Hikes, Views and Bisons

Als wir am Morgen einen Blick aus dem Fenster werfen, müssen wir enttäuscht feststellen, dass der Himmel noch genauso grau ist wie am Tag zuvor. Man hat sogar den Eindruck, er sei grauer.

Nun ja, geben wir dem Ganzen noch eine Chance und gehen erstmal frühstücken. Vielleicht sieht es danach ja besser aus?

Das Frühstück ist „typisch“, langsam hängen mir die hash browns und eggs zum Hals heraus und ich sehne mich nach einem guten deutschen Butterbrot… Sandy ordert heute einen heißen Kakao, der kommt erst nicht und dann ist der Becher so voll, dass er an allen Seiten überläuft. Und außerdem handelt es sich nicht um einen Kakao aus entsprechendem Pulver, sondern um Nesquick mit seeeeehr süßer Sahne drauf. Also doppelter Zuckerschock. Da bleibe ich lieber bei meinem Kaffee, der ist wenigstens überall gleich dünn…

Leider sieht das Wetter inzwischen NICHT besser aus. Im Gegenteil, es sieht aus, als wolle es jeden Augenblick anfangen zu regnen. Nun ja, wir schaffen es gerade noch, den Fury vollzuladen, da geht es auch wirklich los. Und nun? Eigentlich hatten wir für heute ein paar mehr oder weniger kurze Hikes geplant. Aber so wird das wohl nichts…

Wir fahren zum Visitor Center, unsere Besucherstempel abholen. Leider zeigt die dort ausgehängte Wettervorschau, dass keine Wetterbesserung in Sicht ist, im Gegenteil, für die nächsten Stunden sind Gewitterstürme vorhergesagt.

Wir entscheiden, in das kleine Örtchen vor dem Park zu fahren, vielleicht kann man da ja was unternehmen (shopping?). Vielleicht wird das Wetter ja doch noch besser im Laufe des Tages? Also fahren wir nach Springdale, ein Städtchen, das nur aus Hotels, Motels und Restaurants sowie ein paar „Art (Kunsthandwerk) Shops“ besteht. Und das völlig überfüllt ist. Kein Parkplatz weit und breit, und auch nichts, weswegen man anhalten muss.

Ok, Schuhe hätten wir kaufen können.

Daher drehen wir und fahren wieder in den Park. Am Visitor Center stellen wir Fury ab (der Parkplatz ist bereits jetzt fast voll, dabei ist gerade mal kurz nach 10 Uhr). Wir haben Glück, noch einen Stellplatz zu finden. Jetzt stehen wir vor der Entscheidung: was tun wir jetzt? Mit dem Shuttle nur rumfahren? Oder ein Shuttlehopping probieren, also eine Station fahren, ein Stück laufen, ggf. dann wieder fahren?

Denn es regnet, aber nicht durchgehend, sondern immer wieder. Mal mehr, mal weniger. Die Aussicht ist schlecht, zwischen den Felsen hängen Wolken. Das mag zwar ganz nette Fotos geben vom Motiv her, aber ein wenig blauer Himmel wäre uns lieber.

Wir entscheiden uns fürs Shuttlehopping und fahren zurück zum Court of the Patriachs, wo wir ein paar Meter den Bergweg emporsteigen. Von der dort oben möglichen Aussicht ist nur wenig zu sehen.

So hätten wir den Court of the Patriarchs gerne bewundert…

… aber wir müssen uns mit dieser Aussicht begnügen.

Also nehmen wir den nächsten Shuttlebus zur Lodge. Von hier aus startet der Trail zu den Emerald Pools, die aufgrund des Regens sogar Wasser führen sollten. Wie gesagt, es nieselt, dann regnet es, dann ist es wieder nur feucht.

Tapfer wagen wir uns auf den Weg, zusammen mit sehr vielen anderen Parkbesuchern. Die unteren Emerald Pools liegen in einem von 3 Seiten von steilen Felswänden umgebenen Tal. Der Weg ist bequem zu gehen und nicht übermäßig weit. Er führt unter einem Felsüberhang an den unteren Pools vorbei und wird dann steiler und schwieriger, bis man die oberen Emerald Pools erreicht.

