On the Road again

Es scheint kühl gewesen zu sein in der Nacht.

Heute verlassen wir Bryce leider schon.

Als erstes Tagesziel steht „Mossy Cave“ auf der Liste, dazu fahren wir einen kurzen Abstecher nach Osten.

Erstes Tagesziel: Mossy Cave

Bei Mossy Cave handelt es sich um einen Felsüberhang, dessen Wasserfall im Winter gefriert. Es dauert bis zur Mitte des Jahres, bis dieser Eisfall aufgetaut ist. Jetzt im September ist es natürlich entweder zu spät für den Eisfall oder zu früh – je nachdem, wie man es sehen mag. Trotzdem ist der kleine Spaziergang mit dem steilen Aufstieg zur Höhle ganz nett. Er führt am Wasser des Tropic Ditch entlang, der nicht weit von der Höhle als kleiner Wasserfall eine Stufe im Canyon überwindet.

Wasserfall des Tropic Ditch

Der Felsüberhang des Mossy Cave

Schließlich drehen wir aber um und fahren zurück zum Red Canyon, wo wir noch unsere Nationalparkpassports abstempeln wollen. Dann geht es durch die Torbogen des Canyons den Weg zurück, den wir vor 2 Tagen in anderer Richtung gefahren waren.

Eigentlich hatten wir ursprünglich vom Mossy Cave aus weiter nach Südosten fahren wollen, um das Grand Staircase Escalante National Monument zu durchqueren. Allerdings handelt es sich bei dieser Straße um eine Gravel Road, also eine Schotterstraße, deren aktuelle Beschaffenheit allein der liebe Gott kennt. Da die drei Meilen Schotterstraße nach Bodie schon sehr anstrengend zu fahren war, stelle ich mir die 46 Meilen-Strecke durch die Staircase als mittlere Hölle für den Fahrer und für die Stoßdämpfer des Autos vor. Außerdem steht in den Mietverträgen der Autoverleiher generell, dass die Versicherung nicht mehr greift, wenn man geteerte Wege verlässt. Sprich: sollte etwas passieren – und ein Ford Mustang Sportwagen ist nun mal kein wirklicher Geländewagen -, dann stehen wir nicht nur irgendwo in der Pampa, sondern müssen auch die anfallenden Kosten fürs Abschleppen und Reparatur selber bezahlen. Daher fahren wir lieber die zwar längere, aber „normale“ Autostraße nach Süden und dann erst südlich der Staircase nach Osten.

Außerdem kommen wir auf diesem Weg auch wieder nach Orderville, wo wir erneut ein deutsches Frühstück bei Forscher’s genießen.

Kurz nachdem die Straße nach Osten abgebogen ist, verlassen wir den Highway, um zu einem unbekannteren State Park zu kommen. Der “Coral Pink Sand Dunes State Park“ hat uns vom Namen her interessiert, und da der Besuch keinen großen Umweg bedeutet, steht er auf unserer Liste. Die Fahrt dorthin zieht sich, aber der Weg lohnt sich auch.

Wir bezahlen unseren Obolus und parken Fury, dann geht es zu Fuß weiter. Die Dünen sind je nach Lichteinfall wirklich rosa gefärbt, der Sand ist weich und „fluffig“. Die Besucher verteilen sich auf der Fläche, und selbst die Buggy- und Quadfahrer stören kaum.

Nach einem kurzen Besuch im Visitor Center, das eine interessante Sammlung von Fläschchen mit Sand aus aller Welt zeigt, fahren wir zurück auf den Highway, dem wir etliche Meilen folgen.

Wir wissen, dass unser nächstes Ziel nur schlecht ausgeschildert ist, und trotz aller Aufmerksamkeit verpassen wir das Hinweisschild auch fast. Gut, dass nicht so viel Verkehr ist im Moment, so dass die Vollbremsung mit dem schwungvollen Abbiegen über die Gegenfahrbahn keine negativen Folgen hat.

Fury muss nun in der Sonne auf uns warten, wir machen uns auf den Weg zu den „Paria Rimrocks Toadstool Hoodoos“, von denen wir im Internet gelesen haben.

Wir folgen dem ausgetrockneten Bachbett.

Die Felsen erinnern irgendwie an Indianertipis.

Hier ist der Weg scheinbar zu Ende…

… aber nach einer mittleren Kletteraktion erreichen wir die höher gelegene Ebene, auf der es weiter geht.

Wie so häufig, werden wir bei unserer Wanderung fündig und entdecken einen kleinen Bewohner.

Auch seltsame Spuren finden wir. Wolf? Hund? Koyote? Man weiß es nicht.

Wir biegen um eine Felsecke und die Farbe der Felsen ändert sich. Und wir entdecken den unsere erste Hoodoos.

Noch ein wenig Gekraxel, und wir haben die Gruppe der „Steinmännchen“ erreicht.

Die Gegend wirkt auf den ersten Blick öde. Faszinierend durch die Felsformationen, aber irgendwie tot. Und doch finden sich zarte Pflänzchen und Blümchen zwischen dem Gestein.

Warum erinnert mich diese Formationen nur irgendwie an den Film „7 Zwerge – Männer allein im Wald“?

Wir versuchen, um die Felswand herum zu laufen/klettern/kraxeln. Das ist gar nicht so einfach, obwohl es hier scheinbar noch einen Weg durch ein ganzes Rudel von Hoodoos gibt.

Sandy gibt irgendwann auf und geht zurück, ich quäle mich noch ein Stückchen weiter. Und entdecke zwischen den Felsen ein Wasserloch…

… und einen weiteren großen dicken Hoodoo.

Es gibt auch kleine Hoodoos.

Eindeutig KEIN Hoodoo!

Zurück im Auto genießen wir erneut die Qualität der Klimaanlage und der Sitzkühlung. Jetzt ist es nicht mehr weit bis zu unserem Übernachtungsort. Aber bevor wir dort ankommen, haben wir noch einen kleinen Zwischenstopp vor uns: der „Glen Canyon Dam“.

Die technischen Daten dieses Damms über den Colorado River lesen sich wie folgt: „Die Staumauer wurde vom Bureau of Reclamation geplant und von 1956 bis 1964 erbaut; die Kosten betrugen 187 Millionen US-Dollar. Mit 216 Meter Konstruktionshöhe (über dem gewachsenen Fels) ist sie die fünfthöchste Talsperre der USA. Die Höhe über dem ehemaligen Flussbett beträgt 178 m. Die Mauerkrone ist 475 m lang bei einer Breite von 7,6 m. Die Mauer ist am tiefsten Konstruktionspunkt 91 m breit, die größte Breite wird am rechten Widerlager mit 106 m erreicht. Die Mauer umfasst ein Betonvolumen von 3.750.000 m³. Aufgrund dieser Dicke kann man sie nicht mehr als reine Bogenstaumauer bezeichnen. Einen Teil der Wasserlast trägt sie auch als Gewichtsstaumauer ab; deshalb handelt es sich wie auch bei der Hoover-Staumauer um eine ‚Bogengewichts(stau)mauer‘. Während der Bauarbeiten mussten 4.212.551 m³ Sand und Gestein bewegt werden.“ (Quelle: Wikipedia)

Um in den 50er Jahren dieses Bauwerk zu errichten, mussten für die Arbeiter entsprechende Unterkünfte zur Verfügung gestellt werden, so entstand die Stadt Page. Aufgrund der Lage entwickelte sich Page nach Bauende zu einer Station für Touristen auf der Durchreise und für Bootsbesitzer, die den Lake Powell unsicher machen. – Es ist schon irgendwie „freaky“, wenn einem in der Halbwüste mitten im Nichts ein Auto mit Bootsanhänger oder mit Surfbrettern auf dem Dach entgegenkommt…

DIe heutige Fahrstrecke

Auch wir nutzen Page als Übernachtungsstation. Eingebucht sind wir in einem kleinen Motel in der „Altstadt“, wo wir statt des gebuchten Zimmers eine richtiggehende kleine Suite zugewiesen bekommen. Und das zu einem für Page mehr als günstigen Preis – die Stadt im Nirgendwo lässt sich ihre Hotelzimmer nämlich teuer bezahlen. Das Red Rock Motel bietet keinen Luxus, aber saubere Zimmer mit guten Betten in einer ruhigen Umgebung bei sehr netten Vermietern. Wir sind zufrieden.

