Fire and Faith

Gegen 6 Uhr klingelt der Handy-Alarm, und ein Blick aus dem Fenster zeigt, dass unsere gestrige Entscheidung richtig war. Es liegt eine Wolkendecke über Las Vegas und der Wüste, der geplante Sonnenaufgang ist also sozusagen in den Wolken hängen geblieben. Dafür haben wir zwei Stunden länger geschlafen, das passt.

Wieder machen wir uns auf die Wanderung zur Rezeption, checken aus und legen dann die restlichen Meilen zum Parkhaus und unserem Fury zurück. Dann geht es auf die Straße, allerdings erst einmal den Strip entlang nach Süden. Denn noch fehlt ein „Must have“ in unserer Sammlung: das Bild vom Las Vegas Sign, das sich auf Höhe des Flughafens befindet. Trotz der morgendlichen Stunde stehen hier bereits Touristen und fotografieren, allerdings fehlen die sonst häufig geparkten Reisebusse. Daher dauert es nur kurz, bis sich Sandy positionieren kann.

Dann aber geht es endgültig auf die Piste Richtung Norden. Nachdem wir die verwirrenden Stadtautobahnen hinter uns gelassen haben, geht es mal wieder einfach nur geradeaus. Dabei bleiben die Wolken beständig über uns, in einiger Entfernung entdecken wir sogar Regen.

Schließlich kommen wir an die Abzweigung zum Valley of Fire. Jetzt ist es nicht mehr weit. Noch ist die Gegend eine typische Halbwüste mit Gebüsch und Gestrüpp, dazwischen auch mal ein Yuccatree, aber ansonsten recht öde gelblich.

Wir fahren auf die Berge zu. Und dann beginnen die Felsen und Steine rötlich zu werden.

Quelle Karte: http://parks.nv.gov/parks/valley-of-fire

Bei der ersten Gelegenheit fahren wir nach Passieren der Entrance-Häuschen links ab von der Straße. Denn hier befindet sich der sogenannte „Atlatl Rock“,

ein großer Sandsteinfelsen, auf dem sich die ursprünglichen Bewohner der Gegend, die „Basketmaker Indians“ und später die Anasazi, mit Felszeichnungen, sogenannten Petroglyphen, ein Denkmal gesetzt haben.

Um sich diese Felszeichnungen genauer ansehen zu können, muss man über eine Metalltreppe nach oben steigen. Leider haben ein paar Vandalen vor Jahren einen Teil der Zeichnungen verdorben, indem sie sich selbst dort verewigt haben. Trotzdem sind die übrig gebliebenen Petroglyphen immer noch sehr interessant zu betrachten.

Viel ist nicht los am Atlatl Rock.

Wir fahren den kleinen Rundweg um die Felsformation des Atlatl Rocks, da sich auf der Rückseite einer der schönsten und größten Arches des Parks befindet. Als wir an der Straße parken, um Bilder zu machen, sehen wir ein Pärchen, das es sich dort oben auf dem Felsen gemütlich macht. Neben uns wartet noch eine Gruppe von Amerikanern, die sich auf einer Fotosafari befinden, dass der Blick auf den Arch Rock wieder frei wird. Aber das Pärchen denkt nicht daran zu gehen, auch wenn eine der Amerikanerinnen sehr höflich darum bittet, den Felsen zu verlassen.

Schon allein, dass sie dort hochgeklettert sind, ist eine Frechheit und eigentlich verboten, schließlich zerstört jede Besteigung die Felsen ein klein wenig mehr. Überall stehen deswegen entsprechend Hinweisschilder. Aber die kann man ja ignorieren… (Es ist wie überall: wenn man die Polizei resp. hier die Ranger brauchen könnte, sind sie nirgends zu sehen.)

Da wir das Pärchen bereits bei den Petroglyphen gesehen haben, wissen wir, dass es sich um Deutsche (ja, man schämt sich!) handelt.