An diesem Felsüberhang bei den Lower Pools stürzt heute nun ein kleiner Wasserfall herunter, ein im Sommer seltener Anblick. Die Pools selbst sind heute nicht besonders spektakulär, das mag bei entsprechendem Licht anders sein.

Ich teste den Weg nach oben, aber durch den Regen ist er sehr rutschig und auch nicht so ausgebaut wie zu den Lower Pools. Außerdem regnet es grad wieder mal etwas mehr, und so drehen wir wieder um.

Mit den nassen Klamotten im überfüllten Shuttlebus stehen oder sitzen ist nicht gerade angenehm, die Sicht nach außen ist durch die beschlagenen Fenster kaum möglich, und überhaupt macht das so eigentlich keinen Spaß! Allerdings gibt es doch eine lustige Begebenheit:

Links neben uns sitzt ein Typ (Englisch sprechend) mit fetter Fotoausrüstung. Er fotografiert durch das geöffnete Busfenster einen der vielen spontanen Wasserfälle. Im Regen ohne Gegenlichtblende (zum Schutz) schräg nach oben fotografieren ist ja schon unklug. Aber es kommt noch besser. Durch das triste Wetter fehlt ihm scheinbar der Kontrast und er holt einen fetten Polfilter samt Halterung aus seinem Rucksack und schraubt ihn auf sein Objektiv. Dann hält er wiederholt die Kamera durch das schmale Busfenster, knipst rum und als er sie wieder reinholen will, passiert es: Er bleibt mit der Filterhalterung am Fenster hängen und sie fällt samt Filter runter auf die Straße. Wir müssen ziemlich schmunzeln. Ach, was sind wir schlechte Menschen… Er meint dann zu seinen Kumpels, dass er zurückfahren und nach der Halterung suchen will, denn der Filter wäre eh tot, aber die Halterung hätte er gerne wieder. Wir überlegen, ob wir uns auf die Suche machen sollen… Aber nein, für so einen Blödsinn haben wir tatsächlich keine Zeit.

Obwohl es noch recht früh ist, nehmen wir daher das Shuttle zurück Richtung Visitor Center, steigen in unseren Fury und verlassen das eigentlich wunderschöne, aber heute so ungastliche Tal. Weit ist unser Weg heute nicht mehr, daher halten wir noch einige Male trotz Regens, denn die Landschaft, die wir durchfahren, ist wirklich etwas Besonderes und muss bei Sonnenschein spektakulär sein.

Ganze Heerscharen sind auf dem Weg ins Tal.

Checkerboard Mesa

Nachdem wir die Berge verlassen haben, sind es nur noch wenige Meilen zu unserer heutigen Übernachtungslocation, der „Zion Mountain Ranch“.

Hier haben wir eine Cabin gebucht, die aber noch nicht fertig gerichtet ist. Wir vertreiben uns die Zeit im Restaurant, wo wir auch gleich einen Tisch für den Abend bestellen, denn das Lokal ist nicht sehr groß und – wie wir mitbekommen – der Nebenraum ist für heute Abend von einer Gruppe vorreserviert.

Schließlich können wir unsere Schlüssel abholen. Unsere Hütte – eigentlich ein nettes Blockhaus – liegt mit Blick auf Rezeption und Lokal sowie auf das Tal auf einem kleinen Hügel, zusammen mit etlichen anderen Hütten in verschiedenen Größen. Unser Häuschen hat einen offenen Wohnraum mit Küchenzeile, Esstisch und Feuerstelle sowie ein Schlafzimmer mit Kingsize Bed und Bad mit Dusche und Wanne. Dazu von beiden Räumen aus eine Veranda mit besagtem Talblick.

Unsere „Hütte“…

… mit Parkplatz vor der Tür.

