnet und der Eintritt ist kostenlos. Eigentlich wollten wir ja um 6 Uhr dort sein, um Roadrunner und Kojoten zu sehen. Aber irgendwie… hatten wir keine Lust.

Das Preserve sind mehrere flache künstliche Seen, die von hunderten von Vögeln als Rastplatz genutzt werden. Je nach Jahres- und Tageszeit kann man hier also die verschiedensten Wasser- und Zugvögel beobachten.

Das Preserve wird von ehrenamtlichen Mitarbeitern betreut, der Besuch ist kostenlos. Natürlich hindert einem niemand, eine kleine Spende zu hinterlassen…

Als wir am Parkplatz eintreffen, stehen nur zwei weitere Fahrzeuge dort. Als erstes gehen wir ins Verwaltungsgebäude, wo wir einige Informationen bekommen können und uns in Besucherlisten eintragen müssen. Diese Listen benötigt das Preserve als Nachweis für seine Daseinsberechtigung als Besuchermagnet, daher tragen wir uns natürlich gerne ein. Außerdem nutze ich noch die Gelegenheit zum Besuch eines bestimmten Örtchens.

Dann geht es nach draußen. Als erstes entdecken wir einige Futterstationen für Kolibris und Sandy versucht sich gleich an ein paar Fotos.

Kolibri im Gegenlicht

Etwas weiter den Weg entlang huschen ein paar California Quails durchs Gebüsch. Während Sandy die „Verfolgung“ aufnimmt, blicke ich den Weg entlang. In vielleicht 10 m Entfernung liegt ein seltsamer, weiß-schwarzer Stock auf dem Weg. Aber halt! Der Stock bewegt sich ja. Das ist gar kein Stock, das ist eine Schlange. Aufgeregt mache ich Sandy aufmerksam, und wir nähern uns dem Tier, das sich absolut nicht stören lässt, vorsichtig. Unsere erste (und einzige) Schlange ohne Glasschutz! Und noch nicht einmal eine kleine, sondern eine recht stattliche noch dazu. So 1,20 bis 1,50 m wird sie schon gehabt haben. Später erfahren wir, dass es sich um eine California King Snake/Kalifornische Königsnatter/Lampropeltis getula californiae handelt, eine ungiftige Kettennatterart.

Während wir gemütlich in praller Sonne über das Gelände schlendern, beobachten wir Echsen, Schmetterlinge, Libellen und die unterschiedlichsten Wasservögel, vor allem natürlich Enten, Sichler, Reiher und Tauchhühner. Auch eine Gruppe Pelikane schwimmt auf einem der Seen und etliche Rauchschwalben versammeln sich in den Bäumen.

An einer Aussichtsplattform entdecken wir einen kleinen Schwarm von wilden Wespen, die sich aber von uns nicht stören lassen. Etwas weiter hoppelt ein Kaninchen durchs Gebüsch.

Bei stärkerem Wind besteht die Gefahr, dass Hoppelchen abhebt….

Es ist ruhig und friedlich. Und sehr, sehr warm. Und sonnig. Kaum Schatten. Kurz: es ist zwar wunderschön, aber zu heiß.

Opuntie mit Sonnenbrand

Daher sehen wir uns gezwungen, den Besuch abzukürzen. Zurück am Verwaltungsgebäude setzen wir uns in der Nähe der Kolibri-Futterstationen in den Schatten, um ein wenig abzukühlen.

Dort erhalten wir Besuch von einer der freiwilligen Helferinnen, von der wir dann auch erfahren, um was für eine Schlange es sich gehandelt hat. Wie üblich werden wir gefragt, woher wir kommen, was wir gemacht haben während unseres Urlaubs, wo wir gewesen sind und wie es uns gefallen hat. Als die Lady erfährt, dass wir in Yosemite gewesen waren, ist sie ganz begeistert, denn dort möchte sie auch unbedingt einmal hin. Worauf wir ihr dann – innerlich grinsend, äußerlich ernst und gemessen – den Panorama Trail ans Herz legen, weil „den muss man einfach mal gelaufen sein“.