Schließlich platzt mir der Kragen und ich rufe den beiden auf Deutsch zu, dass sie gefälligst verschwinden sollen, weil es noch andere Menschen gibt, die gern etwas von dieser Formation hätten. Und die beiden? Er antwortet mit einem „ja ja!“, aber bleibt erst noch einen Moment demonstrativ stehen… Dann endlich machen beide den Abgang und verschwinden zu ihrem Auto, das ein Stück die Straße hoch steht.

Endlich. Freier Blick auf Arch Rock ohne störende Touristen.

Endlich können wir in Ruhe Bilder machen. Anschließend beenden wir den Loop Trail, was sich als Fehler erweist, denn kurz hinter dem Arch Rock wird der Weg zur Schotterpiste, und wir quälen unseren Fury mal wieder sehr.

Irgendwie bin ich durch das Geschüttel so durcheinander, dass ich bei Rückkehr zur Straße prompt nach rechts abbiege. Das ist allerdings nicht der Weg in den Park, sondern zum Eingang, bei dem wir reingekommen sind. Also heißt es wenden und zurückfahren bis zur eigentlichen Abzweigung ins Valley.

Am Visitor Center halten wir, und bei der Einfahrt auf den Parkplatz entdecken wir mal wieder eine Gruppe California Quails, die hier nach Futter suchen. Leider versuchen ein paar Besucher, Bilder zu machen, und verfolgen die kleinen Kerlchen, so dass diese sich im Gebüsch verkriechen. Schade.

Das Visitor Center ist klein, aber informativ. Es bringt uns aber nichts wirklich Neues, und die Aufregung, die hinter den Gebäuden bei den Besuchern entsteht wegen eines kleinen Chipmunks, finden wir dann doch etwas übertrieben.

Im Visitor Center

Während Sandy zurückbleibt, laufe ich die wenigen Meter über einen Trampelpfad zum „Balanced Rock“. Diese Felsformation wollten wir eigentlich beim Sonnenaufgang fotografieren.

Zurück im Auto geht es die Straße weiter ins Tal, zuerst geht es dazu über eine schmale Passstraße. Hierbei kommen wir direkt am Balanced Rock vorbei, der von der Straße aus besser zu fotografieren ist als von unten. Daher mache ich langsam und Sandy knipst aus dem fahrenden Auto heraus.

Balanced Rock

Nächster Halt sind die sogenannten „Bee Hives“, eine Gruppe von Felsen, die an Bienenkörbe erinnern. Hier machen wir unsere ersten Schritte ins Gelände. Diese roten Felsen in der ansonsten gelbbraunen Landschaft sind wirklich erstaunlich, schade, dass die Sonne nicht scheint, denn im entsprechenden Licht leuchten sie noch beeindruckender. Im Gegensatz zum Red Rock State Park, wo Wind und Wasser Felssäulen aus den Wänden gefressen haben, sind diese Felsen hier völlig anders geformt, zum Teil regelrecht „weich und wellig“ und mit vielen Löchern und Vertiefungen. Diesen sollte man sich tunlichst mit Vorsicht nähern, denn manchmal ziehen sich Skorpione oder Schlangen in diese Öffnungen zurück. Reinschauen oder gar reingreifen kann daher auch mal unangenehm werden.

Den Seitenweg zu Mouse’s Tank, dem einzigen Wasserloch der Gegend, lassen wir rechts liegen. Die Petroglyphen auf dem Weg sind nicht soooo spannend, wenn man den Atlatl Rock gesehen hat. Und das Wasserloch müsste um diese Jahreszeit eigentlich so ziemlich ausgetrocknet sein.

Nächster Halt ist daher der Parkplatz „Rainbow Vista“. Hier herrscht ein stetes Kommen und Gehen. Wir finden einen Platz für Fury und machen ein paar Bilder, dann geht es auch schon weiter.