Wohnbereich

Küche und Esstisch

Schlafzimmer

Veranda

Weiterhin ziehen dicke graue Wolken über uns hinweg, alles ist nass und nichts lockt uns hinter dem sprichwörtlichen Ofen vor. Sandy legt sich eine Weile aufs Ohr, ich befürchte um meine Nachtruhe und bleibe lieber jetzt wach, als später wach im Bett zu liegen. TV im Wohnzimmer ist zwar vorhanden, funktioniert aber nicht. Daher bleibt mir nichts übrig, als die Datenübertragung von Kamera auf Speichermedium zu überwachen.

Dabei bemerke ich eine Bewegung vor der Veranda, und bei näherer Überprüfung entdecke ich einen Feldhasen, der im Gebüsch vor sich hinmümmelt. Wieder ein Tierchen, das in unsere wildlife-Liste passt.

Von den Bisons der Ranch ist weit und breit nichts zu sehen.

Schließlich wecke ich Sandy und wir fahren zum Restaurant. Der Weg ist zwar nicht weit, aber das Wetter immer noch mehr als bescheiden. Eine nette Bedienung berät uns mit der Karte, und wir entscheiden uns für – Bison. Schließlich sind wir auf einer Bison-Ranch, auch wenn wir von den Kerlchen bisher keines gesehen haben.

Es dauert etwas, bis das Essen kommt, aber es ist frisch gemacht und sehr lecker. Für einen Nachtisch ist sowieso immer noch Platz.

Gesättigt und zufrieden fahren wir zurück zur Cabin und freuen uns auf eine ruhige Nacht.

Leider wird dieser Wunsch nicht erfüllt. Die ganze Nacht rasen Stürme über die Ebene, es schüttet aus allen Eimern und hört sich an, als würden mehrere Trommler mit ihren Schlegeln auf dem Dach herumtrommeln. Mir geht durch den Kopf, dass die Gegend, die wir morgen durchfahren müssen, Flashflood-Gebiet ist. Hoffentlich geht das gut!

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Fire and Faith

Gegen 6 Uhr klingelt der Handy-Alarm, und ein Blick aus dem Fenster zeigt, dass unsere gestrige Entscheidung richtig war. Es liegt eine Wolkendecke über Las Vegas und der Wüste, der geplante Sonnenaufgang ist also sozusagen in den Wolken hängen geblieben. Dafür haben wir zwei Stunden länger geschlafen, das passt.

Wieder machen wir uns auf die Wanderung zur Rezeption, checken aus und legen dann die restlichen Meilen zum Parkhaus und unserem Fury zurück. Dann geht es auf die Straße, allerdings erst einmal den Strip entlang nach Süden. Denn noch fehlt ein „Must have“ in unserer Sammlung: das Bild vom Las Vegas Sign, das sich auf Höhe des Flughafens befindet. Trotz der morgendlichen Stunde stehen hier bereits Touristen und fotografieren, allerdings fehlen die sonst häufig geparkten Reisebusse. Daher dauert es nur kurz, bis sich Sandy positionieren kann.

Dann aber geht es endgültig auf die Piste Richtung Norden. Nachdem wir die verwirrenden Stadtautobahnen hinter uns gelassen haben, geht es mal wieder einfach nur geradeaus. Dabei bleiben die Wolken beständig über uns, in einiger Entfernung entdecken wir sogar Regen.

Schließlich kommen wir an die Abzweigung zum Valley of Fire. Jetzt ist es nicht mehr weit. Noch ist die Gegend eine typische Halbwüste mit Gebüsch und Gestrüpp, dazwischen auch mal ein Yuccatree, aber ansonsten recht öde gelblich.

Wir fahren auf die Berge zu. Und dann beginnen die Felsen und Steine rötlich zu werden.

Quelle Karte: http://parks.nv.gov/parks/valley-of-fire

Bei der ersten Gelegenheit fahren wir nach Passieren der Entrance-Häuschen links ab von der Straße. Denn hier befindet sich der sogenannte „Atlatl Rock“,

ein großer Sandsteinfelsen, auf dem sich die ursprünglichen Bewohner der Gegend, die „Basketmaker Indians“ und später die Anasazi, mit Felszeichnungen, sogenannten Petroglyphen, ein Denkmal gesetzt haben.