Inzwischen ist es fast Zeit, an den Flughafen zu fahren. Die halbe Stunde Mietdauer, die wir der Autovermietung schenken, ist nicht schlimm.

Auf dem Weg kommen wir am Cowabunga Water Park vorbei.

Hier scheint im Moment aber noch nicht viel los zu sein.

An der Mietwagenstation am Flughafen geht die Rückgabe unseres Autos schnell und schmerzlos, ein kurzer Kratzercheck (wir haben keine gemacht), ein kurzes „alles ok? – Ja, alles super!“, und schon sind wir entlassen. Ach ja, Fury… Es tut uns leid, dich so allein zurücklassen zu müssen. Mach’s gut! Ford Mustang CV forever!

Wir verlassen das Gebäude und nehmen uns ein Taxi, das uns ins Bellagio zurückfährt.

Noch einmal raffen wir uns auf und begeben uns auf den Strip. Dabei besuchen wir endlich das Hotel/Casino „Caesar’s Palace“, an dem wir bisher nur vorbeigelaufen sind.

Hier darf man erst ab einem bestimmten Kreditlimit rein.

Trevibrunnen für Arme

Dann überqueren wir die Straße und halten nach etwas zu essen Ausschau.

Wo isst man, wenn man im Bellagio wohnt? Ganz klar: im Panda Express.

Das Essen ist lecker und die „mittlere“ Cola wird uns ewig in Erinnerung bleiben.

Anschließend besuchen das Venetian am Tag.

Auf dem Markusplatz gönnen wir uns ein echt italienisches Eis und schlendern dann am Kanal entlang, betrachten die Schaufenster und lassen es uns gut gehen.

Die Preise sind sehr gewöhnungsbedürftig.

Wir überlegen, ob der Leuchter noch in unser Gepäck passt…

Das Casino

Der Fußboden kann einem kirre machen…

… aber der Deckenhimmel ist klasse.

Gemütlich gehen wir zurück zum Hotel und machen dabei noch einen kleinen Abstecher zu den Flamingos und Pelikanen im Flamingo Hilton.

Dann versuchen wir in unserem Zimmer, die vielen Sachen in unserem Fluggepäck unterzubringen. Das ist gar nicht so einfach, und irgendwie haben wir auch gar keine Lust dazu. Aber was sein muss, muss sein…

Sandy stellt fest: Ich brauch noch einen Koffer! Offenbar hat sie doch zu viel eingekauft und zu viel Sand eingesackt.  Wir ziehen also los in den großen Giftshop beim Linq, sie sucht einen Koffer (ganz toll: schwarz mit goldener Aufschrift „LAS VEGAS“ ) und kauft ihn von unseren (fast) letzten Dollars.

Wieder im Hotelzimmer flippen wir dann vollkommen aus und bestellen uns ein fettes Abendessen per Roomservice. Das Essen kommt schnell und schmeckt sehr lecker, leider packen wir nur einen Teil.

Oben im Bild: Sandys unauffällige Neuerwerbung

Jetzt ist endgültig die Luft raus. Eigentlich hatten wir überlegt, eine der vielen Shows zu besuchen, so als Abschluss der Reise. Aber wir können uns nicht aufraffen.

Wir genießen noch ein wenig die Aussicht, und dann gehen wir das letzte Mal auf amerikanischen Boden ins Bett.

zurück: 29. September 2016

weiter: 01. Oktober 2016

Easy Rider

Da wir das vom Hausherrn zubereitete Frühstück, das im Zimmerpreis enthalten ist, nicht ausfallen lassen wollen, können wir heute etwas länger schlafen. Unsere Auswahl trafen wir bereits gestern nach dem Einzug ins Sheridan Inn. Als wir nach unten in den Wohnbereich kommen, sind bereits mehrere Gäste im Frühstückszimmer. Wir setzen uns an einen Tisch etwas abseits und bewundern erneut die geschmackvolle, gepflegte Einrichtung.