Die Straße führt nach Norden, wobei sie einige Hochs und Tiefs hat. Kostenloses Achterbahnfahren kann man das auch nennen.

Schließlich kommen wir an den Parkplatz am Trailhead des Fire Wave Trails.

Es gibt ja eine „große“ Wave in den North Coyote Buttes in Arizona. Für diese benötigt man ein Permit, und diese Permits gibt es nur mit Glück per Lotterie. Daher müssen wir uns mit der Fire Wave, auch Rainbow Wave genannt, hier im Valley of Fire begnügen. Diese kann man nämlich ohne Zusatzkosten und ohne Permit anschauen. Wir folgen also dem ausgewiesenen Trail. Es sind etliche Leute unterwegs, aber man kann sich gut aus dem Weg gehen, so dass man nur am Parkplatz den Eindruck von Massentourismus hat.

Als letzter Punkt auf unserem Programm stehen die „White Domes“, eine Felsformation aus hellem Gestein. Hier wollen wir dem White Domes Loop folgen. Eigentlich. Aber es ist hier bereits jetzt sehr viel Betrieb, die wenigen Parkplätze sind alle belegt, und an der Straße entlang kann man nicht parken. So muss es bei einem Blick auf die Domes aus dem Auto heraus bleiben. Die Straße ist sowieso zu Ende, daher kehren wir auf dem gleichen Weg zurück.

An den White Domes

Am Visitor Center biegen wir nun nach links ab und fahren am Südrand der Berge entlang. Vorbei an der Felsgruppe der „Seven Sisters“ und an den „Cabins“ (gebaut ca. 1930 als Schutzhütten für Reisende) nähern wir uns der Stelle, an der sich eine besondere Formation befindet. Bei meinem letzten Besuch habe ich vergeblich danach Ausschau gehalten. Heute nicht. Wir fahren einen Hügel hoch durch eine Öffnung in der Felswand, und direkt hinter dieser Wand bemerken wir viele Menschen auf der linken Seite. Ein kurzer Blick zeigt: da isser! Bremsen ist nicht, also drehen wir bei nächster Gelegenheit um, fahren zurück und drehen erneut. Nun können wir ihn bei der langsamen Durchfahrt genau erkennen: der Elephant Rock, ein Felsen, der einem sitzenden Elefanten ähnelt.

Elephant Rock

Damit haben wir all das gesehen, was wir sehen wollten. Auch wenn aus unserer geplanten kurzen Dome- Wanderung nichts geworden ist, sind wir zufrieden. Nun steht uns wieder eine Zeit des Fahrens bevor, bis wir am nächsten Reiseziel ankommen.

Bei der Fahrt streifen wir die linke obere Ecke von Arizona, dem dritten Bundesstaat unserer Reise nach Kalifornien und Nevada, bevor wir in Utah einreisen.

Nachdem wir noch im Walmart in St. George, der letzten größeren Stadt vor unserem Tagesziel, eingekauft und auch Fury mal wieder mit Benzin versorgt haben, folgen wir den Hinweisschildern zum „Zion National Park“.

Einkaufen bei Walmart – immer wieder ein Erlebnis

Dieser Park ist einer der kleineren Nationalparks mit nur knapp 580 qkm. Aber er ist der älteste Nationalpark Utahs. Er umfasst neben dem Haupttal mit den Seitencanyons auch den im nordwestlichen Gebiet befindlichen Kolob Canyon.

Wir werden uns aber nur im eigentlichen Zion Canyon aufhalten. Da wir im einzigen Hotel im Canyon eingebucht haben, dürfen wir auch mit unserem Fury hineinfahren bis zur Lodge. Danach ist nur Shuttleverkehr (kostenlos) möglich.

Erste Begegnung nach der Einfahrt ins Tal ist eine Gruppe von Truthähnen und Truthühnern direkt an einer Haltestelle des Shuttles. Mal wieder geht alles so schnell – sehen, registrieren und schon vorbeigefahren -, dass kameratechnisch keine Reaktion erfolgen kann.