Um sich diese Felszeichnungen genauer ansehen zu können, muss man über eine Metalltreppe nach oben steigen. Leider haben ein paar Vandalen vor Jahren einen Teil der Zeichnungen verdorben, indem sie sich selbst dort verewigt haben. Trotzdem sind die übrig gebliebenen Petroglyphen immer noch sehr interessant zu betrachten.

Viel ist nicht los am Atlatl Rock.

Wir fahren den kleinen Rundweg um die Felsformation des Atlatl Rocks, da sich auf der Rückseite einer der schönsten und größten Arches des Parks befindet. Als wir an der Straße parken, um Bilder zu machen, sehen wir ein Pärchen, das es sich dort oben auf dem Felsen gemütlich macht. Neben uns wartet noch eine Gruppe von Amerikanern, die sich auf einer Fotosafari befinden, dass der Blick auf den Arch Rock wieder frei wird. Aber das Pärchen denkt nicht daran zu gehen, auch wenn eine der Amerikanerinnen sehr höflich darum bittet, den Felsen zu verlassen.

Schon allein, dass sie dort hochgeklettert sind, ist eine Frechheit und eigentlich verboten, schließlich zerstört jede Besteigung die Felsen ein klein wenig mehr. Überall stehen deswegen entsprechend Hinweisschilder. Aber die kann man ja ignorieren… (Es ist wie überall: wenn man die Polizei resp. hier die Ranger brauchen könnte, sind sie nirgends zu sehen.)

Da wir das Pärchen bereits bei den Petroglyphen gesehen haben, wissen wir, dass es sich um Deutsche (ja, man schämt sich!) handelt.

Schließlich platzt mir der Kragen und ich rufe den beiden auf Deutsch zu, dass sie gefälligst verschwinden sollen, weil es noch andere Menschen gibt, die gern etwas von dieser Formation hätten. Und die beiden? Er antwortet mit einem „ja ja!“, aber bleibt erst noch einen Moment demonstrativ stehen… Dann endlich machen beide den Abgang und verschwinden zu ihrem Auto, das ein Stück die Straße hoch steht.

Endlich. Freier Blick auf Arch Rock ohne störende Touristen.

Endlich können wir in Ruhe Bilder machen. Anschließend beenden wir den Loop Trail, was sich als Fehler erweist, denn kurz hinter dem Arch Rock wird der Weg zur Schotterpiste, und wir quälen unseren Fury mal wieder sehr.

Irgendwie bin ich durch das Geschüttel so durcheinander, dass ich bei Rückkehr zur Straße prompt nach rechts abbiege. Das ist allerdings nicht der Weg in den Park, sondern zum Eingang, bei dem wir reingekommen sind. Also heißt es wenden und zurückfahren bis zur eigentlichen Abzweigung ins Valley.

Am Visitor Center halten wir, und bei der Einfahrt auf den Parkplatz entdecken wir mal wieder eine Gruppe California Quails, die hier nach Futter suchen. Leider versuchen ein paar Besucher, Bilder zu machen, und verfolgen die kleinen Kerlchen, so dass diese sich im Gebüsch verkriechen. Schade.

Das Visitor Center ist klein, aber informativ. Es bringt uns aber nichts wirklich Neues, und die Aufregung, die hinter den Gebäuden bei den Besuchern entsteht wegen eines kleinen Chipmunks, finden wir dann doch etwas übertrieben.

Im Visitor Center

Während Sandy zurückbleibt, laufe ich die wenigen Meter über einen Trampelpfad zum „Balanced Rock“. Diese Felsformation wollten wir eigentlich beim Sonnenaufgang fotografieren.

Zurück im Auto geht es die Straße weiter ins Tal, zuerst geht es dazu über eine schmale Passstraße. Hierbei kommen wir direkt am Balanced Rock vorbei, der von der Straße aus besser zu fotografieren ist als von unten. Daher mache ich langsam und Sandy knipst aus dem fahrenden Auto heraus.