Das Hotel – die Rezeption

Unser Fury vor unserem „Zimmer“.

Zimmer 1

Zimmer 2

Bad

Interessante Sitzmöglichkeit

Für heute stehen noch drei Punkte auf unserer to-do-Liste: Shopping,

Shopping

Essen und der Sonnenuntergang am Horseshoe Bend. Bei diesem handelt es sich um die wohl bekannteste Flußschleife des Colorado Rivers, die man einfach und kostenfrei besichtigen kann. Was vor ein paar Jahren noch ein Geheimtipp war, ist dank Internet inzwischen ein sehr beliebtes Ausflugsziel.

Das müssen wir spätestens bei der Anfahrt bemerken. Denn der ursprüngliche „wilde Parkplatz“ an der Straße wurde inzwischen ausgebaut und erweitert und – ist trotzdem zu klein. Neben den vielen PKWs, die dort stehen, halten inzwischen auch ganze Ausflugsbusse hier an. Wir ahnen „schlimmes“.

Und es sollte unsere schlimmsten Befürchtungen noch übertreffen. Um an den Bend zu kommen, muss man erst einen kleinen Hügel überqueren. Selbst oben vom Hügel aus sieht man die Schleife noch nicht, man kann nur erahnen, dass da irgendetwas ist. Allerdings betrifft das wirklich nur die natürlichen Begebenheiten. Anhand der Menschenmassen auf dem Weg und an der Rim ist eindeutig, dass es „da was Sehenswertes gibt“.

Es ist so viel los, dass man sich echt wundern muss, dass hier nicht öfter mal jemand „versehentlich“ in der Schlucht landet. Massen an Fotografen mit Kameras aller technischen Couleurs stehen aufgereiht am Felsrand, Stativ steht an Stativ.

Irgendwie stellen wir uns dazu und versuchen, auch ein Foto zu machen. Gar nicht so einfach, wenn der Nachbar einem den Ellenbogen in die Seite drückt oder seinen Dickschädel vor die Linse schiebt, um selber ein Bild zu knipsen.

Besonders unverschämt sind hier die chinesischen Besucher. Man kann sie eindeutig von den Japanern unterscheiden, denn diese sind höflich und bitten ggf. um ein Plätzchen. Für die Chinesen scheint aber jeder Quadratmeter, auf dem sie stehen, zum Reich der Mitte zu gehören. Und das Reich der Mitte ist ja bekanntermaßen der Nabel der Welt, um den sich alles dreht.

Eigentlich wollen wir noch – ein Tipp unseres Vermieters – zum örtlichen Golfplatz, denn dort soll man abends Kojoten und Roadrunners antreffen. Allerdings ist man gerade dabei, den Rasen zu mähen und zu wässern, so dass wir im Hinblick auf die anbrechende Nacht dann doch nicht Halt machen.

Für’s Abendessen suchen wir nach einem netten Lokal, das erste hat Wartefrist und ist voll, das zweite ist mehr ein Imbiss. Aber schließlich entdecken wir etwas abseits der Hauptstraße das “Strombolli’s“, das einen ganz netten Eindruck macht. Das Schöne ist: man kann hier draußen sitzen, was wir auch tun.

Das Essen ist ok, der Service ist flott. Satt und zufrieden fahren wir zurück ins Hotel.

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weiter: 25. September 2016

Hoodoos and Rocks

Die Nacht ist unruhig. Sandy bezeichnet sich selbst als „Querschläfer“, und seit dieser Nacht kann ich das bestätigen. Während sie nach und nach die Diagonale unseres Bettes erobert, darf ich mich auf einem kleinen Fleck zusammendrücken. Nun ja, sie schläft sehr fest und so kann ich sie ohne Wecken wieder auf ihre Bettseite zurückschieben.

Allerdings ist die Nacht so für mich nicht wirklich erholsam, und ich komme am Morgen nur schwer in die Gänge. Heute ist Sandy daher vor mir auf und checkt das Wetter. Der Blick aus dem Fenster bestätigt: es ist klar, und es ist kurz vor Sonnenaufgang. Sandy ist ratzfatz fertig und eilt nach draußen zum Sunrise Point, während ich mich noch in die Klamotten quäle.

Sie ist noch keine zwei Minuten weg, da piepst mein Handy. „Was hat sie denn jetzt vergessen?“ rätsle ich. Dann lese ich den Text… „Es hat geschneit!“ steht da. Ich schaue aus dem Fenster und tatsächlich, auf den Seitendächern des Innenhofs liegt Schnee.

Kamera schnappen, Jacke anziehen und raus. Es ist spitzenmäßig kalt. Die Luft ist klar, die Sicht ist gut. Ideale Foto-Voraussetzungen.

Auf dem Weg zum Rim.

Wie erwartet, entdecke ich Sandy am Sunrise Point.

Scherenschnitt-Sandy

Der Sonnenaufgang am Sunrise Point lässt die Felsen glühen.

Es ist eiskalt, aber einfach genial! Die Stimmung ist super und so gehen wir in der Lodge noch gemütlich frühstücken, bevor wir unsere Tour durch den Park starten.

Leider erwischen wir einen äußerst sonderbaren Kellner. Wir haben einen Platz am Fenster bekommen und als wir ihm sagen, dass es dort ordentlich zieht, grinst er nur grenz-debil und meint, dass das halt ein seeeeehr altes Haus sei, weil ja in den 1920er Jahren erbaut. Dass wir als Deutsche von einem hundertjährigen Haus jetzt nicht wirklich beeindruckt sind (wenn man überlegt, dass die Burg in Nürnberg um die 1000 Jahre alt ist – für einen Amerikaner unvorstellbar), juckt ihn auch nicht und er labert weiter. Sandy bestellt  Würstchen und bekommt Bacon. Das ist jetzt kein Drama und sie will auch nicht rummotzen, weil ihr der Typ eh so unsympathisch ist (der ist so bissl wie Dschungelcamp-Honey), aber ich spreche ihn drauf an. Und da antwort er dann tatsächlich völlig ironisch, so nach dem Motto „Ach Gott, was für eine Katastrophe!“. Keine Entschuldigung, stattdessen lacht er uns aus. Dann bringt er Sandy auf einem kleinen Teller zwei Würstchen, wovon eins auf den Boden fällt, während er es abstellt. Also kommt er nochmal mit einem einzelnen Würstchen angelatscht. Ein paar Minuten später kommt er dann wieder an und labert irgendwas von wegen „Eigentlich müssten Sie ja jetzt extra zahlen, weil jetzt haben Sie Bacon UND Würstchen!“ *hahahaha* Sandy kann darüber echt nicht lachen. Am liebsten hätte sie ihm „I F**KING HATE BACON!“ ins Gesicht gebrüllt, auch wenn das gar nicht stimmt. Was für ein Klappspaten… und sonderlich lecker was das Frühstück auch nicht…

Dann packen wir die für heute benötigten Sachen und los geht es. Die Straße führt westlich des Rim entlang nach Süden, die ganzen Vista Points befinden sich auf der östlichen Seite. Daher macht es Sinn, bis zum Wendepunkt am Rainbow Point zu fahren, um sich dann von Aussichtspunkt zu Aussichtspunkt vorzuarbeiten.