Unser Frühstückstisch

Claire fragt nach unseren Wünschen betreffend Getränken und bringt uns dann unsere Frühstücksauswahl, die mexikanisch angehaucht ist und sehr lecker schmeckt. So kann ein Tag beginnen!

Quesadillas mit Lachs und Tomaten

Die saß die ganze Zeit in Sandys Nacken.

Nach dem Frühstück beladen wir unser Auto (es nieselt mal wieder), verabschieden uns von Claire und machen uns auf den Weg.

Wir möchten auf die Historic Route 66, die hier in Williams mit der Interstate 40 identisch ist, weiter im Westen aber von dieser weg einen Bogen nach Nordwesten schlägt, bis sie schließlich in Kingman wieder auf den Freeway trifft.

So folgen wir dem ersten Route66-Sign, das sich aber als Pleite herausstellt. Der Seitenweg führt zwar zu einem angeblichen Route66-Museum, geht aber von dort aus nicht weiter, so dass wir zurück auf die Interstate fahren müssen.

Einige Meilen weiter gibt es erneut einen Abbiegehinweis, und dieser scheint mir vertraut, denn ich bin die Strecke ja per Streetview bereits abgefahren. Und tatsächlich stimmt endlich die Richtung.

Was nun folgt ist so ziemlich die langweiligste Fahrstrecke unserer Reise.

Unser Weg auf der (einem Teilstück ) Historic Route 66 und weiter zum Hoover Dam und Las Vegas

Landstraßencharakter, immer geradeaus, in einer langweiligen Umgebung (Grasland ohne Abwechslung). Dazu Tempomat. Ich glaube, ich hätte das Lenkrad festbinden können und ein Nickerchen machen. Eine riesige Abwechslung sind die ab und an auftauchenden Biker auf der Gegenspur und die seltenen weidenden Kühe. Meile um Meile fahren wir so und ersehnen unseren nächsten Programmpunkt herbei.

Einem Hinweisschild entnehmen wir, dass wir uns wenigstens schon in Hualapai befinden. Ein ödes Örtchen entlang der Straße, bewohnt von den Hualapai-Indianern. Wir entdecken einen Briefkasten und ich halte an, Sandy will noch ein paar Postkarten einwerfen. Und weiter geht es.

Endlich kommen wir in eine Gegend mit Hügeln, und hier irgendwo muss es an der Straße, direkt nach einer Rechtskurve sein: der Keepers of the Wild Nature Park“.

Es handelt sich hier um eine private Organisation, die ehemalige Show-Wildtiere und „echte“ verletzte Wildtiere aufnimmt und betreut sowie nach Möglichkeit später wieder auswildert. Man kann diesen Privatzoo besichtigen, was wir natürlich vorhaben, auch wenn wir zu einer etwas ungünstigen Tageszeit ankommen, nämlich um die Mittagszeit. Die Sonne brennt ganz schön, und die meisten Tiere haben sich zur Siesta zurückgezogen.

Der Parkwächter

Gehege des weißen Tigers

Ein Zebra… – ach nein, ein weißer Tiger

Beweis

Wolf – ein schon älteres Semester

Dinosaurier…

… nicht ganz.

Rotluchs

Nur Grizzlydame Bam Bam hat es sich in ihrem Pool bequem gemacht und planscht fröhlich vor sich hin.