Das Tal ist erstaunlich grün, die Felswände sind dunkelrot und wirken durch die tiefhängenden Wolken noch dunkler. Ein Kontrast zur Wüstenlandschaft rundum.

Quelle Karte: https://www.nps.gov/zion/index.htm

Wir parken und erhalten beim Check-in die entsprechende Parking Permit für den Rückspiegel. Beim Ausladen unseres Gepäcks werden wir von einem Mule Deer beobachtet, der auf der Wiese direkt vor dem Haupthaus steht und äst. Unser Zimmer liegt ebenerdig und gefällt uns sehr. Es paßt von der Einrichtung her genau zur Gegend: nicht modern, sondern urig. Aber mit allem, was frau so braucht.

Das Hotel mit Mule Deer auf der Wiese

Unser Zimmer

Die Veranda

Das Bad

Ein Anruf im Restaurant sichert uns einen Tisch fürs Abendessen. Inzwischen ist es nämlich fast dunkel geworden, hier im engen Tal verschwindet das Licht schon relativ früh.

Wir gehen also rüber zum Haupthaus, um dort vor dem Essen noch etwas im Souvenir Shop zu stöbern. Ach, man könnte wirklich überall was kaufen. Ich habe das „Glück“, dass das, was mir wirklich gut gefällt, zu teuer ist oder zu groß fürs Gepäck. Und da ich keine Sachen mitbringen soll und darf für die Familie, kann ich auch hier Geld sparen. Sandy steht aber jedes Mal vor der Qual der Wahl: soll ich oder soll ich nicht, und wenn ja, was?

Schließlich ist es Zeit und wir gehen zum Eingang des “Red Rock Grill“. Das berühmte „please wait to be seated“ entfällt hier, wir dürfen gleich die Stufen ins Restaurant hochgehen und werden oben empfangen und zu unserem Tisch begleitet.

Das Essen ist ganz gut, die Kritiken im Internet waren einmal mehr übertrieben oder wir haben einfach Glück gehabt.

Sandys Nachtisch: ein Brownie

Als wir uns dann zurück ins Zimmer begeben wollen, erleben wir noch eine kleine nette Überraschung. Auf der Wiese vor der Lodge, wo vorhin der Mule Deer geäst hat, steht nun ein kleines Rudel und lässt sich das frische Gras schmecken. Man könnte die Tiere berühren, so nah kann man an sie herangehen, ohne dass sie sich gestört fühlen. Selbst die Mütter mit ihren Jungtieren sind hier ganz lässig dabei.

Noch unsere übliche Feierabendaktivtät (Facebookbericht, Fotos sichern) und dann geht es endgültig in die Heia.

zurück: 19. September 2016

weiter: 21. September 2016

It’s Hot in the Desert

Es wird immer behauptet, dass die Temperaturen in der Wüste nach Sonnenuntergang rasch sinken. Das kann ich bestätigen! Denn als wir am frühen Morgen bei völliger Dunkelheit unseren Fury beladen, hat es gerade mal noch… ca. 30 Grad. Also doch schon bedeutend kühler als am Vortag!

Kurz nach 5 Uhr gebe ich unsere Schlüsselkarten zurück, und dann fahren wir los Richtung Süden. Erstes Ziel: Dante’s View zum Sonnenaufgang-Gucken. Die Straße führt uns an Furnace Creek (dem echten!) vorbei. Verkehr herrscht keiner, allerdings gibt es auch einfach nichts zu sehen. Stockdunkel ist es halt. Man sieht nur soweit die Scheinwerfer reichen. Wir hatten ja stillschweigend auf Kojoten oder auf eine Schlange auf der Straße gehofft, aber das einzige Wildtier, das wir entdecken, ist ein Kaninchen, das neben der Straße ins Gebüsch hoppelt.