Balanced Rock

Nächster Halt sind die sogenannten „Bee Hives“, eine Gruppe von Felsen, die an Bienenkörbe erinnern. Hier machen wir unsere ersten Schritte ins Gelände. Diese roten Felsen in der ansonsten gelbbraunen Landschaft sind wirklich erstaunlich, schade, dass die Sonne nicht scheint, denn im entsprechenden Licht leuchten sie noch beeindruckender. Im Gegensatz zum Red Rock State Park, wo Wind und Wasser Felssäulen aus den Wänden gefressen haben, sind diese Felsen hier völlig anders geformt, zum Teil regelrecht „weich und wellig“ und mit vielen Löchern und Vertiefungen. Diesen sollte man sich tunlichst mit Vorsicht nähern, denn manchmal ziehen sich Skorpione oder Schlangen in diese Öffnungen zurück. Reinschauen oder gar reingreifen kann daher auch mal unangenehm werden.

Den Seitenweg zu Mouse’s Tank, dem einzigen Wasserloch der Gegend, lassen wir rechts liegen. Die Petroglyphen auf dem Weg sind nicht soooo spannend, wenn man den Atlatl Rock gesehen hat. Und das Wasserloch müsste um diese Jahreszeit eigentlich so ziemlich ausgetrocknet sein.

Nächster Halt ist daher der Parkplatz „Rainbow Vista“. Hier herrscht ein stetes Kommen und Gehen. Wir finden einen Platz für Fury und machen ein paar Bilder, dann geht es auch schon weiter.

Die Straße führt nach Norden, wobei sie einige Hochs und Tiefs hat. Kostenloses Achterbahnfahren kann man das auch nennen.

Schließlich kommen wir an den Parkplatz am Trailhead des Fire Wave Trails.

Es gibt ja eine „große“ Wave in den North Coyote Buttes in Arizona. Für diese benötigt man ein Permit, und diese Permits gibt es nur mit Glück per Lotterie. Daher müssen wir uns mit der Fire Wave, auch Rainbow Wave genannt, hier im Valley of Fire begnügen. Diese kann man nämlich ohne Zusatzkosten und ohne Permit anschauen. Wir folgen also dem ausgewiesenen Trail. Es sind etliche Leute unterwegs, aber man kann sich gut aus dem Weg gehen, so dass man nur am Parkplatz den Eindruck von Massentourismus hat.

Als letzter Punkt auf unserem Programm stehen die „White Domes“, eine Felsformation aus hellem Gestein. Hier wollen wir dem White Domes Loop folgen. Eigentlich. Aber es ist hier bereits jetzt sehr viel Betrieb, die wenigen Parkplätze sind alle belegt, und an der Straße entlang kann man nicht parken. So muss es bei einem Blick auf die Domes aus dem Auto heraus bleiben. Die Straße ist sowieso zu Ende, daher kehren wir auf dem gleichen Weg zurück.

An den White Domes

Am Visitor Center biegen wir nun nach links ab und fahren am Südrand der Berge entlang. Vorbei an der Felsgruppe der „Seven Sisters“ und an den „Cabins“ (gebaut ca. 1930 als Schutzhütten für Reisende) nähern wir uns der Stelle, an der sich eine besondere Formation befindet. Bei meinem letzten Besuch habe ich vergeblich danach Ausschau gehalten. Heute nicht. Wir fahren einen Hügel hoch durch eine Öffnung in der Felswand, und direkt hinter dieser Wand bemerken wir viele Menschen auf der linken Seite. Ein kurzer Blick zeigt: da isser! Bremsen ist nicht, also drehen wir bei nächster Gelegenheit um, fahren zurück und drehen erneut. Nun können wir ihn bei der langsamen Durchfahrt genau erkennen: der Elephant Rock, ein Felsen, der einem sitzenden Elefanten ähnelt.

Elephant Rock

Damit haben wir all das gesehen, was wir sehen wollten. Auch wenn aus unserer geplanten kurzen Dome- Wanderung nichts geworden ist, sind wir zufrieden. Nun steht uns wieder eine Zeit des Fahrens bevor, bis wir am nächsten Reiseziel ankommen.