Der Bryce Canyon mit seinen View Points Kartenquelle: https://www.nps.gov/brca

Wir fahren also so vor uns hin, da ruft Sandy plötzlich: „Pronghorns! Da sind 3 Pronghorns!“ Natürlich ist hier an der Strecke weit und breit keine Haltemöglichkeit, geschweige denn ein Parkplatz. Schade, keine Fotos. Egal, davon lassen wir uns die Stimmung nicht vermiesen.

Langsam steigt die Straße an, je höher wir kommen, desto dichter wird die Schneedecke, bis wir schließlich kurz vor dem Wendepunkt quasi durch ein Winterwonderland im September fahren. Die Straße ist allerdings soweit schneefrei, nur an einer Kurve kommen wir ein klein wenig auf einer Eisfläche zum Rutschen.

Die Fernsicht ist ausgezeichnet.

So fahren wir von einem Aussichtspunkt zum nächsten.

Unsere Kugel ist auch wieder dabei.

Bei den „großen“ Aussichtspunkten erfährt man immer, wie hoch man gerade ist. Wenn die Angabe nicht gerade „verschneit“ ist.

Schließlich sind wir wieder am Hotel. Da wir zwei Aussichtspunkte nicht mit dem Auto anfahren dürfen (die Straße ist gesperrt), nehmen wir den nächsten Shuttlebus, der allerdings aus dem Park herausfährt. Wir müssen daher am Visitor Center umsteigen, um dann am Inspiration Point auszusteigen. Von hier aus könnte man theoretisch an den Bryce Point laufen, aber dieser Weg ist derzeit nicht begehbar, es wird ausdrücklich davor gewarnt, ihn zu betreten.

Wir gehen daher auch nur bis zur Absperrung, um ein paar Bilder zu machen. Dann kehren wir um und besuchen den Aussichtspunkt Inspiration Point.

Wir waren hier!

Diese Felsformation taufe ich bei mir „die Akropolis“.

Man kann natürlich auch im Canyon wandern oder reiten oder aber…

… auch die Gegend überfliegen. Suchbild: wer findet den Hubschrauber?

Da isser ja!

Wir laufen also am Rim entlang vom Inspiration Point aus nach Norden Richtung Hotel. Es wird zu einer Art „asiatischem Staffellauf“. Denn wie immer treten die asiatischen Besucher (egal ob chinesisch, japanisch oder sonst was) in Horden auf. Und bis so eine Gruppe dann nacheinander in allen möglichen Konstellationen vor einem bestimmten Baum am Abgrund posiert hat, das dauert. Egal, wie man vorgeht, es ist immer falsch. Lässt man ihnen den Vortritt, hängt man beim nächsten Aussichtspunkt hinter ihnen fest, überholt man sie, so haben sie zu 99,9% keine fotowürdige Stelle im Auge bis auf die, an der man selbst gerade steht. Es ist schon sehr anstrengend…

Blick auf den Inspiration Point

Bryce Canyon Einwohner

Der Weg zum Sunset-Point ist somit sehr kurzweilig und die Strecke wirkt gar nicht so weit. Wir laufen noch ein paar Schleifen des Navajo Trails bis zu der Öffnung im Felsen, von der man einen Blick auf die „Silent City“ werfen kann.

Man kann erkennen, wie steil teilweise der Weg in den Canyon ist.

Thors Hammer

Für eine Komplettbegehung des Trail Loops, für den man ca. 2 Stunden braucht und der mit 550 ft Höhenunterschied ziemlich anstrengend ist, ist es uns heute zu spät.

Stattdessen holen wir Fury und fahren zum North Campground General Store, um uns mit ein paar Kleinigkeiten einzudecken. Ein Besuch des Meadow, wo laut Shuttlebusfahrer eine Kolonie Präriehunde lebt, bleibt ohne Ergebnis, den kleinen Kerlchen scheint es schon zu kalt zu sein.

Wir kommen auf die Idee, die Strecke vom Morgen noch einmal abzufahren und nach den Pronghorns Ausschau zu halten. Und tatsächlich, Sandy entdeckt eines neben der Straße. Wieder genau dort, wo man nicht bzw. nur schlecht halten kann. Dieses Mal fahre ich aber nur bis zum nächsten Vista Point weiter und drehe dort, dann geht es zurück.

Das Pronghorn ist inzwischen weiter gewandert, aber wir entdecken es trotzdem. Und da gerade niemand in der Nähe bzw. kein Auto hinter uns ist, steige ich in die Eisen und fahre Fury scharf in den Graben in der Hoffnung, dass er später auch wieder aus dem Graben herauskommt.

Pronghorn/Gabelbock/Antilocapra Americana

Dass wir tatsächlich Pronghorns sehen bzw. eines fotografieren würden, hätten wir nie gedacht. Eigentlich waren wir eher auf die Präriehunde oder Dickhornschafe eingerichtet, aber die ließen sich ja nicht blicken.

Unser Fury ist ein braves Auto, ohne Probleme klettert er aus dem Graben wieder auf die Straße. Wir sind zufrieden mit dem Tag.

Heute haben wir keine Lust auf ein Dinner im Restaurant. Wir holen uns stattdessen eine frische Pizza aus dem Imbiss am Hotel, die wir gemütlich in unserem Zimmer verspeisen.

Ohne Kicherorgie geht es heute Abend zu Bett. Morgen haben wir wieder einen vollen Tagesplan.

zurück: 22. September 2016

weiter: 24. September 2016

Red, Yellow and Orange

Der erste Blick am Morgen geht nach draußen. Es ist immer noch grau, aber es regnet wenigstens nicht mehr. Ein Frühstück entfällt, das Hoteleigene Lokal macht erst später auf, da sind wir schon unterwegs.

Aber das ist heute kein Problem, wir haben eine Alternative. Denn Sandy hatte unterwegs eine Werbetafel entdeckt, auf der eine deutsche Bäckerei Werbung macht. Und diese Bäckerei befindet sich in Orderville, das auf unserem Weg liegt.

Als allererstes machen wir uns aber auf die Suche nach der Bisonherde unserer Ranch. Denn die lassen sich auch heute Morgen nicht blicken, und das Gelände, auf dem sie sich befinden können, ist hügelig und riesig. Schließlich finden wir sie tatsächlich am hinteren Ende des Gatters, etwas versteckt zwischen ein paar Bäumen.

In der Hoffnung, dass es keine Probleme mit Überschwemmungen gibt, machen wir uns nach ein paar Fotos nun auf Tour. Die flashflood-Warnungsseiten im Internet weisen auf keine größeren Gefahren hin, also verlassen wir uns mal darauf.

Und es ist tatsächlich so, dass wir zwar einige Stellen auf der Strecke entdecken, wo in der Nacht die Straße überschwemmt war, aber es sind nur kurze Strecken voll Schlamm und Dreck. Die größte Gefahr ist die, dass unser Fury einen sehr schmutzigen Unterboden bekommt.

Unsere heutige Route

In Orderville halten wir nach der Bäckerei Forscher Ausschau und finden sie am für uns „hinteren“ Ende des Ortes. Ein schmuckes Holzhaus mit Schotterparkplatz davor lädt zum Halten ein.

Eine Schiefertafel zeigt, was man hier frühstücken kann: ein „German Breakfast“ mit gekochtem und Schwarzwälder Schinken, Käse, Tomate, Mozzarella, Butter und deutschem Brötchen (verschiedene Sorten zur Auswahl). Das muss es heute mal sein, dazu eine Tasse Kaffee… Genüßlich verschnabulieren wir alles bis auf den fürs Auge beigefügten Rucola-Salat (ohne Dressing). Es schmeckt herrlich!