Kurz vor dem Ziel noch ein kurzer Halt an einem Toilettenhäuschen (die – obwohl Plumpsklos – immer erstaunlich geruch- und fliegenfrei sind), dann kämpft sich Fury die letzten steilen Meter den Berg hoch zum Parkplatz.

Unsere Wüstendurchquerung…

Dante’s View befindet sich auf der östlichen Bergkette des Death Valley, den Black Mountains. Mit 1669 m Höhe überragt er das Badwater Basin mit dem tiefsten Punkt der USA. Er bietet eine grandiose Sicht auf das gesamte Tal.

Es sind nur wenige Frühaufsteher hier am Parkplatz, die gemeinsam mit uns warten. Mit Blick auf das Tal geht schließlich die Sonne hinter uns auf.

Blick ins Badwater Basin

Nächster Stopp auf unserer Wüstentour ist Zabrieski Point. Die Sonne wirft noch ein herrliches Licht auf die „Painted Desert“, die man von diesem Punkt aus sieht.

Inzwischen wird es Zeit für ein Frühstück. Aufgrund des frühen Aufstehens ist dieses ja erst einmal ausgefallen. Aber wir haben eines eingeplant, und zwar im „49er Cafe“ in Furnace Creek. Da wir von Dante’s View aus für unsere geplante Route wieder nach Norden fahren müssen, kommen wir hier sowieso vorbei.

Nach dem Frühstück steht als nächster Punkt der „Golden Canyon“ auf unserer to-do-Liste. Diese Schlucht erstrahlt je nach Lichteinfall in einem intensiven Gelbton.

Auf dem Weg zum Golden Canyon

Sie liegt inzwischen allerdings zum großen Teil im vollen Sonnenschein und heizt sich spürbar auf. Daher begehen und beklettern wir nur den vorderen Teil des Canyons, der noch schattig ist.

Weiter geht es zum „Artists‘ Drive“.

Es handelt sich um einen Loop-Drive, der nur in eine Richtung durchfahren werden darf.

Wir halten an zwei Vista Points, einem gleich zu Beginn des Drives und dann am bekannten Punkt „Artists‘ Palette“, die mit ihren verschiedenen, bunten Gesteinsflecken sehr interessant aussieht.

An unserem ersten Stopp

Unheimlich viel los hier….

Wir sind dort einige Zeit völlig alleine mit der Natur, es ist absolut still, keine Tiere, kein Geplapper, kein Fahrzeug.

Zurück auf der Hauptstraße geht es vorbei am Devil’s Golfcourse. Die Zugangsstraße zu dieser eigentlich interessanten Stelle im Death Valley ist aber sehr schlecht, so dass wir den Abzweig ignorieren und weiterfahren.

Am Badwater Basin können wir allerdings nicht vorbeifahren.

Wir halten und wagen uns mit vielen anderen Besuchern hinaus auf die Salzpfanne, in der sich mit 85,5 m unter Null der tiefste Punkt der USA befindet. Die Sonne knallt jetzt ganz schön und das kristallisierte Salz verstärkt die Wirkung der Strahlen noch. Unser mitgenommener Wasservorrat schrumpft beträchtlich und schnell.

Der kurze Spaziergang gibt uns einen kleinen Eindruck, wie sich die frühen Siedler hier gefühlt haben müssen, wenn sie das Tal durchquerten. Man muss den Mut dieser Menschen wirklich bewundern.

 

Wir verabschieden uns vom „Tal des Todes“ und fahren weiter durch eine zwar öde, aber doch im Verhältnis „lebendige“ Landschaft. Unser jetziges Ziel ist das völlige Kontrastprogramm zur stillen und eigentlich einsamen Wüste. Heute übernachten wir nämlich in Las Vegas.

In der Ferne liegt unser heutiges Ziel.

