Beams and Buttes

Der Wecker klingelt heute um 5:30 Uhr, denn wir wollen den Sonnenaufgang am Horseshoe Bend erleben in der Hoffnung, dass es nicht soooo viele Frühaufsteher gibt, die das wie wir vorhaben.

Nun ja, es ist etwas Betrieb am Parkplatz, aber kein Vergleich zu gestern Abend. Und die Besuchermenge setzt sich offensichtlich mehr aus Hardcore-Fotografen zusammen denn aus Normalotouris. Nur eine Gruppe kichernder Teenager, die offensichtlich eher neue Facebook-Avatar-Selfies benötigen denn interessante Sonnenaufgangsbilder, nervt in etwas Entfernung.

Von der Stelle, an der ich mich hingesetzt habe, kann ich nur einen kleinen Teil des Bends einsehen. Aber das stört mich gar nicht.

Noch ein Bild von Sandy…

… und von den Spuren im Sand …

 

… dann ist es Zeit, zum nächsten Programmpunkt zu fahren, der ein paar Meilen außerhalb von Page stattfindet.

Dazu müssen wir ins Stammesgebiet der Navajos, denn der Lower Antelope Canyon liegt genau wie sein Bruder, der Upper Antelope Canyon (den wir später besuchen werden), auf dem Gebiet der Navajo Nation.

Wir waren sehr gespannt, denn im Internet liest man immer wieder, die Indianer seien sehr unfreundlich und kurz angebunden. Ich bin froh schreiben zu können, dass die Indianer, die wir getroffen haben, durchweg nett und freundlich und hilfsbereit waren. Wie so oft gilt auch hier wohl „Wie man in den Wald hineinruft…“

Wir haben – auch wenn ich mich nicht dazu zähle – die Spezialtour für Profi-Fotografen gebucht. Während die Normalos in großen Gruppen mehr oder weniger herdenmäßig durch die Slot Canyons getrieben werden, ist die Teilnehmerzahl bei den „Photographers‘ Tours“ begrenzt. Außerdem darf bzw. „muss“ man hier ein Stativ dabei haben und sollte auch eine Spiegelreflexkamera vorzeigen können. Wobei es niemanden interessiert, dass meine G3X eine Bridgekamera ist.

Nachdem wir also unsere Tickets abgeholt haben, müssen wir noch ein paar Minuten warten, dann kommt unser Tourguide Josh und führt uns durch einige Normalotourgruppen hindurch zum Eingang des Lower Antelope Canyon. Dieser befindet sich im Boden, man muss sich durch einen schmalen Spalt nach unten durchzwängen, was mit Stativ und Kamera (wenn auch ohne Rucksack, der muss nämlich im Auto bleiben) gar nicht so einfach ist.

Ist man dann am Boden angelangt, bleibt einem so ziemlich der Mund vor Staunen offen. Auch wenn man wie wir viele Bilder im Internet angeschaut hat, in live ist das Ganze doch etwas ganz anderes…

Lassen wir Bilder sprechen…

 

Die Felsformationen haben natürlich auch oft Namen.

Der Bison

The Eagle

Landy in the Wind

Diese Farben, Strukturen und Muster sind einfach nur…. wow. Selbst eine Fehleinstellung der Kamera ergibt hier ein interessantes Ergebnis.

Während wir am Fotografieren sind, versucht unser Guide, die Normalotourbesucher von uns fern zu halten. „Who is the next guide?“ schallt es dauernd durch den Canyon. „Keep your visitors aside, we have a photographers‘ tour here!“ Denn wir sollen möglichst die Gelegenheit haben, unsere Aufnahmen OHNE Touriköpfe zu bekommen. Das klappt nicht immer, aber doch – da man eigentlich fast immer schräg nach oben fotografiert – ganz gut.

Insgesamt sind es – so erklärt unser Guide – 6 verschiedene Gesellschaften, die die Canyons anfahren und Touren anbieten. Man kann sich also vorstellen, wie viele Menschen hier täglich durchgeschleust werden. Wobei die Fotografentouren nur zweimal am Tag von 2 Firmen angeboten werden, wenn das Licht günstig ist für Beams.