Bei der Fahrt streifen wir die linke obere Ecke von Arizona, dem dritten Bundesstaat unserer Reise nach Kalifornien und Nevada, bevor wir in Utah einreisen.

Nachdem wir noch im Walmart in St. George, der letzten größeren Stadt vor unserem Tagesziel, eingekauft und auch Fury mal wieder mit Benzin versorgt haben, folgen wir den Hinweisschildern zum „Zion National Park“.

Einkaufen bei Walmart – immer wieder ein Erlebnis

Dieser Park ist einer der kleineren Nationalparks mit nur knapp 580 qkm. Aber er ist der älteste Nationalpark Utahs. Er umfasst neben dem Haupttal mit den Seitencanyons auch den im nordwestlichen Gebiet befindlichen Kolob Canyon.

Wir werden uns aber nur im eigentlichen Zion Canyon aufhalten. Da wir im einzigen Hotel im Canyon eingebucht haben, dürfen wir auch mit unserem Fury hineinfahren bis zur Lodge. Danach ist nur Shuttleverkehr (kostenlos) möglich.

Erste Begegnung nach der Einfahrt ins Tal ist eine Gruppe von Truthähnen und Truthühnern direkt an einer Haltestelle des Shuttles. Mal wieder geht alles so schnell – sehen, registrieren und schon vorbeigefahren -, dass kameratechnisch keine Reaktion erfolgen kann.

Das Tal ist erstaunlich grün, die Felswände sind dunkelrot und wirken durch die tiefhängenden Wolken noch dunkler. Ein Kontrast zur Wüstenlandschaft rundum.

Quelle Karte: https://www.nps.gov/zion/index.htm

Wir parken und erhalten beim Check-in die entsprechende Parking Permit für den Rückspiegel. Beim Ausladen unseres Gepäcks werden wir von einem Mule Deer beobachtet, der auf der Wiese direkt vor dem Haupthaus steht und äst. Unser Zimmer liegt ebenerdig und gefällt uns sehr. Es paßt von der Einrichtung her genau zur Gegend: nicht modern, sondern urig. Aber mit allem, was frau so braucht.

Das Hotel mit Mule Deer auf der Wiese

Unser Zimmer

Die Veranda

Das Bad

Ein Anruf im Restaurant sichert uns einen Tisch fürs Abendessen. Inzwischen ist es nämlich fast dunkel geworden, hier im engen Tal verschwindet das Licht schon relativ früh.

Wir gehen also rüber zum Haupthaus, um dort vor dem Essen noch etwas im Souvenir Shop zu stöbern. Ach, man könnte wirklich überall was kaufen. Ich habe das „Glück“, dass das, was mir wirklich gut gefällt, zu teuer ist oder zu groß fürs Gepäck. Und da ich keine Sachen mitbringen soll und darf für die Familie, kann ich auch hier Geld sparen. Sandy steht aber jedes Mal vor der Qual der Wahl: soll ich oder soll ich nicht, und wenn ja, was?

Schließlich ist es Zeit und wir gehen zum Eingang des “Red Rock Grill“. Das berühmte „please wait to be seated“ entfällt hier, wir dürfen gleich die Stufen ins Restaurant hochgehen und werden oben empfangen und zu unserem Tisch begleitet.

Das Essen ist ganz gut, die Kritiken im Internet waren einmal mehr übertrieben oder wir haben einfach Glück gehabt.

Sandys Nachtisch: ein Brownie

Als wir uns dann zurück ins Zimmer begeben wollen, erleben wir noch eine kleine nette Überraschung. Auf der Wiese vor der Lodge, wo vorhin der Mule Deer geäst hat, steht nun ein kleines Rudel und lässt sich das frische Gras schmecken. Man könnte die Tiere berühren, so nah kann man an sie herangehen, ohne dass sie sich gestört fühlen. Selbst die Mütter mit ihren Jungtieren sind hier ganz lässig dabei.

Noch unsere übliche Feierabendaktivtät (Facebookbericht, Fotos sichern) und dann geht es endgültig in die Heia.

zurück: 19. September 2016

weiter: 21. September 2016