Dann geht es weiter. Allerdings verlassen wir den Highway nach Norden bald, um einen Umweg zu fahren. An der Strecke liegt nämlich ein Gebiet, das sich „Cedar Breaks“ nennt. Es handelt sich dabei um ein National Monument, das sich als „kleinen Bruder“ unseres heutigen Ziels betrachtet. Die Strecke kann man zwar im Internet abfahren, aber von der eigentlichen Sehenswürdigkeit sieht man dabei nichts. Die Beschreibung allerdings ist vielversprechend und gleichzeitig „bedrohlich“, denn es wird gewarnt, dass es hier auch im Hochsommer oft nur 15-20 Grad warm ist. Und heute ist es ja schon „unten“ nur so 20 Grad warm.

Trotzdem fahren wir vom Highway ab und folgen der Straße Nr. 14, die sich langsam die Hügel hinaufwindet. Je höher wir kommen, desto herbstlicher wird es. Während am Highway unten die Bäume noch grün sind, haben hier die Birken bereits strahlend gelbe Blätter.

Schließlich kommen wir an die Abzweigung, die uns direkt zum Monument führen soll. Kaum abgebogen, sehen wir – nichts mehr. Denn hier liegt Nebel über der Straße, oder besser gesagt tiefliegende Wolken. Mit einer Sicht von 20 m macht das Fahren keinen Spaß, und ich bin schon drauf und dran zu drehen und zurück zu fahren, da wird die Sicht besser. Von Sonne ist aber weiterhin keine Spur.

Meile um Meile fahren wir nun durch bewaldete Hügel, immer höher führt die Straße. Endlich erreichen wir den Parkplatz des National Monuments. Eine kleine Hütte beherbergt einen Ranger, bei dem man eigentlich Eintritt bezahlen soll. Nun, wir haben ja die Nationalparkkarte, die gilt auch für die National Monuments. Bezahlen müssen wir also nix, aber es fragt auch keiner nach der Karte.

Vom Parkplatz aus geht es einen steilen Pfad auf den Berg. Wir wagen uns trotz der klitschigen Beschaffenheit auf den Weg und kämpfen uns nach oben. Im wahrsten Sinne kämpfen, denn mit jedem Schritt wird die Masse Schlamm, die sich an unseren Schuhen festklammert, größer und schwerer.

Aber wir erreichen den oberen Punkt und haben nun freie Sicht auf das Cedar Breaks National Monument. Es handelt sich um einen großen halbkreisförmigen Bergabbruch, bei dem sich im Laufe der Jahrhunderte durch Wind, Wasser und Temperaturwechsel bizarre Figuren aus dem Gestein gebildet haben. Sicherlich ist die Gegend nicht so beeindruckend wie das, was uns noch bevorsteht, aber es gibt schon einen interessanten Eindruck.

Absicherungen gibt es wie üblich keine, der Untergrund ist felsig und schlammig und rutschig. Dazu ist es windig, schon fast stürmisch, und die Temperaturen sind auch nicht gerade hochsommerlich. Daher verzichten wir auf einen Gang entlang des Rims, sondern rutschen, schlittern und klettern den Weg wieder nach unten, wo wir ¾ der mindestens 2 kg Schlamm pro Fuß an Steinen und Holzbalken abstreifen, um dann die vorhandenen Pfützen für ein Schuhbad zu nutzen. Denn mit so schmutzigen Schuhen können wir nicht in unseren Fury steigen.

Solche schmutzigen Schuhe können wir unserem Fury nicht zumuten.

Die vorgesehene Reinigungsbürste versagt…

Noch ein kurzer Besuch im Visitor Center, das sich in einer zweiten Hütte befindet, um unsere Nationalparksammelpässe zu stempeln, dann fahren wir weiter. Um gleich darauf an einem Vista Point an der Straße noch einmal anzuhalten.

Das Visitor Center

Einer unserer Nationalparkpässe.

Wir halten noch kurz am nächsten Vista Point, wo es sich Sandy trotz des kalten und kräftigen Windes nicht nehmen lässt, weitere Fotos zu knipsen.

Jetzt geht es endgültig auf unser Tagesziel zu. Je näher wir ihm kommen, desto besser wird das Wetter. Die Wolken brechen auf und tatsächlich: es gibt noch blauen Himmel dahinter. Und die Sonne lebt auch noch.

Das Herbstlaub in dieser Höhe ist einfach überwältigend.

Als wir an unserer nächsten Station ankommen, dem „Red Canyon“ am UT12 Scenic Byway, ist das Wetter wieder wunderschön: sonnig, warm (aber nicht heiß), blauer Himmel mit gelegentlichen Wölkchen.

Daher halten wir auch wie geplant und vertreten uns ein wenig die Beine auf dem Photo Trail und dem Golden Wall Trail. Die roten und gelben Formationen bieten interessante Fotomotive.

Reste vom nächtlichen Regen (beim Rückweg war nichts mehr zu sehen)

Ein Alligator?

Das Visitor Center lassen wir heute ausnahmsweise aus. Übermorgen fahren wir die gleiche Strecke wieder zurück, und da ist dann noch Zeit genug, unser Büchlein zu stempeln.

Dann endlich sehen wir den Hinweis auf den „Bryce Canyon Airport“. Jetzt sind es nur noch wenige Meter bis zur Abzweigung zum Bryce Canyon, auch wenn dieser noch etliche Meilen entfernt liegt.

Wir nutzen die Gelegenheit und tanken noch einmal, dann fahren wir zum Eingang und zeigen unseren Nationalparkpass vor. Wie üblich erhalten wir die Parkinformationen, der Ranger wünscht uns einen schönen Aufenthalt, und dann sind wir offiziell Parkbesucher. Ein Stopp am Visitor Center ist obligatorisch, ein weiterer Stempel ziert kurz darauf unsere Pässe.

Eingebucht sind wir heute in der Bryce Canyon Lodge, dem einzigen Hotel IM Park. Also fahren wir gleich dorthin. Leider besitzt die Lodge keinen Fahrstuhl und wir haben unser Zimmer in der oberen Etage im Haupthaus. Das ist also wieder ein ziemliches Geschleppe, bis alle unsere Sachen oben sind. Immerhin rentiert sich das heute, denn wir haben hier für zwei Nächte gebucht.

Unser Zimmer ist nett, aber klein, es gibt nur ein Bett in Queensize, während wir bisher entweder jeder ein Queensize- oder zusammen ein Kingsize-Bett hatten. Das wird noch lustig werden. Eine Klimaanlage müssen wir heute nicht neu einstellen, denn es gibt nur Naturklima – ein Fenster zum Öffnen mit Fliegengitter gegen ungewollte Mitbewohner. Ich finde das richtig angenehm.

Und dann sind wir soweit und können uns zur wirklichen Attraktion der Gegend begeben. Ein kurzer Hundertfünfzig-Meter-Spaziergang führt uns von der Lodge direkt zum Bryce Canyon.

Für mich ist das hier ja kein Neuland, ich weiß genau, was mich erwartet, aber Sandy verschlägt es trotz aller vorbereitenden Internetrecherchen erst einmal die Sprache. Selbst die schönsten Fotos können einem nicht auf den Eindruck vorbereiten, den diese Märchenlandschaft hinterlässt. Beschreiben kann man das sowieso nicht.

Mein letzter Besuch hier war im Dezember, und es hatte Schnee. Davon schwärme ich Sandy vor, denn der weiße Schnee auf den rötlichen Hoodoos sah einfach zauberhaft aus, jede kleine Unebenheit, jeder kleiner Vorsprung im Felsen war weiß gepudert und das betonte die Formen noch stärker. Aber auch so ist Bryce einfach ein Wunderwerk der Natur.