Denn nur, wenn man zur richtigen Zeit an der richtigen Stelle ist, kann man mit Hilfe von etwas geworfenem Sand die Sonnenstrahlen einfangen.

Ein „Wasserfall“ aus Licht und Sand

Die Zeit vergeht wie im Fluge, während wir uns durch die Enge kämpfen und versuchen, unsere Fotos zu machen. Schon geht es den gleichen Weg zurück, bis wir uns mit gegenseitiger Unterstützung aus dem engen Spalt quetschen.

Wir bedanken uns bei unserem Guide mit einem kleinen Tip und schnappen uns unseren Fury, um zurück nach Page zu fahren. Inzwischen ist die Autoschlange am Entry des „Lake Powell Navajo Tribal Park“ (so die offizielle Bezeichnung des Navajo-Gebietes um Page) ziemlich lange und der Parkplatz wesentlich voller als bei unserer Ankunft.

Die wenigen Meilen in die Stadt sind schnell zurückgelegt. Jetzt geht es zum Canyon Nr. 2, dem Upper Antelope Canyon. Dieser wird für uns zeitlich passend von einer anderen Gesellschaft angefahren. Während man zum Eingang des Lower ja mit dem eigenen Auto hinfahren kann, liegt der Upper am Ende eines Flussbettes ohne Weg und Steg. Daher sammeln sich die Gäste vor dem Geschäftssitz der Agency und werden auf offenen Wagen zum Canyon gefahren.

Wir lösen unsere vorbestellten Tickets aus – ein Navajo Permit haben wir ja bereits – und harren dann der Dinge, die da kommen. Schließlich kommt ein Navajo und ruft die Besucher mit roten Tickets zusammen. Das sind wir nicht, wir haben gelb. Aber da kommt er auch schon, der für uns zuständige Guide. Sein Name ist Abraham und er ist schon etwas älter.

Unsere Photographers‘ Tour besteht aus insgesamt 6 Personen (maximal sind es 8 Teilnehmer), alles Deutsche, wobei es sich um ein Pärchen handelt und zwei Freundinnen, die sich aber offensichtlich kennen, und uns. So haben wir gut Platz auf dem Truck.

Die erste Hälfte der Fahrt führt auf der Straße zurück bis zum Lower Antelope Canyon, dort geht es dann aber nicht nach links, sondern nach rechts ins wilde Gelände. Ohne Vierradantrieb hat man hier keine Chance. Allerdings merkt man, dass Abraham diesen Weg im Schlaf kennt, er rast über den Sand, als sei er auf dem Nürburgring.

Im Gegensatz zum Lower Canyon muss man sich beim Upper nicht durch irgendwelche engen Felsspalten zwängen, im Gegenteil, hier ist der Eingang ebenerdig und breit – sogar geeignet für Rainer Kallmund (kleiner Insider). Wer also Probleme mit Enge hat oder etwas korpulenter ist, sollte sich überlegen, nur den Upper Antelope Canyon zu besuchen.

Wieder verteidigt unser Guide unseren „Fotografierraum“ vehement gegen andere Besucher. Zusätzlich zeigt er uns aber auch genau, wo man am besten in welchem Winkel die Kamera ansetzt, um das optimale Foto heraus zu holen.

The Beauty and the Beast

Und er wird nicht müde, mit Sand die Beams herauszuholen.

Dragon’s Eye

Monument Valley

Zum Abschluss unseres Besuchs gibt es noch ein Foto neben der “Candle”.

Dann geht es wieder über das Bachbett holterdipolter zurück, wir sind ziemlich durchgeschüttelt, als wir an der Straße ankommen. Der weitere Weg ist dann regelrecht „angenehm“.

Im Nachhinein betrachtet bin ich heilfroh, dass wir uns für die teurere Fotografentour entschieden hatten. Wir wussten ja, dass es voll sein würde, aber wie viele Menschen hier unterwegs sind, davon hatten wir keine Vorstellung. Vielleicht wirkt es auch nur so voll, weil die Canyons nun mal „Slot Canyons“ sind, also gewundene schmale Wege zwischen hohen Felswänden. Hat sich der Besuch trotzdem gelohnt? Allemal! Würden wir das noch einmal machen? Aber ja, sofort!