Zu der Bärin schreibt die Homepage der Keepers: „Bam Bam arrived August 28, 2014. An animal trainer purchased her as a cub and used her in entertainment. The animal trainer decided to advance his career and was unable to keep her. Unable to find her a home he was planning to euthanize her. Just days away from being euthanized – Keepers of the Wild was notified of Bam Bam’s fate and we agreed to take her.“
Quelle: http://www.keepersofthewild.org/bear

Am nächsten Programmpunkt in Hackberry wollen wir eigentlich nur kurz Halt machen. Denn hier befindet sich DIE historische ehemalige Tankstelle der Route 66, die jeder Biker kennen sollte. Ursprünglich befand sich in dem Gebäude ein Lebensmittelgeschäft, später besagte Tankstelle. Heute könnte man das Gelände als eine Art „Schrottplatz mit Kultcharakter und besonderem morbiden Charme“ beschreiben. Gerade, als wir ankommen und aussteigen, beginnt es mal wieder zur regnen. Genauer gesagt: zu schütten.

Wir retten uns erst einmal unter das Vordach. Bereits hier gibt es viel zu sehen. Und erst im Laden drin! Man könnte stöbern und kaufen und weiterstöbern. Und fotografieren und staunen. Letzteres tun wir ausgiebig. Man entdeckt aber wirklich bei jedem Blick etwas Neues.

Irgendwie beruhigend…

Nachdem der Regen aufgehört hat, gehen wir wieder nach draußen und schlendern etwas durch das Gelände.

Der ist bestimmt im Bodie geklaut worden.

Schade, dass man hier nicht mehr tanken kann.

Aber schließlich fahren wir weiter, wir haben noch etliche Meilen vor uns.

Die Jungs erleben wohl das „echte“ Route 66-Gefühl.

In Kingman wird der Verkehr dichter, die Zeit der „Wildnis“ ist nun endgültig vorbei. Wir verlassen hier die I-40 und biegen auf den Freeway nach Norden ab, der uns direkt an den Hoover-Dam führt. Bei meinem letzten Besuch in den 80ern gab es die neue Autobahnbrücke noch nicht, damals musste/konnte man noch direkt über den Damm fahren.

„Die Mike O’Callaghan – Pat Tillman Memorial Bridge, auch bekannt unter den Namen ‚Hoover Dam Bypass Bridge‘ und ‚Colorado River Bridge‘, ist eine 2010 eröffnete Bogenbrücke über den Colorado River im Black Canyon. Sie ist 580 m lang und bringt den U.S. Highway 93 in der Nähe der Hoover-Talsperre auf einer Höhe von 270 m von Arizona nach Nevada. Die Brücke war bei ihrer Fertigstellung eine der längsten und höchsten Betonbogenbrücken der westlichen Hemisphäre, sowie die zweithöchste Brücke Amerikas.“
[Quelle: wikipedia]

Wir halten am ersten Parkplatz und steigen den Weg zur und auf die Brücke. Von hier aus hat man einen prächtigen Ausblick auf den Damm.

Mittlerweile ist es bereits Nachmittag, und es wird zeitlich etwas eng, wenn wir noch mehr sehen wollen. Daher machen wir nur ein paar Fotos und kehren dann auf den Parkplatz zurück.

Die Auto- und Personenkontrollen vor dem Damm passieren wir lässig, irgendwie sind die Kontrollen nicht so streng wie im Internet beschrieben.

Wir lassen uns von den Hinweisschildern ins (ebenfalls neue) mehrstöckige Parkhaus neben dem Besucherzentrum leiten und „dürfen“ mal wieder ein paar Dollar dort lassen. Ein Besuch im Visitor Center und dem angeschlossenen Souvenirshop entfällt allerdings, da hier bereits um 17 Uhr geschlossen wird und wir nur wenige Minuten Zeit hätten – was uns natürlich niemals reichen würde.

So geht es für uns direkt an und auf den Damm, der hälftig zu Nevada und hälftig zu Arizona gehört. Leider entfällt aktuell das Kuriosum des Zeitunterschieds zwischen Pacific und Mountain Time dadurch, dass Arizona als einziger Staat KEINE Sommerzeit hat. Zur Zeit haben Arizona und Nevada also die gleiche Tageszeit. Ansonsten kann man sich nämlich breitbeinig mitten auf den Damm stellen und der eine Fuß ist glatt eine Stunde älter als der andere (oder jünger, je nachdem, wie man es sehen will).