Wir bleiben heute nur in der Gegend des Sunset-Points. Das Wechselspiel der Wolken zusammen mit der langsam tiefer sinkenden Sonne verändern die Schattenspiele der Hoodoos ständig, es wird nicht langweilig, dies zu beobachten. Einige Namen der Felsformen kenne ich noch, das „Sinking Ship“ ist genauso eindeutig wie „Thors Hammer“. Andere Formationen mögen einen Namen haben, den wir aber nicht kennen. So bleibt es uns frei, eigene Namen zu erfinden.

Hinten in der Mitte: Das „Sinking Ship“

Schließlich verschwindet die Sonne immer öfter wieder hinter Wolken und es wird kalt und windig. Zurück im Hotel fragen wir nach einem Tisch im Restaurant, es soll ungefähr 45 Minuten dauern, bis einer frei ist. Wir erhalten eine Art Piepser, mit dem wir informiert werden, wenn es soweit ist, dann gehen wir in den großen Souvenirshop neben der Lobby und stöbern.

Der Piepser meldet sich schon relativ schnell und wir können unsere Abendmahlzeit einnehmen.

Aus dem geplanten Nachtbesuch an der Rim wird es nichts, es ist einfach zu ungemütlich draußen. Stattdessen machen wir uns bettfertig und überspielen dann die letzten Fotos auf den Speicher. Im CD-Player unseres Zimmers befindet sich eine esoterische Indianermusik, die lassen wir dabei laufen. Voll entspannend.

So entspannend, dass wir total albern werden. Eigentlich habe ich mich schon zum Schlafen umgelegt, als Sandy einen komplett doofen Kommentar ablässt, worauf mir eine noch doofere Antwort einfällt, und so geht es über mindestens eine halbe Stunde, bis ich vor Lachen und Kichern schon Seitenstechen habe. Dann endlich sind wir beide fertig für den Tag…

zurück: 21. September 2016

weiter: 23. September 2016

Hikes, Views and Bisons

Als wir am Morgen einen Blick aus dem Fenster werfen, müssen wir enttäuscht feststellen, dass der Himmel noch genauso grau ist wie am Tag zuvor. Man hat sogar den Eindruck, er sei grauer.

Nun ja, geben wir dem Ganzen noch eine Chance und gehen erstmal frühstücken. Vielleicht sieht es danach ja besser aus?

Das Frühstück ist „typisch“, langsam hängen mir die hash browns und eggs zum Hals heraus und ich sehne mich nach einem guten deutschen Butterbrot… Sandy ordert heute einen heißen Kakao, der kommt erst nicht und dann ist der Becher so voll, dass er an allen Seiten überläuft. Und außerdem handelt es sich nicht um einen Kakao aus entsprechendem Pulver, sondern um Nesquick mit seeeeehr süßer Sahne drauf. Also doppelter Zuckerschock. Da bleibe ich lieber bei meinem Kaffee, der ist wenigstens überall gleich dünn…

Leider sieht das Wetter inzwischen NICHT besser aus. Im Gegenteil, es sieht aus, als wolle es jeden Augenblick anfangen zu regnen. Nun ja, wir schaffen es gerade noch, den Fury vollzuladen, da geht es auch wirklich los. Und nun? Eigentlich hatten wir für heute ein paar mehr oder weniger kurze Hikes geplant. Aber so wird das wohl nichts…

Wir fahren zum Visitor Center, unsere Besucherstempel abholen. Leider zeigt die dort ausgehängte Wettervorschau, dass keine Wetterbesserung in Sicht ist, im Gegenteil, für die nächsten Stunden sind Gewitterstürme vorhergesagt.

Wir entscheiden, in das kleine Örtchen vor dem Park zu fahren, vielleicht kann man da ja was unternehmen (shopping?). Vielleicht wird das Wetter ja doch noch besser im Laufe des Tages? Also fahren wir nach Springdale, ein Städtchen, das nur aus Hotels, Motels und Restaurants sowie ein paar „Art (Kunsthandwerk) Shops“ besteht. Und das völlig überfüllt ist. Kein Parkplatz weit und breit, und auch nichts, weswegen man anhalten muss.

Ok, Schuhe hätten wir kaufen können.

Daher drehen wir und fahren wieder in den Park. Am Visitor Center stellen wir Fury ab (der Parkplatz ist bereits jetzt fast voll, dabei ist gerade mal kurz nach 10 Uhr). Wir haben Glück, noch einen Stellplatz zu finden. Jetzt stehen wir vor der Entscheidung: was tun wir jetzt? Mit dem Shuttle nur rumfahren? Oder ein Shuttlehopping probieren, also eine Station fahren, ein Stück laufen, ggf. dann wieder fahren?

Denn es regnet, aber nicht durchgehend, sondern immer wieder. Mal mehr, mal weniger. Die Aussicht ist schlecht, zwischen den Felsen hängen Wolken. Das mag zwar ganz nette Fotos geben vom Motiv her, aber ein wenig blauer Himmel wäre uns lieber.

Wir entscheiden uns fürs Shuttlehopping und fahren zurück zum Court of the Patriachs, wo wir ein paar Meter den Bergweg emporsteigen. Von der dort oben möglichen Aussicht ist nur wenig zu sehen.

So hätten wir den Court of the Patriarchs gerne bewundert…

… aber wir müssen uns mit dieser Aussicht begnügen.

Also nehmen wir den nächsten Shuttlebus zur Lodge. Von hier aus startet der Trail zu den Emerald Pools, die aufgrund des Regens sogar Wasser führen sollten. Wie gesagt, es nieselt, dann regnet es, dann ist es wieder nur feucht.

Tapfer wagen wir uns auf den Weg, zusammen mit sehr vielen anderen Parkbesuchern. Die unteren Emerald Pools liegen in einem von 3 Seiten von steilen Felswänden umgebenen Tal. Der Weg ist bequem zu gehen und nicht übermäßig weit. Er führt unter einem Felsüberhang an den unteren Pools vorbei und wird dann steiler und schwieriger, bis man die oberen Emerald Pools erreicht.

An diesem Felsüberhang bei den Lower Pools stürzt heute nun ein kleiner Wasserfall herunter, ein im Sommer seltener Anblick. Die Pools selbst sind heute nicht besonders spektakulär, das mag bei entsprechendem Licht anders sein.

Ich teste den Weg nach oben, aber durch den Regen ist er sehr rutschig und auch nicht so ausgebaut wie zu den Lower Pools. Außerdem regnet es grad wieder mal etwas mehr, und so drehen wir wieder um.

Mit den nassen Klamotten im überfüllten Shuttlebus stehen oder sitzen ist nicht gerade angenehm, die Sicht nach außen ist durch die beschlagenen Fenster kaum möglich, und überhaupt macht das so eigentlich keinen Spaß! Allerdings gibt es doch eine lustige Begebenheit:

Links neben uns sitzt ein Typ (Englisch sprechend) mit fetter Fotoausrüstung. Er fotografiert durch das geöffnete Busfenster einen der vielen spontanen Wasserfälle. Im Regen ohne Gegenlichtblende (zum Schutz) schräg nach oben fotografieren ist ja schon unklug. Aber es kommt noch besser. Durch das triste Wetter fehlt ihm scheinbar der Kontrast und er holt einen fetten Polfilter samt Halterung aus seinem Rucksack und schraubt ihn auf sein Objektiv. Dann hält er wiederholt die Kamera durch das schmale Busfenster, knipst rum und als er sie wieder reinholen will, passiert es: Er bleibt mit der Filterhalterung am Fenster hängen und sie fällt samt Filter runter auf die Straße. Wir müssen ziemlich schmunzeln. Ach, was sind wir schlechte Menschen… Er meint dann zu seinen Kumpels, dass er zurückfahren und nach der Halterung suchen will, denn der Filter wäre eh tot, aber die Halterung hätte er gerne wieder. Wir überlegen, ob wir uns auf die Suche machen sollen… Aber nein, für so einen Blödsinn haben wir tatsächlich keine Zeit.