Mit einem Tip verabschieden wir uns von Abraham.

Danke für die tolle Tour, Abraham!

Dann steigen wir in unser Auto und fahren das dritte Mal an diesem Tag die Strecke zu den Canyons, dieses Mal geht es allerdings weiter auf der Straße geradeaus.

Vorbei am Sleeping Indian – einer Bergkette, die wie ein liegender Indianer inkl. Federschmuck aussieht – folgen wir dem Highway 98 durch eine fast siedlungsleere Landschaft. Meilen um Meilen rollen wir dahin, der Weg zieht sich wie Kaugummi.

Eine wahre Abwechslung ist daher der „Square Butte“, an dem man unterwegs vorbeikommt.

Square Butte

Schließlich treffen wir auf den Highway 160, der uns unserem Ziel näher bringen wird. In Kayenta, einem Städtchen, das ich mir kleiner vorgestellt habe, müssen wir schließlich auf die 163 Richtung Mexican Hat. Jetzt sind es nur noch wenige Meilen bis zum Oljato-Monument Valley, das überall nur „Monument Valley“ genannt wird. Es liegt direkt an der Grenze Arizona/Utah mitten im heutigen Stammesgebiet der Navajo Nation.

Auf unserer ursprünglichen Route war dieser Besuch gar nicht eingeplant gewesen, irgendwie hatte ich mir die Entfernung dahin größer vorgestellt, bis mich eine Anmerkung von Sandy dazu brachte, das zu überprüfen. Und siehe da, mit ein wenig Umplanung konnten wir diese Attraktion doch unterbringen. Somit erreichen wir heute den östlichsten Punkt unserer Tour.

Eingebucht sind wir im „The View“ Hotel, das unter indianischer Verwaltung steht und das neben der Goulding’s Lodge die einzige Unterkunftsmöglichkeit direkt im Valley ist.

Nachdem wir erneut ein Navajo Permit erworben haben (das aus Page gilt hier nicht), checken wir ein und laden unsere Sachen aus. Unser Zimmer befindet sich – mal wieder – am Ende des Gebäudes gegenüber vom Notausgang (woher kennen wir das nur?), allerdings heute im Erdgeschoss.

Das Zimmer

Bad und Toilette

Dusche/Badewanne

Der geniale Balkon „mit Aussicht“

Da alle Zimmer im View nach Nord-Nordost blicken, haben wir einen tollen Blick auf zwei der bekanntesten Formationen: the Mittens und Merrick.

v.l.: West und East Mitten, Merrick

Die Mittens heißen so, weil sie eben jeweils einer geschlossenen Hand in einem Fäustling (= mitten) ähneln. Der Merrick wurde nach einem Prospektor benannt, der hier im Tal nach Silber gesucht hat.

Wir genießen den Sonnenuntergang auf unserem Balkon, dieser Ausblick ist nicht zu übertreffen.

Kaum ist die Sonne verschwunden, tauchen die ersten Fledermäuse/Bats auf und gehen an der Hotelfront entlang auf Insektenfang. Ich versuche, sie mit der Kamera zu erwischen, was aber gar nicht so einfach ist, die Kerlchen sind unheimlich schnell.

Fledermausalarm

Aufgrund der tollen Aussicht ist es eigentlich gar nicht nötig, noch einmal das Zimmer zu verlassen. Was wir natürlich trotzdem machen, schließlich müssen wir noch etwas essen.

Im hoteleigenen Restaurant finden wir einen Platz und bestellen uns navajotypische Gerichte. Nun ja, man kann sie essen, aber vom Stuhl vor Begeisterung fallen wir nicht.

Auf dem Rückweg in unser Zimmer entdecken wir, dass an der Hotelfassade Filme gezeigt werden, die im Tal spielen bzw. dort gedreht wurden. Eine lustige Idee.