Schaut man in der Hälfte des Damms auf der Abflußseite nach unten, wird einem erst bewusst, wie hoch dieses Bauwerk ist (nämlich 221 m).

Der Blick von hier „unten“ auf die Memorial Bridge ist auch nicht der schlechteste.

Auf dem Rückweg zum Parkhaus entdecken wir noch an der Wand eine Gedenkplatte zu Ehren des „Hoover dam mascot“, eines herrenlosen Hundes, der sich den Bauarbeitern anschloss und leider bei einem tragischen Autounfall ums Leben kam. Begraben wurde der Hund unterhalb der Steilwand neben der Dammkrone.

Solche Hinweisschilder haben wir in Deutschland noch nie gesehen… Hier in jeder Etage im Parkhaus.

Die letzten ungefähr 50 km Fahrstrecke liegen vor uns.

Wir durchfahren Boulder City, eine Nachbarstadt von Las Vegas.

Je näher Las Vegas rückt, desto stärker wird der Verkehr. Es ist Feierabendverkehr – und das bedeutet in Las Vegas, dass jetzt das Vergnügen erst losgeht.

Unsere Tussi leitet uns zu unserem Hotel. Wir sind für 2 Nächte im Bellagio eingemietet und nutzen die Gelegenheit für ein letztes Valet-Parking. Wir haben unseren Fury noch eine Nacht und einen halben Tag, dann müssen wir ihn leider zurückgeben.

Unser Hotel bei der Anfahrt

Die Rezeption im Bellagio

Nach dem Einchecken suchen wir unser Zimmer auf, geben der Rezeption Bescheid, und wenige Minuten später bringt uns ein Bellboy unser Gepäck, das so „alles in allem“ aus dem Auto geräumt doch inzwischen recht umfänglich ist.

Unser Ausblick ist so wie gewünscht: volle Sicht auf die Fountains. Unser Bellboy erklärt uns noch, auf welchem TV-Sender wir die Musik hören können, zu der die Fountains tanzen. Als erstes setzen wir uns gemütlich ans Fenster und genießen die Show.

Aber schließlich raffen wir uns noch einmal auf. Wir haben zwar einen gut gefüllten Kühlschrank, aber die Preise für die Knabbereien und Getränke sind wirklich jenseits von Gut und Böse. Ich kann Sandy gerade noch davon abhalten, eine Miniflasche Cola (0,2 l / 8 USD – ohne Steuern) zum Anschauen herauszunehmen. Der Kühlschrank ist nämlich direkt mit der Kasse verbunden und ein Stück herausnehmen bedeutet die sofortige Buchung auf die Zimmerrechnung.

Wir schlendern den Strip entlang nach Norden und suchen ein Lokal, um eine Kleinigkeit zu essen. An der Plaza am The Linq werden wir fündig, italienisches Essen passt uns heute recht gut.

Anschließend gehen wir weiter, unser Ziel ist das „Venetian Hotel“, das wir uns unbedingt einmal von innen ansehen wollen.

Es ist schon ein komisches Gefühl, mitten in der Wüste am Canale Grande entlang zu flanieren.

Wieder fallen uns die vielen kleinen Details auf, die diese Themenhotels so einzigartig machen.

Shopping-Meile im Bellagio

Und ewig zieht sich der Hotelflur…

Gemütlich laufen wir zurück zum Bellagio, genießen noch ein wenig den Fountain-View vom Zimmerfenster aus und entscheiden uns, morgen nicht schon zum Sonnenaufgang nach Henderson zu fahren, sondern erst ein klein wenig später.