Obwohl es noch recht früh ist, nehmen wir daher das Shuttle zurück Richtung Visitor Center, steigen in unseren Fury und verlassen das eigentlich wunderschöne, aber heute so ungastliche Tal. Weit ist unser Weg heute nicht mehr, daher halten wir noch einige Male trotz Regens, denn die Landschaft, die wir durchfahren, ist wirklich etwas Besonderes und muss bei Sonnenschein spektakulär sein.

Ganze Heerscharen sind auf dem Weg ins Tal.

Checkerboard Mesa

Nachdem wir die Berge verlassen haben, sind es nur noch wenige Meilen zu unserer heutigen Übernachtungslocation, der „Zion Mountain Ranch“.

Hier haben wir eine Cabin gebucht, die aber noch nicht fertig gerichtet ist. Wir vertreiben uns die Zeit im Restaurant, wo wir auch gleich einen Tisch für den Abend bestellen, denn das Lokal ist nicht sehr groß und – wie wir mitbekommen – der Nebenraum ist für heute Abend von einer Gruppe vorreserviert.

Schließlich können wir unsere Schlüssel abholen. Unsere Hütte – eigentlich ein nettes Blockhaus – liegt mit Blick auf Rezeption und Lokal sowie auf das Tal auf einem kleinen Hügel, zusammen mit etlichen anderen Hütten in verschiedenen Größen. Unser Häuschen hat einen offenen Wohnraum mit Küchenzeile, Esstisch und Feuerstelle sowie ein Schlafzimmer mit Kingsize Bed und Bad mit Dusche und Wanne. Dazu von beiden Räumen aus eine Veranda mit besagtem Talblick.

Unsere „Hütte“…

… mit Parkplatz vor der Tür.

Wohnbereich

Küche und Esstisch

Schlafzimmer

Veranda

Weiterhin ziehen dicke graue Wolken über uns hinweg, alles ist nass und nichts lockt uns hinter dem sprichwörtlichen Ofen vor. Sandy legt sich eine Weile aufs Ohr, ich befürchte um meine Nachtruhe und bleibe lieber jetzt wach, als später wach im Bett zu liegen. TV im Wohnzimmer ist zwar vorhanden, funktioniert aber nicht. Daher bleibt mir nichts übrig, als die Datenübertragung von Kamera auf Speichermedium zu überwachen.

Dabei bemerke ich eine Bewegung vor der Veranda, und bei näherer Überprüfung entdecke ich einen Feldhasen, der im Gebüsch vor sich hinmümmelt. Wieder ein Tierchen, das in unsere wildlife-Liste passt.

Von den Bisons der Ranch ist weit und breit nichts zu sehen.

Schließlich wecke ich Sandy und wir fahren zum Restaurant. Der Weg ist zwar nicht weit, aber das Wetter immer noch mehr als bescheiden. Eine nette Bedienung berät uns mit der Karte, und wir entscheiden uns für – Bison. Schließlich sind wir auf einer Bison-Ranch, auch wenn wir von den Kerlchen bisher keines gesehen haben.

Es dauert etwas, bis das Essen kommt, aber es ist frisch gemacht und sehr lecker. Für einen Nachtisch ist sowieso immer noch Platz.

Gesättigt und zufrieden fahren wir zurück zur Cabin und freuen uns auf eine ruhige Nacht.

Leider wird dieser Wunsch nicht erfüllt. Die ganze Nacht rasen Stürme über die Ebene, es schüttet aus allen Eimern und hört sich an, als würden mehrere Trommler mit ihren Schlegeln auf dem Dach herumtrommeln. Mir geht durch den Kopf, dass die Gegend, die wir morgen durchfahren müssen, Flashflood-Gebiet ist. Hoffentlich geht das gut!

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weiter: 22. September 2016

Fire and Faith

Gegen 6 Uhr klingelt der Handy-Alarm, und ein Blick aus dem Fenster zeigt, dass unsere gestrige Entscheidung richtig war. Es liegt eine Wolkendecke über Las Vegas und der Wüste, der geplante Sonnenaufgang ist also sozusagen in den Wolken hängen geblieben. Dafür haben wir zwei Stunden länger geschlafen, das passt.

Wieder machen wir uns auf die Wanderung zur Rezeption, checken aus und legen dann die restlichen Meilen zum Parkhaus und unserem Fury zurück. Dann geht es auf die Straße, allerdings erst einmal den Strip entlang nach Süden. Denn noch fehlt ein „Must have“ in unserer Sammlung: das Bild vom Las Vegas Sign, das sich auf Höhe des Flughafens befindet. Trotz der morgendlichen Stunde stehen hier bereits Touristen und fotografieren, allerdings fehlen die sonst häufig geparkten Reisebusse. Daher dauert es nur kurz, bis sich Sandy positionieren kann.

Dann aber geht es endgültig auf die Piste Richtung Norden. Nachdem wir die verwirrenden Stadtautobahnen hinter uns gelassen haben, geht es mal wieder einfach nur geradeaus. Dabei bleiben die Wolken beständig über uns, in einiger Entfernung entdecken wir sogar Regen.

Schließlich kommen wir an die Abzweigung zum Valley of Fire. Jetzt ist es nicht mehr weit. Noch ist die Gegend eine typische Halbwüste mit Gebüsch und Gestrüpp, dazwischen auch mal ein Yuccatree, aber ansonsten recht öde gelblich.

Wir fahren auf die Berge zu. Und dann beginnen die Felsen und Steine rötlich zu werden.

Quelle Karte: http://parks.nv.gov/parks/valley-of-fire

Bei der ersten Gelegenheit fahren wir nach Passieren der Entrance-Häuschen links ab von der Straße. Denn hier befindet sich der sogenannte „Atlatl Rock“,

ein großer Sandsteinfelsen, auf dem sich die ursprünglichen Bewohner der Gegend, die „Basketmaker Indians“ und später die Anasazi, mit Felszeichnungen, sogenannten Petroglyphen, ein Denkmal gesetzt haben.

Um sich diese Felszeichnungen genauer ansehen zu können, muss man über eine Metalltreppe nach oben steigen. Leider haben ein paar Vandalen vor Jahren einen Teil der Zeichnungen verdorben, indem sie sich selbst dort verewigt haben. Trotzdem sind die übrig gebliebenen Petroglyphen immer noch sehr interessant zu betrachten.

Viel ist nicht los am Atlatl Rock.

Wir fahren den kleinen Rundweg um die Felsformation des Atlatl Rocks, da sich auf der Rückseite einer der schönsten und größten Arches des Parks befindet. Als wir an der Straße parken, um Bilder zu machen, sehen wir ein Pärchen, das es sich dort oben auf dem Felsen gemütlich macht. Neben uns wartet noch eine Gruppe von Amerikanern, die sich auf einer Fotosafari befinden, dass der Blick auf den Arch Rock wieder frei wird. Aber das Pärchen denkt nicht daran zu gehen, auch wenn eine der Amerikanerinnen sehr höflich darum bittet, den Felsen zu verlassen.

Schon allein, dass sie dort hochgeklettert sind, ist eine Frechheit und eigentlich verboten, schließlich zerstört jede Besteigung die Felsen ein klein wenig mehr. Überall stehen deswegen entsprechend Hinweisschilder. Aber die kann man ja ignorieren… (Es ist wie überall: wenn man die Polizei resp. hier die Ranger brauchen könnte, sind sie nirgends zu sehen.)