Zurück im Zimmer versucht sich Sandy erneut an ein paar Sternenfotos, der Nachthimmel ist völlig klar und wolkenlos. Ich schiebe derweil mal wieder Fotos auf meine externe Festplatte, was schon ein Weilchen dauert.

Dann ist es endgültig Zeit fürs Bettchen, morgen heißt es wie so oft früh aufstehen.

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On the Road again

Es scheint kühl gewesen zu sein in der Nacht.

Heute verlassen wir Bryce leider schon.

Als erstes Tagesziel steht „Mossy Cave“ auf der Liste, dazu fahren wir einen kurzen Abstecher nach Osten.

Erstes Tagesziel: Mossy Cave

Bei Mossy Cave handelt es sich um einen Felsüberhang, dessen Wasserfall im Winter gefriert. Es dauert bis zur Mitte des Jahres, bis dieser Eisfall aufgetaut ist. Jetzt im September ist es natürlich entweder zu spät für den Eisfall oder zu früh – je nachdem, wie man es sehen mag. Trotzdem ist der kleine Spaziergang mit dem steilen Aufstieg zur Höhle ganz nett. Er führt am Wasser des Tropic Ditch entlang, der nicht weit von der Höhle als kleiner Wasserfall eine Stufe im Canyon überwindet.

Wasserfall des Tropic Ditch

Der Felsüberhang des Mossy Cave

Schließlich drehen wir aber um und fahren zurück zum Red Canyon, wo wir noch unsere Nationalparkpassports abstempeln wollen. Dann geht es durch die Torbogen des Canyons den Weg zurück, den wir vor 2 Tagen in anderer Richtung gefahren waren.

Eigentlich hatten wir ursprünglich vom Mossy Cave aus weiter nach Südosten fahren wollen, um das Grand Staircase Escalante National Monument zu durchqueren. Allerdings handelt es sich bei dieser Straße um eine Gravel Road, also eine Schotterstraße, deren aktuelle Beschaffenheit allein der liebe Gott kennt. Da die drei Meilen Schotterstraße nach Bodie schon sehr anstrengend zu fahren war, stelle ich mir die 46 Meilen-Strecke durch die Staircase als mittlere Hölle für den Fahrer und für die Stoßdämpfer des Autos vor. Außerdem steht in den Mietverträgen der Autoverleiher generell, dass die Versicherung nicht mehr greift, wenn man geteerte Wege verlässt. Sprich: sollte etwas passieren – und ein Ford Mustang Sportwagen ist nun mal kein wirklicher Geländewagen -, dann stehen wir nicht nur irgendwo in der Pampa, sondern müssen auch die anfallenden Kosten fürs Abschleppen und Reparatur selber bezahlen. Daher fahren wir lieber die zwar längere, aber „normale“ Autostraße nach Süden und dann erst südlich der Staircase nach Osten.

Außerdem kommen wir auf diesem Weg auch wieder nach Orderville, wo wir erneut ein deutsches Frühstück bei Forscher’s genießen.

Kurz nachdem die Straße nach Osten abgebogen ist, verlassen wir den Highway, um zu einem unbekannteren State Park zu kommen. Der “Coral Pink Sand Dunes State Park“ hat uns vom Namen her interessiert, und da der Besuch keinen großen Umweg bedeutet, steht er auf unserer Liste. Die Fahrt dorthin zieht sich, aber der Weg lohnt sich auch.

Wir bezahlen unseren Obolus und parken Fury, dann geht es zu Fuß weiter. Die Dünen sind je nach Lichteinfall wirklich rosa gefärbt, der Sand ist weich und „fluffig“. Die Besucher verteilen sich auf der Fläche, und selbst die Buggy- und Quadfahrer stören kaum.

Nach einem kurzen Besuch im Visitor Center, das eine interessante Sammlung von Fläschchen mit Sand aus aller Welt zeigt, fahren wir zurück auf den Highway, dem wir etliche Meilen folgen.