Unbedingt Ton anschalten!:

zurück: 28. September 2016

weiter: 30. September 2016

It’s Hot in the Desert

Es wird immer behauptet, dass die Temperaturen in der Wüste nach Sonnenuntergang rasch sinken. Das kann ich bestätigen! Denn als wir am frühen Morgen bei völliger Dunkelheit unseren Fury beladen, hat es gerade mal noch… ca. 30 Grad. Also doch schon bedeutend kühler als am Vortag!

Kurz nach 5 Uhr gebe ich unsere Schlüsselkarten zurück, und dann fahren wir los Richtung Süden. Erstes Ziel: Dante’s View zum Sonnenaufgang-Gucken. Die Straße führt uns an Furnace Creek (dem echten!) vorbei. Verkehr herrscht keiner, allerdings gibt es auch einfach nichts zu sehen. Stockdunkel ist es halt. Man sieht nur soweit die Scheinwerfer reichen. Wir hatten ja stillschweigend auf Kojoten oder auf eine Schlange auf der Straße gehofft, aber das einzige Wildtier, das wir entdecken, ist ein Kaninchen, das neben der Straße ins Gebüsch hoppelt.

Kurz vor dem Ziel noch ein kurzer Halt an einem Toilettenhäuschen (die – obwohl Plumpsklos – immer erstaunlich geruch- und fliegenfrei sind), dann kämpft sich Fury die letzten steilen Meter den Berg hoch zum Parkplatz.

Unsere Wüstendurchquerung…

Dante’s View befindet sich auf der östlichen Bergkette des Death Valley, den Black Mountains. Mit 1669 m Höhe überragt er das Badwater Basin mit dem tiefsten Punkt der USA. Er bietet eine grandiose Sicht auf das gesamte Tal.

Es sind nur wenige Frühaufsteher hier am Parkplatz, die gemeinsam mit uns warten. Mit Blick auf das Tal geht schließlich die Sonne hinter uns auf.

Blick ins Badwater Basin

Nächster Stopp auf unserer Wüstentour ist Zabrieski Point. Die Sonne wirft noch ein herrliches Licht auf die „Painted Desert“, die man von diesem Punkt aus sieht.

Inzwischen wird es Zeit für ein Frühstück. Aufgrund des frühen Aufstehens ist dieses ja erst einmal ausgefallen. Aber wir haben eines eingeplant, und zwar im „49er Cafe“ in Furnace Creek. Da wir von Dante’s View aus für unsere geplante Route wieder nach Norden fahren müssen, kommen wir hier sowieso vorbei.

Nach dem Frühstück steht als nächster Punkt der „Golden Canyon“ auf unserer to-do-Liste. Diese Schlucht erstrahlt je nach Lichteinfall in einem intensiven Gelbton.

Auf dem Weg zum Golden Canyon

Sie liegt inzwischen allerdings zum großen Teil im vollen Sonnenschein und heizt sich spürbar auf. Daher begehen und beklettern wir nur den vorderen Teil des Canyons, der noch schattig ist.

Weiter geht es zum „Artists‘ Drive“.

Es handelt sich um einen Loop-Drive, der nur in eine Richtung durchfahren werden darf.

Wir halten an zwei Vista Points, einem gleich zu Beginn des Drives und dann am bekannten Punkt „Artists‘ Palette“, die mit ihren verschiedenen, bunten Gesteinsflecken sehr interessant aussieht.

An unserem ersten Stopp

Unheimlich viel los hier….

Wir sind dort einige Zeit völlig alleine mit der Natur, es ist absolut still, keine Tiere, kein Geplapper, kein Fahrzeug.

Zurück auf der Hauptstraße geht es vorbei am Devil’s Golfcourse. Die Zugangsstraße zu dieser eigentlich interessanten Stelle im Death Valley ist aber sehr schlecht, so dass wir den Abzweig ignorieren und weiterfahren.

Am Badwater Basin können wir allerdings nicht vorbeifahren.