Da wir das Pärchen bereits bei den Petroglyphen gesehen haben, wissen wir, dass es sich um Deutsche (ja, man schämt sich!) handelt.

Schließlich platzt mir der Kragen und ich rufe den beiden auf Deutsch zu, dass sie gefälligst verschwinden sollen, weil es noch andere Menschen gibt, die gern etwas von dieser Formation hätten. Und die beiden? Er antwortet mit einem „ja ja!“, aber bleibt erst noch einen Moment demonstrativ stehen… Dann endlich machen beide den Abgang und verschwinden zu ihrem Auto, das ein Stück die Straße hoch steht.

Endlich. Freier Blick auf Arch Rock ohne störende Touristen.

Endlich können wir in Ruhe Bilder machen. Anschließend beenden wir den Loop Trail, was sich als Fehler erweist, denn kurz hinter dem Arch Rock wird der Weg zur Schotterpiste, und wir quälen unseren Fury mal wieder sehr.

Irgendwie bin ich durch das Geschüttel so durcheinander, dass ich bei Rückkehr zur Straße prompt nach rechts abbiege. Das ist allerdings nicht der Weg in den Park, sondern zum Eingang, bei dem wir reingekommen sind. Also heißt es wenden und zurückfahren bis zur eigentlichen Abzweigung ins Valley.

Am Visitor Center halten wir, und bei der Einfahrt auf den Parkplatz entdecken wir mal wieder eine Gruppe California Quails, die hier nach Futter suchen. Leider versuchen ein paar Besucher, Bilder zu machen, und verfolgen die kleinen Kerlchen, so dass diese sich im Gebüsch verkriechen. Schade.

Das Visitor Center ist klein, aber informativ. Es bringt uns aber nichts wirklich Neues, und die Aufregung, die hinter den Gebäuden bei den Besuchern entsteht wegen eines kleinen Chipmunks, finden wir dann doch etwas übertrieben.

Im Visitor Center

Während Sandy zurückbleibt, laufe ich die wenigen Meter über einen Trampelpfad zum „Balanced Rock“. Diese Felsformation wollten wir eigentlich beim Sonnenaufgang fotografieren.

Zurück im Auto geht es die Straße weiter ins Tal, zuerst geht es dazu über eine schmale Passstraße. Hierbei kommen wir direkt am Balanced Rock vorbei, der von der Straße aus besser zu fotografieren ist als von unten. Daher mache ich langsam und Sandy knipst aus dem fahrenden Auto heraus.

Balanced Rock

Nächster Halt sind die sogenannten „Bee Hives“, eine Gruppe von Felsen, die an Bienenkörbe erinnern. Hier machen wir unsere ersten Schritte ins Gelände. Diese roten Felsen in der ansonsten gelbbraunen Landschaft sind wirklich erstaunlich, schade, dass die Sonne nicht scheint, denn im entsprechenden Licht leuchten sie noch beeindruckender. Im Gegensatz zum Red Rock State Park, wo Wind und Wasser Felssäulen aus den Wänden gefressen haben, sind diese Felsen hier völlig anders geformt, zum Teil regelrecht „weich und wellig“ und mit vielen Löchern und Vertiefungen. Diesen sollte man sich tunlichst mit Vorsicht nähern, denn manchmal ziehen sich Skorpione oder Schlangen in diese Öffnungen zurück. Reinschauen oder gar reingreifen kann daher auch mal unangenehm werden.

Den Seitenweg zu Mouse’s Tank, dem einzigen Wasserloch der Gegend, lassen wir rechts liegen. Die Petroglyphen auf dem Weg sind nicht soooo spannend, wenn man den Atlatl Rock gesehen hat. Und das Wasserloch müsste um diese Jahreszeit eigentlich so ziemlich ausgetrocknet sein.

Nächster Halt ist daher der Parkplatz „Rainbow Vista“. Hier herrscht ein stetes Kommen und Gehen. Wir finden einen Platz für Fury und machen ein paar Bilder, dann geht es auch schon weiter.

Die Straße führt nach Norden, wobei sie einige Hochs und Tiefs hat. Kostenloses Achterbahnfahren kann man das auch nennen.

Schließlich kommen wir an den Parkplatz am Trailhead des Fire Wave Trails.

Es gibt ja eine „große“ Wave in den North Coyote Buttes in Arizona. Für diese benötigt man ein Permit, und diese Permits gibt es nur mit Glück per Lotterie. Daher müssen wir uns mit der Fire Wave, auch Rainbow Wave genannt, hier im Valley of Fire begnügen. Diese kann man nämlich ohne Zusatzkosten und ohne Permit anschauen. Wir folgen also dem ausgewiesenen Trail. Es sind etliche Leute unterwegs, aber man kann sich gut aus dem Weg gehen, so dass man nur am Parkplatz den Eindruck von Massentourismus hat.

Als letzter Punkt auf unserem Programm stehen die „White Domes“, eine Felsformation aus hellem Gestein. Hier wollen wir dem White Domes Loop folgen. Eigentlich. Aber es ist hier bereits jetzt sehr viel Betrieb, die wenigen Parkplätze sind alle belegt, und an der Straße entlang kann man nicht parken. So muss es bei einem Blick auf die Domes aus dem Auto heraus bleiben. Die Straße ist sowieso zu Ende, daher kehren wir auf dem gleichen Weg zurück.

An den White Domes

Am Visitor Center biegen wir nun nach links ab und fahren am Südrand der Berge entlang. Vorbei an der Felsgruppe der „Seven Sisters“ und an den „Cabins“ (gebaut ca. 1930 als Schutzhütten für Reisende) nähern wir uns der Stelle, an der sich eine besondere Formation befindet. Bei meinem letzten Besuch habe ich vergeblich danach Ausschau gehalten. Heute nicht. Wir fahren einen Hügel hoch durch eine Öffnung in der Felswand, und direkt hinter dieser Wand bemerken wir viele Menschen auf der linken Seite. Ein kurzer Blick zeigt: da isser! Bremsen ist nicht, also drehen wir bei nächster Gelegenheit um, fahren zurück und drehen erneut. Nun können wir ihn bei der langsamen Durchfahrt genau erkennen: der Elephant Rock, ein Felsen, der einem sitzenden Elefanten ähnelt.

Elephant Rock

Damit haben wir all das gesehen, was wir sehen wollten. Auch wenn aus unserer geplanten kurzen Dome- Wanderung nichts geworden ist, sind wir zufrieden. Nun steht uns wieder eine Zeit des Fahrens bevor, bis wir am nächsten Reiseziel ankommen.

Bei der Fahrt streifen wir die linke obere Ecke von Arizona, dem dritten Bundesstaat unserer Reise nach Kalifornien und Nevada, bevor wir in Utah einreisen.

Nachdem wir noch im Walmart in St. George, der letzten größeren Stadt vor unserem Tagesziel, eingekauft und auch Fury mal wieder mit Benzin versorgt haben, folgen wir den Hinweisschildern zum „Zion National Park“.

Einkaufen bei Walmart – immer wieder ein Erlebnis

Dieser Park ist einer der kleineren Nationalparks mit nur knapp 580 qkm. Aber er ist der älteste Nationalpark Utahs. Er umfasst neben dem Haupttal mit den Seitencanyons auch den im nordwestlichen Gebiet befindlichen Kolob Canyon.

Wir werden uns aber nur im eigentlichen Zion Canyon aufhalten. Da wir im einzigen Hotel im Canyon eingebucht haben, dürfen wir auch mit unserem Fury hineinfahren bis zur Lodge. Danach ist nur Shuttleverkehr (kostenlos) möglich.