Wir wissen, dass unser nächstes Ziel nur schlecht ausgeschildert ist, und trotz aller Aufmerksamkeit verpassen wir das Hinweisschild auch fast. Gut, dass nicht so viel Verkehr ist im Moment, so dass die Vollbremsung mit dem schwungvollen Abbiegen über die Gegenfahrbahn keine negativen Folgen hat.

Fury muss nun in der Sonne auf uns warten, wir machen uns auf den Weg zu den „Paria Rimrocks Toadstool Hoodoos“, von denen wir im Internet gelesen haben.

Wir folgen dem ausgetrockneten Bachbett.

Die Felsen erinnern irgendwie an Indianertipis.

Hier ist der Weg scheinbar zu Ende…

… aber nach einer mittleren Kletteraktion erreichen wir die höher gelegene Ebene, auf der es weiter geht.

Wie so häufig, werden wir bei unserer Wanderung fündig und entdecken einen kleinen Bewohner.

Auch seltsame Spuren finden wir. Wolf? Hund? Koyote? Man weiß es nicht.

Wir biegen um eine Felsecke und die Farbe der Felsen ändert sich. Und wir entdecken den unsere erste Hoodoos.

Noch ein wenig Gekraxel, und wir haben die Gruppe der „Steinmännchen“ erreicht.

Die Gegend wirkt auf den ersten Blick öde. Faszinierend durch die Felsformationen, aber irgendwie tot. Und doch finden sich zarte Pflänzchen und Blümchen zwischen dem Gestein.

Warum erinnert mich diese Formationen nur irgendwie an den Film „7 Zwerge – Männer allein im Wald“?

Wir versuchen, um die Felswand herum zu laufen/klettern/kraxeln. Das ist gar nicht so einfach, obwohl es hier scheinbar noch einen Weg durch ein ganzes Rudel von Hoodoos gibt.

Sandy gibt irgendwann auf und geht zurück, ich quäle mich noch ein Stückchen weiter. Und entdecke zwischen den Felsen ein Wasserloch…

… und einen weiteren großen dicken Hoodoo.

Es gibt auch kleine Hoodoos.

Eindeutig KEIN Hoodoo!

Zurück im Auto genießen wir erneut die Qualität der Klimaanlage und der Sitzkühlung. Jetzt ist es nicht mehr weit bis zu unserem Übernachtungsort. Aber bevor wir dort ankommen, haben wir noch einen kleinen Zwischenstopp vor uns: der „Glen Canyon Dam“.

Die technischen Daten dieses Damms über den Colorado River lesen sich wie folgt: „Die Staumauer wurde vom Bureau of Reclamation geplant und von 1956 bis 1964 erbaut; die Kosten betrugen 187 Millionen US-Dollar. Mit 216 Meter Konstruktionshöhe (über dem gewachsenen Fels) ist sie die fünfthöchste Talsperre der USA. Die Höhe über dem ehemaligen Flussbett beträgt 178 m. Die Mauerkrone ist 475 m lang bei einer Breite von 7,6 m. Die Mauer ist am tiefsten Konstruktionspunkt 91 m breit, die größte Breite wird am rechten Widerlager mit 106 m erreicht. Die Mauer umfasst ein Betonvolumen von 3.750.000 m³. Aufgrund dieser Dicke kann man sie nicht mehr als reine Bogenstaumauer bezeichnen. Einen Teil der Wasserlast trägt sie auch als Gewichtsstaumauer ab; deshalb handelt es sich wie auch bei der Hoover-Staumauer um eine ‚Bogengewichts(stau)mauer‘. Während der Bauarbeiten mussten 4.212.551 m³ Sand und Gestein bewegt werden.“ (Quelle: Wikipedia)

Um in den 50er Jahren dieses Bauwerk zu errichten, mussten für die Arbeiter entsprechende Unterkünfte zur Verfügung gestellt werden, so entstand die Stadt Page. Aufgrund der Lage entwickelte sich Page nach Bauende zu einer Station für Touristen auf der Durchreise und für Bootsbesitzer, die den Lake Powell unsicher machen. – Es ist schon irgendwie „freaky“, wenn einem in der Halbwüste mitten im Nichts ein Auto mit Bootsanhänger oder mit Surfbrettern auf dem Dach entgegenkommt…