Unser Hotel ist das „The Linq“ direkt am Strip. Aufgrund unserer Recherchen wissen wir, dass wir das zugehörige Parkhaus am besten von der Rückseite her anfahren. Was die Recherchen nicht zeigten war, dass man vom Parkhaus zur Rezeption gefühlte Panorama-Trail-Kilometer durch die Shopping-Area und das Kasino marschieren darf…

Kaum geparkt, fängt Fury schon an zu flirten….

Für uns Hundehalter interessant: Auslaufzone im Hotel

Wir schleppen also unser gesamtes Gepäck erst zur Rezeption, entscheiden uns dann aber, per Automat einzuchecken. Das klappt auch recht gut und wir erhalten unsere Schlüsselkarten. Jetzt heißt es, den richtigen Hotelteil zu finden. Das dauert etwas, aber schließlich schaffen wir es, den richtigen Fahrstuhl zu finden, der uns in das richtige Stockwerk trägt. Dann heißt es, gaaaanz ans andere Ende des Flurs zu marschieren, denn wir haben einmal wieder das vorletzte Zimmer direkt gegenüber vom Notausgang „gewonnen“. Das Zimmer selbst ist modern und freundlich eingerichtet, und der Ausblick ist wie gewünscht auf den High Roller, das Riesenrad.

Während Sandy im Augenblick eine Pause braucht, fahre ich wieder nach unten, um den Eingang zum Pool zu suchen. Die Fahrstühle im Linq sind sehr gewöhnungsbedürftig, denn der eine fährt nur bis Stockwerk x in die Höhe, der andere fährt dafür nicht ins Kasino. Ich glaube, ich müsste hier mehrere Tage wohnen, um vielleicht einen Überblick zu erhalten. Immerhin, ich finde den Eingang zum Pool und hoffe, ihn auch zusammen mit Sandy zu finden. Denn so ein kleines erfrischendes Bad wäre jetzt genau das richtige.

Also Badeklamotten gepackt und runter gefahren (im richtigen Lift!). Wir erhalten Handtücher und wagen uns nach draußen. Großer Fehler! Das Linq gilt als Partyhotel. Und ein Teil der Party findet hier am Pool statt. Da sich die Poollandschaft im Innenhof befindet, verstärkt sich der Lärm der Leute und der Musik noch zusätzlich. Dazu sind alle Becken dicht bevölkert von jungen Leuten. Das ist nichts für uns – zu laut und zu voll. Da gehen wir uns lieber den Strip anschauen. Wir drehen um, geben die Handtücher zurück und fahren wieder aufs Zimmer.

Nachdem wir unsere Handtaschen gepackt haben, geht es los. Auf dem Strip halten wir uns in Richtung Süden und marschieren auf der linken Seite. Noch ist es hell und daher wirkt Las Vegas nur wenig spektakulär, nur voller Menschen, Autos und laut (wenn auch anders laut als am Pool vom Linq). Und warm. Außer man geht gerade an einem Kasinoeingang vorbei. Dann ist es kalt. Denn die Klimaanlagen der Hotels und Kasinos laufen volle Pulle, und das bei geöffneten Türen.

Bei der Hitze wollten wir so kostümiert nicht rumlaufen.

So laufen wir über den Strip bis zum Eiffelturm. Kurz entschlossen fragen wir nach einem Tisch im Restaurant, und tatsächlich, wir erhalten einen kleinen Tisch mit Ausblick auf die Bellagio Fountains. Wir bestellen – huch, ist das vornehm hier, 3 Schwarzröcke schleichen mehr oder weniger um uns rum! – und genießen die Sicht. Langsam geht die Sonne unter hinter dem Bellagio.