Erste Begegnung nach der Einfahrt ins Tal ist eine Gruppe von Truthähnen und Truthühnern direkt an einer Haltestelle des Shuttles. Mal wieder geht alles so schnell – sehen, registrieren und schon vorbeigefahren -, dass kameratechnisch keine Reaktion erfolgen kann.

Das Tal ist erstaunlich grün, die Felswände sind dunkelrot und wirken durch die tiefhängenden Wolken noch dunkler. Ein Kontrast zur Wüstenlandschaft rundum.

Quelle Karte: https://www.nps.gov/zion/index.htm

Wir parken und erhalten beim Check-in die entsprechende Parking Permit für den Rückspiegel. Beim Ausladen unseres Gepäcks werden wir von einem Mule Deer beobachtet, der auf der Wiese direkt vor dem Haupthaus steht und äst. Unser Zimmer liegt ebenerdig und gefällt uns sehr. Es paßt von der Einrichtung her genau zur Gegend: nicht modern, sondern urig. Aber mit allem, was frau so braucht.

Das Hotel mit Mule Deer auf der Wiese

Unser Zimmer

Die Veranda

Das Bad

Ein Anruf im Restaurant sichert uns einen Tisch fürs Abendessen. Inzwischen ist es nämlich fast dunkel geworden, hier im engen Tal verschwindet das Licht schon relativ früh.

Wir gehen also rüber zum Haupthaus, um dort vor dem Essen noch etwas im Souvenir Shop zu stöbern. Ach, man könnte wirklich überall was kaufen. Ich habe das „Glück“, dass das, was mir wirklich gut gefällt, zu teuer ist oder zu groß fürs Gepäck. Und da ich keine Sachen mitbringen soll und darf für die Familie, kann ich auch hier Geld sparen. Sandy steht aber jedes Mal vor der Qual der Wahl: soll ich oder soll ich nicht, und wenn ja, was?

Schließlich ist es Zeit und wir gehen zum Eingang des “Red Rock Grill“. Das berühmte „please wait to be seated“ entfällt hier, wir dürfen gleich die Stufen ins Restaurant hochgehen und werden oben empfangen und zu unserem Tisch begleitet.

Das Essen ist ganz gut, die Kritiken im Internet waren einmal mehr übertrieben oder wir haben einfach Glück gehabt.

Sandys Nachtisch: ein Brownie

Als wir uns dann zurück ins Zimmer begeben wollen, erleben wir noch eine kleine nette Überraschung. Auf der Wiese vor der Lodge, wo vorhin der Mule Deer geäst hat, steht nun ein kleines Rudel und lässt sich das frische Gras schmecken. Man könnte die Tiere berühren, so nah kann man an sie herangehen, ohne dass sie sich gestört fühlen. Selbst die Mütter mit ihren Jungtieren sind hier ganz lässig dabei.

Noch unsere übliche Feierabendaktivtät (Facebookbericht, Fotos sichern) und dann geht es endgültig in die Heia.

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weiter: 21. September 2016

Vorgeschichte Wild Southwest

Bereits direkt nach unserer California-Tour im September 2014 war uns klar, dass wir so eine Reise dringend noch einmal planen und durchführen mussten. Schließlich hatten wir nur einen Bruchteil unserer Wunschziele angesteuert und gesehen.

Kurz entschlossen legten wir den September 2016 als neuen Reisezeitpunkt fest, Reisedauer mindestens 3 Wochen.

Wie bereits vorher hatte ich die Ehre, die Grundroute der Reise zu entwickeln, schließlich bin ich diejenige, die die Strecke fahren muss. Erstmal ist folgende Route herausgekommen:

San Francisco – Calistoga – Lake Tahoe – Mammoth Lakes – Yosemite NP – Sequoia & King’s Canyon NP – Death Valley NP – Las Vegas – Zion Canyon NP – Bryce Canyon NP – Page – Grand Canyon NP – Las Vegas

wobei in dieser Liste/Karte nur die Hauptzielpunkte (z.T. Mehrfachübernachtungen) aufgeführt sind und es ganz viele Zwischenziele gibt.

Wir freuen uns schon sehr auf diese Reise, die ein klein wenig länger geworden ist als ursprünglich ins Auge gefasst (3 1/2 Wochen).

26.06.2015: Wir haben an unserer Route noch etwas gearbeitet, da mal ein Zwischenziel rein geschoben, da ein Ziel zeitlich etwas verschoben, da eine neue Idee entwickelt. Aber es scheint so, dass wir jetzt das Optimale für uns zusammengestellt haben. Die überarbeitete Version sieht nun so aus:

San Francisco – Calistoga – Lake Tahoe – Mammoth Lakes – Yosemite NP – Sequoia & King’s Canyon NP – Death Valley NP – Las Vegas – Zion Canyon NP – Bryce Canyon NP – Page – Monument Valley – Grand Canyon NP – Las Vegas

Oder für die eher optisch orientierten Leser:Reiseroute 2016

31.07.2015: Die ersten 5 Hotels mit 7 Übernachtungen sind gebucht. Wir liegen so einigermaßen im Budget.

28.09.2015: Inzwischen haben wir unsere Foto-Touren gebucht sowie alle Hotels bis auf eines.

29.09.2015: Ein kleines Engelchen flüsterte mir heute zu, nochmal nach den Heli-Flügen am Grand Canyon zu schauen. Schwups – und schon waren zwei Tickets gebucht.

07.10.2015: Geschafft! Heute habe ich unsere Flüge gebucht und sogar die gewünschten Sitze (Hinflug Fenster links, Rückflug Fenster rechts) buchen können. Den Inlandsflug von Las Vegas nach San Francisco kann ich laut Seite von United Airlines erst im November buchen. Macht nix, den „Brocken“ haben wir sicher! Und das letzte Hotel konnte ich am vergangenen Sonntag auch buchen. Damit sind alle Übernachtungen untergebracht.

Und im Budget sind wir auch noch!

23.12.2015: Kurz vor Jahresende. Der Countdown steht bevor! Am 01.01.2016 sind es genau 250 Tage bis zu Sandys Anreise nach Mannheim. Alle Vorbereitungen sind abgeschlossen. Es bleibt uns nur noch die Vorfreude…

11.01.2016: Noch 240 Tage bis zum Urlaub!

Heute habe ich unsere Reiseordner mit allen relevanten Unterlagen und Informationen gefüllt. 3 Ordner sind es geworden, nicht so breite Wälzer, aber doch recht „massiv“. Auf 3 Ordner verteilt sind die Infos besser unterzubringen im Koffer.

10.04.2016: Noch 150 Tage!

Da hatten wir doch in einem Bed&Breakfast in Coarsegold eingemietet. Bestätigung hatten wir natürlich erhalten. Darin stand, dass 50% des Aufenthaltspreises im März per Kreditkarte fällig sei. Nun, die Überprüfung der Kontoauszüge zeigte keine solche Abbuchung. Also rückgefragt und nach drei Tagen die Antwort erhalten, dass sie per 01.01.16 den Betrieb eingestellt hätten. Angeblich sei ihnen nicht bekannt gewesen, dass da Buchungen für September gelaufen seien. Komisch, ich hatte doch direkten Kontakt wegen der Kreditkartendaten…???

20.04.2016: Noch eine weitere Hotelbuchung wurde heute geändert. Per Zufall fand ich heute heraus, dass eines der Hotels, das mir bei der ursprünglichen Hotelsuche gefallen hatte, aktuell mit besonders guten Konditionen zu buchen war. Sprich: es war nicht teurer als das gebuchte Hotel, hat aber im Internet bedeutend bessere Kritiken. Also kurz entschlossen das gebuchte Hotel storniert und neu eingebucht. Ein kleines Extraschmankerl werden wir nun genießen können. Ich freu mich drauf.

19.05.2016: Wir haben das passende Motto für unsere Reise gefunden:
Life is short – do big things!

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