DIe heutige Fahrstrecke

Auch wir nutzen Page als Übernachtungsstation. Eingebucht sind wir in einem kleinen Motel in der „Altstadt“, wo wir statt des gebuchten Zimmers eine richtiggehende kleine Suite zugewiesen bekommen. Und das zu einem für Page mehr als günstigen Preis – die Stadt im Nirgendwo lässt sich ihre Hotelzimmer nämlich teuer bezahlen. Das Red Rock Motel bietet keinen Luxus, aber saubere Zimmer mit guten Betten in einer ruhigen Umgebung bei sehr netten Vermietern. Wir sind zufrieden.

Das Hotel – die Rezeption

Unser Fury vor unserem „Zimmer“.

Zimmer 1

Zimmer 2

Bad

Interessante Sitzmöglichkeit

Für heute stehen noch drei Punkte auf unserer to-do-Liste: Shopping,

Shopping

Essen und der Sonnenuntergang am Horseshoe Bend. Bei diesem handelt es sich um die wohl bekannteste Flußschleife des Colorado Rivers, die man einfach und kostenfrei besichtigen kann. Was vor ein paar Jahren noch ein Geheimtipp war, ist dank Internet inzwischen ein sehr beliebtes Ausflugsziel.

Das müssen wir spätestens bei der Anfahrt bemerken. Denn der ursprüngliche „wilde Parkplatz“ an der Straße wurde inzwischen ausgebaut und erweitert und – ist trotzdem zu klein. Neben den vielen PKWs, die dort stehen, halten inzwischen auch ganze Ausflugsbusse hier an. Wir ahnen „schlimmes“.

Und es sollte unsere schlimmsten Befürchtungen noch übertreffen. Um an den Bend zu kommen, muss man erst einen kleinen Hügel überqueren. Selbst oben vom Hügel aus sieht man die Schleife noch nicht, man kann nur erahnen, dass da irgendetwas ist. Allerdings betrifft das wirklich nur die natürlichen Begebenheiten. Anhand der Menschenmassen auf dem Weg und an der Rim ist eindeutig, dass es „da was Sehenswertes gibt“.

Es ist so viel los, dass man sich echt wundern muss, dass hier nicht öfter mal jemand „versehentlich“ in der Schlucht landet. Massen an Fotografen mit Kameras aller technischen Couleurs stehen aufgereiht am Felsrand, Stativ steht an Stativ.

Irgendwie stellen wir uns dazu und versuchen, auch ein Foto zu machen. Gar nicht so einfach, wenn der Nachbar einem den Ellenbogen in die Seite drückt oder seinen Dickschädel vor die Linse schiebt, um selber ein Bild zu knipsen.

Besonders unverschämt sind hier die chinesischen Besucher. Man kann sie eindeutig von den Japanern unterscheiden, denn diese sind höflich und bitten ggf. um ein Plätzchen. Für die Chinesen scheint aber jeder Quadratmeter, auf dem sie stehen, zum Reich der Mitte zu gehören. Und das Reich der Mitte ist ja bekanntermaßen der Nabel der Welt, um den sich alles dreht.

Eigentlich wollen wir noch – ein Tipp unseres Vermieters – zum örtlichen Golfplatz, denn dort soll man abends Kojoten und Roadrunners antreffen. Allerdings ist man gerade dabei, den Rasen zu mähen und zu wässern, so dass wir im Hinblick auf die anbrechende Nacht dann doch nicht Halt machen.

Für’s Abendessen suchen wir nach einem netten Lokal, das erste hat Wartefrist und ist voll, das zweite ist mehr ein Imbiss. Aber schließlich entdecken wir etwas abseits der Hauptstraße das “Strombolli’s“, das einen ganz netten Eindruck macht. Das Schöne ist: man kann hier draußen sitzen, was wir auch tun.

Das Essen ist ok, der Service ist flott. Satt und zufrieden fahren wir zurück ins Hotel.

zurück: 23. September 2016

weiter: 25. September 2016