Gruß aus der Küche

Blick aufs Bellagio

Je später es wird, desto „schöner“ wird die Stadt. Was hier an Strom verbraucht wird, übersteigt jegliche Vorstellungskraft. Aber irgendwie hat das Lichtergeflimmer was…

Nachdem es nun dunkel ist, steht unser nächster Programmpunkt bevor. Wir laufen zurück zu unserem Hotel und wenig später trudeln wir am Riesenrad ein. Da ich schon in Deutschland Tickets besorgt hatte, können wir die anstehende Schlange der Besucher hinter uns lassen. Nach ein wenig Verwirrung bei der Ticketkontrolle (ich hatte nur 1 Ticket erhalten, aber den Zahlungsbeleg für 2 dabei) dürfen wir eine der Gondeln betreten und uns auf die halbstündige Fahrt machen. Da in die Gondel maximal 10 – 12 Personen geladen werden, obwohl sie eine stärkere Kapazität hat, ist ausreichend Platz und man kann sich aussuchen, wo man stehen oder sitzen will.

Der High Roller befindet sich parallel zum Strip, allerdings um einen Block nach hinten versetzt. Auf seiner „Rückseite“ ist derzeit noch unbebautes Gelände, daher ist die Aussicht in diese Richtung recht mau. Aber der Blick auf den Strip und die Hotels und Kasinos ist atemberaubend.

Nach einer halben Stunde ist die Fahrt vorbei.

Zurück am Strip passieren wir erneut den Eiffelturm. Vorbei am Planet Hollywood und dem Hardrock Café laufen wir bis zur Tropicana Avenue. Hier überqueren wir den Strip, um auf der anderen Straßenseite zurück nach Norden zu marschieren. Wir bestaunen den Rollercoaster am New York, New York-Hotel, passieren das Mandarin Hotel und überlegen, was wir bei Louis Vuitton im Las Vegas City Center einkaufen könnten.

Überall gibt es was zu sehen und zu bestaunen, sei es die Bauweise der Gebäude, sei es die Lichterreklame für eine der vielen Shows oder für eines der großen Lokale.

Aber mit am meisten beeindrucken die Bellagio Fountains. Ab 18 Uhr bis nach Mitternacht sind diese ein Anziehungspunkt für alle Besucher. In regelmäßigen Abstand „tanzen“ die beleuchteten Fontänen regelrecht zur erklingenden Musik. Besonders beeindruckend sind natürlich die Riesenfontänen, die bis zu 45 m hoch sind und die mit einem sehr lauten Platschen zusammenfallen.

Jede Vorführung, die von einem Computer gesteuert ist, ist anders, so dass es nicht langweilig wird, hier zuzuschauen.

Gegen 23 Uhr erreichen wir wieder unser Zimmer. Eigentlich wollten wir morgen zum Sonnenaufgang im Valley of Fire, das ca. 1 h Fahrzeit von Vegas liegt, sein. Aber wir entscheiden, dass dieser für uns ausfällt und wir erst später aufstehen werden.

zurück: 18. September 2016

weiter: 20. September 2016

Vorgeschichte Wild Southwest

Bereits direkt nach unserer California-Tour im September 2014 war uns klar, dass wir so eine Reise dringend noch einmal planen und durchführen mussten. Schließlich hatten wir nur einen Bruchteil unserer Wunschziele angesteuert und gesehen.

Kurz entschlossen legten wir den September 2016 als neuen Reisezeitpunkt fest, Reisedauer mindestens 3 Wochen.

Wie bereits vorher hatte ich die Ehre, die Grundroute der Reise zu entwickeln, schließlich bin ich diejenige, die die Strecke fahren muss. Erstmal ist folgende Route herausgekommen:

San Francisco – Calistoga – Lake Tahoe – Mammoth Lakes – Yosemite NP – Sequoia & King’s Canyon NP – Death Valley NP – Las Vegas – Zion Canyon NP – Bryce Canyon NP – Page – Grand Canyon NP – Las Vegas

wobei in dieser Liste/Karte nur die Hauptzielpunkte (z.T. Mehrfachübernachtungen) aufgeführt sind und es ganz viele Zwischenziele gibt.