Wir halten und wagen uns mit vielen anderen Besuchern hinaus auf die Salzpfanne, in der sich mit 85,5 m unter Null der tiefste Punkt der USA befindet. Die Sonne knallt jetzt ganz schön und das kristallisierte Salz verstärkt die Wirkung der Strahlen noch. Unser mitgenommener Wasservorrat schrumpft beträchtlich und schnell.

Der kurze Spaziergang gibt uns einen kleinen Eindruck, wie sich die frühen Siedler hier gefühlt haben müssen, wenn sie das Tal durchquerten. Man muss den Mut dieser Menschen wirklich bewundern.

 

Wir verabschieden uns vom „Tal des Todes“ und fahren weiter durch eine zwar öde, aber doch im Verhältnis „lebendige“ Landschaft. Unser jetziges Ziel ist das völlige Kontrastprogramm zur stillen und eigentlich einsamen Wüste. Heute übernachten wir nämlich in Las Vegas.

In der Ferne liegt unser heutiges Ziel.

Unser Hotel ist das „The Linq“ direkt am Strip. Aufgrund unserer Recherchen wissen wir, dass wir das zugehörige Parkhaus am besten von der Rückseite her anfahren. Was die Recherchen nicht zeigten war, dass man vom Parkhaus zur Rezeption gefühlte Panorama-Trail-Kilometer durch die Shopping-Area und das Kasino marschieren darf…

Kaum geparkt, fängt Fury schon an zu flirten….

Für uns Hundehalter interessant: Auslaufzone im Hotel

Wir schleppen also unser gesamtes Gepäck erst zur Rezeption, entscheiden uns dann aber, per Automat einzuchecken. Das klappt auch recht gut und wir erhalten unsere Schlüsselkarten. Jetzt heißt es, den richtigen Hotelteil zu finden. Das dauert etwas, aber schließlich schaffen wir es, den richtigen Fahrstuhl zu finden, der uns in das richtige Stockwerk trägt. Dann heißt es, gaaaanz ans andere Ende des Flurs zu marschieren, denn wir haben einmal wieder das vorletzte Zimmer direkt gegenüber vom Notausgang „gewonnen“. Das Zimmer selbst ist modern und freundlich eingerichtet, und der Ausblick ist wie gewünscht auf den High Roller, das Riesenrad.

Während Sandy im Augenblick eine Pause braucht, fahre ich wieder nach unten, um den Eingang zum Pool zu suchen. Die Fahrstühle im Linq sind sehr gewöhnungsbedürftig, denn der eine fährt nur bis Stockwerk x in die Höhe, der andere fährt dafür nicht ins Kasino. Ich glaube, ich müsste hier mehrere Tage wohnen, um vielleicht einen Überblick zu erhalten. Immerhin, ich finde den Eingang zum Pool und hoffe, ihn auch zusammen mit Sandy zu finden. Denn so ein kleines erfrischendes Bad wäre jetzt genau das richtige.

Also Badeklamotten gepackt und runter gefahren (im richtigen Lift!). Wir erhalten Handtücher und wagen uns nach draußen. Großer Fehler! Das Linq gilt als Partyhotel. Und ein Teil der Party findet hier am Pool statt. Da sich die Poollandschaft im Innenhof befindet, verstärkt sich der Lärm der Leute und der Musik noch zusätzlich. Dazu sind alle Becken dicht bevölkert von jungen Leuten. Das ist nichts für uns – zu laut und zu voll. Da gehen wir uns lieber den Strip anschauen. Wir drehen um, geben die Handtücher zurück und fahren wieder aufs Zimmer.