Wir freuen uns schon sehr auf diese Reise, die ein klein wenig länger geworden ist als ursprünglich ins Auge gefasst (3 1/2 Wochen).

26.06.2015: Wir haben an unserer Route noch etwas gearbeitet, da mal ein Zwischenziel rein geschoben, da ein Ziel zeitlich etwas verschoben, da eine neue Idee entwickelt. Aber es scheint so, dass wir jetzt das Optimale für uns zusammengestellt haben. Die überarbeitete Version sieht nun so aus:

San Francisco – Calistoga – Lake Tahoe – Mammoth Lakes – Yosemite NP – Sequoia & King’s Canyon NP – Death Valley NP – Las Vegas – Zion Canyon NP – Bryce Canyon NP – Page – Monument Valley – Grand Canyon NP – Las Vegas

Oder für die eher optisch orientierten Leser:Reiseroute 2016

31.07.2015: Die ersten 5 Hotels mit 7 Übernachtungen sind gebucht. Wir liegen so einigermaßen im Budget.

28.09.2015: Inzwischen haben wir unsere Foto-Touren gebucht sowie alle Hotels bis auf eines.

29.09.2015: Ein kleines Engelchen flüsterte mir heute zu, nochmal nach den Heli-Flügen am Grand Canyon zu schauen. Schwups – und schon waren zwei Tickets gebucht.

07.10.2015: Geschafft! Heute habe ich unsere Flüge gebucht und sogar die gewünschten Sitze (Hinflug Fenster links, Rückflug Fenster rechts) buchen können. Den Inlandsflug von Las Vegas nach San Francisco kann ich laut Seite von United Airlines erst im November buchen. Macht nix, den „Brocken“ haben wir sicher! Und das letzte Hotel konnte ich am vergangenen Sonntag auch buchen. Damit sind alle Übernachtungen untergebracht.

Und im Budget sind wir auch noch!

23.12.2015: Kurz vor Jahresende. Der Countdown steht bevor! Am 01.01.2016 sind es genau 250 Tage bis zu Sandys Anreise nach Mannheim. Alle Vorbereitungen sind abgeschlossen. Es bleibt uns nur noch die Vorfreude…

11.01.2016: Noch 240 Tage bis zum Urlaub!

Heute habe ich unsere Reiseordner mit allen relevanten Unterlagen und Informationen gefüllt. 3 Ordner sind es geworden, nicht so breite Wälzer, aber doch recht „massiv“. Auf 3 Ordner verteilt sind die Infos besser unterzubringen im Koffer.

10.04.2016: Noch 150 Tage!

Da hatten wir doch in einem Bed&Breakfast in Coarsegold eingemietet. Bestätigung hatten wir natürlich erhalten. Darin stand, dass 50% des Aufenthaltspreises im März per Kreditkarte fällig sei. Nun, die Überprüfung der Kontoauszüge zeigte keine solche Abbuchung. Also rückgefragt und nach drei Tagen die Antwort erhalten, dass sie per 01.01.16 den Betrieb eingestellt hätten. Angeblich sei ihnen nicht bekannt gewesen, dass da Buchungen für September gelaufen seien. Komisch, ich hatte doch direkten Kontakt wegen der Kreditkartendaten…???

20.04.2016: Noch eine weitere Hotelbuchung wurde heute geändert. Per Zufall fand ich heute heraus, dass eines der Hotels, das mir bei der ursprünglichen Hotelsuche gefallen hatte, aktuell mit besonders guten Konditionen zu buchen war. Sprich: es war nicht teurer als das gebuchte Hotel, hat aber im Internet bedeutend bessere Kritiken. Also kurz entschlossen das gebuchte Hotel storniert und neu eingebucht. Ein kleines Extraschmankerl werden wir nun genießen können. Ich freu mich drauf.

19.05.2016: Wir haben das passende Motto für unsere Reise gefunden:
Life is short – do big things!

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