Nachdem wir unsere Handtaschen gepackt haben, geht es los. Auf dem Strip halten wir uns in Richtung Süden und marschieren auf der linken Seite. Noch ist es hell und daher wirkt Las Vegas nur wenig spektakulär, nur voller Menschen, Autos und laut (wenn auch anders laut als am Pool vom Linq). Und warm. Außer man geht gerade an einem Kasinoeingang vorbei. Dann ist es kalt. Denn die Klimaanlagen der Hotels und Kasinos laufen volle Pulle, und das bei geöffneten Türen.

Bei der Hitze wollten wir so kostümiert nicht rumlaufen.

So laufen wir über den Strip bis zum Eiffelturm. Kurz entschlossen fragen wir nach einem Tisch im Restaurant, und tatsächlich, wir erhalten einen kleinen Tisch mit Ausblick auf die Bellagio Fountains. Wir bestellen – huch, ist das vornehm hier, 3 Schwarzröcke schleichen mehr oder weniger um uns rum! – und genießen die Sicht. Langsam geht die Sonne unter hinter dem Bellagio.

Gruß aus der Küche

Blick aufs Bellagio

Je später es wird, desto „schöner“ wird die Stadt. Was hier an Strom verbraucht wird, übersteigt jegliche Vorstellungskraft. Aber irgendwie hat das Lichtergeflimmer was…

Nachdem es nun dunkel ist, steht unser nächster Programmpunkt bevor. Wir laufen zurück zu unserem Hotel und wenig später trudeln wir am Riesenrad ein. Da ich schon in Deutschland Tickets besorgt hatte, können wir die anstehende Schlange der Besucher hinter uns lassen. Nach ein wenig Verwirrung bei der Ticketkontrolle (ich hatte nur 1 Ticket erhalten, aber den Zahlungsbeleg für 2 dabei) dürfen wir eine der Gondeln betreten und uns auf die halbstündige Fahrt machen. Da in die Gondel maximal 10 – 12 Personen geladen werden, obwohl sie eine stärkere Kapazität hat, ist ausreichend Platz und man kann sich aussuchen, wo man stehen oder sitzen will.

Der High Roller befindet sich parallel zum Strip, allerdings um einen Block nach hinten versetzt. Auf seiner „Rückseite“ ist derzeit noch unbebautes Gelände, daher ist die Aussicht in diese Richtung recht mau. Aber der Blick auf den Strip und die Hotels und Kasinos ist atemberaubend.

Nach einer halben Stunde ist die Fahrt vorbei.

Zurück am Strip passieren wir erneut den Eiffelturm. Vorbei am Planet Hollywood und dem Hardrock Café laufen wir bis zur Tropicana Avenue. Hier überqueren wir den Strip, um auf der anderen Straßenseite zurück nach Norden zu marschieren. Wir bestaunen den Rollercoaster am New York, New York-Hotel, passieren das Mandarin Hotel und überlegen, was wir bei Louis Vuitton im Las Vegas City Center einkaufen könnten.

Überall gibt es was zu sehen und zu bestaunen, sei es die Bauweise der Gebäude, sei es die Lichterreklame für eine der vielen Shows oder für eines der großen Lokale.

Aber mit am meisten beeindrucken die Bellagio Fountains. Ab 18 Uhr bis nach Mitternacht sind diese ein Anziehungspunkt für alle Besucher. In regelmäßigen Abstand „tanzen“ die beleuchteten Fontänen regelrecht zur erklingenden Musik. Besonders beeindruckend sind natürlich die Riesenfontänen, die bis zu 45 m hoch sind und die mit einem sehr lauten Platschen zusammenfallen.

Jede Vorführung, die von einem Computer gesteuert ist, ist anders, so dass es nicht langweilig wird, hier zuzuschauen.

Gegen 23 Uhr erreichen wir wieder unser Zimmer. Eigentlich wollten wir morgen zum Sonnenaufgang im Valley of Fire, das ca. 1 h Fahrzeit von Vegas liegt, sein. Aber wir entscheiden, dass dieser für uns ausfällt und wir erst später aufstehen werden.

zurück: 18. September 2016

weiter: 20. September 2016